"Deutsche, wühlt in der Geschichte!" (Erich Ludendorff)

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Ein Ludendorff-Wiki - 2. Versuch

Mitarbeiter gesucht!

Es gibt ein AstroWiki [1], ein AnthroWiki [2], ein FreimaurerWiki [3], ein ProphWiki [4], ein Pfadfinder-Wiki [5], Heimkinder-Wiki [6] und viele andere Wiki's mehr. Wer bei seinen eigenen Recherchen schon einmal auf eines dieser Wiki's gestoßen ist, der weiß, wie wertvoll, sinnvoll und nützlich sie sein können. Sie können einem tagelange Recherchen in Bibliotheken ersparen, ja, ganze Archivreisen.

Und so liegt der Gedanke nahe, auch einmal ein "Ludendorff-Wiki" einzurichten. Unser Versuch wird sich zunächst an solchen schon genannten Wiki's orientieren, um dann nach und nach "selbständiger" zu werden.

Mittelfristig sollen sich interessierte Mitarbeiter dort anmelden können und Artikel-(Inhalte) und Korrekturen, Ergänzungen vorschlagen können.

Manche Inhalte des vorliegenden Blogs "Studiengruppe" können nach dort hin übernommen werden. Aber ein "Ludendorff-Wiki" gibt auch Anlaß für zahlreiche neue Artikel. Als Grundstock können ggfs. Artikel aus dem allgemeinen Wikipedia oder von anderen Wiki's oder anderen Internetseiten übernommen werden, die zu überarbeiten und zu ergänzen sind.

Selbstverständnis

Das Ludendorff-Wiki versteht sich als eine freie Enzyklopädie zur Geschichte und zur geistigen Welt, d.h. zu den "Theorieschriften" und "Aufklärungsschriften" der Ludendorff-Bewegung. Ggfs. auch zur Soziologie der Ludendorff-Bewegung. Es ist orientiert an dem heutigen Stand der geschichtswissenschaftlichen und philosophiegeschichtlichen Forschung und bemüht sich um eine politisch, religiös und weltanschaulich möglichst neutrale, sachorientierte Sichtweise.

D.h.: Weder Kritik noch überschwengliche Applaudierung stehen im Vordergrund, sondern - so wie im allgemeinen Wikipedia - vor allem Sachmitteilungen.

Artikelvorschläge

Die Thematik eines Ludendorff-Wiki's ordnet sich vor allem ein in die Geschichte des naturalistischen Denkens während des 20. Jahrhunderts, behandelt also einen Aspekt der Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Dementsprechend wird eine der ersten Aufgaben sein, den derzeitigen Artikel "Naturalismus (Philosophie)" auf Wikipedia für das Ludendorff-Wiki anzupassen. Dabei ist auch die Orientierung an den philosophiegeschichtlichen Artiklen über Eduard Baumgarten und Hans Albert hier auf dem Blog (a, b) wichtig.

Für jedes der größeren philosophischen Bücher Mathilde Ludendorffs sollte eine eigene Seite auf Ludendorff-Wiki eingerichtet werden mit Inhaltsangabe und Bezügen zum heutigen Wissens- und Diskussionsstand der jeweiligen Thematik. Auch mit Bezügen zu jeweiligen Erörterungen etwa in der Dissertation von Frank Schnoor und anderen aktuelleren Autoren über Mathilde Ludendorff.

Die Thematik eines Ludendorff-Wiki's ordnet sich außerdem ein in die der Kirchen-, Christentums-, Okkultismus-, Satanismus- und Hintergrundpolitik-Kritik während des 20. Jahrhunderts. Auch für jedes dieser Themen und weitere vergleichbare könnte jeweils eine Seite angelegt werden mit der entsprechenden Eröterung der Schriften und Aufsätze, die darüber in der Ludendorff-Bewegung entstanden sind.

M. u. Erich Ludendorff
Ein Ludendorff-Wiki behandelt auch die Thematik der Geschichte einer "Neuen Sozialen Bewegung", einer "Neuen Religion", einer "Reformbewegung", bzw. einer Richtung des "Neuheidentums". Die Ludendorff-Bewegung wird gerne auch als eine Untergruppe der "völkischen Bewegung", bzw. der sogenannten "Konservativen Revolution" behandelt. In der Wissenschaft wird das Verhältnis der Ludendorff-Bewegung zum Nationalsozialismus diskutiert, auch etwa die Frage, ob sie als ein Teil des "innervölkischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus" verstanden werden kann, bzw. auch allgemein als Teil des "militärischen Widerstandes" gegen den Nationalsozialismus. Und damit gegen den Ausbruch eines neuen, Zweiten Weltkrieges. Auch etwa in der Geschichte der Frauenbewegung spielt ihre Geschichte eine Rolle.

Zu allen diesen Themen können inhaltlich angepaßte Artikel erscheinen und bearbeitet werden.

Für zahlreiche Personen, die in der Ludendorff-Bewegung eine Rolle gespielt haben und zum Teil auch schon hier auf dem Blog angesprochen worden sind, sind Seiten zu erstellen, etwa: Erich Ludendorff, Mathilde Ludendorff, Franz Karg von Bebenburg, Gunther Duda, Gerold Adam (Hermin Leupold), Hermann Rehwaldt, Ilse Behrens, Margarethe Ludendorff, Ingeborg, Hanno und Asko von Kemnitz, Walter Löhde, Bernhard Kummer, Werner Preisinger und viele andere mehr.

Wirtschaftsunternehmen (a), weltanschauliche Organisationen (b) und Periodika (c) der Ludendorff-Bewegung sollten je eigene Beiträge erhalten, wie: a) Ludendorffs-Verlag (München), Verlag Hohe Warte (Pähl), Ludendorff-Buchhandlungen; b) Tannenberg-Bund, Deutschvolk e.V., Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff), Ludendorff-Gedenkstätte Tutzing; c) Deutsche Wochenschau (1927 - 1929), Ludendorffs Volkswarte (1929 - 1933), Am Heiligen Quell Deutscher Kraft (1932 - 1939), Tannenberg-Jahrweiser, evtl. Schriftenreihen ("Laufender Schriftenbezug"), Der Quell (1949 - 1961), Mensch & Maß, Die Deutsche Volkshochschule.

Ggfs. können auch Artikel eingestellt werden zu Wohnorten beider Ludendorffs oder zu den vielfältigen unterschiedlichen Erinnerungsorten, Ludendorff-Straßen, -Plätzen, -Steinen, -Jugendherbergen etc.. Auch zu den diversen "Ahnenstätten" (nichtchristlichen Friedhöfen) der Ludendorff-Bewgung und ihren jeweiligen Vereinen.

Nochmals: Vorschläge, Ideen, Mitarbeit erwünscht!

/Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht am 28.06.2012, zuletzt aktualisiert 15.10.2015
Zwischenzeitlich (16.5.2013) waren alle auf dem eingerichteten "Ludendorff-Wiki" 
vorgenommenen Bearbeitungen wieder verloren gegangen. Es ist zu hoffen, 
dass uns das eine Lehre war und kein weiteres mal geschieht./

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Erich Ludendorff und Düsseldorf

Ein fast unbeschwertes Vorkriegsjahr und spannungsreiche Jahre später

In einer Rezension zu dem bekannten Buch "1913", das im Jahr 2013 erschien, heißt es über die Heeresreformpläne, die Erich Ludendorff und sein Vorgesetzter, der Generalstabschef Moltke der Jüngere, 1912 vorantrieben (35):

Ludendorff und Moltke hielten sich so an den Schlieffenplan. Sie wiesen darauf hin, dass in Frankreich 82 Prozent der Wehrpflichtigen einberufen würden, in Deutschland hingegen nur 52 bis 54 Prozent. Das gehe so nicht weiter. Sie verlangten, die Friedensstärke des Heeres von 670.000 auf 970.000 Mann zu erhöhen und drei neue Armeekorps zu formieren.
Diese Heeresvorlage wurde von dem damalige Kriegsminister von Heeringen torpediert (35):
Heeringen zog nun gewissermaßen die Notbremse. Er meldete sich beim Kaiser zum Immediatvortrag an und zog den Monarchen auf seine Seite. Seine Majestät entschied: Die Erweiterung des Heeres solle weit geringer ausfallen als vom Generalstab gefordert, und die drei neuen Armeekorps seien gestrichen.  Fünf Tage später wurde Ludendorff, der schärfste Widersacher Heeringens, aus dem Generalstab entfernt und als Regimentskommandeur nach Düsseldorf versetzt.
Ende Januar 1913 wurde Erich Ludendorff deshalb Regimentskommandeur des Niederrheinischen Füssilier-Regiments Nr. 39 in Düsseldorf (1, S. 99, 105):
Während die sechsköpfige Familie in der Reichshauptstadt in einer Etagenwohnung gelebt hatte, mietete Ludendorff in Düsseldorf ein repräsentatives Haus mit großem Garten.

Das Haus lag etwa zwei Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Düsseldorf in der Scheibenstraße 37 (siehe Google Maps). "Hofgarten, Rhein und Rheinbrücke lagen in der Nähe," schreibt Margarethe Ludendorff in ihren Erinnerungen (10). (Offenbar ist das Haus während des Zweiten Weltkrieges zerstört worden. Denn heute scheint sich dort eine moderne Wohnanlage zu befinden. Im Juli 1939 wurde an diesem Haus eine Gedenktafel angebracht in Anwesenheit von Mathilde Ludendorff und des Gauleiters Friedrich Florian [1, S. 566, Anm. 36]; siehe unten.)


Abb. 1: "Gruss aus Düsseldorf - Niederrheinisches Füs.-Regt. Nr. 39 - Kaserne" (Postkarte)

In dem vorliegenden Blogbeitrag sollen nach und nach Dokumente und Sachverhalte zusammen getragen werden, die dem Thema der Rolle Erich Ludendorff in der Stadtgeschichte von Düsseldorf zugeordnet werden können. So zunächst Postkarten, die Soldaten des von Ludendorff befehligten Regimentes in jener Zeit versendeten (meist aus Ebay-Angeboten der letzten Jahre).


Abb. 2: "Die 39er beim Schiessdienst im Ragerwald bei Düsseldorf" (Postkarte)

Auf Wikipedia heißt es zu der Kaserne, in der Erich Ludendorff Regimentskommandeur war, und in der sein Regiment kaserniert war:

Viele Gebäude der ab 1898 neu bezogenen Kaserne an der Tannenstraße in Düsseldorf-Derendorf stehen noch heute.
(siehe dazu auch: Architektur-Forum). Natürlich hatte Erich Ludendorff in jener Zeit auch ein Familienleben. Im folgenden einiges aus einem anderen Blogartikel, das hier der Vollständigkeit halber wiederholt werden soll. Aus Düsseldorf schrieb Erich Ludendorff am Abend seines 48. Geburtstages, dem 9. April 1913, an seine Mutter in Berlin über seine Stieftochter Margot, genannt Lotte (Brief aus dem Bundesarchiv zit. n. 2, S. 106):
Sie wird ein Prachtsmädel, jedenfalls was ich dazu tun kann, das geschieht, sie zu einem freien Menschenkind zu bilden. Sie wird von mir so erzogen, wie ich denke, daß ich von Euch lieben Eltern erzogen worden bin und das ich Dir, liebe Mutter, so oft gedankt habe.

Aus diesen Worten geht sein Verhältnis sowohl zu seiner Mutter wie zu seiner Stief-Tochter hervor. Ein ähnlich herzliches Verhältnis ist von ihm auch zu seinem jüngsten Sohn Erich ("Pieckchen") bezeugt, über den Erich Ludendorff im Sommer 1918 an seine Frau schreibt: "Du weißt, wie ich Pieckchen geliebt habe." (Siehe unten.) Zu den beiden jüngeren Kindern wird Erich Ludendorff schon deshalb eine engere Beziehung gehabt haben, weil diese nicht wie die beiden älteren schon zu dieser Zeit in die Kadettenanstalt gingen. In dem gleichen Brief vom 9. April 1913 schreibt Erich Ludendorff an seine Mutter auch (2, S. 107):

Wir sind natürlich nur ganz allein, ich will fremde Menschen auch nicht um mich haben. Mir ist das Alleinsein auch das liebste, auch das gemütlichste für mich.
Abb. 3: Erich Ludendorff und seine Mutter (1914)

In diesen Worten deuten sich Charakterzüge Erich Ludendorffs an, die auch Mathilde Ludendorff hinsichtlich ihres Mannes hervorgehoben hat: Ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Einsamkeit. Aber auch über die Politik schrieb Erich Ludendorff an diesem Abend an seine Mutter (2, S. 96):

Ich lese mit Spannung die Reden im Reichstage, der Reichskanzler war für seine Verhältnisse gut, empörend wieder dieser Kriegsminister. Warum ist man damals nicht meinem Rat gefolgt und hat ihn weggeschickt? Es ist ein Unglück unserer leitenden Kreise, daß sie die Unzulänglichkeit dieses Mannes nicht einsehen wollen. (...) Du glaubst nicht, wie ich die hasse.

So leidenschaftlich also dachte Erich Ludendorff über die damals von ihm vorangetriebene Wehrvorlage, um derentwillen er Anfang 1913 aus Berlin nach Düsseldorf versetzt - bzw. verbannt - worden war. Im Jahr 1913 weilte Margarethe Ludendorff, wie dem im Bundesarchiv vorliegenden Briefbestand zu entnehmen ist, auf einer mehrwöchigen Kur in Bad Ems. Und Erich Ludendorff macht sich in Briefen an seine Mutter viele Gedanken über ihre Gesundheit (2, S. 106).

