Sonntag, 20. März 2016

Freimaurerische Tempelarbeit im Sterbezimmer Georg von Schönerer's

Ein - - - "Kuriosum" im Freimaurer-Museum auf Schloss Rosenau in Österreich

Das Erarbeiten des folgenden Aufsatzes wurde ausgelöst durch das Lesen des folgenden Satzes (1):
Georg von Schönerer starb am 14.8.1921 auf Schloss Rosenau, das heute das Freimaurermuseum beherbergt.
Und weitere Recherchen ergeben nun: Auf dem Schloss Rosenau in Österreich hatte der namhafteste Begründer der völkischen Bewegung in Österreich, Georg Ritter von Schönerer (1842-1921) (Wiki), seine Jugend und sein ganzes weiteres Leben verbracht. Auf diesem Schloss hatten Besprechungen innerhalb der Schönerer-Bewegung stattgefunden. Und hier ist er auch gestorben.

Abb. 1: Georg Schönerer - "Durch Reinheit zur Einheit!" - nach 1888, der Aberkennung des Adelstitels
Und im Jahr 1975 wird ausgerechnet in diesem seinem Schloss ein Freimaurer-Museum eingerichtet (Wiki). Nein, noch mehr: Im Sterbezimmer Georg von Schönerers wurde sogar ein Freimaurer-Tempel "rekonstruiert" (Freimaurer-Wiki):
Der Tempel ist während der Öffnungszeiten des Museums für Besucher zugänglich; und er steht Freimaurerlogen für "rituelle Arbeiten" zur Verfügung.
Nun, das werden ja schöne "rituelle Arbeiten" sein. Im Sterbezimmer eines der Begründer der deutschen völkischen Bewegung. Begründung für die Einrichtung dieses Freimaurertempels: Man hatte in den 1970er Jahren - - - ganz "zufälligerweise" entdeckt, dass die Fresken in der Vorhalle des Schlosses (angelegt von seinem Erbauer und Erstbesitzer - eines Grafen Schallenberg - und ohne dass sich Schönerer je dessen scheint bewusst gewesen zu sein) freimaurerische Bezüge aufweisen und dass sich im Sterbezimmer Schönerers - lange vor seiner Lebenszeit - sogar ein Tempel befunden haben soll. Und diesen nun hat man im Jahr 1975 "rekonstruiert" (Freimaurer-Wiki). Was auch sonst sollte man mit diesem Zimmer tun.

Abb. 2: "Reichsrathsabgeordneter Georg Schönerer" - nach 1888, der Aberkennung des Adelstitels
Bei der Zurkenntnisnahme dieser Geschehnisse gehen einem aber noch andere Gedanken durch den Kopf. Es darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Bibel-religiösen und okkulten Mächte - zu denen die orthodoxen Juden, Christen, Freimaurer, Jesuiten oder auch die östliche, tibetische Bruderschaft gehören - immer schon nicht nur das "Umwidmen" und Neudeuten, sprich Hijacken von geistig und politisch einflussreichen Bewegungen bedeutsam gewesen ist, sondern ebenso auch das Umwidmen, Neudeuten und Hijacken von Orten, die für diese Bewegungen bedeutsam waren oder sind. Freimaurer-Wiki stellt nun so ganz nebenbei folgende - - - "Kuriosität" heraus:
Der Tempel liegt in einem Eckzimmer nach dem Marmorkabinett ("Raum der verlorenen Schritte"). Kurios: Georg Heinrich Ritter von Schönerer nutzte dieses Eckzimmer als Schlafzimmer (er ist am 14. August 1921 hier auch gestorben); und das Marmorkabinett war sein Arbeitszimmer. Natürlich waren die Räume damals nicht in ihrer freimaurerischen Funktion zu erkennen. Dennoch war es den Fachleuten möglich, den Tempel so nachzuempfinden, wie er in der Zeit Graf Schallenbergs ausgesehen haben muss.
Schönerers Arbeitszimmer wurde umgewidmet zum "Raum der verlorenen Schritte"

