Sonntag, 24. April 2016

"Sie war eine glänzende Rednerin"

Erich und Mathilde Ludendorff auf Vortragsreisen (1930 bis 1933)

In einem anderen Beitrag wurden schon die Vortragsreisen Erich Ludendorffs nur allein im Jahr 1926 dokumentiert. In dem vorliegenden Beitrag sollen alle erreichbaren Fotografien zusammen gestellt werden, die auf Vortragsreisen von Erich und Mathilde Ludendorff in ganz Deutschland zwischen 1928 und 1933 entstanden sind.

Welche Wirkung konnte Mathilde Ludendorff als Rednerin haben. Nicht aus der Anhängerschaft heraus wurde 1932 in einer Schrift über den Tannenbergbund (5) über Mathilde Ludendorff als Rednerin festgehalten (zit. n. 6, S. 31):
... Sie war außerdem eine glänzende Rednerin - in einer Versammlung 1932 in Stuttgart konnte ich den General Ludendorff und seine Frau hören; sie stellte ihn weit in den Schatten und faszinierte die Versammlung mit der Klarheit und dem leidenschaftlichen Schwung ihrer Rede.
Dieser Eindruck stammte von dem Pfarrer Kurt Hutten (1901-1979) (Wiki), der in den 1930er Jahren und danach viel über Fragen rund um den religiösen Aufbruch der damaligen Zeit zwischen Neuheidentum, Deutschen Christen und Bekennender Kirche publizierte. 1928 hatte er in Tübingen auffallender Weise bei dem Religionswissenschaftler Jakob Wilhelm Hauer promoviert. Er hat dann viele Jahre mit den völkischen "Deutschen Christen" sympathisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er dann, nun, nichts weniger als langjährigen Leiter der "Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen". Ein nicht ganz uninteressanter Lebenslauf in der protestantischen Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts.

Von solchen Eindrücken über Erich und Mathilde Ludendorff als Redner gibt es von Zeitgenossen noch manche. Sie sollen hier ebenfalls nach und nach gesammelt werden. Nun aber zunächst vorwiegend eine Zusammenstellung von Fotografien, die entstanden vor oder nach den eigentlichen Vorträgen.

Mai 1930 - In Schleswig-Holstein

Abb. 1: Tannenbergbund-Tagung auf dem Aschberg in Schleswig-Holstein am 31.5./1.6.1930 (aus: 1, S. 45)
Über die Veranstaltung auf dem Aschberg in Schleswig-Holstein Mai/Juni 1930 ist hier auf dem Blog schon ein eigener Aufsatz erschienen (Stud. Nat. 6/2015).

Juni 1930 - In Niedersachsen

Abb. 2: Tannenbergbund-Tagung in Seelenfeld, 2.6.1930 (aus: 1, S. 46)
Die Vortragsreise wurde am Folgetag, dem 2. Juni 1930 fortsetzt mit einer Vortragsveranstaltung in Seelenfeld in Westfalen. Links abgebildet ist der Lehrer Ludwig Peithmann (1887-1960), einer der Organisatoren dieser Tagung. Rechts von Erich Ludendorff geht wie auf Abb. 1 Major a. D. Hans Georg von Waldow. In der "Geschichte der Ludendorff-Bewegung" (von Hans Kopp, Bd. 1, S. 99) heißt es:
In Seelenfeld gründeten damals der Bauer Büsching und der Lehrer Peithmann die erste Ahnenstätte für Deutschgottgläubige. (...) "Mit einer Bauernmassenversammlung in Seelenfeld", berichtet Mathilde Ludendorff, "schloß diese Reise ab."
An der Tagung in Seelenfeld nahmen 2.000 Menschen teil.

Mai 1931 - In Mittweida, Thüringen

Am 12. Mai 1931 (zu Himmelfahrt) fand eine "Bundesführertagung" des Tannenbergbundes in Mittweida in Thüringen statt (Kopp 1975, S. 102f):
Das bleibende Ergebnis dieser Tagung war die Einrichtung einer Ludendorff-Buchhandlung in Berlin, der ersten Ludendorff-Buchhandlung.
Hiervon hat sich eine Fotografie erhalten.

Abb. 3: Bundesführertagung des Tannenbergbundes in Mittweida in Thüringen
Diese ist zunächst nur kleinformatig.

