Donnerstag, 26. Januar 2012

Die deutsche Politik der Jahre 1923 und 1924 aus der Sicht eines Pressefotografen

Die Arbeit des Pressefotografen Georg Pahl in den Jahren 1923 und 1924

In der Bilddatenbank des Bundesarchivs gibt es derzeit etwa 1.000 Photographien des deutschen Pressefotographen Georg Pahl (1900-1963). Von ihnen sei im folgenden Beitrag eine Auswahl von 35 gebracht. Georg Pahl wohnte in  Berlin-Steglitz und scheint 1923 und 1924 immer wieder an die Brennpunkte des Zeitgeschehens gereist zu sein und zu den vielen "vaterländischen Kundgebungen" und Veranstaltungen, zu denen hunderttausende von Besuchern kamen, und die für die damalige Zeit so typisch gewesen sind. Seine Photographien sind von vielen Veranstaltungen und Personen, fast die einzigen, die heute im Internet - insbesondere auf Wikipedia - überhaupt zur Verfügung stehen.

Am Ende des von Georg Pahl dokumentierten Krisenjahres 1923 steht am 27. Mai 1924, der Eröffnungssitzung des neuen Reichstages, der Einzug von 32 Abgeordneten der "Nationalsozialistischen Freiheitspartei". Und wenn noch einige Monate früher gewählt worden wäre, hätten die Völkischen, so heißt es, noch weitaus mehr Stimmen erhalten. Adolf Hitler befand sich damals in Festungshaft. Für den Pressefotographen Georg Pahl standen in den Jahren 1923 und 1924 auch nicht Adolf Hitler und die NSDAP im Vordergrund seiner Bemühungen, sondern Erich Ludendorff und die norddeutschen Völkischen, die "Deutschvölkische Freiheitspartei" unter Albrecht von Graefe und Reinhold Wulle, also auch hier Strömungen in der deutschen Politik der 1920er Jahre, die heute fast vergessen sind.

Im Januar und März 1923 reiste Georg Pahl ins Ruhrgebiet und dokumentierte dort die französischen Besatzungsoldaten und den Ruhrkampf in Essen, Dortmund und Gelsenkirchen-Buer. - Von dem Aufruhr der Gefühle eines ganzen Volkes in jenen Tagen macht man sich heute nur noch schwer einen Begriff mehr. Einen Eindruck von der dortigen Stimmung in dieser Zeit verschafft einem beispielsweise der Bericht jenes Friedrich Grimm aus dem Jahr 1930, der 1923 die von dem französischen Kriegsgericht in Mainz angeklagten deutschen Ruhr-Industriellen und  -Beamten verteidigte, hinter denen das gesamte deutsche Volk stand (1). - Am 7. März war Georg Pahl auf der Leipziger Messe. Am 22. März dokumentierte er in München den Besuch des Reichskanzlers Cuno. Am 25. März dokumentierte er eine "Treue-Kundgebung für die Brüder an der Ruhr" vor dem Reichstag in Berlin (Abb. 1). 

Abb. 1 "Eine Treue-Kundgebung für die Brüder an der Ruhr fand am 25. März 1923 auf dem Königsplatz statt. 400 Sänger auf der Freitreppe des Reichstages" (G. Pahl)
Am 30. März dokumentierte er das "Propagandalaufen deutscher Athletik-Vereine im Deutschen Stadion": "4000 Läufer passieren das Stadion," heißt es zu dem Foto. Anfang April war Pahl wieder in Limburg und hat dort die Ereignisse des Ruhrkampfes festgehalten, vor allem die "Ausweisung der Eisenbahner". Am 10. April hat er die Aufbahrung toter Krupparbeiter in Essen und ihre dortige Beisetzung festgehalten. Im gleichen Monat  fotografierte er die 
Überführung des in Lausanne ermordeten russischen Botschafters in Rom Worowski über Berlin nach Moskau. Die Mitglieder der Berliner russischen Botschaft hinter dem Sarge: der russische Botschafter in Berlin Krestinsky, der russische Kommunist Radek.
In Schlesien fotografiert er im Mai:
Die Kaiserin im Salon ihres Schlosses Saaber im Kreise ihrer Kinder. Von links nach rechts: Prinz Ferdinand, die Kaiserin, Prinzess Henriette, Prinzess Karmo, stehend Prinz Hans Georg und Prinz Georg Wilhelm.
Es handelt sich um die zweite Ehefrau Kaiser Wilhelms II.. Außerdem fotografiert er eine Denkmalseinweihung in Döberitz mit Generalfeldmarschall von Hindenburg und Reichswehrminister von Groener. Dann fotografiert er im Juni die Gedächtnisfeier für Walther Rathenau, sowie kennzeichnende Ereignisse der Inflation (Geldtransporte). 

