Samstag, 14. Juli 2018

Kinder von Ludendorff-Anhängern - In der deutschen Nachkriegsgeschichte

In vielfältiger Form ragt die Vergangenheit in die Gegenwart

In vielfältiger Form ragt die Vergangenheit in die Gegenwart. So unter anderem in der Form von Familiengeschichte. Viele Menschen haben ihre Familiengeschichte aufgearbeitet, viele Menschen, deren Eltern oder Großeltern Nationalsozialisten waren oder die sich in der völkischen Bewegung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betätigten. So auch der Autor dieser Zeilen in mehreren Blogbeiträgen.

In der Mehrheit der Familiengeschichten der Deutschen markiert das Jahr 1945 einen unglaublich tiefen Bruch. Um so mehr wir zeitlichen Abstand zu diesem Bruch gewinnen, um so unheimlicher, um so fremdartiger starrt er einen an. Es ist dieses Jahr 1945 jenes Jahr, in der sich die Menschen der jüngeren Generation eines ganzen Volkes mehr oder weniger abrupt sowohl von ihrem eigenen ethischen Idealismus wie auch von dem der Generation ihrer Eltern und Großeltern abwandten.

Das Jahr 1945 markiert ein großflächiges Bekehrungs-Ereignis.

Damals wurde die gesamte deutsche Jugend zu einer neuen "Religion" bekehrt, zur Religion des Konsums, der Oberflächlichkeit, des Hedonismus, des Wirtschaftswunders, des Reichtums und der Zerstörung aller überlieferten Werte, zu einer Religion des nie gewesenen Zynismus, zu einer Religion des Absurden, zu einer Religion seelischer Leere. Diese Bekehrung wurde heuchlerisch vertuscht unter der Maske der ach so "neuen", "demokratischen", "humanistischen" Gesinnung, zu der Deutsche bis dahin angeblich nicht fähig gewesen waren, und die allerdings - der Absicht nach - auf Seiten Hintermächte der Bekehrer ebenso wenig vorlag wie auf Seiten der vormaligen Hintermächte der Bekehrten. (Denn diese Hintermächte waren bei beiden die gleichen.) Was für ein groteskes, absurdes Geschehen. Was für Brüche in Familiengeschichten.

Welche Trauer konnte man noch Mitte der 1990er Jahre auf den Treffen von westpreußischen Heimatvertriebenen in Münster erleben, wo man unter Hunderten von Menschen, unter Hunderten der einzige Angehörige seiner eigenen Generation (Jahrgang 1966) war und wo sich alle Menschen, die sich mit einem unterhielten, wunderten, weshalb man sich für die Geschichte Westpreußens, ihrer Heimat interessierte. Da die eigenen Kinder der Anwesenden, die Kinder von Hunderten von Menschen, sich praktisch durchgehend und allesamt nicht mehr für das interessierten, was ihren Eltern und Großeltern teuer und heilig war bis zur letzten Stunde ihres Lebens. So die Aussage jedes Anwesenden, mit dem man überhaupt nur ins Gespräch kam. Ein ganz und gar ungeheuerliches Geschehen. Dieses Abwenden der neuen, nachwachsenden deutschen Generation von allem, was vorher war, von allem. - Wozu? Wohin? Mit welchem Ziel? Mit welchem Anspruch? - - -

Weil wir Deutschen ein Verbrechervolk waren? Lächerlich.

Es seien von solchen Brüchen in Familiengeschichten einige Beispiele genannt, insbesondere solche, die auf unseren Blogs schon behandelt wurden oder Erwähnung gefunden haben, weil jeder Bruch für sich ein tieferes Erschrecken mit sich bringt.

Die deutsche Schriftstellerin Gisela Heidenreich (geb. 1943) (Wiki) ist die uneheliche Tochter eines Familienvaters und SS-Offiziers, der nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv mitgearbeitet hat bei dem "Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes" (Wiki) (1, 2). Dieses hat sich nachhaltig darum bemüht, das kulturelle Erbe Deutschlands und den dieses tragenden seelischen Gehalt auch über das Jahr 1945 hinweg in eine unbestimmte Zukunft hinein zu retten. Wirkte und wirkt Gisela Heidenreich bei diesen Anliegen heute weiter mit? Ihre Mutter war nicht nur gut befreundet mit der langjährigen Sekretärin Adolf Hitlers, sondern Geliebte eines hochrangigen Diplomaten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, der sich aus Deutschland absetzte als ihm gerichtliche Verfolgung drohte (2).

Der deutsche Schriftsteller Bernward Vesper (1938-1971) (Wiki), der langjährige Freund von Gudrun Ensslin, war Sohn des viel gelesenen nationalsozialistischen Schriftstellers Will Vesper (1882-1962) (Wiki). Noch als junger Erwachsener hat er sich Ende der 1950er Jahre - gemeinsam mit Gudrun Ensslin - im Umfeld des deutschen völkischen Schriftstellers Hans Grimm bewegt. Wir kam es - dennoch - zur Abkehr? Eine Abkehr, die im Selbstmord endete.

Der Schriftsteller des Absurden Walter Erich von Bebenburg-Richartz (1927-1980) (Wiki) war der älteste Enkelsohn von Mathilde Ludendorff, und zwar ein solcher, um den sich nach Meinung von bekannteren Jesuitenschülern, die sich heute in der alternativen Öffentlichkeit bewegen, "streng gehütete Familiengeheimnisse" ranken, was diese vor einem Jahr öffentlich äußerten, ohne diese Geheimnisse nun auch tatsächlich zu benennen (3). Aber womöglich aufgrund solcher "Geheimnisse" hat sich sich der Enkelsohn von der Weltanschauung seiner Großmutter und Mutter abgewandt und wurde - stattdessen - ein guter Freund von Günther Grass (eines - bekanntlich - ähnlich "Bekehrten"). Was bewirkte diese Abkehr? Eine Abkehr, die im Selbstmord endete.

Der Künstler Ingo Springenschmid (1942-2016) (Wiki) war ein Sohn des völkischen Schriftstellers Karl Springenschmid (1897-1981) (Wiki), der lebenslang gerungen hat mit der Tatsache, daß er einen solchen Vater hatte wie er ihn hatte. Was bewirkte diese Abkehr von seinem Vater? Eine Abkehr, die bis an sein eigenes Lebensende voll tiefen Zwiespaltes war, in der er keinen eigenen inneren Frieden fand (4)? Und das bei einem Vater, der so viele, so ungeheuer herrliche Bücher geschrieben hatte.

Dies waren alles Familiengeschichten, die sich im Umfeld der kulturell gehaltvolleren Teile der völkischen Bewegung der 1920er und 1930er Jahre bewegten. Von diesen gäbe es sicherlich noch viele weitere bewegende hinzuzufügen. Zu den kulturell gehaltvolleren Teilen der völkischen Bewegung der 1920er und 1930er Jahre gehörte nun auch die Ludendorff-Bewegung. Und in den letzten Jahren werden auch immer mehr Familiengeschichten bekannt, die in der Tatsache gründen, daß die Eltern Ludendorff-Anhänger waren. Diese bekannt gewordenen sollen in diesem Blogbeitrag zusammen gestellt werden.

