Freitag, 13. Januar 2012

"Stars ohne Badeanzüge"

Eine Mitarbeiterin Mathilde Ludendorffs 1957 bis 1959

Im vorigen Beitrag ist ein privater Briefwechsel von Ilse Behrens behandelt worden, einer Sekretärin Mathilde Ludendorffs in den Jahren 1957 bis 1959. Ilse Behrens war aber nicht nur Sekretärin, sondern hat selbst schriftstellerisch gearbeitet. Vieles von dem, was dabei entstanden ist, kann man noch heute als lesenswert erachten. Im vorliegenden Beitrag soll also in Ergänzung zum letzten noch ein Überblick über die Veröffentlichungen von Ilse Behrens gegeben werden.

Nachdem Mathilde Ludendorff, wie schon im letzten Beitrag erwähnt, ihre Schrift "Wer aus Rußland kommt ist müde" (1) in die Hände bekommen hatte, schrieb sie an Ilse Behrens folgenden Brief (2), der im Ludendorff-Archiv in der "Ludendorff Gedenkstätte" in Tutzing in Durchschrift vorhanden ist:

Tutzing, 1951

Liebe Schwester Ilse!

Wer möchte Sie wohl anders anreden, wenn er Ihre erschütternde Schrift ‚Wer aus Rußland kommt ist müde’ gelesen hat?

Heute hatte ich gerade die letzten Worte meines jüngsten Werkes geschrieben, und da auch dem Schaffenden das jüngste Kind zunächst immer das liebste ist, so ist der Tag der Vollendung gewöhnlich recht wehmütig, denn er ist in gewissem Sinne ein Abschied vom Werk! Und an diesem Tage und in dieser Stunde bringt mir die Post Ihre Schrift mit einem Begleitschreiben - und sie nimmt mich gefangen und läßt mich nicht mehr los, bis das letzte Wort der 62 Seiten gelesen und dabei tief in die Seele gedrungen ist. Wissen Sie wohl die Bedeutung dieser Schrift, besonders in der Zeit der Weltaufrüstungen, die sogar mit den völkermörderischen Atombomben wie mit einem sittlich berechtigten Mittel zu spielen wagt?

Ihrer Schrift gegenüber verblaßt Bertha von Suttners mütterliches Wollen, weil Sie sich weder auf Pazifismus, der die Grenzen sittlicher Verteidigungspflicht gegenüber unsittlicher Kriegsgewalt nicht errichtet, noch erst recht nicht auf die letztere einlassen, sondern in restloser Hingabe die furchtbare Not des ausgebrochenen Krieges in herzwarmer, in das Absolute erhobener Mütterlichkeit, unbegrenzter Bereitschaft zur Pflichterfüllung bis zur Erschöpfung, und einfacher Selbstverständlichkeit linderten. Aber weil dies nun in Ihrem Buche mit soviel Begabung, packender Darstellung und in so schöner Sprache geschieht, ja noch mehr, weil Sie die Begabung, die ich einst als vorwiegendes Merkmal meines Geschlechtes in einem Werke rühmte, die psychologische Begabung, schon in jungen Jahren so hoch entwickelt haben und die große Kunst besitzen, in wenigen Worten mehr von der Seele der Menschen Ihrer Umgebung zu erschließen als andere in langen Abhandlungen, weil sie endlich soviel Natursinn und Schönheitssinn in jener ergreifenden Umwelt, jener Stätte der Qualen eines armseligen Frontlazarettes der Sandwüste, der Steppen sich innerlich retteten und uns daran teilnehmen lassen, ist Ihr Werk ein Kunstwerk und ist zu einem Aufruf der Mütter der Erde geworden gegen die Heldenverunglimpfung des Pazifismus und gegen die Gewissenlosigkeit entarteter Männerpolitik, der Kriegsentfachung im Interesse der Weltmachtziele, angefacht oder niedergehalten durch Hochfinanz und Weltwirtschaft. Ich hatte nach dem ersten Weltkrieg auf dem allgemeinen Frauenkonzil, das ich 1920 nach München einberief, diesen Aufruf ohne jeden Erfolg versucht! ...

In einem abschließenden, persönlicheren Teil dieses Briefes spricht Mathilde Ludendorff auch das  persönlichen Lebensschicksal von Ilse Behrens an und bietet Hilfe an.

Ilse Behrens antwortete auf diesen Brief lange Monate nicht. Mathilde Ludendorff erhielt schließlich einen Brief  von jenen Menschen, bei denen Ilse Behrens Aufnahme gefunden hatte, und die sie pflegten. Sie teilten mit, daß Ilse Behrens es zu schätzen wisse, diesen Brief erhalten zu haben, psychisch-gesundheitlich aber nicht in der Lage sei zu antworten, wofür sie um Verständnis bitten.

"Wieder ein Zeugnis edelsten Frauentums"

Mathilde Ludendorff andererseits veröffentlichte ihre Worte und Urteile über diese ihr so wichtig erscheinende Schrift unter dem Namen Alexander Frerichs, dem damals von ihr wegen des Schreibverbots im Spruchkammerurteil benutzten Pseudonyms. Der Aufsatz trug die Überschrift „Wieder ein Zeugnis edelsten Frauentums“ (2) . Darin berichtet sie zunächst über ein anderes, neu erschienenes Buch, das damals viel Aufsehen erregt hat:

„Erst vor wenigen Wochen haben wir Freda Utleys Buch ‚Kostspielige Rache‘ (Folge 19 und 20/51) gewürdigt. Eingehende Abhandlungen konnten selbstverständlich nur das wichtigste aus diesem Buch rühmen, das in keinem deutschen Hause fehlen sollte. Dem  W i e  der Behandlung des deutschen Volkes durch die Siegermächte ist diese Frau mutig und unbekümmert um die Folgen nachgegangen, hat es erforscht und festgestellt. Das Schicksal eines besiegten Volkes, dem man die verabscheuungswürdigen Verbrechen, die geheim verübt worden waren und gegen die es zu handeln keine Freiheit hatte, mit üblen Racheakten zu vergelten trachtete. Eine Wende hat dieses Buch eingeleitet, eine Wende durch die Tatsache seines Erscheinens in den Vereinigten Staaten und in Deutschland; eine Wende hat es bewirkt.

Das Buch ist außerdem ein schönes Zeugnis dafür, daß Frau Dr. Ludendorff einst von weiblicher Politik nicht zuviel erwartete, sofern diese nicht von der Masse ausgeht, als sie den Frauen auf dem ersten allgemeinen Frauen-Konzil 1920, das sie einberief, als ersten Artikel des politischen Bekenntnisses vorschlug:

‚Ich verwerfe die doppelte Moral der politischen Arbeit und der sittlichen Forderungen und bekenne, daß ich meine politischen Worte und Werke in Einklang stehen lasse mit meinem sittlichen Ideal. Daher stelle ich all mein politisches Denken und Handeln vor allem in den ausschließlichen Dienst der Wahrheit, die da verlangt, daß ich nichts verschweige und nichts hinzufüge.‘

Das aber erfüllte Freda Utley – ohne jene Worte zu kennen – aus edelstem Frauentum heraus, das ja auch unerschrockenen Mut in sich einschließt. Und siehe da, sie schuf eine politische Wende. Rasch paßten sich dann die Krieg und Frieden gestaltende Hochfinanz, die Wirtschafts- und Börsenmagnaten bei ihren ‚Privatgesprächen‘ in Moskau, Paris und Tanger an.

Und nun können wir ein weiteres, ganz anders geartetes Zeugnis edelsten Frauentums würdigen. Es handelt sich diesmal um die Aufzeichnungen einer deutschen Frau. Sie enthalten das erschütternde Zeugnis jener – man möchte am liebsten sagen – ergreifenden Mütterlichkeit, die wir bei Frauen, die sich der Krankenpflege widmen, dann vorfinden, wenn sie am Leid, das sie lindern, innerlich wachsen. Das aber war bei den Schwestern in den Frontlazaretten des letzten Krieges, in den Jahren nach 1941, recht wohl zu erwarten angesichts des unvorstellbaren Leides der Verwundeten, verursacht durch die Vor- und Rückwärtsbewegung der Truppen und die Unmöglichkeit rechtzeitigen Nachschubs und geregelter Versorgung.

Ihre Tagebuchausschnitte hat die Verfasserin unter dem Titel ‚Wer aus Rußland kommt ist müde‘ erscheinen lassen. Das sind die Worte eines hilfreichen Gepäckträgers, der der von Krankheit Geschwächten beim Verlassen des Zuges half. Ja, sie war aufs äußerste erschöpft, wie zuvor schon einmal, und fuhr trotzdem wieder hinaus, ließ sich ‚anfordern zur Front‘, wie so manche, so viele andere Schwestern. Sie hat den Krieg an allen Fronten in vorderster Linie erlebt. Die vorliegende Schrift ist nur ein Ausschnitt aus jener Zeit. Ilse  B e h r e n s   hat aus eigenem Antrieb ihre Verwendung immer da erwirkt, wo sie ihr am dringendsten erschien. Es hat sie im schönen Frankreich oder Italien nicht gehalten, als sie ihre Kameraden im Osten in ernster Lage wußte. Weil ihr das alles selbstverständlich, darum erzählt sie so schlicht, so frei von Pathos auch darüber, was durchlebt werden mußte und was es zu tun galt. Tiefergreifend gerade deshalb sind ihre Schilderungen. Sie hat die Gabe einer schönen Sprache, und wer ihre Schrift ergriffen liest, der beklagt, daß wir aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren nur so kleine Ausschnitte lesen dürfen.