"Vaterländische Kundgebungen" im Sommer und Herbst 1923

Vom 14. bis 18. Juli 1923 fand in München das 13. Deutsche Turnfest statt (Wiki) (Abb. 2, 3).

Abb. 2: "Deutsch bleibt die Saar" - "Wir wollen niemals Knechte sein" - 13. deutsches Turnfest in München, 15. 7 .1923 (G. Pahl)
Der zeitgenössische Kommentar lautet:
"Das dreizehnte deutsche Turnfest fand unter riesiger Beteiligung von 250.000 Turnern in dem dazu festlich geschmückten München am 15. Juli 1923 statt und gestaltete sich zu einer grossen vaterländischen Kundgebung. - Turner aus dem Ruhrgebiet im Festzuge."
Diesen Fotos kann man auch entnehmen, daß große Massenveranstaltungen und "Massen-Freiübungen" - wieder einmal - keinesfalls eine Idee der Nationalsozialisten war, sondern schon lange vor ihnen praktiziert worden sind (Abb. 3). 

Abb. 3: "Massen-Freiübungen der Turner auf der Theresien Wiese in München" - 15.7.1923 (G. Pahl)
Am 11. August fotografiert Georg Pahl in Berlin die Verfassungsfeier. Im gleichen Monat die Leipziger Herbstmesse. Am 19. August fotografiert er die "Denkmalsweihe des Gardeschützen-Bataillons".

Am 31. August ist er dann auf der Wasserkuppe in der Rhön bei der Einweihung des dortigen Fliegerehrenmals, zu dem ebenfalls hunderttausende von Menschen gekommen sind, da es sich ebenfalls um eine große vaterländische Kundgebung handelte (Abb. 4, 5) (vgl. früheren Beitrag). So viele Menschen waren niemals zuvor und sind niemals seither wieder in diese abgelegene Mittelgebirgsgegend gekommen.

Abb. 4: Großadmiral Heinrich Prinz von Preußen und General Ludendorff "ca. 1926" (Wiki) sicherlich am 31. 8. 1923 auf der Wasserkuppe in der Rhön (Georg Pahl)
Im Bildarchiv der Süddt. Ztg. findet sich ein weiteres Foto von diesem Anlass ("Prinz Heinrich von Hohenzollern (li.) und Erich Ludendorff (re.) bei einem Segelfliegertreffen".

Abb. 5: Mit Segelflug-Langstrecken-Weltrekord-Flieger A. Martens auf der Wasserkuppe, 31.8.1923 (Georg Pahl, Wiki)
Der Kommentar zu Abb. 5 lautet:
"Von den großen deutschen Herbst-Segelflügen in der Rhön in Anwesenheit des Generals  Ludendorff, wobei ein Weltrekord von 12 km Langstreckenflug von dem bekannten Segelflieger Martens aufgestellt wurde. General Ludendorff im Gespräch mit dem Rekordflieger Martens."
Der damalige Langstrecken-Weltrekordhalter im Segelflug Arthur Martens (1897 - 1937), (auch "Arthur Marthens") (in der Bilddatenbank und deshalb auf Wikipedia derzeit fälschlich "Marteus") erläutert Ludendorff offensichtlich die Strecke des Fluges. Von der Wasserkuppe in der Rhön reiste Georg Pahl - genauso wie General Ludendorff - weiter zum Deutschen Tag nach Nürnberg am 2. September 1923 (Abb. 6, 7).

Abb. 6: Der Deutsche Tag in Nürnberg, 2.9.1923 (Georg Pahl)
"Der Deutsche Tag in Nürnberg zum Andenken an die alte Wehrmacht fand unter riesiger Beteiligung der Nationalsozialisten am 2. September 1923 statt. Blick in die Strassen Nürnbergs, während des Umzuges."

Abb. 7: Deutscher Tag in Nürnberg, 2. September 1923 - "General Ludendorff schreitet die Front der Hakenkreuzler ab." (Georg Pahl)


Abb. 8: Wohl auf dem Deutschen Tag in Nürnberg am 2. September 1923 (Georg Pahl)
Vom Hintergrund her könnte es sich bei diesem Foto um den Deutschen Tag in Nürnberg handeln (1, S. 320), die Person mit Kneifer rechts von Ludendorff steht ebenfalls neben Ludendorff auf einem Foto, das "Deutscher Tag in Halle" benannt ist, allerdings dementsprechend auch mit anderem Hintergrund (1, S. 352).