Jahrgang 1921 - Der Sohn wird Kommunist


Der Professor für Volkskunde an der Humboldt-Universität in Berlin von 1961 bis 1986, Wolfgang Jacobeit (geb. 1921) (WerwarwerinderDDR), hat im Jahr 2000 Erinnerungen veröffentlicht (5). Diese wurden breiter rezensiert (9, 10). Aus diesen geht hervor, daß er in Lyck in Ostpreußen aufgewachsen ist als Sohn eines dortigen Gymnasiallehrers und einer Konzertsängerin. Sein Vater, Herbert Jacobeit, war ein überzeugter Ludendorff-Anhänger. Wolfgang Jacobeit wurde 1941 zum Wehrdienst eingezogen, kam aber bis 1945 nie zum Kriegseinsatz. 1943 heiratete er in Elbing. Nach 1945 entschied er sich bewußt zu der der Weltanschauung seines Vaters gegenteiligen. Wie das so viele seiner Generation taten. 1956 ist er sogar von Westdeutschland in die DDR übersiedelt. Dort lebt er lange Jahre in Birkenwerder. Als seine Frau zur Leiterin der Gedenkstätte des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück ernannt wurde, wechselte er seinen Wohnort nach Fürstenberg an der Havel, wo er wohl noch heute ansässig ist. Seine erste Frau und die Kinder wandten sich - offenbar noch in der DDR-Zeit - der anthroposophischen Bewegung zu, die Jacobeit ebenso heftig ablehnte wie zuvor die "Ludendorfferei" seines Vaters. In einer Rezension wird über seine Jugenderinnerungen berichtet (6):
Der Vater, Gymnasiallehrer, war zeit seines Lebens ein fanatischer Anhänger Ludendorffs und des besonders auch durch dessen Frau Mathilde verbreiteten völkischen Mystizismus - wütend zerriß er 1931, als Hitler sich mit Ludendorff überwarf, das Mitgliedsbuch der NSDAP, der er sich schon zu Beginn der zwanziger Jahre angeschlossen hatte. Der musisch interessierten ...
In seinen Lebenserinnerungen berichtet Jacobeit, daß sein Vater zwei Brüder hatte, Edmund Jacobeit und Horst Jacobeit, die ähnlich wie sein eigener Vater gesinnt gewesen waren (5, S. 15):
Herbert und Edmund studierten in Jena weiter, waren aber völkisch-nazistischen Kreisen verbunden und beide brüsteten sich noch später, vom Jenaer Rathaus einmal die schwarz-rot-goldene Fahne herunter ....
In seinen Erinnerungen heißt es wörtlich weiter über das schon erwähnte Mitgliedsbuch der NSDAP seines Vaters, soweit das bislang auf Google Bücher eingesehen werden kann (5, S. 16):
.... NSDAP, zerriß sie in kleine Stücke und warf sie in den Papierkorb. Was war der Grund? Hitler und Ludendorff, die beiden Rädelsführer des Novemberputschs von 1923, hatten sich irgendwie entzweit, und dies später mit gewissen Folgen für die Anhänger der Weltanschauung von Mathilde und Erich Ludendorff. Das war nicht nur für meinen Vater Anlaß, der Nazipartei den Rücken zu kehren und sich ausschließlich einer fast abgöttisch-unterwürfigen Verehrung der Ludendorffs und ihrer "Deutschen Gotterkenntnis" sowie der Propagierung ihrer zahlreichen Schriften vor allem gegen die Juden, die Freimaurer, Jesuiten und deren vermeintliche Verbrechen an deutschen Geistesgrößen der Vergangenheit, zu widmen. Es ...
Und (5, S. 16): 
... Sack und Pack in die masurische Stadt Marggrabowa, wo Vater tatsächlich als Studienrat für Mathematik und Physik, man kann sagen, endlich nach Herzenslust so agieren konnte, wie er es sich wohl immer gewünscht hatte. Er kannte keinen Feierabend, experimentierte in einem neu eingerichteten Physiklabor und bereitete dort den Unterricht für den nächsten Tag ... 
Und (5, S. 17):
.... diskutierten lautstark und waren sich darüber einig, daß die Nazis bald abgewirtschaftet haben würden. Mit dem Tod Ludendorffs 1937 und dem angeordneten Staatsbegräbnis vor der Münchner Feldherrnhalle - mein Vater nahm voller Erschütterung daran teil - kam es zur Versöhnung zwischen Hitler und Mathilde Ludendorff.
Abb.: W. Jacobeit - Erinnerungen,
2000
Der letzte Teilsatz ist nicht richtig. Schon vor dem Tod Ludendorffs war es im März 1937 zu einer - rein äußerlichen - "Versöhnung" Erich Ludendorffs mit Hitler gekommen. Nach dem Tod Erich Ludendorffs hatte Mathilde Ludendorff vielmehr große Schwierigkeiten, die Selbständigkeit ihrer Bewegung gegenüber den Vereinnahmungs- und Überschluckungsversuchen staatlicher Stellen und der NSDAP usw. zu bewahren. Dementsprechend wurde ihrem Verlag auch gleich bei Kriegsbeginn 1939 das Papier entzogen, so daß ihre Zeitschrift nicht weiter erscheinen konnte, während Regime-treue Zeitschriften weiterhin fröhlich erscheinen konnten. Jacobeit also diesbezüglich wenig kenntnisreich weiter (5, S. 17):
Warum auch nicht? Denn ich vermag auch heute noch kaum gravierende Unterschiede zwischen beiden Ideologien zu erkennen. Der Antisemitismus der Ludendorffer gebärdete sich nicht anders als der des "Stürmer". Die Irrationalität in "Glaubensfragen" war bei beiden im Prinzip nicht zu unterscheiden usw., was Herbert Jacobeit und andere zu extremen Ludendorff-Anhängern und zu Verfechtern der Deutschen Gotterkenntnis (Ludendorff)" werden ... 
Und (5, S. 18):
Herbert Jacobeit verhielt sich ausgesprochen extrem, wenn ich nur daran denke, daß meine Mutter und ich viele Abende damit zubrachten, seinen Lesungen aus dem neuesten Heft des "Heiligen Quell" nicht nur zuzuhören, sondern sogar den Inhalt einzelner Abschnitte mit eigenen Worten ...
Und (5, S. 18):
Handgewebtes trugen die Frauen und hatten immer Sprüche oder Sentenzen von Mathilde Ludendorff parat. Mein Vater trieb einen regelrechten Personenkult um den "Feldherrn" und seine Frau, der sich kaum von dem der Nazis unterschied und deren zumindest ideologischer Beitrag zum Holocaust nicht von der Hand zu weisen ... 
Das ist natürlich heftiger Toback und zeigt, daß sich der Sohn Wolfgang Jacobeit mit der Moral der Philosophie von Mathilde Ludendorff nie beschäftigt haben kann. Man fragt sich, wie es um das Verhältnis des Sohnes zu seinen Eltern und zu seinen Onkeln nach 1945 bestellt gewesen ist. Über die Jugendlektüre, die Jacobeit vermutlich über sein Elternhaus erhielt, wird berichtet (8, S. 23):
... oder Gustav Freitags "Germanentreue", die mit "Ingo und Ingraban" begann, rechnen würde. (...) Von der Ludendorffschen "Aufklärungsliteratur" etwa zur Marneschlacht 1914 habe ich kaum Notiz genommen. Der Kult um "den Feldherrn" hat mich zu sehr ....
Interessanterweise berichtet er (5, S. 32):
In Lyck gab es auch einen anderen, eher akademischen Kreis von Ludendorff-Anhängern, die sich regelmäßig trafen, dann aus den weltanschaulichen Schriften namentlich von Mathilde Ludendorff lasen, die sich in ihrer völkischen Haltung einig waren und die dennoch mit Nazis nichts zu tun haben wollten; sie hatten alle etwas Sektiererhaftes ...
Aus diesen Auszügen geht hervor, daß es durchaus lohnend sein dürfte, diese Erinnerungen noch einmal vollständig und im Gesamtzusammenhang für das hier behandelte Thema auszuwerten.