Hier ist also weiterhin zu erfahren, dass das Arbeitszimmer Georg von Schönerers "wieder" umgewidmet worden ist zu einem - freimaurerischen - "Raum der verlorenen Schritte". Was ist nun wieder ein so merkwürdiger "Raum der verlorenen Schritte"? Lassen wir uns das erklären. In einem Zeitungsbericht des Jahres 1991 heißt es ("Berliner Zeitung, 18.5.1991):
Ein schwarz gestrichener Raum, flackerndes Kerzenlicht, ein Totenschädel. Auf dem Tisch rinnt eine Sanduhr, Symbol der Vergänglichkeit alles Irdischen. Die Freimaurer nennen dieses Verlies die "Kammer der verlorenen Schritte". Ein "Suchender", der in eine Loge aufgenommen werden will, soll sich hier noch einmal überlegen, ob er sich traut, das Einweihungsritual zu überstehen. Dabei weiß er nicht, was ihm bevorsteht.
Man fühlt sich erinnert an den Satz von Dante Alighieri vor dem Höllentor: "Wer hier eintritt, lasse alle Hoffnung fahren". Ja, ja, die Freimaurerei! Einschüchterung muss ihr natürlich wichtig sein. Ohne sie geht es nicht. In dem Freimaurerlexikon eines A. Mackey finden wir die Angaben:
Saal der verlorenen Schritte (frz. Salle des Pas Perdus). (...) Mackeys Enzyklopädie sagt: die freimaurerische Bezeichnung rührt daher, dass jeder Schritt, der vor dem Eintritt in die Bruderschaft oder nicht in Übereinstimmung mit ihren Satzungen getan wird, symbolisch als verloren anzusehen ist.
Es ist also Lebensarbeit, die man vor dem Eintritt in die Freimaurerei geleistet hat oder die nicht in Übereinstimmung mit ihren Satzungen geleistet wird, als "verloren" anzusehen. Das ist natürlich wieder mal "ganz hübsch". Ach, wir Verlorenen, die wir nicht in Übereinstimmung mit den Satzungen der Freimaurerei Lebensschritte vollbringen. Wir Heiden. Wir Ketzer. Wir Uneingeweihten. Wir Ahnungslosen. Wie nun wohl die Lebensarbeit Georg Ritter von Schönerers vor diesem Maßstab bestehen wird? Wird sie als "verloren" anzusehen sein? Nun, sogar noch heute kann man es auf Wikipedia nicht vermeiden, zumindest sein soziales Engagement als etwas Vorbildliches anzusehen (Wiki). Ob das die Freimaurerei ähnlich sieht? Offenbar nicht. Denn die frühere Anwesenheit und das Sterben Georg von Schönerers in diesem Haus und in diesem Räumlichkeiten ist ja für sie nur eine - - - "Kuriosität".

Nach der Internetseite des Museums in Rosenau sind im dortigen Haus die "dunkle Kammer" und der "Saal der verlorenen Schritte" nun zwei Räume. Ist ja auch besser so. Über die "dunkle Kammer" heißt es dort:
Die Dunkle Kammer animiert zum Memento mori. Sie diente den Neophyten als Vorbereitungsraum vor ihrer rituellen Aufnahme in die Loge.
Gedenke des Todes, bevor du in diese Loge aufgenommen wirst! Ja, ja, ja, ja. Und lasse alle Hoffnung fahren ... Und über den "Raum der verlorenen Schritte" heißt es ebendaselbst:
Der Raum der verlorenen Schritte, in dem sich die Freimaurer vor Eintritt in den Tempel zu ritueller "Arbeit" versammeln, ist von der Umwelt "abgeschlossen". Die Fenster sollen aus kontemplativen Gründen nicht mehr Ausblick ins Freie gewähren.
Der Eintritt also in die Unterwelt der Freimaurerei ... Alles ganz "kontemplativ". Natürlich. Gedenke deines Todes und kusche vor den Anweisungen deiner Vorgesetzten. Es ist krass, dass beim "Rundgang" durch das Museum auf der Internetseite der Nutzung derselben Räume durch die Georg von Schönerer und seine Familie nicht einmal mehr als "Kuriosum" gedacht wird. Nein, sie wird dort überhaupt nicht erwähnt. Sie ist offenbar - - - "weggeschächtet". Ihm ist auch von Freimaurerseite aus noch nie eine Ausstellung auf Schloss Rosenau gewidmet worden. Das mag man doch gründliche Arbeit nennen. Sicherlich nicht Arbeit "verlorener Schritte" ...

Gedenken an Freimaurer-Gegner nur an "Tagen der geschlossenen Tür"?