Weihnachten 1913 - "Die Jugend war sehr vergnügt"

Auch aus anderen Briefen an seine Mutter erhält man einen Eindruck von seinem familiären Zusammenleben in dieser Zeit. Über das Weihnachtsfest 1913 schreibt Erich Ludendorff an seine Mutter (2, S. 107):

Wir hatten am 1. Feiertag einige Gäste. Trotzdem war alles gemütlich. Vor allem am 1. Feiertag war die Jugend sehr vergnügt. Damit war der Zweck erfüllt. Die übrigen Tage waren wir allein. 6 Mann machen ja auch schon Leben genug.
Zu diesen "6 Mann" rechnete er offenbar auch seine Frau und seine Tochter neben den übrigen vier "Männern" der Familie. Und am 25. Januar 1914 schreibt er er an seine Mutter (2, S. 107):
2 eigene Gesellschaften haben wir wieder hinter uns und nur Gott sei dank noch eine, und dann ist es Schluß! Mir ist diese Geselligkeit zuwider, mit dem Regiment und den notwendigen Spitzen bin ich einverstanden, alles andere ist von Übel. Uns stehen noch eine ganze Menge Geselligkeiten bevor, da wir aber zu vielen absagen, so ist das nicht so schlimm.
Schon diese wenigen Briefstellen lassen vielleicht einiges über das Verhältnis Erich Ludendorffs zu seiner Mutter erahnen. Auch einiges, das man aus anderen Zeugnissen über ihrer beider Verhältnis zueinander bisher nicht so genau kannte. Aus ihnen geht doch ein tieferes Einverständnis zwischen beiden hervor.

1914 - "Sie lebt heute in meiner Erinnerung als liebe Mutter und stolze Frau."

Ludendorffs Mutter starb am 6. März 1914 (2, S. 107). Ludendorff schreibt in seinen Erinnerungen (3, S. 169):

Ich erlebte in Düsseldorf noch den Schmerz, daß im März 1914 meine liebe Mutter ihre Augen für immer schloß. Ich war stets in enger Verbindung mit ihr geblieben. Sie hatte mich auch in Düsseldorf besucht, und ich konnte ihr als Sohn in Liebe und Fürsorge das danken, was ich ihr schuldete. Sie lebt noch heute in meiner Erinnerung wie mein Vater, und zwar als liebe Mutter und stolze Frau.

Mathilde Ludendorff hat in ihren Lebenserinnerungen angedeutet, daß die Mutter Erich Ludendorffs innerlich ihrem Sohn in jener Zeit etwas ferngerückt war aufgrund der Wahl seiner ersten Ehefrau, mit der sie nicht vollumfänglich einverstanden gewesen sei (13, S. 79).

1913 - Regimentskommandeur in Düsseldorf

Wilhelm Breucker, 1913 Bataillonsadjutant im Düsseldorfer Regiment Ludendorffs, erinnert sich (24, S. 32):

Ludendorff wurde allmählich warm im Regiment und im Offizierskorps. Dazu trug nicht wenig seine charmante und gütige Frau bei, die so ganz anders war, als man sich eine "Kommandeuse" vorstellt. Sie lebte, wenn auch damals schon leidend, in glücklicher, harmonischer Ehe mit ihrem Mann. Ihren vier Kindern aus ihrer ersten Ehe (...) war der Stiefvater ein wirklicher Vater, der sie mit zärtlicher Liebe umgab. Dieses familiäre Glück teilte sich uns allen mit, die wir häufige Gäste im Hause unseres Kommandeurs sein durften. Waren wir in kleinem Kreise, dann zog Ludendorff sich meist nach Tisch in sein Arbeitszimmer zurück, und wenn wir Leutnants ihm folgten, dann gab er uns zuweilen einen Einblick in die Generalstabsarbeit und erzählte uns von seinen schweren Kämpfen um die Wehrhaftmachung Deutschlands. (...) In solchen Stunden erlebten wir einen ganz anderen Ludendorff.
Ob diese Darstellung nicht doch auch ein wenig von der Darstellung im Buch "Als ich Ludendorffs Frau war" beeinflußt ist, muß natürlich dahingestellt bleiben. Beider Darstellungen ähneln sich jedenfalls sehr (s.: 8). Weiter schreibt Breucker (24, S. 35):
Ist es nicht ein schönes Zeichen für einen Regimentskommandeur, daß wir jungen Leutnants ihn "Vater" nannten und daß mancher von uns in Frau Margarethe Ludendorff bis zu ihrem Tode eine in Freud und Leid bewährte Freundin gefunden hat?
Worte eines Wilhelm Breucker wird man nicht auf die Goldwaage legen können. Denn in dem gleichen Buch äußert er sich auch außerordentlich kritisch, ja, haßerfüllt über Ludendorff. Scheinbar haben viele, die den Ludendorff nach dem Jahr 1926 kritisch gesehen haben, das Bedürfnis gefühlt, einen ganz anderen Ludendorff in der Zeit davor herauszuheben. Die Zeit von Erich Ludendorffs Tätigkeit als Regimentskommandeur in Düsseldorf war nur kurz. Anfang 1914 wurde er nach Straßburg versetzt. Sie reichte aber aus, dass das von ihm in jenem Jahr befehligte Regiment Ende Oktober 1918 aus Anlass der Entlassung Erich Ludendorffs seinen Namen erhielt.

1918 - Schöne Jugend in Düsseldorf

Der oben erwähnte Erich Pernet ("Piekchen") ist im April 1918 als Flieger in Frankreich gefallen. Als sein Leichnam geborgen wurde, schrieb Erich Ludendorff an Margarethe unter anderem (zit. n. 15, S. 338):
Wir alle erkannten unser Pieckchen. Deinen Schal hatte er um, es waren seine Hände, die er nun gefaltet hielt ... Nun müssen wir eine 4. Stelle auf dem Kirchhof uns bestellen. (...) Eins kann ich Dir nur sagen, ich habe den Jungen zu lieb gehabt. Wie wir das letzte mal zusammen waren, sagte er mir noch, Vater, was habe ich für eine schöne Jugend gehabt, Düsseldorf war zu schön. Er war so erfüllt von seinem Beruf, er ging an alles mit so großem Ernst. Alle Herren mochten ihn hier so gern.
Und in einem späteren Brief (15, S. 339):
Zwei liebe Söhne hat Dir der Krieg genommen, zwei liebe Kinder habe ich verloren. (...) Ich habe die beiden so liebgehabt, weil es so liebe Menschenkinder waren, so gewissenhaft und so tapfer und so lieb. ... Den Schal, den Du ihm gemacht hast, den nimmt er mit zur ewigen Ruhe.
Zu Ludendorffs Verabschiedung erhielt das vormalige Düsseldorfer Regiment dann den Beinamen Erich Ludendorff.

1923 - Albert Leo Schlageter

1923 wurde Albert Leo Schlageter auf dem Exerzierplatz des vormaligen Düsseldorfer Regiments Erich Ludendorff von der französischen Besatzungsmacht erschossen. Erich Ludendorff bemühte sich sehr um die Errichtung eines Denkmals für Albert Leo Schlageter, wie er in seinen Lebenserinnerungen berichtet. Er hatte diesbezüglich Briefkontakt mit wichtigen Geldgebern. Er konnte es dennoch nicht erreichen, dass ein solches Denkmal damals errichtet wurde.