Jahrgang 1933 - Die Tochter wird Ehefrau des Schriftstellers Peter Härtling


Mit einer Tochter von Ludendorff-Anhängern aus Nürtlingen war der einstmalige elternlose Flüchtlings-Junge und deutsche Schriftsteller Peter Härtling (1933-2017) (Wiki) verheiratet. Auf Wikipedia ist über die schweren Jugenderlebnisse von Peter Härtling zu erfahren:
Peter Härtling verbrachte seine Kindheit zunächst in Hartmannsdorf bei Chemnitz, wo sein Vater eine Rechtsanwaltskanzlei unterhielt. Während des Zweiten Weltkriegs zog die Familie nach Olmütz in Mähren, gegen Ende des Kriegs floh sie vor der Roten Armee nach Zwettl in Niederösterreich. Im Juni 1945 starb der Vater in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg übersiedelte Härtling nach Nürtingen. (...) 1946 nahm sich seine Mutter das Leben. Deren Vergewaltigung durch russische Soldaten hatte Härtling 1945 mitansehen müssen. (...) 1959 heiratete er die Psychologin Mechthild Maier. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder.
Über die Eltern dieser Mechthild Maier erzählt Peter Härtling in seinen Lebenserinnerungen. Und dies findet folgendermaßen Erwähnung im inhaltsreichen Anmerkungs-Teil zum einleitenden Kapitel von Manfred Nebelins Ludendorff-Biographie (S. 14, Anmerkung 82):
Ein seltenes Zeugnis von der Spätblüte des "Deutschen Gottglaubens" im Nachkriegsdeutschland geben die Lebenserinnerungen des Schriftstellers Peter Härtling. Darin beschreibt dieser mit großem Einfühlungsvermögen und feinem Humor, wie die Bekehrungsversuche seines Schwiegervaters, eines angesehenen Nürtinger Arztes und eifrigen Lesers der Schriften Mathilde Ludendorffs, an ihm abprallten: "Wotans himmlischer Zug rauschte an mir ohne Wirkung vorbei".
Nun, gar so kenntnisreich scheint Peter Härtling bei diesem "Vorbeirauschen" nicht geworden zu sein, sonst hätte er mitbekommen müssen, daß die Philosophie von Mathilde Ludendorff mit "Wotans himmlischem Zug" aber nun so gar nichts zu tun hat. Immerhin wird aber über Mechthild Maier berichtet:
Eine besondere Rolle in Härtlings Leben nahm dessen Ehefrau Mechthild ein, die er schon im Alter von 13 Jahren kennenlernte und deren Liebe ihn durch eine schwierige Kindheit und Jugend brachte. "Ihrer Liebe verdankte Papa sein Kraft, ohne sie hätte sich sein Lebenswillen nicht so entwickelt. Das wissen wir Kinder."
Er selbst wird mit den Worten zitiert (Deutschlandfunk 2016):
"Wir haben auch viel miteinander gemacht, die Mechthild und ich. Wir haben unglaublich viel, fehlt mir heute, wenn ich mit so 20- bis 22-Jährigen zusammen bin … die Diskutierwut, dieses der Sache auf den Grund gehen wollen. Ich weiß noch, die Mechthild hatte mit Kassner zu tun, mit der Physiognomie von ihm. Wir haben uns gefetzt und es war jedem wichtig, was er dachte. Das sind einfach Bausteine, die man aufeinandersetzt."
Und (Börsenblatt):
Seine Frau Mechthild Maier, mit der er seit 1959 verheiratet war und vier Kinder hatte, las als Erste seine Manuskripte, brachte die Schlußform in den Computer, denn Härtling bevorzugte das Schreiben auf einer alten mechanischen Schreibmaschine. Und er freute sich über Kritik von ihr, auch wenn sie seit Beginn des neuen Jahrtausends nicht mehr während des Lesens von einzelnen Kapiteln ihre Fragen und Anmerkungen einbrachte, sondern erst ganz am Schluß: "Sonst habe ich Angst, daß mich eine zu scharfe Kritik hemmt." Die Erfahrungen seiner Frau, die lange als Psychologin am Jugendamt gearbeitet hatte, brachte er auch bei seinen Kinderbüchern ein. In seiner ersten Erzählung in diesem Genre, "Das war der Hirbel" (1973), stellte er ein Kind in den Mittelpunkt, das nicht fähig ist, sich auszudrücken; es wurde ebenso Klassenlektüre in der Grundschule wie "Ben liebt Anna" (1979) über die zarte Liebe von Ben zum Aussiedlermädchen Anna. Mit diesen Büchern, mit "Oma" (1975), "Theo haut ab" (1977) oder "Paul, das Hauskind" (2010) setzte er Maßstäbe im Kinderbuch. Daß ein Autor für Erwachsene wie für Kinder schreiben kann, ist selten: Für sein kinderliterarisches Gesamtwerk wurde er 2001 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Man möchte also doch meinen, daß Peter Härtling manchen Grund zu Dankbarkeit gegenüber seinen Schwiegereltern hätte haben können dafür, daß es ohne sie jene Frau nicht gegeben hätte, die so tiefgreifend Einfluß auf sein Leben genommen hat. - Auf Google Bücher kann man finden, daß der Name Ludendorff in den Texten von Peter Härtling immer einmal wieder fällt, aber selten in Zusammenhängen, bei denen man den Eindruck gewinnt, diese Erwähnungen hätten ihren Ursprung auch in Auseinandersetzung mit kundigeren Ludendorff-Verehrern gehabt. So bringt er an einer Stelle als Zitat gedichtete Worte der frühen 1920er Jahre, die da lauten (s. "Vergessene Bücher - Hinweise und Beispiele"):
"Der heilige Name Gneisenau ist auf unseren Lippen, wenn wir den Blick zu den geisterkühnen Zügen Ludendorffs erheben ..."
In "Lebensläufe von Zeitgenossen" fällt die Bemerkung:
... Zuerst habe er viel von Siegen gefaselt, der Unüberwindbarkeit der deutschen Truppen, habe Hindenburg und Ludendorff vergöttert, habe eine Litanei von Schlachtennamen heruntergebetet, als Refrain höre ...
Und in "Mein Lesebuch" finden sich die Bemerkungen:
... als Armeeführer, mit Ludendorff um die Weiterexistenz des Schlosses Coucy gerungen habe, das mit seinen romanischen Gewölben als architektonischer Edelstein zwischen die beiden Fronten geraten war. "Es war wirklich ...
Worauf sich diese Worte beziehen, kann man auf Wikipedia nachlesen (Wiki). Insbesondere der deutsche Heeresgruppenführer Kronprinz Rupprecht, der bayerische Thronfolger, hat sich offenbar für den Erhalt dieser Burg gegenüber Ludendorff eingesetzt, offenbar ohne Erfolg außer dem, daß dieser Vorgang später von Peter Härtling aufgegriffen werden wollte. Oder es finden sich die Ausführungen (s. "Ich war für all das zu müde" - Briefe aus dem Exil):
... Bolschewiken, jedenfalls aus verkehrten Nazis. Begreiflich. Aber damit begeben sie sich der Gnade, womit ihr einzigartiges Schicksal sie ausgezeichnet hatte. Sollen wir, die weder vor Ludendorff noch vor Hitler kuschten, uns nun vor der pfäffischen Unduldsamkeit von Leuten beugen, die teils auf ihre Rasse, teils auf eine gewiß nicht minder engstirnige und ...
Hier dürfte von kommunistischen Revolutionären die Rede sein. Um solche Google-Bücher-Schnippsel inhaltlich zu verstehen, müßten sie natürlich noch im Gesamtzusammenhang herausgesucht werden.