Der Tatkraft eines Arztes ist diese Teilveröffentlichung zu danken. Diesem Manne und Kameraden hat Schwester Ilse in beispielloser Aufopferung im Zuchthaus Klagenfurt nach dem Kriege das Leben gerettet.

Später ging dann Schwester Ilse nach Rostock, um Medizin zu studieren, da in der Heimatstadt hierzu keine Möglichkeit bestand. Die Erlebnisse dort hat sie auch festgehalten. Sie bilden ein Zeitdokument. Trotz des Terrors haben junge Deutsche sich auch dort ihr Deutschtum bewahrt. Nur war die Not zu groß, die Gelder zu knapp. Um Geld zu verdienen, haben die Studenten und Studentinnen Blut gespendet. Bei Schwester Ilse stellten sich leider schlimme Folgen ein, da man die jungen Menschen unentwegt zum Blutspenden veranlaßte.

Und nun leidet sie an unerbittlicher Krankheit. Aber nicht ihr Schicksal bewegt uns am tiefsten; der hohe Wert edelsten Frauentums und warmherziger Mütterlichkeit, gepaart mit Lebensfrische und reicher geistiger Begabung, macht ihre Schrift zu einem so wertvollen geschichtlichen Dokument. Was würde Dr. M. Ludendorff wohl zu dieser Schrift sagen? Sie, die die Mutterschaft und Mütterlichkeit so hoch stellt, daß sie in ihrem Buch ‚Das Weib und seine Bestimmung‘ den doppelten Beruf nur soweit er die Pflichten der Mutterschaft nicht beeinträchtigt – für möglich hält. Doch ihr wurde auf Jahre hinaus die schriftstellerische Tätigkeit untersagt! Aber, wenn ich ihr nun diese Schrift: ‚Wer aus Rußland kommt, ist müde‘ zusende? Vielleicht antwortet sie mir; vielleicht schreibt sie sogar einige Zeilen an die Verfasserin? Solchen Brief darf ich dann wohl von ihr erbitten. Das aber wird mehr bedeuten, als meine Kritik  ...

Und nun liegt ein Brief vor mir, ein Schreiben an die Verfasserin ...

An dieser Stelle wird dann der oben schon angeführte Brief gebracht. Mathilde Ludendorff läßt die Wiedergabe des Briefes bei den Worten abbrechen: „(...) diesen Aufruf ohne jeden Erfolg versucht! ...“ und schließt als letzten Satz an:

Möge auch diese Schrift zur völkerrettenden Wende helfen!

„Durch das Lesen Ihrer Werke verlor ich meine Unbefangenheit für Briefe des üblichen Stils.“ 

Erst mehr als ein Jahr später antwortete Ilse Behrens selbst auf den inzwischen größtenteils schon veröffentlichten Brief Mathilde Ludendorffs. Die Antwort liegt in der Ludendorff-Gedenkstätte in Tutzing in sauberer, klar lesbarer Handschrift vor. Übrigens schrieb sie schon damals nicht in "deutscher Schrift" („Kurrentschrift“), sondern in der heute üblichen lateinischen Schreibschrift:

„Hamburg, d. 2. X. 53
                        Sehr verehrte, liebe Frau Doktor,

zu Ihrem Geburtstag wünsche ich Ihnen von Herzen alles Schöne und Gute!

Vielleicht hätte ich Ihnen schon lange schreiben sollen. Bitte erlauben Sie mir, etwas zu meinem Schweigen zu sagen: Ich habe Ihr Buch ‚Erkenntnis – Erlösung‘ gelesen, das Werk eines reichen, schönen, schweren und gemeisterten Lebens. Ich habe noch einmal ‚Triumph des Unsterblichkeitswillens‘ gelesen. (Dazwischen – hierdurch angeregt – wenigstens Schopenhauers ‚Über den Tod‘.)

Beim 2. Lesen Ihres Werkes habe ich mich nicht zu lange bei meinen Lieblingsgeschöpfchen, den Protozoen und Metazoen aufgehalten. Ich bin Ihnen – so gut ich es vermochte – über alle Stationen der Entwicklung, von Folgerung zu Folgerung gefolgt bis zu der klaren Auslegung der Gesetze der menschlichen Seele und schließlich ihre Forderung an sie.

Mit einer Bewunderung, der ich eben keinen Ausdruck zu geben vermochte, habe ich gleichzeitig die reine Gestaltung eines so umfangreichen, so gewaltigen Stoffes erfaßt. Die Klarheit der Sprache, die auf jede philosophische Terminologie verzichtet und so jedem Menschen – wenn er nur will – verständlich ist! Dieses Werk, das so wissenschaftlich, so tröstlich-warm, so einleuchtend – nein erleuchtend jeden Menschen zunächst zu sich selbst zurückführt und dann den Weg weist zu einer stolzen, starken Daseinshöhe – das alle Schönheit des Lebens noch einmal offenbart – ja, klingt das nicht vermessen von mir? – Ihnen das zu sagen?

So kam es, liebe sehr verehrte Frau Doktor, daß ich meine Unbefangenheit verlor für Briefe des üblichen Stils, wo aber darf ich Ihnen anders begegnen? Doch nur in Ihren Werken. – Aber ich tat etwas anderes an Stelle des Briefeschreibens. Ich habe etwas aufgeschrieben für Sie aus den letzten Tagen des Krieges. (Bitte glauben Sie nicht, um mich ‚zu produzieren‘!)

Ich mußte das noch einmal aufschreiben, aus – darf ich so sagen – einem inneren Drang heraus zur Gestaltung. Aber ich mußte es auch für Sie aufschreiben.

Nehmen Sie es gütig an?

Es ist nicht geschlossen, gar nicht vollkommen im Sinne einer literarischen Arbeit. Es ist aus spärlichen Tagebuchnotizen entstanden, als die Auflösung schon begonnen hatte und für chronologische Aufzeichnungen die Zeit, aber auch die Ruhe vor allem fehlte.

Ich habe daran nichts geändert. Es war doch alles so zerrissen damals. Bitte, die Wiener Erlebnisse nicht übel nehmen! Die kleinen Plackereien (die Tücke des Objektes!) wichen sehr bald vor dem bitteren, noch nicht zu begreifenden Schicksal unseres Landes zurück. Aber der Anfang meiner Fahrt stand in ihrem Zeichen. – Es kommt nicht einmal pünktlich zu Ihnen; die Schreibmaschinen-Schwierigkeit!

Aber meine Rosen werden hoffentlich pünktlich bei Ihnen sein, liebe sehr verehrte Frau Doktor als Ausdruck all meiner herzlichen Wünsche und Verehrung.

Morgen fahre ich nach Büsum! Herr Dr. Preisinger fragte mich, ob ich an der Tagung teilnehmen wollte. Nur allzugerne. Meine erste (Probe-)Arbeit, die ich ihm schickte, zeigte, daß ich die obere Altersgrenze völlig überschätzt hatte, - auch nach dem Inhalt der Jugendzeitschrift!

Später, als Herr Doktor Preisinger schrieb, es sei für junge Menschen über 20 Jahre (nicht 6 Jahre!) geeignet, fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Aber leider erst dann! Schrecklich, so weit fort zu sein von Kindern. Und man merkt dieses Entfernen so gar nicht.

Nun werde ich am Sonntag in einem Kreis, der der Ihre ist, Ihrer gedenken und die ganze Woche doch immer wieder während der Tagung von Ihnen hören! Ich freue mich sehr darauf!

Ihre sehr ergebene
Ilse Behrens

(Als ganz persönliche Mitteilung dem Arzt: Ich unterstehe nicht mehr der (?) ...fürsorge, sondern der ‚nachgehenden Krankenhausfürsorge‘. Dort gibt es keine Heilverfahren mehr. Aber der Plan dafür war noch im August vorhanden. Herr v. Bebenburg möchte doch bitte nicht glauben, daß es nur ein leerer Vorwand war, als ich ihm damals schrieb und es mir dann half. -)“

Bei dem erwähnten Buch „Erkenntnis – Erlösung“ handelt es sich um den  dritten Band der Lebenserinnerungen Mathilde Ludendorffs.

Bei der im Brief erwähnten Tagung in Büsum handelt es sich um die „Erziehertagung der Arbeitsgemeinschaft für Lebenskunde (L)“. Sie fand, wohl unter der Leitung von Werner Preisinger, vom 3. bis 12. Oktober im Nordseebad Büsum statt (laut Ankündigung im „Quell“, 9. 9. 1953, II. Umschlagseite). Parallel dazu ist ein Ferienlager für Kinder veranstaltet worden, auf dem die jungen Erzieher praktische Unterrichtsübungen abhalten, bzw. sich anschauen konnten. Bei den erwähnten Aufzeichnungen handelt es sich wohl um den später (im Jahr 1955) unter dem Titel „Heimkehr nach Deutschland“ im „Füllhorn“ veröffentlichten Bericht (16), für dessen Veröffentlichung sich auch Mathilde Ludendorff ausgesprochen hat wie aus dem folgenden Brief hervorgeht.

"Ihre Worte freuen mich sehr"

Mathilde Ludendorff antwortete auf diesen Brief:
   „Tutzing, d. 20. 10. 53
Liebe Schwester Ilse!