Juni 1926

Vom 2. bis 6. Juni 1926 fand in Düsseldorf auch das "Niederrheinische Musikfest" statt (Düsseldorf.de), das Mathilde von Kemnitz (wenig später: Mathilde Ludendorff) zusammen mit ihrer Schwester Frieda Stahl besuchte (13, S. 65). Erich Ludendorff fuhr eine Woche später nach Düsseldorf. Er schreibt darüber in seinen Lebenserinnerungen (18, S. 44):
Anfang Juni war ich in Wesel und Düsseldorf bei Feiern des 57. Regiments, in das ich 1882 als junger Offizier eingetreten war, bzw. des Füssilier-Regiments 39, das ich als Regiments-Kommandeur vor dem Weltkriege befehligte und dessen Chef ich im Weltkriege geworden war. Bei meiner Verabschiedung am 26. 10. 1918 hatte es meinen Namen erhalten. (...) Es war ein eigener Geist, der mir dort entgegen wehte; (...) Freimaurergeist. (...) Der Gesamtheit stand ich völlig fremd gegenüber, ebenso ging es mir bei der Feier in Düsseldorf. (...) Ich war aus dem Kameradenkreise hinaus geschritten auf Wegen, auf denen sie mir nicht gefolgt waren. Sie lebten noch in einer anderen, "nationalen" Welt und waren zum Teil durch Freimaurer und Römischgesinnte tief gegen mich verhetzt.
In der Wochenzeitung des Tannenbergbundes hieß es darüber ("Dt. Wochenschau", 27.6.1926):
Am 12., 13. und 14. Juni fand in Düsseldorf der Regimentsappell des Niederrheinischen Füs.-Regts. Nr. 39 General Ludendorff und seiner Kriegsformationen statt. Wohl über 10.000 ehemalige Ludendorffer waren in der Rheinstadt zusammen geströmt. (...) Im Mittelpunkt der Tagung stand der Chef des Regiments Exzellenz Ludendorff, dem begeisterte Huldigungen gebracht wurden. 
1927 - Errichtung eines Kriegerehrenmales

Die ehemaligen Soldaten des Düsseldorfer Regiments wollten ab 1927 in Düsseldorf ein Kriegerehrenmal für ihre im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden errichte. Zu diesem Zweck entstand auch die folgende Postkarte (Abb. 4).

Abb. 4: Werbe-Postkarte für Denkmal (Poststempel Dez. 1931, gedruckt 1929 od. später; Herkunft: Ebay 10/2015)

Mit der Gestaltung dieses Denkmales war Erich Ludendorff nicht einverstanden (33). Er bezeichnete sie als einen Hohn auf die deutschen Soldaten und blieb der Enthüllungsfeier des Denkmals, zu der er eingeladen worden war, fern. Erich und Mathilde Ludendorff behandelten die Vorgänge um dieses Kriegerehrenmal in ihren Zeitungen sehr ausführlich. Diese Auseinandersetzungen wurden auch in einer Arbeit aus dem Jahr 2012 behandelt, die frei im Internet zugänglich ist (33). Sie wäre an dieser Stelle noch einmal gründlicher zu dokumentieren.

Juli 1939 - Tausend Ludendorff-Anhänger in Düsseldorf versammelt

Abb. 5: Gedenktafel am Haus Scheibenstraße 57 in Düsseldorf, enthüllt am 9. Juli 1939
Am 9. Juli 1939 wurde eine Erinnerungstafel an dem ehemaligen Wohnhaus von Erich Ludendorff in Düsseldorf enthüllt, die von Anhängern der Ludendorff-Bewegung finanziert worden war. Es geschah dies womöglich auf Initiative des Ludendorff-Anhängers und -Autors Herbert Frank, der auch die Ansprache anlässlich der Einweihungsfeier hielt. Mathilde Ludendorff, die zur Enthüllung eingeladen wurde, berichtet:
Am Morgen dieses Tages war die Bronzeplakette, die Mitkämpfer gestiftet hatten, an dem Wohnhaus in einer Feier enthüllt worden, das neben so vielen gar vergänglichen und oft auch gar nichtigen Menschen dem unsterblichen Feldherrn Wohnstätte war und das hierdurch allein einen besonderen Wert erfuhr. An dieser Feier nahm auch Gauleiter Florian teil, die SA-Kapelle spielte die Musik, und Deutsche unterschiedlicher Weltanschauung scharten sich gemeinsam vor dem geschmückten Hause zu dieser Enthüllungfeier. Herr Dipl.-Ingenieur Frank sprach vor allem über die unsterblichen rettenden Vorkriegstaten des Feldherrn (...), die zu der Versetzung des unwillkommenen Warners nach Düsseldorf kurz vor dem Weltkriege geführt haben. In packenden Worten faßte er das Wesentliche der unsterblichen Feldherrntaten, aber auch des völkischen Freiheitkampfes des Feldherrn zusammen, schilderte den darauffolgenden Kampf gegen die überstaatlichen Mächte und betonte soweit auch des Feldherrn Ringen für Deutsche Gotterkenntnis, als es die auch anwesenden Christen unmöglich verletzten konnte.

Dann nahm Bürgermeister Dr. Haidn das Wort und gedachte vor allem auch des Führers, des Schöpfers Großdeutschlands, ein Sieg-Heil auf den Führer, die Nationalhymnen und das Lieblingslied des Feldherrn "Ich hab mich ergeben" ließen die Feier ausklingen.

Die weit über 1000 in Düsseldorf herbeigeströmten Anhänger Deutscher Gotterkenntnis kamen nachmittags im Jägerhof in Gravenberg zusammen. Hier führte Herr Frank die Worte über des Feldherrn Ringen für Deutsche Gotterkenntnis in dem Kreise der von ihr überzeugten Menschen noch ihrer Bedeutung entsprechend weiter aus. Dann sprach Herr Generalvertreter Schmidt zu den Versammelten und las Worte vor, die ich hierfür in einem Briefe an unsere Freunde schickte, als ich der Einladung des Tradition-Verbandes des 39er Füsilier-Regiments General Ludendorff die Zusage auf die im Juni erfolgte Einladung doch noch zurücknehmen mußte.
Man wird es als erstaunlich ansehen können, dass hier im Jahr 1939 noch tausend Ludendorff-Anhänger eine Versammlung in Düsseldorf abhalten konnten.