Jahrgang 1937 - Der Sohn haßt seine Eltern - Einar Schlereth


Überhaupt dürfte es allmählich Sinn machen, die Erinnerungen zahlreicher Kinder von Eltern, die insbesondere vor 1945 Ludendorff-Anhänger waren, und deren Kinder sich nach 1945 von dieser Weltanschauung abgewendet haben, im Überblick auszuwerten. Dazu wurden hier auf dem Blog auch schon die Erinnerungen des Westpreußen Einar Schlereth ausgewertet, des Dritte Welt-Experten, Journalisten und Übersetzers. Er hatte Ludendorff-Anhänger als Eltern. Er ist Jahrgang 1937 (Stud. Natur 2016). 

Jahrgang 1943 - Ein Studentenführer und Lieblingsschüler Adornos war vormals Ludendorff-Anhänger


"Er war der Klügste von uns allen," hat Rudi Dutschke über ihn gesagt, über den früh verunfallten führenden Angehörigen der 68-Bewegung Hans-Jürgen Krahl (1943-1970) (Wiki). Dieser hat keine Familienangehörigen hinterlassen, die ihm heute noch das Grab pflegen können. Er schrieb in seinem Lebenslauf (Krahl-Seiten):
Gegen Ende des Krieges flohen meine Eltern mit mir vom damaligen Stettin in meine Geburtsstadt. Dort verbrachte ich meine Kindheit bis zum 15. Lebensjahre.
Auf Wikipedia heißt es über ihn (Wiki):
Krahl war nach eigenen Angaben Mitglied im Ludendorffbund, zu Beginn seines Studiums von Philosophie, Germanistik, Mathematik, Geschichte an der Universität Göttingen trat Krahl in die schlagende Verbindung Verdensia ein. 1961 wurde er Mitglied der CDU und war „ein eiferndes Gründungsmitglied der Jungen Union“ in Alfeld. Schon 1964 trat er dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) bei, und 1965 begann er bei Adorno seine Dissertation zum Thema Naturgesetz der kapitalistischen Bewegung bei Marx. Krahl war der einzige Student und Mitarbeiter, den Adorno als gleichwertigen Gesprächspartner akzeptierte.
Krahl, der "Lieblings-Schüler Adornos", schrieb 1971 über seine Herkunft, über die sonst wenig bekannt zu sein scheint, die folgenden kruden Ausführungen. Sie scheinen doch zudem nicht gerade gutes Schriftdeutsch zu verraten (zit. n. Die Zeit 2002):
"In Niedersachsen, jedenfalls in den Teilen, aus denen ich komme, herrscht noch zum starken Teil das, was man als Ideologie der Erde bezeichnen kann, und so habe auch ich mich, als ich meinen politischen Bildungsprozeß durchmachte, zunächst nicht anders als im Bezugsrahmen der Deutschen Partei bis zur Welfenpartei bewegen können. Ich konnte mir nicht einmal die Ideologien erarbeiten, die Liberalität und Parlamentarismus bedeuten, - wenn man bedenkt, daß die Dörfer, in denen ich aufgewachsen bin, jene Nicht-Öffentlichkeit noch pflegen in ihren Zusammenkünften, die an die Rituale mittelalterlicher Hexenprozesse erinnern.
Im Grunde hat man keinerlei Ahnung, was er damit sagen will. "Rituale mittelalterlicher Hexenprozesse"? Was soll denn das? Und dann auch noch auf dem Dorf? Will er damit andeuten, daß er sich im Umfeld satanistischer, völkischer Psychosekten bewegt habe? So ganz ausschließen möchte man das nicht. Weiter schreibt er (zit. n. Die Zeit 2002):
Wenn man davon ausgeht, daß heute noch in vielen Teilen der Bundesrepublik, vom Bayerischen Wald bis zur niedersächsischen Heide, finsterste Ideologien der Mystik stattfinden, so war es sehr verständlich, daß mich mein Bildungsprozeß zunächst einmal in den Ludendorffbund trieb." Begriffliches Denken habe er "aus der Mystik Meister Eckharts und Roswithas von Gandersheim erfahren". Und mit dialektischem Witz fügt er an: "Ideologien, die, wenn man sie marxistisch interpretieren will, sicherlich ausgelegt werden können im Sinne eines utopischen Denkens, wie es Ernst Bloch getan hat, die aber, wenn man sie aus dem Erfahrungszusammenhang der herrschenden Klasse rezipiert, finsterste Unmündigkeit reproduzieren." 
Das kann man immerhin als - einigermaßen witzige - Ausführungen festhalten. Weiter heißt es (zit. n. Die Zeit 2002)
So sei es für ihn, fährt Krahl fort, schon "ein enormer Schritt an Aufklärung" gewesen, daß er 1961 der CDU beitrat und in Alfeld die Junge Union gründete. Hier habe "gewissermaßen eine Odyssee durch die Organisationsformen der herrschenden Klasse hindurch" begonnen, "und es gehört, das möchte ich mir ganz persönlich zugute halten, ein enormes Ausmaß auch an psychischer Konsistenz dazu, in dieser finsteren Provinz zwei Jahre kontinuierlich an CDU-Versammlungen von Kleinstadt-Honoratioren teilzunehmen ..."
Aber alles bleibt auf sehr merkwürdige und auffallende Weise im Vagen (Krahl-Seiten):
Allerdings ist über die früheste Episode im Leben Krahls - den Ludendorffbund, einen von Mathilde Ludendorff gegründeten „Bund für Gotterkenntnis“, der das jüdisch kontaminierte Christentum durch einen „artgemäßen deutschen Glauben“ ersetzen wollte - kaum Genaues bekannt.