Dezember 1932 - In Berlin

Abb. 4: Landesverbandstagung des Tannenbergbundes am 3. und 4. 12. 1932 (1, S. 50)
Abbildung 4 zeigt Teilnehmer an einer Landesverbandstagung des Tannenbergbundes am 3. und 4. Dezember 1932 (1, S. 50). Rechts von Erich Ludendorff steht Robert Holtzmann (Landesführer Nordostdeutschland), der sitzende Mann ist ein Herr Swoboda (Landesführer Groß-Berlin). Links von diesem steht Major Wilhelm von Wedelstaedt (gest. 1950) (Gauführer Niederlausitz).

In Bispingen bei Soltau (undatiert)


Abb. 5: Mathilde Ludendorff und Erich Ludendorff vor der Kirche in Bispingen bei Soltau, undatiert (Herkunft: Ebay, Herbst 2014)
Das Foto aus Abbildung 5 ist auf der Rückseite handschriftlich beschriftet mit den Worten:
General Ludendorff und Frau in Bispingen vor einer uralten kleinen Kirche.
Womöglich verwechselt diese Beschriftung die hier abgebildete neugotische Backsteinkirche von Bispingen mit der urtümlichen, mittelalterlichen Feldsteinkirche ebendaselbst. Auf Wikipedia heißt es über Bispingen im Süden der Lüneburger Heide:
Zahlreiche Hügelgräber, Urnenfelder und prähistorische Funde beweisen, dass sich in diesem Raum bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Menschen ansiedelten. (…) Ein Gräberfeld in Volkwardingen enthält bronzezeitliche Hügelgräber.
Abb. 6: "General Ludendorff und Frau Dr. M. Ludendorff bei einem Besuch in der Lüneburger Heide"
[Privataufnahme]" (in: Das Wikingerschiff, 2/1938, S. 44)
Eine weitere Aufnahme von "einem Besuch in der Lüneburger Heide" ist ebenfalls undatiert und auch ohne konkretere Ortsangabe. Zu sehen sind drei Männer in Jäger- oder Försteruniform. Das Foto ist enthalten in der Ausgabe vom Februar 1938 von "Das Wikingerschiff - Monatsschrift für unsere Deutsche Jugend", die "dem Andenken des Feldherrn Ludendorff gewidmet" ist.

In Pommern (undatiert)

Abb. 7: Mathilde und Erich Ludendorff "zu Besuch beim Siedelbauern Anton Bücheler am Ulenhof in Ückerhof (Pommern)" (3)
Das Foto in Abbildung 7 ist entstanden in Ückerhof (Wiki), einem Dorf in Hinterpommern, gelegen etwa 40 km südöstlich von Stettin und etwa 15 km östlich von Pyritz, 1 km nördlich des Plönesees. 1910 zählte das Dorf knapp 100 Einwohner.

Februar 1933 in Hamburg

Abb. 8: "General Ludendorff und Frau Dr. M. Ludendorff in Hamburg am 19. 2. 1933
[E. Ziese, Wandsbek]" (in: Das Wikingerschiff, 2/1938, S. 39)
Das Foto in Abbildung 8 ist ebenfalls enthalten in "Das Wikingerschiff - Monatsschrift für unsere Deutsche Jugend" von 1938. Es ist offenbar angefertigt worden von der Verfasserin des parallelen Aufsatzes Elly Ziese aus Wandsbek bei Hamburg.
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  1. Duda, Gunther: Ein Kampf für Freiheit und Frieden. Ludendorffs Tannenbergbund 1925 – 1933. Verlag Hohe Warte GmbH, Pähl 1997
  2. Kopp, Hans: Geschichte der Ludendorff-Bewegung. Erster Band: 1925 - 1939. Verlag Hohe Warte, Pähl 1975
  3. Lichtbild von Else Scheidt. Beilage zur Monatsschrift "Deutschjugend" und "Heiho", Folge 4/1934, herausgegeben von Fritz Hugo Hoffmann, Frankfurt (Oder), gedruckt bei Karl Pfeiffer jun., Landsberg (Warthe)
  4. Das Wikingerschiff - Monatsschrift für unsere Deutsche Jugend. Druck und Verlag: "Das Wikingerschiff" (Lengerich i. Westf.) (Schriftleitung Frau Luise Raab-Goltz, Berlin-Pankow, Maximilianstraße 16), 5. Jahrgang 1938 (388 S.), Nr. 2, dem Andenken Erich Ludendorffs gewidmet
  5. Hutten, Kurt: Um Blut und Glauben - Evangelium oder völkische Religion? Steinkopf , Stuttgart 1932 (126 S.)
  6. Schnoor, Frank: Mathilde Ludendorff und das Christentum. Eine radikale völkische Position in der Zeit der Weimarer Republik und des NS-Staates. Dr. Hänsel-Hohenhausen, Egelsbach u.a. 2001

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