Unerwartete neue wirtschaftliche Keulenschläge und Sorge, ob meine liebe Schwester, Frau Frieda Stahl eine schwere Operation überstehen werde, (was zum Glück gelungen ist,) haben in diesem Jahr meine Antworten auf die Glückwünsche, so auch auf Ihren, etwas verzögert. Ihre schönen Rosen sind rechtzeitig in meine Hände gelangt und Ihre Aufzeichnungen der letzten Kriegswochen habe ich vorhin zu lesen begonnen. Auch Sie versetzen wieder, schon von der ersten Zeile ab den Leser völlig in die Umgebung der Ereignisse der Schwester Ilse, so daß sich dieser Leser nur wundert, daß er nicht sogar in den schweren Koffer oder Rucksack mit eingepackt wurde. Ich werde in etwa zwei Wochen Herrn von Bebenburg bei unserer Zusammenkunft über Ihre Aufzeichnungen berichten und warm dafür sprechen, daß sie recht bald in die Neuerscheinungen eingereiht werden. Natürlich ahne ich nicht, ob nicht die nächste Zeit schon überbelegt ist. Ich melde Ihnen dann gleich, was geschehen ist, sobald ich selbst es höre. Sehr hat mich gefreut, daß Ihr Kräftezustand es Ihnen erlaubt hat, die Büsumer Tagung zu besuchen!! Ich hoffe, daß Sie sich doch nur ja nicht überanstrengt haben!

Nicht lobende Worte über die eigenen Werke sind Freude, sondern Worte, die beweisen, daß das Wesentlichste in der Seele des anderen wirklichen Widerhall fand! Das aber freut mich sehr in Ihrem Brief. Da Sie nun von den Lieblingsgeschöpfchen, den Protozoen und Metazoen schreiben, so möchte ich Sie fragen, ob ich Ihnen nicht den ersten Band des Buches zu Weichnachten schicken sollte: ‚Wunder der Biologie im Lichte der Erkenntnis meiner Werke.‘ Der zweite Band des Werkes wird nun erst gedruckt und zu Weihnachten wohl noch gar nicht fertig sein. Ich glaube sicher, daß auch dies Buch Ihnen viel Freude machen kann, da Sie auch in dieser Niederschrift, die Sie mir schicken, die offene Seele für die Wunder der Schöpfung beweisen.

Mit viel herzlichen Grüßen und guten Wünschen und der eindringlichen Bitte, sich nicht zu rascher Antwort verpflichtet zu fühlen.“

Mitarbeiterin des „Füllhorns“

Ilse Behrens wurde nun Mitarbeiterin für die Zeitschrift „Füllhorn“. In der Zeitschrift „Quell“ wurden die Inhalte des „Füllhorns“ immer wieder einmal in Kurzfassung unter der Rubrik „Was das Füllhorn bringt“ beschrieben. Im Juni 1955 heißt es:

„Ilse Behrens führt uns mit ihrer Erzählung in das Krankenhaus: Diphteriesaal 112. Sie erzählt uns von Peter, dem eigenartigen Kind, das den Anordnungen des Arztes zuwiderhandelt und die bösen Folgen tragen muß.

Der junge Arzt kam sehr schnell. Er untersuchte ihn, sagte leise: ‚Ach, Peter -!‘ und strich über seinen dunklen Schopf. Im Saal wird es sehr still. Die Kinder hatten wieder große, nachdenkliche Augen. Aber all unser Kummer nützte nichts. – Nun mußte der Kleine liegen und warten, warten, bis er wieder gesund wurde.“

"Heimkehr nach Deutschland"

Im September 1955 heißt es: „Was uns Erwachsenen noch so lebendig vor der Seele steht, die furchtbaren Tage des Zusammenbruchs der deutschen Fronten am Ende des zweiten Weltkrieges, das ist unserer Jugend aus eigenem Erleben schon unbekannt. Und doch sollten unsere Kinder diese entsetzliche Zeit als wichtige Erfahrung unseres Volkes bewahren. Es muß deshalb begrüßt werden, daß Ilse Behrens diese Zeit in ihrer Erzählung ‚Heimkehr nach Deutschland’ lebendig macht. Es sind Wehrmacht-Krankenschwestern, die in dieser trüben Zeit Griechenland verlassen müssen, um in die Heimat zurückzukehren.

‚Einen Tag, bevor wir Saloniki erreichten, kamen wir spät am Abend zu einer größeren Ortschaft, wo wir in einem Gebäude übernachten konnten, das einst zu einem Harem gehörte. (...)’ ‚In Saloniki zeigte es sich, daß der Andrang nach Flugplätzen außerordentlich groß war. Sie bedeuteten die letzte Verbindung, gaben den letzten offenen Weg nach Deutschland frei. Wir mußten warten.’

‚Einen Tag vor unserem Abflug machten wir einen Besuch bei der Armeeoberin ... Ihr oblag die Aufgabe, in überstürzter Eile und auf dem sichersten Wege natürlich, alle sich noch im Südraum von Europa befindlichen Schwestern zu erfassen und heimzuschicken ... Als sie uns die Hand reichte, lag auf ihrem Gesicht ein unerwartet tiefer Ernst: <Es gibt nur noch eines, Kinder> - sie sprach sehr ruhig, dennoch legten sich ihre Worte auf uns wie eine Last - <mit guter Haltung hindurch!> Und nach einem Augenblick des Stillschweigens: <Es bleibt uns nichts anderes mehr.>’

So gelangten die Krankenschwestern nach Deutschland in die Heimat.

‚Mit einem Gefühl der Kälte lief ich über Schutt, Trümmer und Geröll zum Lehrter Bahnhof und erreichte in letzter Minute den Hamburger Zug. –

Nur wenige Tage waren vergangen, da kam die Nachricht, daß Jutta gestorben war; gestorben an Malaria, die niemand erkannt hatte ... Und wieder ein paar Tage später kam ein Brief, der die Nachricht von Pummelchens Tod enthielt.’

‚Was half es, daß wir nun des Innenhofs des ehemaligen Harems gedachten, daß er plötzlich mit seinem feuchten Grün als wahre Brutstätte der Malariamücken vor unseren Augen erstand. Was nützte es, daß wir schließlich verzweifelt und zutiefst getroffen vernahmen, wenn wir jemals wieder in Sumpfgebiete kommen sollten, Moskitonetze zu benutzen und darüber zu wachen, daß die anderen es auch täten. Es war zu spät. Es war wirklich zu spät.’

Man muß diese Erzählung von Ilse Behrens im Füllhorn lesen, unsere Jugend muß sie lesen, um einen tiefen Eindruck von dieser Zeit und ihren Erfahrungen mit ins Leben zu nehmen.“ 

Umzug von Hamburg an den Starnberger See

Ilse Behrens zog zusammen mit der Familie von Werner Preisinger nach Feldfing, einem Nachbarort von Tutzing, wo sie zunächst Mitarbeiterin des „Bundes für Gotterkenntnis“ und des „Füllhorns“ wurde. Im Impressum des „Füllhorns“ steht die Adresse Feldafing, Possenhofer Straße 54. Hier wechselte sie zwischen Feldafing, Tutzing und Pähl. Jeweils am Dienstags arbeitete sie als Sekretärin für Mathilde Ludendorff, am Mittwoch war sie im Verlag in Pähl.

Ilse Behrens richtete Bitten um Rezensionen für das Füllhorn auch an Eberhard Beißwenger (1889 - 1984), einen vornehmlich wirtschaftspolitischen Autor der Ludendorff-Bewegung. Aus diesen Anfragen und aus vielen persönlichen Begegnungen auf Tagungen entwickelte sich jener Briefwechsel, aus dem im letzten Beitrag schon zitiert worden war.

Zu Ostern 1956 besprach Ilse Behrens in Tutzing zusammen mit Werner Preisinger, Hermi Kettler und Eberhard Beißwenger das Jugendlager auf der Alpenvereinshütte auf dem „Bärenfleck“ bei Murnau und Ohlstadt in Oberbayern, das sie dann im September dort mit Eberhard Beißwenger leiten sollte. Im Sommer half sie auch Werner Preisinger in der Geschäftsstelle des „Bundes für Gotterkenntnis“ in Feldafing, wie sie in ihren Briefen an Eberhard Beißwenger schreibt.

„Die goldene Spur“

Im Dezember 1956 heißt es im „Quell“ über das „Füllhorn“: „‚Die goldene Spur’ von Ilse Behrens ist eine Lichtspur, die sie als Zeichen der Sonnenwende in der Weihnachtsnacht am Himmel finden zu können glaubt. Von Jahr zu Jahr nimmt sie sich vor, heimlich in der Weihnachtsnacht nach draußen zu gehen und nach dem Wunder Ausschau zu halten. Aber über alle Weihnachtsfreuden wird der Wunsch immer wieder vergessen und nur als neuer Vorsatz hinüber in das neue Jahr genommen. Schließlich bleibt von der Erwartung auf das Wunder nur noch die Sehnsucht zurück, einmal fern von der Stadt die stille weihnachtliche Nacht unter dem freien Himmel zu erleben. Auch daraus wird nie etwas. Zu viele Dinge sind da, die sie im festlichen Kreise festhalten, zu viele Stimmen, die sich Gehör verschaffen und den leisen Ruf nach draußen übertönen. Endlich, als es dunkel geworden ist auf unserer Welt und Weihnachten ohne Glanz und festlichen Trubel vorübergeht, erfüllt sich der Wunsch. Viele Stunden, während einer Nachtwache im Kriegslazarett, steht vor dem halbzugefrorenen Fenster der hohe weihnachtliche Sternenhimmel über dem verschneiten weiten Land. Mit dem Sonnenaufgang erlebt sie zum erstenmal bewußt die Wiederkehr des Lichtes und ahnt seine Kraft, die alles Dunkle überwindet.“ 

Im Frühjahr 1957 heißt es: „Mit unseren Erinnerungen ist es eine eigene Sache; manchmal kommen sie ungerufen, und manchmal kehren sie erst auf einen besonderen Anruf zu uns zurück. (...) Was ein kleines vertrautes Lied aus vergangenen Kindertagen vermag, erfuhr in der Erzählung „Das Lied“ von Ilse Behrens das Mädchen Antje, das ihrem unruhigen Herzen folgte und den heimatlichen Hof in Holstein verließ, um in die Fremde zu ziehen. (...) Amerika allein, die neue Welt, ist für sie Wirklichkeit.“ Es scheint, „der blonde Kai mit seiner Freundschaft, sowie die Riesenstadt mit ihrem Betrieb könne alles aufwiegen, was sie verließ.“ Bis „sie nach langen Jahren das Lied ihrer Heimat plötzlich wieder hörte. Auf einmal war die ganze Welt verändert.“ „Die Fremde umgibt sie plötzlich wieder fremder als am ersten Tage.“ „Die schlichte Weise hatte eine Saite in ihrer Seele berührt. Sie kann nichts anderes tun, sie muß zurück in die Heimat.“ 

"Im Zuschauerraum ist es ganz still geworden ..."