Abb. 6: Ludendorff-Kaserne in Düsseldorf (undatiert, wohl 1930er Jahre)
Die Düsseldorfer Kaserne trug in den 1930er Jahren den Namen Ludendorff-Kaserne. - - - Auch dieser Beitrag ist nach und nach zu ergänzen, zu vervollständigen und abzurunden.
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  1. Ludendorff, Mathilde (Hg.): Erich Ludendorff - Sein Wesen und Schaffen. Ludendorffs Verlag, München 1938
  2. Nebelin, Manfred: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler Verlag, München 2010 
  3. Ludendorff, Erich: Mein militärischer Werdegang. Blätter der Erinnerung an unser stolzes Herr. Ludendorffs Verlag, München 1935 (Google Bücher)
  4. Bading, Ingo: Längeres Telefonat mit Frau Barbara Pernet am 24. November 2012; Zusendung von Frau Barbara Pernet vom 25. Januar 2013
  5. Heinz Pernet. Auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Pernet [24.11.2012]
  6. Restorff, Wulf von: Nachkommen von Johann v. Redekesdorpe. Auf: http://www.von-restorff.de/Ahnentafeln/Geneal_Info/redek_nach/redek_nach.htm [24.11.2012]
  7. Bading, Ingo: Möbel Erich Ludendorffs stehen zum Verkauf Erörterungen zu ihrer Echtheit und Überlegungen zur Möglichkeit einer musealen Verwendung. Studiengruppe Naturalismus, 22. Dezember 2012
  8. Bading, Ingo: Ludendorffs erste Frau. Ihre Erinnerungen als historische Quelle - beispielhafte Auszüge. Studiengruppe Naturalismus, 13.3.2012
  9. von Kauffungen, Kunz (d. i. Egon Jameson, bzw. Egon Jacobsohn): Ohne Maulkorb. Erlebnisse eines Nonkonformisten. Scherz-Verlag, Bern und Stuttgart 1964 (Google Bücher) (offenbar auch unter dem Titel "Wenn ich mich recht erinnere - Das Leben eines Optimisten in der besten aller Welten", Scherz-Verlag, Bern 1963)
  10. Ludendorff, Margarethe: Als ich Ludendorff's Frau war. Hrsg. von Walther Ziersch. Drei Masken Verlag A.-G., München 1929 (Google Bücher)
  11. Cavallie, James: Ludendorff und Kapp in Schweden. Aus dem Leben zweier Verlierer. Lang, Frankfurt am Main [u.a.] 1995
  12. Ludendorff, Erich: Meine Kriegserinnerungen 1914-1918. E. S. Mittler und Sohn, 1919, 1921 (Google Bücher
  13. Ludendorff, Mathilde: Freiheitskampf wider eine Welt von Feinden an der Seite des Feldherrn Ludendorff. V. Teil von: Statt Heiligenschein und Hexenzeichen mein Leben. Franz von Bebenburg, Pähl 1967 (Google Bücher)  
  14. Thoss, Bruno: „Ludendorff, Erich“, in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 285-290 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118574841.html
  15. Uhle-Wettler, Franz: Erich Ludendorff in seiner Zeit. Soldat, Stratege, Revolutionär. Eine Neubewertung. Verlagsges. Berg, Berg 1995 (Google Bücher)
  16. Wedel, Gudrun: Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon. Böhlau-Verlag, Köln 2010 (Google Bücher)
  17. Venohr, Wolfgang: Ludendorff. Legende und Wirklichkeit. Ullstein 1993, TB 1998 (Google Bücher)  
  18. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. II. Band. Meine Lebenserinnerungen von 1926 bis 1933. Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1951
  19. Zechlin, Egmont: Ludendorff im Jahre 1915. Unveröffentlichte Briefe. In: ders.: Krieg und Kriegsrisiko. Düsseldorf 1979
  20. Bading, Ingo: Einstündiges Telefonat mit Frau Barbara Pernet am 14. Februar 2013
  21. Scheele, Hans: Ahnentafel des Feldherrn Erich Ludendorff. [Ahnentafeln berühmter Deutscher, Band 5, Ausgabe 1] Zentralstelle, für Deutsche Personen- und Familiengeschichte, 1939 (12 S.) (Google Bücher)
  22. Franz-Willing, Georg: Putsch und Verbotszeit der Hitlerbewegung. Bd. 3: November 1923 bis Februar 1925. K. W. Schütz, 1977 (464 S.) (Google Bücher
  23. Helmut Engel, Volker Koop: Der Spree-Bogen. Carl Bolle und sein Vermächtnis. Brandenburgisches Verlags, 1995 (148 S.), 2011  (Google-Bücher)
  24. Breucker, Wilhelm: Die Tragik Ludendorffs. Eine kritische Studie auf Grund persönlicher Erinnerungen an den General und seine Zeit. Helmut Rauschenbusch Verlag, Stollhamm (Oldb) 1953
  25. Hermlin, Stephan: Corneliusbrücke. Erzählung. 1968
  26. Schlosser, Jan T.: „Falsche“ und „historische“ Wirklichkeit. Stephan Hermlins intertextueller Brückenschlag zu Paul Celan. In: Hjem, Nr. 20 (2006) (pdf)      
  27. Bading, Ingo: Ludendorff in Berlin 1919 und 1920 - "Eine schöne Wohnung in der Viktoriastraße, ganz in der Nähe des Tiergartens". Auf: Studiengruppe Naturalismus, 23. Januar 2012 
  28. Wegener, Franz: Der Alchemist Franz Tausend. Alchemie und Nationalsozialismus von von Kulturfoerderverein Ruhrg, 2006 (Google Bücher) 
  29. Gruchmann, Lothar: Ludendorffs „prophetischer“ Brief an Hindenburg vom Januar/Februar 1933. Eine Legende. In: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 47/1999, S. 559 - 562 
  30. Bading, Ingo: Hitlers Mordpläne gegen Ludendorff im Sommer 1937 Aufsatz in zwei Teilen. Teil 1, Teil 2, Studiengruppe Naturalismus, 29. Januar 2013
  31. von Bebenburg, Franz Freiherr: Besprechung des Buches von Hartmuth Mahlberg (d.i. Johannes Marquardt) "Erich Ludendorff - Zum Gedenken seines 100. Geburtstag". In: Mensch & Maß, Folge 3, 9.2.1966, S. 138 - 143 
  32. Pernet, Barbara: Email-Zuschrift an den Autor vom 23.2.2013 
  33. Dietzsch, Martin; Paul, Dr. Jobst; Suermann, Lenard: Kriegsdenkmäler als Lernorte friedenspädagogischer Arbeit. Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, Duisburg November 2012
  34. Ludendorff, Mathilde: Bericht über Denkmalseinweihung in Düsseldorf. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, Folge 9, 28.7.1939, S. 361 - 367 
  35. Fesser, Gerd: Aufrüstung 1913 - "Je eher, desto besser". In: Zeit, 17.3.2013

Samstag, 19. September 2015

Ludendorff regt die Veröffentlichung der Schrift "Protestantische Rompilger" an

Tagebuch-Einträge von Alfred Rosenberg zwischen den Jahren 1936 bis 1938

Im Jahr 2004 ist eine Dokumentation der halbmonatlich erschienenen Stellungnahmen Erich und Mathilde Ludendorffs zum Kirchenkampf während des Dritten Reiches erschienen (1). Zu dieser Dokumentation ist auf dem Blog im Januar 2013 etwa folgendes gesagt worden, was hier zunächst wiederholt werden soll:

Eine 2004 erschienene Dokumentation stellt auf etwa 200 Seiten jeweils fast tagesaktuelle Stellungnahmen Erich und Mathilde Ludendorffs zum Kirchenkampf, bzw. allgemeiner zu allen Fragen rund um die "Glaubenskrise im Dritten Reich" zusammen und zur damit verbundenen ersten großen Kirchenaustrittswelle in Deutschland (ab 1935). Darin enthalten sind vor allem auch alle bislang nicht in Buchform veröffentlichte Aufsätze zu Themen im Zusammenhang von Kirchen- und Christentumskritik.