Die Reichswehr in Sachsen im Oktober 1923

Im Oktober 1923 ist Georg Pahl in Freiberg in Sachsen und fotografiert das Vorgehen der Reichswehr gegen die kommunistischen Aufständischen (Abb. 9 - 12).

Abb. 9: Vorgehen der Reichswehr gegen kommunistische Hundertschaften in Sachsen, Oktober 1923 (Georg Pahl)



Abb. 10: Freiberg in Sachsen, Oktober 1923 - Reichswehr geht gegen kommunistische Hundertschaften vor (Georg Pahl)


Abb. 11: "Verhaftung eines kommunistischen Rädelsführers durch Reichswehr" (Georg Pahl)

Abb. 12: nachträglich koloriert, Oktober 1923 (Georg Pahl)
Anfang November 1929 ist Georg Pahl in Neustadt in Bayern und hält dort in vielen Photographien die Vorbereitungen zum Hitler-Ludendorff-Putsch fest:
Neustadt bei Coburg / Bayern.- Hauptquartier der "Brigade Erhardt".- Vorbereitung zum Hitler-Ludendorff-Putsch - Bewaffnete bayrische Kampfverbände der Truppe "Hitler" an der Thüringschen Grenze. Sturmabteilungen der "Brigarde Erhardt" auf dem Marsch.
Im Dezember 1923, nach dem Scheitern des Hitler-Ludendorff-Putsches, ist Pahl wieder in Berlin und hält die dortige wirtschaftliche Not fest, die natürlich durch die Reparationsforderungen der westlichen Ententemächte hochgeschraubt wird. Im Januar 1924 fotografiert Pahl unter anderem auch deren Vertreter:
Ankunft der ersten Sachverständigen-Kommission in Berlin. Die Führer der Sachverständigen-Kommission, der amerikanische General Charles Dawes (1) und Orren D Young (2) der bekannte amerikanische Finanzmann.

Abb. 13: "Treuekundgebung für die Pfalz auf dem Königsplatz in Berlin am 17.2.1924. Blick auf die vieltausendköpfige Menschenmenge während des Deutschlandslied" (G. Pahl 1, 2)

Der Hitler Ludendorff-Prozeß in München Februar/März 1924

Ende Februar reist Georg Pahl nach München zum Hitler-Ludendorff-Prozeß (Abb. 14 - 18).

Abb. 14: "Der Hitler-Ludendorf-Prozess in München. Die Kriegsschule, in welcher der Prozess geführt wird, mit Absperrungen", Feburar 1924 (Georg Pahl)


 Abb. 15: Hitler-Ludendorf-Prozess in München. Passkontrolle in der Umgegend der Kriegsschule, Februar 1924 (Georg Pahl)


Abb. 16: "Hitler-Ludendorf-Prozess in München. General von Ludendorf (X) mit seinem Verteidiger begibt sich zur Verhandlung", Februar 1924 (Georg Pahl)


Abb. 17: Der Hitler-Ludendorff-Prozeß in der Kriegsschule in München, (G. Pahl)
"Die einzigste Aufnahme während des Prozesses gegen die "Hochverräter" des 9. November in der Kriegsschule in München. 1) Der Vorsitzende des Gerichts Neidhardt, 2) Adolf Hitler, 3) Der Stiefsohn des Generals Ludendorff, Oberleutnant [Heinz] Pernet, 4) Der Freund Hitlers der frühere Polizeipräsident von München [Ernst] Poehner während der Vernehmung."
Abb. 17a: Ludendorff, Hitler und der Mitangeklagte Friedrich Weber (1924)
Es sei hier noch zwischengeschaltet ein internationales Pressefoto, das Erich Ludendorff und Adolf Hitler zusammen mit dem Mitangeklagten Friedrich Weber zeigt. Der Hintergrund deutet darauf hin, dass es sich um eine Fotografie handeln könnte, die während einer Pause des Prozesses in der Münchner Kriegsschule entstanden ist. 

Abb. 18: Verteidiger Luetgebruene, Ludendorff, Pernet - Februar 1924 (G. Pahl)
Im März 1924 fotografiert Georg Pahl eine Gedenkfeier des Bismarckbundes in Friedrichsruh bei Hamburg. Am 1. April 1924 ist Pahl wieder an der Kriegsschule in München, um bei der Urteilsverkündung im Hitler-Ludendorff-Prozeß dabei zu sein (Abb. 19 - 22). 