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  1. Heidenreich, Gisela: Das endlose Jahr. Die langsame Entdeckung der eigenen Biografie - ein Lebensbornschicksal, 2002
  2. Bading, Ingo: Gisela Heidenreich und die NS-Vergangenheit des Auswärtigen Amtes Das Leben der Mutter von Gisela Heidenreich im Dritten Reich und mit seinen Folgen. Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!, 3. März 2012, http://studgenpol.blogspot.com/2012/03/gisela-heidenreich-und-die-ns.html
  3. Bading, Ingo: "Streng gehütete Familiengeheimnisse" - Rund um den ersten Schwiegersohn von Mathilde Ludendorff Welche Rolle spielten Jesuiten für das Lebensschicksal des ältesten Enkelsohnes von Mathilde Ludendorff, des Schriftstellers Walter Erich von Bebenburg/Richartz (1927-1980)? Studiengruppe Naturalismus, 3. April 2017, http://studiengruppe.blogspot.com/2017/04/streng-gehutete-familiengeheimnisse.html
  4. Ingo Springenschmid (1942-2016) spricht über seine Kindheit und seinen Vater Karl Springenschmid. In: "Im Porträt: Ingo Springenschmid", Vorarlberg-Museum, 2015, 1'54 bis 5'00, auf: https://youtu.be/1NdJGjClDtg?t=1m54s
  5. Wolfgang Jacobeit: Von West nach Ost und zurück. Autobiographisches eines Grenzgängers zwischen Tradition und Novation. Westfälisches Dampfboot 2000 (298 S.) (GB)
  6. Rezension von 5. in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK), Band 37 (Friedrich-Ebert-Stiftung, Forschungsinstitut, Historische Kommission zu Berlin), Verlag Historische Kommission, 2001 (GB), S. 510
  7. Thomas Scholze: Rezension zu: Jacobeit, Wolfgang: Von West nach Ost - und zurück. Autobiographisches eines Grenzgaengers zwischen Tradition und Novation. Münster 2000 , in: H-Soz-Kult, 17.04.2001, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-1094>.
  8. Götz, Uschi: Fremd in der Fremde - Mit Peter Härtling durch seine schwäbische Heimat. In: https://www.deutschlandfunkkultur.de/fremd-in-der-fremde-mit-peter-haertling-durch-seine.1001.de.html?dram:article_id=360080
  9. Weihrauch, Christian: Abschied von dem Schriftsteller - Hunderte Trauergäste erweisen Peter Härtling die letzte Ehre. Frankfurter Neue Presse, 19.07.2017. http://sdp.fnp.de/lokales/kreise_of_gross-gerau/Hunderte-Trauergaeste-erweisen-Peter-Haertling-die-letzte-Ehre;art688,2714109
  10. Hauck, Stefan: Der freundliche Skeptiker. Nachruf auf Peter Härtling. Börsenblatt, 10. Juli 2017, https://www.boersenblatt.net/artikel-nachruf_auf_peter_haertling.1348795.html
  11. Wesel, Uwe: Der Krahl - Das kurze Leben des legendären Frankfurter Studentenführers und sein langer Weg aus Ludendorffbund und Junger Union in die Revolte des Jahres '68. In: Die Zeit, 12. September 2002, 38/2002, https://www.zeit.de/2002/38/Der_Krahl

Sonntag, 10. Juni 2018

Wer war Erich Ludendorff? (Teil 8)



Worin bestand Ludendorffs "Feldherrnkunst"? Was ist für ihn "Feldherrnkunst"? 

Worin bestand Ludendorffs "Feldherrnkunst"? Was ist für ihn "Feldherrnkunst"?

00:00:15 - Kommentare zu den bisherigen Videos dieser Video-Serie. - Thema "Wunder an der Marne" 1914.

00:01:45 - Über die Geisteswelt und das Ringen des Ehepaares Ludendorffs wurde Jahrzehnte lang sowohl in der "etablierten" wie in allen Formen von "alternativen" "Öffentlichkeiten" fast vollständig geschwiegen. Das sollte doch vielen zu denken geben.

00:05:50 - Bewegende Inhalte können nur bewegt übermittelt werden. Es geht darum, Gotterleben zu wecken.

00:07:35 - Der französische Militärhistoriker Jean Mabire (1927-2006) hatte begonnen eine Buchreihe über "Volkserwecker" (1). Mit Jean Mabire kann man sich womöglich gar nicht genug beschäftigen (1).

00:12:15 - Der europäische Gedanke in der Waffen-SS der letzten Kriegsjahre. Die französische Waffen-SS-Division "Charlemagne". Ihr Schicksal in Pommern 1944. Die Frage des Weiterkampfes im Frühjahr 1945. Endkämpfe in Berlin 1945.

00:22:28 - Was heißt es denn, ein "Volkserwecker" zu sein? Man muß die Volksseele ansprechen. Das geht - in der heutigen Lage - nur über Erschütterung.

00:25:15 - Weitere Kommentare der letzten Tage zu den Videos, auch zum Interview mit Bernhard Schaub.

00:31:25 - Eine empfehlenswerte Biographie zu Erich Ludendorff? Ja, sie wurde 1965 von einem alten Ludendorff-Anhänger veröffentlicht (2, 3).

00:33:50 - Idealerweise wäre mein Videokanal keine "Einmann-Vorstellung", sondern eine Arbeitsgruppe mit viel Austausch. Bitte Email schreiben, wer "Newsletter" erhalten möchte.

00:36:50 - Frage im Kommentar-Bereich nach dem strategischen Denken und Handeln Erich Ludendorffs in Schlachten.

Worin also bestand Ludendorffs "Feldherrnkunst"? Was ist für ihn "Feldherrnkunst"?

00:40:35 - Wie ist hier der "größte Feldherr aller Zeiten" einzuordnen, Adolf Hitler? Urteil Halders. Gute deutsche Generäle waren: Manstein, Guderian, Rommel, auch Dietl.

00:43:00 - War der General Beck genial? Gneisenau, Moltke der Ältere und Friedrich der Große galten als geniale militärische Führer.

00:44:30 - Bei jeder genialen Leistung kommt es auf vor-, bzw. nichtrationale Intuition an, auf welchem Gebiet auch immer.

00:46:00 - Beethoven über die Generäle, die versuchten, Napoleon zu besiegen: "Wenn ich den Befehl gehabt hätte, ich hätte ihn besiegt." Es kommt nicht in erster Linie auf Vernunfterkenntnisse an, sondern auf Willenskräfte.

00:48:50 - Mathilde Ludendorff schildert, wie Erich Ludendorff auch seinen geistigen Kampf gegen die Freimaurerei und den Jesuitenorden wie eine "Schlacht" geplant und geführt habe.

00:50:15 - Auszüge aus dem Aufsatz Mathilde Ludendorffs "Der Feldherr des Weltkrieges" (1938) (4).

00:53:20 - Die Einsamkeit Ludendorffs als Feldherr. Die einsame Feier seines 50. Dienstjubiläums 1932 (4). Die gleiche Forderung richtete sich an den militärischen Widerstand gegen Hitler, insbesondere an Beck: Triff einsame Entscheidungen.

00:57:20 - Was machte die "Feldherrnkunst" aus in der Schlacht von Tannenberg?

01:01:50 - Manche Völker haben die Feldherrn nicht verdient, die sich in den Dienst der Volkserhaltung stellen.

01:04:35 - Auszüge aus dem Kapitel "Der Feldherr" in Ludendorffs Buch "Der totale Krieg".

01:09:15 - Zivilverwaltungs-Tätigkeit Ludendorffs als Machthaber in "Ober-Ost".

01:11:30 - Auszüge aus "Der Feldherr" in "Der totale Krieg"

01:14:15 - Eigene Erfahrungen über die Verantwortlichkeit von Befehlshabenden im Krieg.