Im Sommer 1957 wurde Ilse Behrens auch Mitarbeiterin für die neue Wochenzeitung "Volkswarte" und hat hier nun immer wieder Beiträge veröffentlicht. Das Erstaunliche an diesen Beiträgen war, daß die Autorin in ihnen immer wieder Worte schreiben konnte, die wie ein Gedicht klingen.

In einer Filmbesprechung im August 1957 schreibt sie über den Filmschauspieler Paul Dahlke: „… ‚Die Liebe‘, sagt Dahlke, ‚ist undeutbar, unwägbar ...‘ Dies könnte banal klingen, bei Dahlke klingt es wie eine Offenbarung. Vielleicht liegt es an dem Ausdruck seines Gesichtes; ein sehr starkes, wandlungsfähiges Gesicht; oder es kommt von der Handbewegung, eine sparsame Geste, die das Vergebliche, Unwägbares greifen zu wollen, deutlich macht.

Im Zuschauerraum ist es ganz still geworden, man meint das Vibrieren eines Resonanzbodens zu spüren. Es dauert nicht länger als einen Augenblick und wiederholt sich nicht noch einmal.“

Allerdings erklärt sie diese Filmbesprechung schon von vornherein in der Überschrift zu einer „daneben gegangenen“. Denn der hier von Ilse Behrens besprochene Film wird von ihr ansonsten als typisches wertloses Produkt ihrer Zeit angesehen. Am Ende der Filmbesprechung allerdings kehrt Ilse Behrens "im Handumdrehen" wieder dorthin zurück, von wo sie ausgegangen war: „Ein Feldzug gegen das Kino bedeutet von vornherein eine verlorene Schlacht.“ „Und auch aus dem Labyrinth der Filmpaläste mag nur der eine Weg hinausführen – er ist nicht neu, nur immer neu begangen – der Weg zur Umkehr dorthin zurück, wo unsere geistigen Güter zu finden sind. Wie könnte man sie so ins Blickfeld rücken, daß jeder nur noch nach dem Werke schaut? Jeder würde, kaum daß er ein Werk berührt, den Anruf hören: und der allererste Ton ließe die ganze Seele widerklingen. Und seine edlen Maße, die hier Schönheit, Form und Klang zur höchsten Harmonie verbinden, müßten noch seinem Wesen so verwoben sein und ihn befreien und wissen lassen, daß hier sein Reich und seine Heimat ist. Dann kann er nicht mehr still im Kino sitzen, und das verzerrte Bild wird so abscheulich nun und so ermüdend sein, daß er entflieht und sich unsagbar nach der Stille sehnt.“ 

Und würde eine solche Reaktion häufiger, so die Autorin, dann würde letztlich auch die Bühne wieder „der  erhöhte Schauplatz unseres Lebens sein. Kein Star mehr, nur der Mensch wird eine Rolle spielen, der seinem Schicksal gegenübersteht. Und alles, was der Dichter spricht, ist wahr und echt und ohne falschen Klang. Und immer wird der höchste Preis dem Leben zugesprochen, das seine goldene Fülle  einmal  nur an einen jeden zu vergeben hat. Und was das Leben krönt und adelt und seinen tiefen Sinn erfüllt, soll vom Theater mitten in das Leben dringen.“

Doch bei all dem, man mag es Pathos nennen, bleibt der Humor nicht auf der Strecke. Schreibt sie doch unter anderem über den Vorspann des besprochenen Hauptfilmes: „Dazwischen eingeblendet übergroße Ausschnitte von Plakat- und Reklameanzeigen. – (Reklame für Badeanzüge mit Stars, Reklame für Stars mit Badeanzügen, Plakate mit Stars unter Verzicht auf Badeanzüge)“ -. - - - Fünfzig Jahre soll das alles schon her sein? Oder ist das erst im letzten Jahr geschrieben worden?

Nikos Kazantzakis - oder Albert Camus?

Als im November 1957 Albert Camus den Literatur-Nobelpreis erhält, befaßt sie sich ausführlich mit seinem Werk und schreibt schließlich:

"So sehr man auch bemüht ist, hinter den besonderen Verdient des literarischen Schaffens zu kommen, das mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde, es gelingt einem nicht. (...) 


In den Herbsttagen, als die literarische Welt ihre festlichen Höhepunkte mit der Würdigung neuer Preisträger (vor Camus Thornton Wilder) beging, lag in der Universitätsklinik in Freiburg der griechische Dichter Nikos Kazantzakis, der nach Deutschland gekommen war, um hier sein Leiden von deutschen Ärzten behandeln zu lassen. Der Zweiundsiebzigjährige hatte viermal zu den aussichtsreichsten Anwärtern des Nobelpreises gehört.  (...) Er starb in der letzten Oktoberwoche. (...)


Aus seiner engen Verbundenheit mit der griechischen Erde und den Menschen seines Volkes erwuchsen eine Reihe kraftvoller, lebensstarker Erzählungen und Romane, die alle ein leidenschaftliches Bekenntnis zum Leben und zum Menschentum sind.  (...) Wer seine Bücher in die Hand nimmt, spürt nur allzu bald den heißen Lebensstrom eines dichterischen Gestaltungswillens, der aus schöpferischen Urkräften kommt. Seine Wurzeln reichen tief in die vorchristliche Vergangenheit zurück, bis an die reinen Quellen der antiken Zeitepoche. Kein fremder Einfluß, keine düstere Glaubenssymbolik konnte diesem trotzigen kämpferischen, aufbegehrenden, starken modernen Griechen den Glauben an sich selbst, an die Freiheit und die Würde des Menschen zerstören. Unbeirrbar hielt er an seinem Vorstellungsbild: die Welt im Stande der Unschuld, fest. Der fremde mystische Gedanke einer ewigen an das Erbe der Menschheit gebundenen Schuld mochte seinem feurigen naturgeist gar nicht faßbar gewesen sein. Die von ihm geschaffenen Gestalten sind kämpferische, siegende, unterliegende, gute, treue, dumme, kluge, schlaue und einfältige Menschen, dei vor allem in ihrem Wesen dann gefährdet sind, wenn sie in den Machtbereich der Zivilisation geraten. Nirgends aber droht der Menschheit das Zeichen einer GEfahr, die ihr den Verlust des echten Menschentums voraussagt.


Albert Camus und Nikos Kazantzakis - zwei Dichter aus verschiedenen Welten. (...) Die eine Stimme steigt aus den Abgründen einer dem Nichts verfallenen Welt. (...) 


Die andere Stimme ist die Stimme des blauen Meeres vor der kretischen Küste, ist die einer Welt aus Schönheit, Glanz und Stille, aus Wildheit und heiterer Gelassenheit gemacht; in ihrer Helle steht der Mensch, in die sittliche Ordnung der menschlichen Gemeinschaft eingegliedert, umschlossen von dem großen Ordnungsgesetz der Natur. Er folgt dem Eigengesetz, das die Eigenentwicklung zur Persönlichkeit und zum Eigenschicksal sichert und vor einem Massenschicksal und Verlust menschlicher Werte bewahrt."


Zu den "reinen Quellen der antiken Zeitepoche" kehrt Ilse Behrens einen Monat später noch ein weiteres mal zurück

"Diesen Tod nahm Alkestis, die Griechin, auf sich"

Ilse Behrens, die in ihrem Leben als junge Kriegs-Krankenschwester des Zweiten Weltkrieges viele sterbende Soldaten sah (siehe voriger Beitrag), spricht aus ihrem erfahrenen Leben heraus – und nicht aus irgendeiner literarischen Theorie, wenn sie (im Dezember 1957) im Zusammenhang der Besprechung einer Theateraufführung mit Inhalten der griechischen Mythologie (Alkestis-Mythologie) schreibt (26,27):

„Märtyrer – damit ist kein Werturteil verbunden -  können sterben. Sie sterben in Kriegen hinter den Fronten, und sie sterben ihren Tod, als ließen sie nichts zurück und der Tod sei die einzige Wirklichkeit, die echten Märtyrer. Der Soldat an der Front muß sterben können. Er sieht dem Tod ins Gesicht und sieht das Leben, das ihn entläßt. Er sieht es noch einmal so, wie es ihm einst als Kind erschienen ist, rein und unberührt im Glanz seiner Schönheit. Wenn er stark und gesund war, fällt ihm der Abschied unbeschreiblich schwer. Aber er wußte es und tat seine Pflicht. Ich glaube, daß dieser stille, einsame, durch nichts gemilderte Tod der schwerste ist, den es für einen Menschen auf der Höhe seines Lebens geben kann. Diesen Tod nahm Alkestis, die Griechin, auf sich. ...“

- Ein großer, weiter Bogen wird da gespannt - von dem sterbenden Soldaten in irgendeinem schmutzigen russischen Frontlazarett des Zweiten Weltkrieges bis hinüber in die griechische Sagenwelt vor 2000 Jahren und von dort wieder bis in die Theaterwelt der deutschen Gegenwart der 1950er Jahre. Ilse Behrens schreckt auch nicht vor Sätzen zurück wie: „Göttergeschenke, nach göttlichen Maßen gewählt, bedeuten dem Menschen selten Götterfreuden.“ Dies sagt sie in Ausführungen über den griechischen Mythos, nach dem einstmals die Götter einem Menschen - Teiresias - Unsterblichkeit verliehen haben, nach dem dieser aber den Göttern – nach einem 500-jährigen Leben – keineswegs mehr besonders wohlgesonnen war über ihr "Geschenk".