Abb. 19: "General Ludendorf [x] mit seiner Gattin und seinem Verteidiger begibt sich zur Urteilsverkündung", 1. April 1924 (G. Pahl)
(Falsche Zuschreibung. Laut Autobiographie von Margarethe Ludendorff, S. 316, handelt es sich bei der Dame auf diesem Foto, Abb. 19, nicht um sie. Vielleicht handelt es sich um die Ehefrau des Rechtsanwalts Ludendorffs, Luetgebruene, der rechts steht. )

Abb. 20: "Zu der Urteilssprechung im Hitler-Ludendorf Prozess in München am 1. April 1924.  Strenge Absperrungsmaßnahmen vor der Kriegsschule, um eine Störung des Urteils zu verhindern." (Georg Pahl)

Abb. 21: "Jubelnd begrüßt durchfährt Ludendorfs Auto die Strassen Münchens", 1. April 1924 (G. Pahl)

Abb. 22: Ludendorff an seinem Wohnsitz in München-Ludwigshöhe (G. Pahl)

Die Reichstagswahl im Mai 1924

Im Mai 1924 fotografiert Georg Pahl das Baumblütenfest in Werder. Und er fotografiert den Wahlkampf der "Nationalsozialistischen Freiheitspartei" in Berlin für die Reichstagswahl am 6. Mai 1924 (Abb. 23). Diese Partei ist ein Zusammenschluß der norddeutschen "Deutschvölkischen Freiheitspartei" unter dem Mecklenburger Albrecht von Graefe und der süddeutschen NSDAP unter Hitler und Gregor Strasser. 

Abb. 23: "Völkische Wahlpropaganda auf Lastautos vor dem Brandenburger Tor", Reichstagswahl, Mai 1924 (G. Pahl)
Aufgrund der großen Popularität des Hitler-Ludendorff-Putsches und des nachfolgenden -Prozesses in München hat diese Partei in dieser Reichstagswahl sehr starke Erfolge erzielen können: In Mecklenburg 20 % der Stimmen, in Bayern 17 % der Stimmen und reichsweit aus dem Stand 6,6, Prozent, weshalb diese Partei am 27. Mai mit 32 Abgeordneten in den Reichstag einziehen sollte. (Zum Vergleich: 1928 hatte die NSDAP nur 2,6 % der Stimmen und 12 Reichstagssitze.)

Am 11. Mai fährt Pahl nach Halle zum dortigen "Deutschen Tag", den Hunderttausende besuchen (siehe anderer Beitrag) (Abb. 24 - 26).

Abb. 24: Hunderttausend Menschen auf dem Deutschen Tag in Halle, 1924 (Quelle: Wikipedia) (G. Pahl) (siehe auch: a)


Abb. 25: Prominente Teilnehmer am Deutschen Tag in Halle, 1924 (Quelle: Wikipedia) (G. Pahl a, b)


Abb. 26: Zeitgenössische Erläuterung: "Der große deutsche Tag in Halle, an welchem große Heerführer und tausende Nationalgesinnter teilnahmen, um das vor einem Jahr von Kommunisten zerstörte Moltkedenkmal wieder einzuweihen. General Ludendorff (X) nimmt nach der Feier die Parade der nationalen Verbände ab." (Quelle: Georg Pahl, Wikipedia) -
/ der Szenerie nach aber womöglich eher in Nürnberg am 2.9.1923 /
Am 25. Mai ist er in Leipzig am Völkerschlachtdenkmal (Abb. 27). Dort findet statt:
"Eine Massenkundgebung für die Saar und die Pfalz unter Beteiligung nationaler Verbände und zehntausenden von Menschen." 

Abb. 27: Kundgebung für die Saar und die Pfalz, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, 25. Mai 1924 (Georg Pahl 1, 2, 3)
Zur Eröffnungssitzung des neuen Reichstages am 27. Mai 1924 ist Georg Pahl wieder in Berlin und fotografiert die Führer der "Deutschvölkischen Freiheitspartei", bzw. der gemeinsamen "Nationalsozialistischen Freiheitspartei" (Abb. 28 - 30).

Abb. 28: Eröffnungssitzung des Reichstages am 27.5.1924 - "Die Führer der Deutsch-Völkischen" vor dem Zeughaus, "v.li. n. re.: Abgeordneter Schliphake, Graefe, ungeklärt, Hauptmann Röhm und Heinrich Blume", Mai 1924 (G. Pahl)
Hier handelt es sich ganz links um den Oberamtmann Konrad Schliephacke (1879-1940) (Wiki), beheimatet in Pommern und Schlesien. Er hat zum Beispiel in dem nachmaligen "Kampfblatt" Erich Ludendorffs, der Wochenzeitung "Deutsche Wochenschau" vom 14. März 1926 einen Aufsatz zu Fragen der Landwirtschaft veröffentlicht ("Ursache und Beseitigung des Mangels an Betriebskapital!").