01:16:45 - Auszüge aus "Der Feldherr" in "Der totale Krieg"

01:20:45 - "Charakter ist oft wichtiger als ein Wissen."

01:21:35 - "Männer"?

01:27:00 - "Geniales und schöpferisches Können", Kraft, Wille und Charakter, unwägbar Mitreißendes.

01:37:00: Ludendorff (4, S. 150): "Wirklichkeitssinn ist - neben Siegeswillen - die erste natürliche Eigenschaft, über die ein Feldherr verfügen muß, sonst wird er ein Phantast."
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  1. Bading, Ingo: Berlin-Neukölln - Im April 1945 verteidigt von französischer Waffen-SS Ein Buch des französischen Schriftstellers und Militärhistorikers Jean Mabire (1927 - 2006). Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!, 20. September 2012, http://studgenpol.blogspot.com/2012/09/berlin-neukolln-im-april-1945.html
  2. Mahlberg, Helmuth (d.i. Johannes Marquardt [Jg.1885]): Erich Ludendorff. Zum Gedenken an seinem 100. Geburtstag. Leben und Wirken des bedeutenden Feldherrn und Politikers. Mit zahlr. Abb. a. Taf. u. Ktn.-Skizz. (Überarbeitung in militärischer Hinsicht durch Franz Biese.) Hans Pfeiffer Verlag, Hannover 1965 (334 S.)
  3. Bading, Ingo: Johannes Marquardt, ein Ludendorff-Anhänger seit 1925. Auf: Studiengruppe Naturalismus, 10. Juni 2018, http://studiengruppe.blogspot.com/2018/06/johannes-marquardt-ein-ludendorff.html
  4. Ludendorff, Mathilde: Der Feldherr des Weltkrieges. In: diess. (Hg.): Erich Ludendorff - Sein Wesen und Schaffen. Ludendorffs Verlag, München 1938, S. 135-175

Johannes Marquardt, ein Ludendorff-Anhänger seit 1925

Der folgende Beitrag ist zuletzt im Dezember 2013 bearbeitet worden und wird hier in der Fassung von vor fünf Jahren veröffentlicht. Er muß an den erkennbaren Lücken nach und nach noch inhaltlich ergänzt, erweitert und vervollständigt werden.

Johannes Marquardt (geb. 1885, gest. unbekannt) wurde in der Nähe von Dirschau bei Danzig geboren. Er stammte aus einer alten westpreußischen Familie (8, S. 2f). Mit 18 Jahren trat er 1903 in das Leibhusaren-Regiment in Danzig ein, wurde in diesem Unteroffizier, bis er nach einem Reitunfall 1908 in einen Zivilberuf wechseln mußte (8, S. 8-12). Er wurde Technischer Zeichner und Bauingenieur und heiratete im Jahr 1912 eine Frau aus dem Harz (8, S. 13f). 1914 bis 1920 war er Soldat. In dieser Zeit suchte er nach Orientierung und schloß sich 1924 in Halberstadt dem "Stahlhelm"-Bund" an. Nach dem Anhören eines Vortrages des damaligen Reichstagsabgeordneten Georg Ahlemann schloß sich Marquardt am 1. Mai 1925 zusammen mit der von ihm geleiteten Ortsgruppe Halberstadt dem "Frontkriegerbund" Erich Ludendorffs an. Auf die diesbezügliche Meldung an Erich Ludendorff antwortete dieser mit einem Dankesbrief, der mit den Worten begann, - wie Johannes Marquardt festhält - "Mein werter Kamerad Leutnant Marquardt!" (8, S. 21). Er berichtet weiter in seinen Lebenserinnerungen, die nur als Manuskript vorliegen (8): 
Auf des Feldherrn Vorschlag sollten wir uns dann geistig an den "Verlag für völkische Aufklärung" in Berlin wenden, dem die Herren Oberstleutnant Georg Ahlemann als Direktor und Major a. D. Weberstedt als Schriftleiter vorstanden. Ein weiterer Mitarbeiter war noch ein Major a. D. Holtzmann. Dieser Verlag gab damals die "Deutsche Wochenschau" heraus, in der der General seine ersten und ernsten völkischen Gedanken über seinen Freiheitskampf veröffentlichte. (...) Wir hatten ein Ziel und eine uns befriedigende Tätigkeit.
Nachdem sich die anderen genannten Personen Ahlemann, Weberstedt und Holtzmann schon Ende der 1920er Jahre, bzw. Mitte der 1930er Jahre von Ludendorff getrennt hatten, war Johannes Marquardt - und gerade in der Zeit nach 1945 - einer der ältesten "Mitkämpfer" Erich Ludendorffs. Er hatte sich Erich Ludendorff schon angeschlossen lange bevor viele spätere Anhänger sich diesem angeschlossen haben.

Über die Gründung des Tannenbergbundes 1925


Über den Zusammenschluß der völkischen Wehrverbände zum Tannenbergbund im Jahr 1925 berichtet Johannes Marquardt (offenbar von ihm chronologisch ganz falsch erst ins Jahr 1929 verlegt) (8, S. 24):
Als 3. Bundesführer des Frontkriegerbundes in München bekam ich den Auftrag, an der historischen Sitzung in Berlin teilzunehmen, der Zusammenkunft aller Führer der völkischen Wehrverbände im Hotel "Prinz Albrecht" in der Zimmerstraße gegenüber dem Preußischen Abgeordnetenhaus.
Marquardt berichtet von den Widerständen der einzelnen Formationen:
Ich bat den Feldherrn, mit einem Befehl die Auflösung der Wehrverbände und den Zusammenschluß zu einem großen Ganzen zu fordern. Da sagte Ludendorff lächelnd: "Ja, heute kann ich als Zivilperson keine Befehle mehr erteilen, solche Entschließungen müssen freiwillig und von unten heraus erfolgen." (...) So löste ich mich dann aus dem Verbande des Frontkriegerbundes, der sich schon innerlich mehr zu Hitler bekannt hatte, und trat mit einigen wenigen Verbandsführer und deren Mannen, darunter auch der Führer des aus den Kämpfen in Oberschlesien bekannt gewordenen Verbandes "Hindenburg", Major a. D. Hans-Georg von Waldow in Hannover, (...) zu Ludendorff und seinem Wollen. (...) So wurde ich also Mitbegründer des Tannenbergbundes als einem politischen Kampfbund ohne jede Uniformierung und Soldatenspielerei.
Auch Erich Ludendorff erwähnt Johannes Marquardt in seinen Lebenserinnerungen (zit. n. 8, S. 29):
Ich will hier auch Herrn Marquardt (...) gedenken, der die örtliche Gruppe des Frontkriegerbundes geführt hat und in klarer Erkenntnis der Notwendigkeit des Aufgehens der einzelnen Verbände in den Tannenbergbund das Aufgehen seiner Gruppe in diesem Bund gefördert hat.
Schon 1926 ging Johannes Marquardt in Brandenburg, Mecklenburg und Vorpommern auf Vortragsreise (8, S. 22) (Hervorhebung nicht im Original):
Im Herbst 1926 hatte ich dann Gelegenheit, Erich Ludendorff anläßlich seines ersten öffentlichen Auftretens nach seiner Halsoperation im "Landwehrkasino" in Berlin vorgestellt zu werden. Diese Stunde vergesse ich niemals, als ich diesem Großen Soldaten und Feldherrn, aber auch gütigen Menschen, in seine klaren hellen Augen schauen und persönliche Worte mitnehmen durfte. Er dankte mir noch einmal für den Übertritt meiner Kameradenschar zum Frontkriegerbund und für meine Erfolge während meiner ersten Vortragsreise. Seit dieser Begegnung wurde Ludendorff mein großes unumstößliches Vorbild in meinem ganzen späteren Leben. (...)