Der Anlauf, den Ilse Behrens braucht, um ins Allgemeinere, Bekenntnishafte zu gehen, ist selten ein langer: „Das Griechentum berührt sich in keinem Punkt mit dem abendländischen Christentum. Es leitete seine starken Lebenskräfte von einem ganz anderen Stromkreis her, der aus dem Wesensgrund des griechischen Menschen kam, der ganz im Einklang mit sich selbst und der Natur, in erdenfroher, heiterer Daseinsauffassung das Leben nur nach sich prägte. Aus seiner sittlichen Forderung nach höchstem Maß charakterlicher und körperlicher Vollkommenheit, nach Schönheit und Harmonie, bildete sich das griechische Ethos heraus, das für das gesamte Staats-, Gemeinschafts- und Familienleben Gültigkeit erlangte.“

Und weiter: „Die griechische Kultur legte den Grund für die gesamte abendländische Kultur.“ - „Auch das christliche Abendland,“ so schreibt sie, „war bis heute nicht imstande, der vom heidnisch-antiken Geist getragenen Kultur ein ebenbürtiges oder überragendes Kulturschaffen gegenüberzustellen.“

Das sind gleich mehrere Bekenntnisse auf einmal. Und sie klingen - für sich genommen - überzeugend. 

„Wie abgrundtief die Kluft zwischen griechischem und abendländisch-christlichem Lebensgefühl und Weltbild ist, läßt schon die oberflächliche Betrachtung erkennen.“ - „Wäre er“ (der abendländische Christ) „3000 Jahre früher über unsere Erde gekommen, hätten wir nicht einmal die Schönheit der Säulenhallen der Propyläen, die Anmut des Parthenons und unzähliger Kunstschätze der klassischen Antike ahnen können; Homer wäre stumm geblieben, und die Weisheit Platons, Aristoteles und anderer Philosophen nie verkündet worden. –“

„Der Zuschauer fühlt sich plötzlich angerufen.“

Und auch damit ist dieser Gedankengang noch nicht abgeschlossen: „Mit den Dialogen“ (des besprochenen Theaterstückes) „verbindet sich eine Zusammenfassung von Lebensgrundsätzen, die ihre hohe sittliche Auffassung vom griechischen Ethos her beziehen. Es wird in den Gesprächen deutlich, sobald sie aus der persönlichen Zone hinausrücken und zum allgemeingültigen Thema auf die Ebene sittlich-religiöser Fragen gestellt werden. Der Zuschauer fühlt sich plötzlich angerufen und folgt mit gesteigerter Anteilnahme den gepflegten Ausführungen edler Gedanken und Begriffserläuterungen. Etwas in ihm aus der Zeit seiner Jugend und hohen Idealen will sich regen, steigt unklar aus verschütteten Tiefen.


Schon im ersten Akt wird eine sittliche Frage in der Entscheidung zwischen Wunsch und Pflicht an dem inneren Kampf der jungen Alkestis dargestellt. An dem Tag ihrer Hochzeit überwältigt sie noch einmal das Verlangen, dem weltlichen Leben zu entsagen und nach Delphi zu gehen, um dem Götterfreund Apollo für immer nahe zu sein. Der Gedanke an das Gleichmaß der stillen Pflichten, die sie als Frau, spätere Mutter und Königin des Landes auszuüben hat, schreckt sie: nur für die anderen sorgen, immer nur die kleinen Dinge richten, ordnen, Tag für Tag ... Doch wählt sie zuletzt den Weg der Pflicht, der im häuslichen Bereich beginnt und endet.“


Und weiter: „Das hohe Ethos der Gastfreundschaft und der Freundestreue läßt wieder etwas wie Sehnsucht nach Verlorenem bei den Zuschauern zurück; so rein, so aus der Tiefe des menschlichen Herzens spielen die Darsteller mit.“ Und später: „Alkestis ist die einzige schweigende, beherrschte, still dienende Gestalt in der brodelnden Szene. Im tiefen Wissen, warum das Schicksal über sie und ihr Volk kommen mußte, trägt sie ihr Leid in Geduld und Demut, geläutert durch den Schmerz.“


Im Nacherleben des von ihr besprochenen Theaterstückes formt die Autorin dann solche Sätze wie: „Denn immer dann wird Wirrsal und Leid entstehen, wenn die Menschen den Blick von dem Endgültigen abwenden und nur das Vorläufige bedenken.“ - - - Es fordert dann aber der weitere Verlauf des Stückes sie auch zu unverstellter Kritik heraus: „Der Zeitgeist des 20. Jahrhunderts weht uns an - und ernüchtert.“ Und über den verantwortlichen Theaterdichter (Thornton Wilder) schreibt sie: „Der antike Geist, von ihm selbst beschworen, läßt sich nicht wie der Stoff“ (des von ihm geschriebenen Stückes) „nach seinem Willen gestalten; er“ (der antike Geist) „lebt außerhalb des vom Dichter beherrschten Reiches.“ Stattdessen würde sich bei ihm ein christlich-abendländischer Geist einmischen. Und dieser Geist läßt die von ihm der Alkestis unterstellten Worte, die doch eigentlich ganz „im Bannkreis der Antike“ zu stehen hätten,  „sinnlos werden und von dem starken klaren Horizont ihrer griechischen Welt abprallen, der noch im reinen Bogen das helle Land des antiken Menschen umschließt.“

„Ohne den Tod ...“

Aber spricht die Autorin dann noch von einem Theaterstück, wenn sie – selbst zum Dichter werdend - über so viele Zeilen und Absatze hinweg sich hinreißen läßt zu Worten und Gedanken wie den folgenden: „Aber noch bleibt am fernen Urgrund der Zeit das Bild der griechischen Landschaft im Abend und leuchtet unter längst verblichenem Horizont tröstlich zu unserer Welt herüber. Das letzte Licht der Sonne, die lange Zeit im Mittag gestanden hat und nun im Untergehen sanft alle Stätten, Tempel und Statuen überstrahlt, läßt noch einmal die ganze Lebensfreude und Heiterkeit, die schöpferische Welt der Antike lebendig erglühen. Die schrägen Strahlen fließen in den Abend wie Ströme aus nachgedunkelten Goldfarben. An tiefblauen, stumpfen Schatten lehnen Marmorsäulen, das Marmor schimmert wie durchsichtiges Gestein, als habe es das warme Leben von beseelter Künstlerhand eingesogen. Im Kapitell scheint im Gerank der Akanthusblätter das Lächeln, die Anmut und das Ebenmaß der göttlichen Schwestern Alkestis‘ zurück. Es konnte auch nicht vergehen, als die Säulen stürzten und die Tempel verfielen. –

Wo die Götter einst auf Gipfeln Tempel errichteten und das Meer zu ihren Füßen ihr Antlitz in menschlichen Zügen spiegelte und an die Tempelwände zurückwarf, blieben die Bilder über tausenden von Jahren in Relief und Firsten haften und bewahrten ihre Schönheit, Kraft und Harmonie noch im Stein für eine späte Welt. Aber die Nachwelt vergaß die Freude und das lichterfüllte schöpferische Dasein, das seinen Sinn durch seine Gestaltung reich erfüllt sah. Sie ließ das Leben zu einem sinnlosen Jammertal werden. ...“

Schon nach einer nur kurzen Erinnerung an das Abendländisch-Christliche kehrt die Autorin wieder zur griechischen Antike zurück: „Dort glitt er“ (der Tod) „als die Gestalt des dunklen, hohen, unendliche Ruhe ausstrahlenden Fährmanns Charon über das sanfte, stille Wasser des Acherons. Er setzt sich von dem hellen, bewegten, glitzernden Farbenspiel am Ufer des Lebens als dunkler, unbewegter Hintergrund ab. Er trägt die Verheißung von Schlaf und guter Nacht für Müde und Kranke, aber er gibt dem Leben gerade jenen Ton, jene Tiefe und jenen Klang, der seine Farben, seine Musik und seine Räume vollkommen schön werden läßt. Ohne den Tod wäre das Leben eine Spiegelscherbe, die nutzlos und wie blind im Rahmen hinge, sobald die Schicht an der Rückseite alt geworden und er verloren hätte, was ihn zum Spiegel bestimmte.“

- - - Weiß man noch, in welcher Zeit man sich befindet? An der Wende der Jahre 1957 und 1958? Oder hat man das nicht ganz vergessen? Es scheint, als hätte Mathilde Ludendorff mit ihren Worten recht gehaben, als sie sagte, Ilse Behrens könne den Leser mit sich fortnehmen dorthin, wo sie gerade sei. Und sei sie auch gerade am Ufer des Acherons und blicke sie auch gerade hinüber auf das Fährschiff des Fährmannes Charon. (Auf dem sie ja dann tatsächlich schon so bald dahinfuhr.) 

