Samstag, 7. Mai 2016

Die letzte Ansprache Erich Ludendorffs am 3. Oktober 1937

Zu dem Tag des 3. Oktober 1937, an dem Erich Ludendorff seine letzte öffentliche Ansprache hielt, sind hier auf dem Blog schon zwei Beiträge erschienen, beide mit zahlreichen Fotografien von diesem Anlass (1, 2). Sie sollen hier mit weiteren Fotografien ergänzt werden. Zunächst eine Fotografie aus dem "Sommer 1937", die vom "Scherl Bilddienst" verbreitet wurde.

Abb. 1: Erich Ludendorff vor seinem Haus in Tutzing, Sommer 1937 (Herkunft: Ebay, Mai 2016)
Rückseitig ist sie beschrieben:
General Erich Ludendorff. Neueste Aufnahme des Generals, aufgenommen im Sommer 1937 vor seinem Heim in Tutzing am Starnberger See.
Zu seinem 72. Geburtstag am 9. April 1937 hatte Erich Ludendorff auch persönliche Gedenkblätter ausstellen lassen und unterschrieben. Solche Gedenkblätter rahmten sich Ludendorff-Verehrer ein und hängten sie sich an die Wand.

Abb. 2: Gedenkblatt anlässlich des 9. Aprils 1937
Auf einer Buchmesse (welcher?) war der Ludendorffs Verlag im Jahr 1937 ebenfalls vertreten.

Abb. 3: Ludendorffs Verlag auf einer Buch-Ausstellung, 1937
Vermutlich ebenfalls im Jahr 1937 entstand die folgende Fotografie.

Abb.: Eine 24-köpfige Besuchergruppe bei dem Ehepaar Ludendorff in Tutzing, vielleicht 1937
Sie wurde uns im Juni 2016 von Seiten eines Bloglesers zugesandt, der die Fotografie eingelegt fand in einem alten Buch, zu dem sie aber gar nicht gehörte. ("Der Fotoabzug ist sehr tonig, dunkel. Mit der Reproduktion habe ich es ansehnlicher machen können und auch um 30% vergrössert.") Für Hinweise, wer hier als Besucher in Tutzing abgebildet ist und aus welchem Anlass sie das Ehepaar Ludendorff besuchten, wären wir wie immer dankbar. In der 24-köpfigen Besuchergruppe finden sich vier Frauen.

Zu den nachfolgenden Fotografien hieß es in der Zeitschrift "Am Heiligen Quell Deutscher Kraft" vom 20. Januar 1938 - wenige Tage nach dem Tod Erich Ludendorffs und nach dem Staatsakt für ihn (1):
So sahen die Freunde am 3. 10. zum letzten Male den Feldherrn. Trotz seiner schweren Krankheit, die zu jenen Tagen bereits ihre dunklen Schatten voraus warf, sahen sie den Feldherrn, so wie sie ihn kannten - straff und lebendig, ernst und doch auch manchmal lächelnd und sich freuend, wenn ihm Erfolgreiches vom Kampf erzählt wurde. So sahen ihn auch die wenigen, die sein Krankenlager besuchen konnten. Immer wieder galten seine Fragen dem Kampf und dem Verlag. - Gütig und jedem stets für den kleinsten Dienst dankend, war er bis zu seiner Todesstunde nicht der Kranke, sondern der Feldherr, der klar und gefasst seine letzten Entscheidungen traf.
Abb. 4: Die letzte Ansprache Erich Ludendorffs am 3. Oktober 1937 in Tutzing
Und weiter:
An der zu Ehren Frau Dr. M. Ludendorff am Nachmittag des 3. 10. 1937 veranstalteten Feierstunde im Vier-Jahreszeiten-Saale München konnte der Feldherr nicht teilnehmen.

Abb. 5: Die letzte Ansprache Erich Ludendorffs am 3. Oktober 1937 in Tutzing
Und:
Noch  in seiner letzten Ansprache musste er sich, wie so oft in seinem Leben, gegen Verleumdung und Schmähung seiner Person wenden. Dieses letzte mal gegen den "Osservatore Romano", die Zeitung des Papstes, die von einem angeblichen Nachdruck von Büchern und Schriften des Ludendorff-Verlages in Moskau zu berichten wusste.

Abb. 6: Die letzte Ansprache Erich Ludendorffs am 3. Oktober 1937 in Tutzing


Abb. 7: Die letzte Ansprache Erich Ludendorffs am 3. Oktober 1937 in Tutzing


Abb. 8: "Ich stelle fest - der 'Osservatore Romano', das Blatt des Papstes,lügt!" - Die letzte Ansprache Erich Ludendorffs am 3. Oktober 1937 in Tutzing


Abb. 9: "Ich stelle fest - der 'Osservatore Romano', das Blatt des Papstes, lügt!" - Die letzte Ansprache Erich Ludendorffs am 3. Oktober 1937 in Tutzing

Dass so viele unterschiedliche Bildbeiträge allein zum Jahr 1937 hier auf dem Blog erscheinen, ist unter anderem auch dem Umstand geschuldet, dass das Wirken beider Ludendorffs auch noch im Jahr 1937 außerordentlich vielschichtig war. Einerseits stand Erich Ludendorff im spannungsvollsten Verhältnis zu Adolf Hitler und zur Führungsschicht des Dritten Reiches, was mit Morddrohungen aus dieser Führungsschicht heraus verbunden war, während sie zugleich ihre weltanschaulichen Bemühungen unglaublich dicht vorantrieben, indem sie im Sommer 1937 gleich zwei mit zahlreichen Vorträgen voll gefüllte Tagungen abhielten.

Abb. 10: Mathilde Ludendorff (1937)
Und zum dritten gab es eher "familiäre" Ereignisse wie den 60. Geburtstag Mathilde Ludendorffs, bei dessen Anlass sie schon jene Ansprache hielt, die dann auch zu ihrer Beerdigung verlesen werden sollte. Und zur gleichen Zeit hatte schon die tödliche Krankheit Erich Ludendorffs begonnen.  

________________________________________________
  1. Bading, Ingo: "Ein Jahrhundert nach meinem Tode ..." Das "Vermächtnis" Mathilde Ludendorffs (1937 / 1966).  Studiengruppe Naturalismus, 9. Dezember 2012, http://studiengruppe.blogspot.de/2012/12/ein-jahrhundert-nach-meinem-tode.html
  2. Bading, Ingo: Eine Sammlung von Fotografien Erich und Mathilde Ludendorffs unbekannter, vielleicht Hamburger (?) Herkunft. Studiengruppe "Naturwissenschaftsnahes Philosophieren seit 1900", 7. Mai 2016, http://studiengruppe.blogspot.de/2016/05/eine-sammlung-von-fotografien-erich-und.html
  3. Der Abschied. Die letzte Ansprache des Feldherrn. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, Folge 20, 20.1.1938; Lichtbildseiten nach S. 796
  4. Bading, Ingo: Neue Dokumente zur Landesverrats-Affäre von 1937 Fühlungnahme zwischen NS-Parteikreisen und Erich Ludendorff nach dem März 1937. Studiengruppe Naturalismus, 25.9.2011
  5. Die Feier des sechzigsten Geburttages Mathilde Ludendorffs. In: Quell, Folge 14, 20.10.1937, S. 542 - 551
  6. Der 60. Geburtstag Frau Dr. Mathilde Ludendorffs. Fotoseite. In: Quell, Folge 14, 20.10.1937, hinter Seite 552

Keine Kommentare:

Beliebte Posts