Abb.: Protestantische Rompilger (1937)
Allerdings lag der Fokus dieser Dokumentation nicht auf der Dokumentation zur Auseinandersetzung mit der katholische Kirche. Im Anhang dieses Bandes (S. 317 - 320) wurden unter "Nachweise zu in diesem Band nicht ausführlich behandelten Themen" außerdem fünf Aufsätze zum Themenbereich "Aufklärung über den christlichen Hexenglauben", 20 Aufsätze zum Themenbereich "Kampf gegen den Gotteslästerungs- bzw. Ketzer-Paragraph 166", acht Aufsätze zu "Kirchensteuer-Fragen", 14 Aufsätze zum Themenbereich "Kampf gegen die Teilnahme-Pflicht der Kinder am christlichen Religionsunterricht", vier Aufsätze zum Themenbereich "Skandal-Prozesse gegen die katholische Kirche: Devisenvergehen und § 175" und elf Aufsätze zum Themenbereich "Auseinandersetzung um die (bibelkritische Schrift) 'Das große Entsetzen - Die Bibel nicht Gottes Wort!" angeführt.

Dieser Band aus dem Jahr 2004 ist schon seit mehreren Jahren beispielsweise auf dem Wikipedia-Artikel zu Mathilde Ludendorff verzeichnet. Im "Karlsruher Virtuellen Katalog" ist er mindestens neun mal für den deutschsprachigen Raum katalogisiert. (Nämlich als Bestand der Nationalbibliotheken von Leipzig und Frankfurt am Main, der Universitätsbibliothek Gießen, der Erzbischöflichen Dombibliothek Köln, der Bibliothek der Evangelischen theologischen Fakultät Tübingen, der Fachbereichsbibliothek Geschichte der Universität München, der Landesbibliothek Kiel, der Universitätsbibliothek Greifswald und der Bibliothek des Konservatismus Berlin. Hinzu gekommen sind inzwischen auch die Bibliothek der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin.)

Diese Dokumentation aus dem Jahr 2004 enthält - und das soll Thema des vorliegenden Blogbeitrages sein - Lücken. Diese werden anhand einer neuen Veröffentlichung (2) erkennbar. Im vorliegenden Blogbeitrag soll deshalb nach und nach ergänzt werden, was man an Zeitzeugnissen entdeckt, die inhaltlichen in diesen Band gehören, dort aber noch nicht veröffentlicht worden sind. Also Ergänzungen, die sinnvollerweise in etwaige Neuauflagen einzuarbeiten wären.

Das lange Verschlossenhalten von Rosenbergs Tagebuch (1945 bis 2015)

Und zu diesen gehört zunächst ein Tagebuch-Eintrag von Alfred Rosenberg vom 19. August 1936. Die Überlieferungsgeschichte der Tagebücher von Alfred Rosenberg ist eine auffällige (2, S. 29ff). Auszüge derselben wurden während der Nürnberger Prozesse zugänglich gemacht (4). Der Hauptteil der Rosenberg'schen Tagebücher kam aber dann - unzulässigerweise - für lange Jahrzehnte in den Privatbesitz (!) des Anklägers Robert Kempner und blieb deshalb bis zum Jahr 2015 unveröffentlicht. Nur gut belesenen Fachleuten war bekannt, dass Kempner schon 1948 Auszüge aus diesen Tagebücher veröffentlicht hatte (3). Diese zum Verständnis der geistigen Entwicklungen im Dritten Reich sicher nicht unwichtige Veröffentlichung aus dem Jahr 1948 ist noch heute - zum Beispiel - nicht auf dem Wikipedia-Artikel zu Alfred Rosenberg verzeichnet.

Und selbst in der Veröffentlichung der Rosenberg-Tagebücher aus dem Frühjahr dieses Jahres fehlen nach Einschätzung der Herausgeber immer noch wichtige Bestandteile derselben. Nämlich Einträge zwischen Herbst 1941 und erster Hälfte 1942. Und auffallender Weise ist dies genau jener Zeitraum, in dem nach der heutigen - strafrechtlich geschützten - wissenschaftlichen Meinung innerhalb der deutschen Führungsspitze der Plan zur Ausrottung der europäischen Juden konkrete Gestalt angenommen hat. Welche Stellungnahmen und Hinweise es gibt in Bezug auf Alfred Rosenbergs Sichtweise auf die Judenmorde wird in der Einleitung sehr detailliert erörtert (2, S. 40-116), allerdings kann sich auch diese Darstellung an den entscheidenen Stellen nicht auf Tagebuch-Einträge stützen. Doch all das ist nicht das Thema des vorliegenden Blogartikels.

Es kann aber noch hinzugefügt werden, dass diese Tagebucheinträge von Alfred Rosenberg insgesamt einen weitaus weniger lamentierenden Eindruck machen, als seine schon lange bekannten Aufzeichnungen aus dem Nürnberger Gefängnis (1, S. 295-301; nach: 5). Die sicher nicht ganz unbedeutsame Kritik Rosenbergs an der Politik seines kulturpolitischen Rivalen und erklärten Gegners Josef Goebbels oder auch an der Politik des Gauleiters Erich Koch in der Ukraine ist schon in diesen Tagebuch-Blättern durchgängig enthalten. In ihnen wird Goebbels auch als verantwortlich erklärt für die Reichskristallnacht des Jahres 1938. Das Stichwort "Reichskristallnacht" fällt in der Rosenberg-Biographie von Ernst Pieper vier mal. Nirgendwo aber wird erörtert, dass Rosenberg die Reichskristallnacht laut eines schon 1956 veröffentlichten Tagebucheintrages abgelehnt hat! Da ein Zitat dieses Tagebuch-Eintrages derzeit offenbar auch sonst nirgendwo im Internet oder auf "Google Bücher" zu finden ist, soll es hier einmal ebenfalls gebracht werden. Rosenberg gibt ein Gespräch mit Heinrich Himmler über Josef Goebbels wieder, das wahrscheinlich im Dezember 1938 stattgefunden hat, und über das Rosenberg anfangs schreibt (2, S. 266f; 4):
Zunächst erzählte er (Himmler) die ganze Angelegenheit von Fritsch und von Blomberg und machte sein persönliches Unbeteiligtsein klar.
Nun, über das "Unbeteiligtsein" von Himmlers Gestapo denken wir allerdings - im Gegensatz zu hochgerühmten Spiegel- und Ifz-Historikern - ein wenig anders (siehe unsere Ausführungen über das Gestapo-Weisswaschbuch "Der Sturz der Generäle" auf dem Parallelblog). So "unbeteiligt" waren Heinrich Himmler und seine Gestapo ganz bestimmt nicht. Weiter gibt Rosenberg dann das Gespräch unter anderem folgendermaßen wieder:
Ich: Die Sache mit dem Judenprogrom war doch ebenso staatsschädigend. Dr. Goebbels hat nur auf Grund einer allgemeinen Anordnung des Führers gleichsam in seinem Namen die Aktion geboten. Görings Gegenbefehl kam zu spät. Schaden an Volksgut: fast 2 Winterhilfswerke: 600 Millionen!
Himmler: Ja; alles wird jetzt auf andere geschoben.
Ich: Für alles das, was Goebbels macht, müssen wir bezahlen. Es ist furchtbar.
Es würde wirklich zu weit führen, hier den Versuch einer weitergehenden Bewertung und Einordnung dieses Zitates zu unternehmen. Es soll nur als einer von vielen Hinweisen aufzeigen, dass zahlreiche Einzelheiten im Leben von Alfred Rosenberg, womöglich eine ganze, ihn eher entlastende Seite seiner Persönlichkeit, von der wissenschaftlichen Literatur bislang offenbar gar nicht zur Kenntnis genommen worden ist und deshalb gar nicht scheint aufgearbeitet zu sein. - Es stellt sich allerdings die Frage: Sollte das lange Verschlossenhalten der Gesamtheit der Tagebücher von Alfred Rosenberg genau diesem Zweck dienen?