Immer, wenn Ilse Behrens vom Tod spricht, fühlt man sich besonders von ihren Worten angesprochen. Nun sei noch das Gesamturteil von Ilse Behrens über das von ihr besprochene Theaterstück gebracht. Es lautet versöhnlich in folgender Weise: „Sicher jedoch nahm fast jeder etwas aus der Welt der Bühne mit in die Welt unseres täglichen Daseins hinaus. Einen Wunsch vielleicht. Oder eine leise Sehnsucht. Doch gilt sie nicht so ungeheuer großen Dingen wie Wünschen – wie jenen Wünschen nach der Ewigkeit und nach dem Paradies. Nein, ganz still spürt man seine Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit Griechenland.“ 

Diejenigen, die die Bibel, nicht das Herz öffnen

Manche Aufsätze von Ilse Behrens lassen sich schwer „zerpflücken“, man kann sie nur ganz lesen oder gar nicht. Der Aufsatz über „Wilhelm Hauff“ etwa (25) oder der über Micha, den Masuren (28 - 31). Der dreiteilige Artikel über den letzteren endet mit den Worten: „Und ein echtes, starkes Herz hört auf zu schlagen, ehe es einen Ausweg in die Lüge nimmt.“ Ilse Behrens spricht darin auch von „Pastoren, die ihre Bibel, nicht ihr Herz öffnen, wenn sie sich anschicken, eine Predigt zu halten.“ „In kleinen Dingen Freude sehen ...“ zitiert sie den Dichter Hans Klein (41) und schreibt dann weiter: „Doch liegt es im Wesen dieser kleinen Dinge, daß man sie so leicht vergißt und unbeachtet läßt, bis sie immer wieder einmal neu entdeckt werden. Dann aber werden sie zum Lied: die Sommerwiese und das Dünengras, über die der Wind hingeht, Wolken und Wellen, flimmerndes Licht zwischen hohen Buchenstämmen, ein Vogel im Flug, und auch ein Kinderlachen wird zur Melodie.“

„Der Herzschlag Ostpreußens ...“

Und dann ist da ein Aufsatz über Agnes Miegel, die "Dichterin Ostpreußens" (24). In diesem schreibt Ilse Behrens: „Die ihr in einer inoffiziellen Heimatveranstaltung“ (der Landsmannschaft Ostpreußen im Jahr 1957) „erwiesene Würdigung war im Grunde kein ostpreußisches sondern ein deutsches Anliegen. Denn jedes Volk, das sich zu seiner Art bekennt, pflegt seine kulturellen Güter als seinen höchsten Besitz. Ein solches Volk ehrt seine eigenen Dichter.“ – Folgendermaßen charakterisiert Ilse Behrens dann unter anderem das Werk von Agnes Miegel: „Als letzte Repräsentantin einer Dichterperiode, die ihre Lieder der Tugend weihte, überreicht sie uns mit ihrem Balladenschatz gleichsam das Abschiedsgeschenk des versunkenen Zeitalters des Idealismus.“ Hier wohl, in diesen Worten finden wir auch einen Schlüssel für die Wirkung der Worte von Ilse Behrens selbst. Sie schreibt über Agnes Miegel weiter: „Alles, was einst geschah, bleibt in ihrer Dichtung erhalten und kündet immer weiter von den Menschen und Geschicken des deutschen Ostens, mit dessen Vergangenheit sie untrennbar verflochten sind.“ - - „Es ist der Herzschlag Ostpreußens, der uns aus ihrem Werk entgegenschlägt und von dem wir in keinem Geschichtswerk erfahren.“



"Sein Leben ist so einsam wie sein Tod"

Eineinhalb Jahre später fragt Ilse Behrens: „Gibt es keine Freiheit als den Tod?“ (38) So fragt sie im Januar 1959 mit Worten Theodor Körners, des deutschen Dichters der Freiheitskriege gegen Napoleon. Sie stellt fest, solche Worte würden in ihrer Zeit kaum noch ein Echo finden. Und dann schreibt sie weiter berührende Worte. Es ist, als ob sie über ihr eigenes Leben, ihr eigenes Inneres schreiben würde. - - -

„Unberührt in den Zeitstürmen allein blieb das Bild des Menschen, wo er seine ureigene und innerste Welt bewahrte. Unverändert trägt der Einzelne seinen stillen Kampf für eine Idee, für das Wohl der Gesamtheit, für die Zukunft seines Volkes und die Bewahrung ideeller Güter aus. Er geht den vom Geschick vorgezeichneten Weg, abseits und unbeachtet von seiner Zeit. Sein Leben ist so einsam wie sein Tod, mit dem er den Siegel der Wahrheit unter alle seine Taten und Worte setzt. Mit ihm wird das ewige Bekenntnis des Menschen zum Menschen, zur Treue, Liebe und Wahrheit aus der Vergangenheit in die Zukunft getragen.“ - - -

Im Oktober 1959 formuliert sie diese Gedanken an anderer Stelle in ähnlicher Weise noch einmal. Sie spricht von dem „wirklichen Geschichtegestalter“, der sich „aus der Mitte des Volkes“ erhebt: „Ehe aber die ganze Welt auf ihn aufmerksam wird, lebt er oft unbekannt und kaum beachtet in der Namenlosigkeit des Volkes. (...) Auf vorgeschobenem Posten, schon herausgelöst aus Zeit und Gegenwart, nur noch an die Stunde gebunden, in der er seine Tat vollbringen wird, richtet er seinen Blick unablässig in die Ferne, wo die Zukunft seines Vaterlandes liegt. Er ist ganz allein mit sich, seiner Verantwortung, seiner Aufgabe und mit dem Tod vor seinen Augen. Kein Laut von draußen, nur die Stimme des eigenen Blutes dringt in der grenzenlosen Einsamkeit zu ihm. Er wartet auf den Anruf und ist bereit, sein Werk zu vollenden.“ - - - Dabei ist sie sich bewußt, daß Taten aus einer solchen inneren Einsamkeit geboren auch im diametralen Gegensatz zu den vorherrschenden Normen der Zeit stehen können: „Damit aber entschied er sich gegen seine Zeit, seinen König und gegen das bisher allein gültige Ordnungsgesetz.“ „Er mußte sich darüber klar sein, daß er alles aufs Spiel setzte, auch das Leben.“ So ihre Worte "Zur Erinnerung an den Kampf und Untergang des Schillschen Freikorps 1809" (42).

In der Folge 3 des Quell vom 9. Februar 1960 finden sich dann folgende Anzeigen:

Die Schriftleiterin unserer Jugendzeitschrift „Füllhorn“
Fräulein Ilse Behrens
wurde von ihrem qualvollen Leiden durch den Tod erlöst. In ruhiger Klarheit sah sie ihrem Ende entgegen, der Reichtum der Gotterkenntnis erhob sie über alles Leiden.
Wir werden ihr ein dankbares Andenken bewahren.
Tutzing, im Hartung 1960
Bund für Gotterkenntnis (L) e.V.
Dr. Edmund Reinhard


Am 12. 1. 1960 erlag unsere liebe Mitarbeiterin
Ilse Behrens
im Alter von 45 Jahren einem schweren Krebsleiden. Wir verlieren in ihr eine hochbegabte Schriftstellerin, eine wertvolle Mitarbeiterin und einen liebenswerten, warmherzigen Menschen, mit dem uns herzliche Freundschaft verband. Nun ruht sie auf der Höhe über dem Starnberger See, der ihr zur zweiten Heimat wurde, im Friedhof zu Feldafing.
Wir werden ihrer immer dankbar gedenken.
Schriftleitung und Verlag Hohe Warte 

Worte am Grab


Ilse Behrens mit einer Lagerteilnehmerin (1956)
An ihrem Grab sagte ihr vormaliger "Chef", Franz von Bebenburg (49): „Ich darf in euer aller Namen sagen: Liebe Ilse, so leicht, so selbstverständlich ist es uns, dir eine Heimstatt in unseren Herzen zu bereiten, jeder nach seiner Wesen, so wie er dein Bild im Herzen bewahrte, wie er dich kennen und schätzen, ja lieben gelernt hat. Bist du uns doch in den letzten Jahren wirklich vertraut geworden und in den schweren Wochen deiner Krankheit so ganz und gar ans Herz gewachsen. Wir hatten dich lieb, wir durften es dir noch sagen, und du fühltest dich geborgen in dem Gefühl, von Menschen, die dich liebten, umgeben zu sein.