Anfang August 1927 (...) erschien die seit Wochen erwartete neueste Kampfschrift (...) "Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse". (...) Diese geistige "Atom-Bombe" schlug wie ein reinigendes Gewitter in Deutschland und in aller Welt ein. (...) Wer kann sich heute, außer uns wenigen alten damaligen Kämpfern eine Vorstellung machen von dieser Kampflage? Wer das nicht selber miterlebt hat, der hält diesen geistigen Durch- und Umbruch überhaupt nicht für möglich.

31. Januar 1929 - Morgenspaziergang mit Erich und Mathilde Ludendorff in Magdeburg an der Elbe


Marquardt berichtet (8, S. 26f):
Mitten in unsere erfolgreiche Kampfarbeit fiel auch eine lange Vortragsreise Erich und Mathilde Ludendorffs, die auf unseren besonderen Wunsch auch Halberstadt besuchen wollten. Nach bester Vorbereitung kam dann der große und für uns so denkwürdige Tag, der 31. 1. 1929! Zwei große Säle waren gemietet und für die Vorträge vorbereitet. Der größere Stadtparksaal faßte 2000 Personen, der kleine Elysiumsaal 1500, dieser brachte die Vorträge in Lautsprecherübertragung. Tags zuvor war ich nach Magdeburg beordert worden, wo ich das Ehepaar begrüßen konnte und den Verlauf des dortigen Vortragsarbends kritisch miterleben sollte. Er verlief gut. Mit Major v. Waldow bezog ich Hotelunterkunft, wo wir beide noch manches miteinander besprechen konnten. Am folgenden Morgen waren wir beide zum Quartier der hohen Gäste gebeten worden, wo noch einmal alle Dinge dieser wichtigen Vortragsreise, auch für Halberstadt und Hannover, besprochen wurden. Dann ging es zu einem unvergeßlichen Morgenspaziergang, bei dem wir Erich und Mathilde Ludendorff durch die Magdeburger Elbewiesen gingen. Die Witterung war (...) sehr milde. Die Unterhaltungen hatten bei uns dreien einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, daß selbst das Ehepaar Ludendorff von dieser Morgenstunde hell begeistert war. Wir waren gebeten worden, uns auszusprechen, denn beide wollten wissen, wie es uns ums Herz war. Ich hatte eine gewisse Scheu, mit Frau Dr. Ludendorff umzugehen; aber diese einmalige große Frau machte mir die Antworten auf ihre Fragen sehr leicht.
Nach dem Vortrag waren Erich und Mathilde Ludendorff zum Abendessen bei der Familie Marquardt eingeladen (8, S. 28):
In meinem Hause zeigte sich der Feldherr als Mensch auf das herzlichste mit allen verbunden. Meiner sehr aufgeregten Frau wollte das Teewasser nicht schnell genug kochen. (...) Da nahm der Feldherr meine Frau neben sich und sagte zu ihr: "Aber Frau Marquardt, warum sind Sie denn so aufgeregt. Der Tee wird schon werden. Sehen Sie, dort in dem großen Saale, da sprach der General Ludendorff, aber hier bei Ihnen, da sitzt der Onkel Ludendorff vom Hause Marquardt!" (...) Beim Aufbruch sagte er zu uns: "Sollte ich wieder einmal nach Halberstadt kommen, dann bitte ich darum, nicht wieder in dem Gutshaus untergebracht zu werden. Dann möchte ich gerne bei Ihnen wohnen"! Diese Stunden mit allem Erleben hat meine Frau nie mehr vergessen können, ja, diese Stunde hat meiner Frau ihr seelisches Rückgrat für alle Zeiten gestärkt. Der "Onkel Ludendorff" kam ihr nie mehr aus dem Sinn!
Abends gab es noch eine Überraschung für Erich Ludendorff, wie Marquardt berichtet (8, S. 28f):
Ca. 40 alte Lüttichkämpfer vom August 1914 standen zur Begrüßung dem ehemaligen Führer der 14. Infanterie-Brigade gegenüber. Ludendorff war gerührt, das hatte er nicht erwartet. Er sprach mit jedem einzeln, drückte ihm die Hand und wünschte alles Gute für sein weiteres Leben. Mit den Kriegsverletzten unterhielt er sich besonders lange. Diese einstigen Kämpfer von Lüttich kamen größtenteils aus der Halberstädter Gegend. 
Marquardt schreibt (8, S. 29f):
Damals konnte man wohl sagen: "Es ist eine Lust, diesen Kampf mitzuerleben!"
Er berichtet auch (8, S. 30):
Als ich immer mehr als Landesredner eingesetzt werden mußte, übernahm mein Gauführeramt der Hauptmann a. D. B. Wentzel aus Blankenburg/Harz, Ehemann der regsamen Rednerin Frau Ilse Wentzel, von Beruf Lehrerin (...). - Herr Wentzel fiel als Major im 2. Weltkrieg, Frau Wentzel starb von eingen Jahren in ihrem Blankenburger Heim.
Marquardt berichtet auch von der Erzieher-Tagung in Hetendorf im Sommer 1930 (8, S. 30f). Marquardt machte Vortragsreisen fast durch ganz Deutschland, nach Ostpreußen ebenso wie nach Schleswig-Holstein, Sachsen und Thüringen. Seine Vortragsthemen lauteten "Ludendorffs Kampf gegen Priesterherrschaft und Diktatur" und "Weltkrieg droht auf deutschem Boden" (8, S. 32). Dabei erlebte Marquardt auch, wie die Abhaltung seiner Vorträge durch die Polizei gegen randalierende Nationalsozialisten geschützt werden mußte. In Ostfriesland will er die Leserzahl von "Ludendorffs Volkswarte" durch seine Vorträge von fünf auf 250 angehoben haben (8, S. 36f).


Abb. 1: Johannes Marquardt, Silberhochzeit (1937)

Aufgrund seiner beruflichen Schwierigkeiten arbeitete er ab 1935 in Küstrin wieder als ziviler Bauingenieur für die Wehrmacht und den Festungsbau (8, S. 38). Bei Kriegsausbruch 1939 war er 54 Jahre alt und mußte wieder Uniform anziehen (8, S. 44). Er arbeitete in Festungspionier- und Nachschub-Stäben in verschiedenen Teilen Deutschlands und Europas, unter anderem in Griechenland (8, S. 52) und ab Januar 1944 in Holland, wo Luftlandungen der Alliierten befürchtet wurden (8, S. 55). Im Dezember 1945 erlebte er auch noch das berüchtigte amerikanische Kriegsgefangenenlager Mainz-Bretzenheim (8, S. 57f). Am 28. Dezember 1945 konnte er zu seiner Familie nach Hause zurück kehren. Diese hatte inzwischen in Lörrach in Baden eine neue Heimat gefunden (8, S. 59).