Ab 1935 - "Ein Nachlassen der rein kirchlichen Kräfte"

Laut der eingangs genannten Dokumentation kennzeichnete Erich Ludendorff die Jahre 1933 und 1934 als "Jahre schwärzester pfäffischer Reaktion" (1, S. 3). Die Kirchenbeamten beider großer christlicher Kirchen sprühten vor Begeisterung für den nationalsozialistischen Staat und fühlten in diesem Aufwind für ihre eigenen Anliegen. Das Ermächtigungsgesetz für Adolf Hitler war ja auch mit Hilfe des katholischen Zentrums und vieler liberaler Protestanten beschlossen worden. Ihm folgte das Reichskonkordat mit der katholischen Kirche. In diesen Jahren traten denn auch weitaus mehr Deutsche wieder erneut in die christlichen Kirchen ein, als gleichzeitig aus diesen austraten.

Doch die dabei aufgekommenen scharfen Auseinandersetzungen zwischen den "Deutschen Christen" innerhalb der evangelischen Kirche einerseits und der "Bekennenden Kirche" andererseits, der heftige Streit zwischen ihnen führte - gemeinsam mit dem Antisemitismus, der auch auf das jüdische Christentum selbst ausgeweitet wurde und mit dem damals üblichen sonstigen Betonenen eines "heldischen", heidnisch-"germanischen Menschentums - in Deutschland dazu, dass sich immer mehr Nationalsozialisten geradezu angewidert von den christlichen Kirchen abwandten. Für die meisten von diesen wurde Alfred Rosenberg der Stichwortgeber, dessen Buch der "Mythos des 20. Jahrhunderts" dadurch plötzlich in den Mittelpunkt der weltanschaulichen Auseinandersetzungen innerhalb des Dritten Reiches geriet und dementsprechend von beiden christlichen Kirchen in jenen Jahren außerordentlich scharf bekämpft worden ist.

Aufgrund all dieser viele Zeitgenossen auch überraschenden Entwicklungen stellte Erich Ludendorff für das Jahr 1935 "ein Nachlassen der rein kirchlichen Kräfte" (1, S. 3) fest. Und die Jahre zwischen 1936 und 1938, in denen es zur bis dahin größten Kirchenaustrittsbewegung in der deutschen Geschichte gekommen ist (erst ab 1968 wurden wieder Zahlen ähnlichen Umfangs erreicht), kennzeichnete Erich Ludendorff sogar dahingehend, dass in ihnen der Nationalsozialismus das "Erwachen der deutschen Volksseele" insbesondere in Hinsicht auf weltanschaulich-religiöse Fragen "fördern" würde (1, S. 3).

Erich und Mathilde Ludendorff und die damalige Ludendorff-Bewegung waren diejenigen, die von vielen Zeitgenossen als jene angesehen wurden, die die beschriebenen Entwicklungen durch ihre Veröffentlichungen und ihre Mund-zu-Mund-Propaganda am rührigsten voran trieben.

Rosenberg meint, das Ehepaar Ludendorff hätte eine gute Schrift herausgebracht (August 1936)

Am 5. August 1936 veröffentlichte das Ehepaar Ludendorff - "entsprechend der heutigen Kampflage im Freiheitsringen" wie Erich Ludendorff schrieb - in ihrer Zeitschrift "Am Heiligen Quell Deutscher Kraft" jene Aufsätze, die dann auch als Sonderdruck unter dem Titel "Das große Entsetzen - die Bibel nicht Gottes Wort" veröffentlicht worden sind (1, S. 219). Der Bischof Otto Dibelius nahm zu dieser Schrift Stellung, ebenso gab es zahlreiche andere gegnerische Stellungnahmen. Erich Ludendorff antwortete auf diese in der gleichen Zeitschrift in der Ausgabe vom 20. Oktober 1936.

Zuvor allerdings, noch im August, schrieb er einen Brief an Alfred Rosenberg. Dessen abfällige Urteile in den "Nationalsozialistischen Monatsheften" des Jahres 1931 über Erich und Mathilde Ludendorff waren keineswegs vergessen. Eben so wenig die abfälligen Urteile Mathilde Ludendorffs über Rosenbergs Buch "Mythos" aus dem Jahr 1931 (1, S. 29-33). Ob der Wortlaut des Briefes von Erich Ludendorff an Alfred Rosenberg erhalten ist, ist einstweilen nicht bekannt. Alfred Rosenberg scheint aber durch diesen Brief insbesondere auch dazu angeregt worden zu sein, nun seine Schrift "Protestantische Rompilger" herauszugeben, die aus einem dem Haus Ludendorff sehr ähnlichen, außerordentlich polemischen, kämpferischen, antikatholischen und antichristlichen Geist heraus geschrieben worden war, und die ähnlich auflagenstark werden sollte wie sein Buch "Mythos des 20. Jahrhunderts" und seine Schrift "Dunkelmänner", und die einen ähnlichen Aufschrei in der protestantischen Welt auslösen sollte wie die beiden Vorgängerschriften. Jedenfalls spiegelt sich dieser Brief Erich Ludendorffs folgendermaßen in Rosenbergs Tagebuch-Eintrag vom 19. August 1936 wieder (zit. n. 2, S. 193f; auch in: 3):
Ich war erstaunt, heute einen Brief von Ludendorff zu erhalten. Unter Hintanstellung "persönlicher Bedenken" übersendet er mir das gemeinsam mit seiner Frau gemachte neue Erzeugnis "Die Bibel nicht Gottes Wort". Ich habe die Schrift gelesen, sie ist bedeutend besser als Mathildens sonstige Elaborate, die an Schwulst und Geschmacklosigkeit schwer zu übertreffen sind.
Er hält diese Schrift also - soweit man sieht - für gelungen. Es folgen dann noch einige Mathilde Ludendorff herabsetzende Ausführungen über sie als "Jugendstil-Philosophin" und über den von ihr "erhobenen philosophischen Regenschirm", der nicht zu Erich Ludendorff passen würde.