(...) ‚O wie gern möchte ich noch viel, viel schreiben,‘ sagtest du mir noch beim letzten Mal. Aber wir danken dir viel mehr als die Leistungen deiner Feder und deines großen Wissens. Du warst eine Meisterin in dem, was man im schönsten Sinne des Wortes Lebenskunst nennt. Du lehrtest mich wieder, die Gegenwart zu sehen, nicht weil uns kein Morgen sich mehr rötet, sondern weil in der Hast des Alltags unsere Gedanken gejagt und gehetzt sind und weit voraus eilen und wir darüber die Gegenwart völlig vergessen und aus den Augen verlieren. Das Dicherwort: ‚O Augenblick, verweile doch, du bist so schön!‘, Ilse Behrens hat es gelebt. Welch waches Auge besaß sie, und welch offene Seele trank das Schöne dieser Welt in sich hinein. Freilich reifte auch sie durch tiefes Leid dazu erst heran. Wer wie wir sie erst in den letzten Jahren kennengelernt hat, kann sich kaum vorstellen, daß sie bis zu ihrem 30. Lebensjahr eine feste, dralle Deern war, ja, daß ihre kraftvolle Seele in der Jugend in einem ebenso kraftvollen Körper wohnte. Ohne diese körperliche Verfassung hätte sie die unglaublichen Anstrengungen von sechs langen Kriegsjahren als Rotkreuzschwester im Feldlazarett nicht durchstehen können. Aber auch damals war es die überstarke seelische Kraft, die hinter dieser Leistung stand und sie erst bewirkte, und die gleichzeitig ihre ganze Umgebung zu erhöhten Leistungen mitriß. (...) Im Krieg hat sie ihre schier unverwüstliche Gesundheit aufgeopfert. Und als sie nach Kriegsende daran ging, Medizin zu studieren, mußte sie sich Abitur und Studium wahrhaft abhungern. Das zerbrach ihre Gesundheit vollends, und davon hat sie sich niemehr ganz erholt, bis schließlich der Krebs ihren zarten Körper überfiel.

Ilse Behrens wußte seit der Operation Ende November, daß sie unheilbar an Krebs litt. Sie sah dem ewigen Entschlummern im Tode gefaßt entgegen. Bei der furchtbaren Krankheit sah sie in Freund Hein den Helfer, der sie von ihren Leiden erlöste. Und ihre letzten Lebenswochen waren frei von furchtbarem Hin- und Hergerissensein zwischen Lebenshoffnung und Todesgewißheit, das nur zu oft die letzten Lebenstage vieler Kranker zerstört. So waren die Stunden, da die Schmerzen gebändigt waren, Stunden weit ab vom Tode und doch geweiht von seiner Nähe. Wieviele tiefe und ernste Worte über das Leben kamen über ihre Lippen. Kostbare Stunden waren das an ihrem Krankenbett. Und auch der Humor kam zu seinem Recht. Weil sie keinen Gedanken mehr an die Zukunft verschwenden brauchte, brach ihr goldener Humor sich nur um so herzlicher seine Bahn. Was war sie doch für ein liebenswerter Mensch. An ihrem Bett konnte kein Kummer aufkommen, kein Mitleid und keine Tränen. Die Heiterkeit und Gelassenheit einer wahrhaft großen Seele ließ das nicht zu.

Sie hat sich in den Jahren ihres Hierseins unendlich wohlgefühlt. Sie verfügte über ein Arbeitsgebiet, das ihren Fähigkeiten und ihren innersten Neigungen entsprach; sie nannte eine sehr reizende, kleine, gemütliche Wohnung ihr eigen, inmitten alter Bäume über dem blauen See. Sie schätzte ihre Mitarbeiter und fühlte sich in ihrem Kreise wohl.

‚Das Leben war doch wunderschön‘, waren ihre Worte, ‚wenn auch viel Schmerzliches dazwischen lag.‘ Und dann sagte sie etwas, was ich nie vergessen werde: ‚Weißt du, man macht im Leben so oft den Fehler, daß man den Menschen, die man am liebsten hat, das nicht genug sagt, ihnen nicht sagt, wie gern man sie hat. Diesen Fehler will ich nicht mehr machen.‘ Liebe, goldige Seele, liebe Ilse, habe Dank für dieses Geschenk.“

Und weiter wird berichtet (50): „Ilse Behrens schenkte bis zum letzten Atemzug. Sie starb in vollem Bewußtsein einer unheilbaren, bösartigen Erkrankung im Alter von 45 Jahren und sah dem nahen Tode wochenlang von einem qualvollen Krankenlager aus mit freiem Blick entgegen.

Da lag sie, die kleine zarte Frau, von unerträglichen, nur mit Hilfe von stärksten Betäubungsmitteln hingehaltenen Schmerzen gepeinigt. Ihr Körper bis zur letzten Faser abgezehrt. Gewichen der Glanz aus Augen, Haut und Haaren, - und dennoch sprühten diese Augen von einer Lebenswärme ohnegleichen, untermalt von innigen, fast beschwörenden Bewegungen ihrer schwachen Arme und Hände.

(...) Sie gab allen, die zu ihr kamen – und wer wollte sie nicht noch einmal sehen!

Die verlassene Mutter, die ihr einziges Kind sterben sah, ihre Freunde und Mitarbeiter, der täglich sie fahrende Buslenker, die Gemüsefrau, ihre Nachbarn, - für alle hatte sie Worte, welche ihren Wesenskern nicht verfehlten.

Ihre Persönlichkeit beherrschte die Ärzte und Patienten, alle wurden von ihr bereichert, noch nie hatten sie solch heldenhaftes Sterben erlebt. Es erschien ihnen einmalig, mit welcher Größe ein junger Mensch aus dem vollen Leben ging. Noch dazu ein ‚Glaubensloser‘! Voll Ehrfurcht wurden alle anfänglichen Bekehrungsversuche eingestellt und die Erschütterung über diese Begegnung zwischen Leben und Tod blieb denen, die das Sterben täglich erlebten, unverhohlen. (...)

‚Ich habe das Leben aus dem Vollen geschöpft‘, waren Worte, welche Ilse Behrens der trostlosen Mutter, den bangenden Freunden lächelnd versicherte. (...)

Mit packend-schlichten Worten skizzierte sie den bunten Wald über den grünen Hängen, hinter welchen der blaue See ihr zuwinkte. Mit einer Stärke ohnegleichen hatte sie alle Bilder dieser ihr geliebten Landschaft eingesogen in gespürter Ahnung, daß diese sonnigen Herbsttage die letzten von ihrer sie tödlich überraschenden Krankheit waren. Noch einmal ließ sie ihre liebsten Freunde vorüberziehen, ihren glückhaften Arbeitskreis, mit dem sprühenden Tondfall, der ihr als Schriftstellerin eigen war. So wie wir an der Gestaltung ihrer zu Herzen gehenden Rußlanderlebnisse wie von kaum einem anderen Bericht mitgerissen waren.

(...) Und wenn die Einsamkeit ihres Schicksals manchmal an ihrem Lebensimpuls rüttelte, so wußte sie immer wieder den weltoffenen Blick vom Kleinlichen auf die großen Güter des Lebens zu richten. Immer wieder stand sie über den Ereignissen, ohne vom Schicksal unberührt zu bleiben, eine besondere Lebenskunst!

‚Ich bin ganz ruhig, ich kann auch nicht mehr weinen, ich habe mit allem abgeschlossen – so versinke ich in die letzte, unendliche Ruhe‘ -, dabei strich sie zärtlich über eine Silberdistel, ein Stück ‚Mutter Natur, deren Kind auch sie war. (...)

Wir lauschen ihrem klingenden Wesen nach. (...) Ihr wahrer lauterer Charakter, ihre herzliche Natürlichkeit, ihr heldenhaftes Leben, aber auch ihr heroisches Sterben begleitet uns.“ 

In der Wochenzeitung „Volkswarte“, für die sie Jahre lang die Kulturredaktion geleitet hatte, schrieb ein Leser (51): „Ahnungslos, umso mehr erschüttert lese ich in der neuesten Volkswarte von den letzten Lebensmonaten und dem Heimgang von Ilse Behrens. (…) Sie wird in der Tat nicht zu vergessen sein und weiterleben in den Seelen derer, die ihr Wollen verstanden und mitgefühlt haben.
München, G. P., Oberregierungsrat a. D.“ (2)

Und auch ein Gedicht erschien aus Anlaß ihres Todes, mit dem dieser Beitrag abgeschlossen werden soll: 

                                 Ilse Behrens

Hab’ nie von Aug’ dich gesehn.
Nur einmal ein Brief: deine Hand.
Und dann, in tiefem Verstehn,
zu dir mein Gedanke hinfand.

Vor deinem leisen Frauentum
hab’ still mich geneigt.
Nun bist du gegangen, bist stumm.
Auch all dein Erdenschmerz schweigt.

Ich weiß mir fern einen See.
Dabei einen steigenden Ranft.
Auf deinen Hügel sinkt Schnee,
sinkt weiß und sanft.