Neuanfang in Lörrach 1952


Und dort fand Marquardt schließlich 1947 für die nächsten neun Jahre Arbeit als Bauingenieur für die französische Militärregierung des Kreises Lörrach (8, S. 60). Er berichtet (8, S. 61):
Ausgang des Winters 1951 zu 1952 schrieb ich an Frau Dr. Ludendorff nach Tutzing, meldete ihr meine neue Lage und meinen Verlust der alten Heimat, und bat um Auskunft, ob man wieder von vorne anfangen sollte. Ich schilderte ihr meine hiesigen Eindrücke und glaubte, es einmal versuchen zu können. Dazu brauchte ich aber Anschriften alter Leser von Volkswarte und Quell. Sie war recht erfreut über meine Meldung und ließ mir durch den Generalvertreter des neu eingerichteten Verlages "Hohe Warte", Herrn Franz August Stötzer aus Lemgo, schreiben, daß es ihr recht sei, wenn ich hier die Bewegung wieder vorantreiben würde. Herr Stötzer schickte mir ganze 12 Anschriften aus einem Gebiet von ca 50 km im Umkreis und bat mich, diese einmal zu einer Aussprache in Lörrach einzuladen. Nun, das tat ich, und so kam es denn Anfang Mai 1952 zu einer ersten zwanglosen Zusammenkunft von acht Personen im alten Hotel "Zur Krone" in Lörrach.
Im Spätherbst 1954 reichte Johannes Marquardt bei Mathilde Ludendorff ein Buchmanuskript ein, ein Aufklärungsbuch, wie er schreibt, über Erich Ludendorff, auch ein Gedenkbuch. Mathilde Ludendorff antwortete (zit. n. 8, S. 67):
Sehr geehrter Herr Marquardt! Mit großer Freude habe ich Ihre Schrift über den Feldherrn durchgelesen und sende sie an Herrn v. Bebenburg ... Ich habe ihm geschrieben, daß ich mich sehr freuen würde, wenn es möglich ist, daß die Schrift in den Ostertagen (1955) hier in Tutzing schon verkauft wird.
Und wohl einige Zeit später:
Der Druck Ihres Buches wird nach Angabe meines Schwiegersohnes bis zur Tagung unmöglich fertig gestellt werden können. Ich glaube aber, daß es uns gelingen wird, ihm Verbreitung zu verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen und dem Rufe
Es lebe die Freiheit
gez. Dr. Mathilde Ludendorff
Der Verleger Franz von Bebenburg aber schrieb Marquardt nach mehreren Nachfragen am 7. August 1956 (8):
Sehr geehrter Herr Marquardt!

Bei meiner Arbeitslast ist es mir fast unmöglich, mich mit der schriftlichen Arbeit von Autoren zu befasen, darum habe ich mich - seither - außer dem einen Brief an Sie - in Schweigen hüllen müssen .... Ludendorff ist doch heute ein verfemter Mann ... Ich konnte mich aus Zeitmangel nicht näher mit der Sache befassen, so gern ich es tun würde.

Mit den besten Grüßen
Ihr
gez. v. Bebenburg
von Bebenburg wollte die Ludendorff-Biographie also offensichtlich nicht herausbringen. So recht klar wird zunächst nicht, warum er das nicht wollte.


Abb. 2: Johannes Marquardt (?) spricht am Grab Erich Ludendorffs, 4. Oktober 1957
Marquardt's Ludendorff-Biographie erschien dann 1965 im Pfeiffer-Verlag (6). Da dieses Buch allerdings gegen einige Urheberrechte verstieß, die sich im Besitz des Verlages Hohe Warte befanden, ging Franz von Bebenburg gerichtlich gegen dieses Buch vor.


Abb. 2: Prothmann, Marquardt, Reinhard, Sand, Panthel am Seitentor des Friedhofs in Tutzing, 10. 10. 1958
Die Einzelheiten rund um diese Auseinandersetzung müssen in diesem Beitrag noch nachgetragen werden. Hier werden nun nur noch einige historische Fotografien eingestellt, die sich in dem Manuskript der Lebenserinnerungen von Johannes Marquardt finden (Abb. 1 bis 6).


Abb. 3: Johannes Marquardt als Vortragsredner gegen Atomkernspaltung in Husum (1958/59)
Diese biographische Skizze ist künftig noch zu ergänzen.


Abb. 4: Johannes Marquardt mit südbadischen Freunden am Grab Erich Ludendorffs, 1961



Abb. 5: Mathilde Ludendorff spricht zu Freunden aus Südbaden, Tutzing, Ostern 1961




Abb. 6: Mathilde Ludendorff im Gespräch mit Johannes Marquardt, Tutzing, Ostern 1961




/Aufsatz veröffentlicht 
entsprechend des letzten 
Standes der Bearbeitung 
vom 24.12.2013/

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  1. Privates Ludendorff-Archiv des Verfassers
  2. Marquardt, Johannes: Jesuiten in der Schweiz? In: Der Quell, Bd. 8, 1956
  3. Marquardt, Johannes: Jämmerliche Versuche. In: Der Quell, Bd. 8, 1956, S. 990ff
  4. Marquardt, Johannes: 500 Jahre Universität Freiburg. In: Der Quell, Bd. 9, 1957
  5. Marquardt, Johannes: Atom das ernsteste Problem unserer Zeit. Lebenselement oder Lebenszerstörung; Unsere Welt im Alarmzustand drohender und vorsätzlicher Vernichtung (Die Gefahren der Atomkernspaltung vom Standpunkt der Gotterkenntnis "Ludendorff"). Vortrag, Selbstverlag, Lörrach/Baden 1958 (46 S.), 1970
  6. Mahlberg, Hartmuth (d.i. Johannes Marquardt): Erich Ludendorff. Zum Gedenken an seinem 100. Geburtstag. Leben und Wirken des bedeutenden Feldherrn und Politikers. Mit zahlr. Abb. a. Taf. u. Ktn.-Skizz. (Überarbeitung in militärischer Hinsicht durch Franz Biese.) Hans Pfeiffer Verlag, Hannover 1965 (334 S.)
  7. Marquardt, Johannes: Walter Löhde. Schriftsteller und Kulturhistoriker - ein Kämpfer für die Geistesfreiheit - Sein Leben und sein Werk. Zum 75. Geburtstag am 20.7.1965. Privatdruck 1965 (46 S.) (zit. in "Mensch & Maß", Jg. 2000) (Anitquariat Arzt, Hofheim)
  8. Marquardt, Johannes: Meine Lebens- und Kampfjahre. Erinnerungen 1885 - 1965. Selbstverlag, Manuskriptdruck o.J. [1969] (90 S.) (Versandbuchhandlung Bärwinkel)
  9. von Bebenburg, Franz Freiherr: Besprechung des Buches von Hartmuth Mahlberg (d.i. Johannes Marquardt) "Erich Ludendorff - Zum Gedenken seines 100. Geburtstag". In: Mensch & Maß, Folge 3, 9.2.1966, S. 138 - 143
  10. Aretz, Emil: Hexen-Einmal-Eins einer Lüge. Hohe Warte, Pähl 1970 (392 S.) (2 Auflagen), 1973, 1976, 1984 (5. Auflage)
  11. Aretz, Emil: Du und Dein Volk. Besinnung und Mahnung. Selbstverlag, Grainbach/Obb. 1972, 1973 (95 S.)

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