Zur Neufassung des Gotteslästerungsparagraphen § 166

Rosenberg schreibt dann weiter: Er - Ludendorff -
ficht jetzt als Sektierer für "die größte Philosophin des deutschen Volkes". Ludendorff hat - nicht unberechtigte - Furcht, dass der § 166 für Konfessionsschutz in beabsichtigter Form durchgebracht würde. Als ich damals diese schlau ausgeklügelte Fassung zu Gesicht bekam, die uns den Schutz unserer geschworenen Gegner aufbürden und uns selbst den Mund stopfen sollte, da habe ich sofort bei Heß geharnischten und begründeten Einspruch eingelegt. Die Frage wurde dann bearbeitet und in ausführlicher Begründung der Ablehnung an die Kirchenparagraphen-Kommission geschickt. Eine Zeitlang darauf fand dann bei Heß noch eine Sitzung statt, um den Standpunkt der Partei festzulegen. Ich schickte Ziegler mit unserem Vorschlag hin und dieser wurde dann auch einmütig angenommen. Es kann demnach nur einen Schutz der religiösen Überzeugung des Volkes geben, nicht Ausnahmen zugunsten einiger Konfessionen, die ihrerseits frech genug sind, alles zu beschimpfen, was ihren abgestandenen Kram nicht mehr als der Weisheit letzter Schluss gelten lassen kann.
Hier gebärden sich die protestantischen Priester beinahe noch herausfordernder als die römischen. In meinem Schreibtisch liegt seit fast einem Jahr ein Manuskript über sie unterm schmerzhaften Titel "Protestantische Rompilger". Möglich, dass ich es jetzt noch fertigschreiben und herausgeben werden, um den schnatternden Pfuhl noch weiter aufzuregen.
Die Auseinandersetzungen rund um die Neufassung des Gotteslästerungsparagraphen 166, die Erich Ludendorff bis zu seinem Lebensende im Dezember 1937 ein wesentliches Anliegen gewesen ist und um derentwillen er unter anderem auch an Hermann Göring schrieb, müssten noch einmal in einem eigenen Artikel zusammenfassend dokumentiert werden (siehe auch: Wiki).

Rosenberg erhält den "deutschen Nobelpreis" (September 1937)

Auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg wird am 7. September 1937 bekannt gegeben, dass Alfred Rosenberg - mit vier weiteren Nominierten - den in diesem Jahr gestifteten "deutschen Nobelpreis" verliehen bekommt, den "Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft". Die Entscheidung über die Nominierten hatte Hitler - zunächst nur vorläufig - am 3. September getroffen, sie sich aber bis zum 7. September vorbehalten (Wiki). Diese Verleihung an Rosenberg war eine der vielen Gesten Hitlers gegenüber dem Papst in Rom und gehört in die Abfolge der schwankenden Entscheidungen Hitlers während des Jahres 1937 in seiner Haltung gegenüber der katholischen Kirche hinein. Hierbei spielte sich auch vieles eher im politischen Hintergrund ab, von dem die große Öffentlichkeit damals kaum Kenntnis erhielt (siehe "Mordpläne Hitlers gegen Ludendorff"). Alfred Rosenberg, der - zumindest laut seines Tagebuches - von diesem Hintergrundgeschehen nur wenig scheint mitbekommen zu haben, zeigte sich über die Verleihung des Nationalpreises in seinem Tagebuch emotional außerordentlich bewegt. Er schrieb nach dem Parteitag in sein Tagebuch (2, S. 242-244):
Als entscheidendes Zeichen dieser Tage wurde von Partei und Ausland die Auszeichnung für mich durch Verleihung (als erstem unter den Lebenden) des Nationalpreises empfunden. Mit Recht. (...) Mit mir verknüpft sich nun einmal der Begriff des erbittertsten Kampfes gegen Rom. (...) Wenn der Führer auch amtlich sich zurückhalten musste, so hat er mich doch den Kampf führen lassen. Die Herausstellung meiner Person war somit Reichs-Programm geworden; die "privaten Ansichten" zur Grundlage der ganzen Revolution des Führers erklärt worden. (...) Ein päpstliches Organ hat die Preisverleihung an mich als Schlag ins Gesicht des Hl. Vaters erklärt. Dieser H. Vater hat dann auch vor deutschen Pilgern "mit Kummer" erklärt, es sei schrecklich, dass einer, der alles Katholische angreife, "zum Propheten des Reiches" erklärt worden sei.
Hitler hätten Tränen in den Augen gestanden als er Rosenberg die Verleihung des Nationalpreises an ihn - wohl Anfang September - mitgeteilt hätte. Weiter schreibt Rosenberg unter anderem:
Die Gauleiter haben zum Teil geheult. (...) Der gute Röver sagte dem Führer: "Das ist der schönste Tag meines Lebens." (...) Zur gleichen Zeit erschienen die "Protestantischen Rompilger". Ich hatte sie früher dem Führer zugeschickt: ob sie schon tragbar wären. Der Führer: Es ist ja sowieso jetzt schon alles gleich. - Und so laufen sie jetzt - zu Hunderttausenden und haben die ganze Pastorenbande in heftigste Unruhe versetzt. Viele allerdings schreiben mir mit freudigster Zustimmung.
Auch die Wirkungsgeschichte dieser sehr scharfen Schrift soll an dieser Stelle nicht erörtert werden (aber siehe: Wikipedia).
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  1. Ludendorff, Erich und Mathilde: Die machtvolle Religiosität des deutschen Volkes vor 1945. Dokumente zur deutschen Religions- und Geistesgeschichte 1933 - 1945. Der Kampf um die geistige Führung zwischen dem Haus Ludendorff, dem Nationalsozialismus und den Kirchen. Zusammengestellt und erläutert von Erich Meinecke. Freiland-Verlag, Viöl 2004 
  2. Matthäus, Jürgen; Bajohr, Frank (Hg.): Alfred Rosenberg - Die Tagebücher von 1934 bis 1944. S. Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2015
  3. Kempner, Robert M. W.: Der Kampf gegen die Kirche. aus unveröffentlichten Tagebüchern Alfred Rosenbergs. In: Der Monat, Jg. 1, 1948, Nr. 10, S. 26-38
  4. Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs 1934/35 und 1939/40. Hrsg. und erläutert von Hans-Günther Seraphim nach der photographischen Wiedergabe der Handschrift aus den Akten des Nürnberger Prozesses. Musterschmidt, Göttingen 1956 
  5. Großdeutschland, Traum und Tragödie. Rosenbergs Kritik am Hitlerismus. Selbstverlag H. Härtle, München 1970 [enthält die letzten Aufzeichnungen Rosenbergs aus dem Nürnberger Gefängnis 1946]

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