                      Karl Burkert


_____________________
1. Behrens, Ilse: Wer aus Rußland kommt ist müde. Verlag Hohe Warte, Pähl 1952
2. Frerichs, Alexander (= Mathilde Ludendorff): Wieder ein Zeugnis edelsten Frauentums. In: Der Quell, Folge 3, 9. 2. 1952, S. 131 – 134
3. Preisinger, Werner: Was ist Deutsche Gotterkenntnis? Ludendorffs Verlag, München ca. 1935
4. Preisinger, Werner: Die Weltanschauung des Bonifatius. Eine Untersuchung zur Überfremdung deutschen Wesens durch die christliche Mission. Verlag  Truckenmüller, 1937 (128 S.)  
5. Preisinger, Werner: Verlag: Ist die Gotterkenntnis Ludendorff ein Dogma? Verlag Hohe Warte, Pähl 1955
6. Preisinger, Werner (Herausgeber): Die Deutsche Volkshochschule. Allgemeinverständliche wissenschaftlich-philosophische Beiträge im Sinne der Gotterkenntnis Ludendorff. Zeitschrift, 1975 - 1988
7. Preisinger, Werner: Die Evolutionstheorie in der Sicht der Naturwissenschaft, der Religion und der Philosophie. Verlag "Mein Standpunkt", Westerstede 1976
8. Preisinger, Werner: Gibt es ein Fortleben nach dem Tode? Verlag "Mein Standpunkt", Westerstede 1977
9. Nachrufe auf Werner Preisinger. In: Die Deutsche Volkshochschule, 1988
10. Ludendorff, Mathilde; Reinhardt, Edmund: Ansprachen auf der Mitgliederversammlung des Bundes für Gotterkenntnis. In: Der Quell, 23.4.55, S. 373f
11. Engelhardt, Eberhard; Kluge, Helmuth: Der Rechtsstreit ... über die Verbotsverfügung .... Dokumente der Gegenwart. Neue Veröffentlichungen und Urkunden zur Zeitgeschichte Bd. I - X. Verlegt bei Franz von Bebenburg, Pähl 1963 und 1964 
12. Ludendorff, Mathilde: Ein Blick in das aufblühende Leben unseres Bundes für Gotterkenntnis. In: Der Quell, 9. September 1956
13. von Bebenburg, Franz: Mathilde Ludendorffs letzter Lebensabschnitt. In: Festschrift für Franz Freiherrn Karg von Bebenburg. Verlag Hohe Warte, Pähl 2000, S. 119 – 144
14. ohne Verfasser: Was das Füllhorn bringt. In: Der Quell, Folge 12, 23. 6. 1955, S. 575
15. ohne Verfasser: Was das Füllhorn bringt. In: Der Quell, Folge 18, 23. 9. 1955, S. 863
16. Behrens, Ilse: Heimkehr nach Deutschland. In: Füllhorn, 15.10.1955, S. 289 – 303
17. Behrens, Ilse: Ich sagt‘ es oft: Das kann nicht glücklich enden! I. Teil in: Füllhorn, 15.5.1956, S. 129 – 138, II. Teil in: Füllhorn, 15.6.1956, S. 161 – 172
18. Behrens, Ilse: Die goldene Spur. In: Füllhorn, 15.12.1956, S. 359 – 370
19. Behrens, Ilse: Das Lied. In: Füllhorn, 15.1.1957, S. 15 – 26, 15.2.1957, 47 – 57, 15.3.1957, S. 71 – 79, 15.4.1957, S. 108 – 115, 15.5.1957, S. 137 - 148
20. ohne Verfasser: Was das Füllhorn bringt. In: Der Quell, Folge 23, 9. 12. 1956, S. 1102
21. ohne Verfasser: Was das Füllhorn bringt. In: Der Quell, Folgen 3, 5 und 8, 9. 2., 9. 3. und 23. 4. 1957, S. 143, 238 und 382
22. Behrens, Ilse: „Liebe – wie die Frau sie wünscht.“ Eine daneben gegangene Filmbesprechung. In: Volkswarte, Folge 7, 16. 8. 1957, S. 5
23. Behrens, Ilse: Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Thornton Wilder, dem amerikanischen Erzähler, wurde der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. In: Volkswarte, Folge 18, 1. 11. 1957, S. 5
23b. o.N. (wohl Ilse Behrens): Albert Camus erhielt den Literatur-Nobelpreis für das Jahr 1957. In: Volkswarte, 15.11.1957, S. 5
24. Behrens, Ilse: Ehrung einer deutschen Dichterin. Der Preußenschild für Agnes Miegel. In: Volkswarte, Folge 21, 22. 11. 1957, S. 5
25. Behrens, Ilse: „Steh ich in finsterer Mitternacht, so einsam auf der stillen Wacht ...“ Zum Geburtstag Wilhelm Hauffs am 29. 11. 1802. In: Volkswarte, Folge 23, 6. 12. 1957, S. 5f
26. Behrens, Ilse: „So ahnungslos, warum wir leben und sterben müssen.“ Zur Aufführung der Alkestiade von Thornton Wilder an den Münchner Kammerspielen. In: Volkswarte, Folge 26, 27. 12. 1957, S. 5
27. Behrens, Ilse: „Alkestiade“ Der Stellungnahme zweiter Teil. In: Volkswarte, Folge 1, 3. 1. 1958, S. 6
28. Behrens, Ilse: Baum, Bernstein und Stern – Geheimnis der Prussen. Über Paul Fechters Komödie „Der Zauber Gottes“, Insel Verlag. (1. Teil) In: Volkswarte, Folge 2, 10. 1. 1958, S. 5
29. Behrens, Ilse: Baum, Bernstein, Stern und Stroh. Zur Komödie „Der Zauberspiegel“. Von Paul Fechter. (Zweiter Teil.) In: Volkswarte, Folge 3, 17. 1. 1958, S. 5
30. Behrens, Ilse: Baum, Bernstein, Stern und Stroh. Über Paul Fechters „Der Zauber Gottes“. (Dritter Teil.) In: Volkswarte, Folge 4, 24. 1. 1958, S. 5f
31. Behrens, Ilse: Baum, Bernstein, Stern und Stroh. Über Paul Fechters „Der Zauber Gottes“. (Schluß.) In: Volkswarte, Folge 5, 31. 1. 1958, S. 5
32. Behrens, Ilse: „Wer das Glück gehabt hat, im Osten aufgewachsen zu sein ...“ Zum Tode Paul Fechters. In: Volkswarte, Folge 6, 7. 2. 1958, S. 6
33. Behrens, Ilse: Deutschland über alles! Zum 160. Geburtstag des Dichters Heinrich Hoffmann von Fallersleben. In: Volkswarte, Folge 16, 18. 4. 1958, S. 6
34. Behrens, Ilse: Das Heimkehrerschicksal im Spiegel der Gegenwartsliteratur. Kurt Ziesel als Publizist und Verfasser des Heimkehrerromans „Solange wir lieben“. (4 Teile) In: Volkswarte, Folgen 23 – 26, 6. 6. – 27. 6. 1958 (jeweils S. 5)
35. Behrens, Ilse: „Leben und Liebe – wie flog es vorbei“ Zur 70. Wiederkehr des Juli-Tages 1888, an dem Theodor Storm starb. In: Volkswarte, Folge 32, 8. 8. 1958, S. 5
36. Behrens, Ilse: Männer und Taten. Ein neues Buch, das Soldaten schrieben (im Lehmanns-Verlag) In: Volkswarte, Folge 2, 9. 1. 1959, S. 6
37. Behrens, Ilse: „... und die Kunst verlangt ein Vaterland“ Erich Limpach, ein deutscher Dichter und sein Werk. In: Volkswarte, Folge 7, 13. 2. 1959, S. 6
38. Behrens, Ilse: „Gibt es keine Freiheit als den Tod?“ Zum Tode des Dichters Hans Venatier am 19. 1. 1959. In: Volkswarte, Folge 8, 20. 2. 1959, S. 6
39. Behrens, Ilse: Ein Bilderbuch für große Leute. Das Herz muß bei der Kunst beteiligt sein. In: Volkswarte, Folge 16, 8. 5. 1959, S. 7
40. Behrens, Ilse: „Der Narrenprediger“. Ein Buch von des geliebten und ge-fürchteten Pastors Gotthelf Maria Zorngiebel gewaltigen Predigten und Taten. In: Volkswarte, Folge 20, 15. 5. 1959, S. 6
41. Behrens, Ilse: Hans Klein „Vom Sagen und Singen“ (Buchbesprechung). In: Volkswarte, Folge 39, 25. 9. 1959, S. 7
42. Behrens, Ilse: „Großes gewollt zu haben, ist groß ...“ Zur Erinnerung an den Kampf und Untergang des Schillschen Freikorps 1809. In: Volkswarte, Folge 43, 23. 10. 1959, S. 6f
43. Kettler-Heidmann, Hermi: Grimmsche Märchen erzählt für Kinder. 1975
44. Kettler-Heidmann, Hermi: Die deutsche Tradition in Grimmschen Märchen. Ein Deutungsversuch. Geschichte, Mythologie, Rechtsaltertümer, Sinnbilder. Verlag Hohe Worte, Pähl 1992
45. Kettler-Heidmann, Hermi: Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich Band 2 von Die deutsche Tradition in Grimmschen Märchen : ein Deutungsversuch; Geschichte, Mythologie, Rechtsaltertümer, Sinnbilder. Verlag  Verl. Hohe Warte, Pähl 1993
46. Ludendorff, Mathilde: Der Ernst der Lage. In: Der Quell, 9.11.1957, S. 1005
47. Ludendorff, Mathilde: Was ist zu beklagen? In: Der Quell, 9. 6. 1958 
48. Reinhard, Edmund: Mitteilung. Wechsel in der Geschäftsführung des Bundes. In: Der Quell, 9. September 1958, S. 789
49. Bebenburg, Franz Frhr. Karg von: An Ilse Behrens Grab. In: Volkswarte, Folge 4, 22. 1. 1960, S. 7
50. ohne Verfasser: An Ilse Behrens. Zum Abschied unserer lieben Mitarbeiterin. In: Volkswarte, Folge 4, 22.1.1960, S. 7
51. P., G.: Leserzuschrift anläßlich des Todes von Ilse Behrens. In: Volkswarte, Folge 6, 5. 2. 1960, S. 8
52. Kirschke, Ursel: Liebe Jungs und Mädels! In: Füllhorn, 15.2.1960
53. Burkert, Karl: Ilse Behrens (Gedicht) In: Volkswarte, Folge 7, 12. 2. 1960, S. 6
54. Beiswenger, Eberhard; Schulze, Hans Ludwig: Erlebnisse mit Mathilde Ludendorff. In: Mensch und Maß, Folge 11, 9. 6. 1966, S. 542 – 544

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