Wenn man die kruden Angaben zu diesem Foto mit den auf Wikipedia verzeichneten Mitgliedern der Nationalsozialistischen Freiheitspartei vergleicht, sowie mit den Angaben zu diesem Foto beim Bundesarchiv, könnte es sich weiterhin handeln um den Führer der Deutschvölkischen Freiheitspartei Albrecht von Graefe (1868-1933) aus Mecklenburg, Ernst Graf zu Reventlow (1869-1943) (?) aus Schleswig-Holstein, den späteren SA-Führer Ernst Röhm (1887-1934) aus München (NSDAP) und (erst) ganz rechts den Schuldirektor Heinrich Blume (1887-1964) aus Melsungen in Nordhessen.

Abb. 29: Eröffnungssitzung des Reichstages am 27.5.1924 - "Die Führer des 'Deutsch-Völkischen' von links die Abgeordneten [Günter] Blume, [Albrecht von] Graefe und Hauptmann Röhm, Ernst" (G. Pahl)

Abb. 30: Ludendorff stürmisch begrüßt nach der Reichstagseröffnung am 27. Mai 1924 (Georg Pahl, Wiki)
Irgendwann im Jahr 1924 oder 1925 hat Georg Pahl Ludendorff dann auch noch einmal - offenbar - beim Weg in den Berliner Dom am Lustgarten fotografiert (Abb. 31):

Abb. 31: Ludendorff - wohl - auf dem Weg in den Berliner Dom, im Hintergrund offenbar Lustgarten und Altes Museum (G. Pahl
Im Juni 1924 fotografiert Georg Pahl diverse Denkmalseinweihungen mit von Hindenburg und verschiedenen Hohenzollern-Prinzen. Im Juli 1924 ist er auf dem Deutschen Fliegergedenktag in Nürnberg mit dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern. Dieser und der Nuntius Pacelli sind auch - ebenso wie Georg Pahl - auf der 900-Jahr-Feier der Stadt Bamberg. Im August 1924 ist Pahl wieder - wie im Vorjahr - bei den Segelflugwettbewerben in der Rhön. Im Dezember 1924 ist er zur Enthüllung des Kriegerdenkmals wieder in München.

Berlin 1925 und 1926


Abb. 32: Reinhold Wulle, Führer der "Deutschvölkische Freiheitspartei", zur Reichtstagseröffnung am 25.1.1925 (Georg Pahl)
Nachdem Pahl Eugenio Pacelli, den späteren Papst Pius XII., schon 1924 in Bamberg fotografierte, fotogafiert er ihn am 12. Februar 1925 in Berlin nochmals (Abb. 33):

Abb. 33: "Festgottesdienst anlässlich des Krönungstages des jetzigen Papstes unter Anwesenheit des apostolischen Nuntius Monsignore Pacelli, des hiesigen diplomatischen Korps und der Vertreter der Reichsregierung in der Hedwigskirche statt. Der apostolische Nuntius Pacelli in dem Festzuge nach der Feier in der Hedwigskirche." 12. 2. 1925 (Georg Pahl 1)
1925 fotografiert Pahl den bayerischen Ministerpräsidenten Heinrich Held (1868 - 1938). In diesem Jahr tritt neben vielen anderen Ereignissen der neuen Reichspräsident Paul von Hindenburg in den Vordergrund der Bemühungen Georg Pahls.

Heinrich Held (rechts) (Georg Pahl)


Albrecht von Graefe, der Führer der "Deutschvölkischen Freiheitspartei", begibt sich zur Sitzung im Reichstag, 26.1.1926 (Georg Pahl)
Albrecht von Graefe blieb bis 1928 Mitglied des Deutschen Reichstages, allerdings in einer deutlich verkleinerten Fraktion seiner Partei. Die Deutschvölkischen Norddeutschlands wandten sich von der Parteipolitik ab oder wurden von der NSDAP aufgesogen.

__________________
  1. Grimm, Friedrich: Vom Ruhrkrieg zur Rheinlandräumung. Hanseatische Verlagsgesellschaft. Hamburg u.a. 1930, S. 38 - 49; auch in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 66. Jg., Nr. 4, Dezember 2012, S. 12 - 16 (Google Bücher)

1 Kommentar:

Simonclrak hat gesagt…

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