Hier auf dem Blog wecken all diese Dinge nicht nur um ihrer selbst willen Aufmerksamkeit und Interesse. Sie wecken diese auch deshalb, weil man sich hier schon längere Zeit Gedanken darüber macht, wie es um die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der "Ludendorff-Gedenkstätte" und des "Ludendorff-Archives" in Tutzing bestellt ist. Auch die vormalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Frau Charlotte Knobloch, hat sich 2010 darüber öffentlich so ihre eigenen Gedanken gemacht. Und viele Vorgänge rund um diese Ludendorff-Gedenkstätte - etwa dass "Tage der Offenen Tür" als "Tage der geschlossenen Tür" abgehalten werden (St. Nat., 05/2015) - lassen es einen auch sonst nicht mehr gänzlich unwahrscheinlich erscheinen, dass die ausschlaggebenden Kräfte in dem sehr kleinen Trägerverein dieses Hauses die Bedeutung dieses Hauses am liebsten "umwidmen" und neu ausrichten würden. Und zwar im Sinne der genannten Bibel-gläubigen und okkulten Kräfte. Dass solche Bestrebungen im Gange sind, dafür konnten hier auf dem Blog schon viele Anhaltspunkte gesammelt werden. (Wobei noch bei weitem nicht alle uns vorliegenden Anhaltspunkte öffentlich gemacht worden sind.)*) Und angesichts solcher klarer Bestrebungen wird man natürlich hoch-sensibel für Vorgänge andernorts, die sich irgendwie sehr ähnlich anfühlen, die irgendwie in ähnliche Richtung tendieren. Und man schaut sich diese - auf sie aufmerksam geworden - dann schon einmal auch sehr genau an.

Abb. 3: Reichsratsabgeordneter Georg Schönerer, 1892
Nun ist zunächst festzustellen, dass Georg Ritter von Schönerer gar nicht einmal ein ausgesprochener, dezidierter Gegner ausgerechnet der Freimaurerei gewesen zu sein scheint. Darüber findet sich in erster Recherche jedenfalls nur sehr wenig. Vielmehr trifft man dabei darauf, dass der katholische österreichische Freimaurer-Kritiker Karl Steinhauser 1992 Schönerer richtiggehend vorwirft, um seiner Betonung der kritischen Bewertung der jüdischen gruppenevolutionären Bestrebungen die Freimaurerei bei weitem nicht genügend im Blickfeld gehabt zu haben. Er schreibt über die "Alldeutsche Bewegung" (2, S. 190, GB):
Der geistige Vater dieser Bewegung war eine ungemein starke Persönlichkeit, vor der sich die Freimaurerei von allen ihren damaligen Gegnern am allermeisten hätte fürchten müssen, der ihr jedoch letztlich überhaupt nicht schadete: Ritter Georg von Schönerer. Fürchten deshalb, weil er den Weltverschwörern gefährlich auf der Spur war und nicht schädlich deshalb, weil er diese Spur unabsichtlich selbst wieder verwischte.
Schönerer habe also die Freimaurerei nicht genügend beachtet und bekämpft. Wenn aber heute in seinem Sterbezimmer symbolisch an der Wiedererrichtung des Tempels Salomos in Jerusalem gebaut wird (wie in allen Freimaurertempeln weltweit), also der Wiedererrichtung des Zentralorts der jüdischen alttestamentarischen Religiosität weltweit, dann würde sich sicher heute auch ein Georg Ritter von Schönerer verstärkt die Frage nach der Rolle der Freimaurerei in der Weltgeschichte stellen. Vielleicht würde er in das Museum stürmen, so wie er einst, 1888, in die Redaktionsräume einer ihm verhassten Wiener Zeitung stürmte, weil diese - seiner Einschätzung nach - aus der verfrühten Meldung des Versterbens des Deutschen Kaisers Wilhelm I. in Berlin Kapital habe schlagen wollen, weil er dieser also Sensationsgier und Geldmacherei, sowie mangelnde Ehrfurcht vor dem deutschen Kaiserhaus unterstellte.

Georg von Schönerer - Ein Vorläufer der Ludendorff-Bewegung

Georg Ritter von Schönerer kann mit Fug und Recht ein Vorläufer der Ludendorff-Bewegung genannt werden. Und zwar viel mehr noch ein Vorläufer der Ludendorff-Bewegung als etwa jener nationalsozialistischen Bewegung nach 1924, die ihn bis 1945 so sehr als einen ihrer Vorläufer vereinnahmt hat (siehe etwa: 3, 4). Der Katholik und Armanenbruder**) Adolf Hitler hatte nach seiner Entlassung aus der Festungshaft im Dezember 1924 dem bayerischen Ministerpräsidenten Held versprochen, die katholische Kirche nicht mehr zu bekämpfen und deshalb auch nicht mehr so eng wie zuvor mit Erich Ludendorff zusammen zu gehen. Dementsprechend hatte Hitler in seinem zeitgleich entstandenen Buch "Mein Kampf" Schönerer zwar als vorbildliche Persönlichkeit herausgestellt. Aber er setzte sich gerade in Auseinandersetzung mit den Alldeutschen Schönerers zugleich auch von Erich Ludendorff und seiner eigenen Überzeugung in der Zeit vor 1914 (3) ab, wenn er schrieb, die Alldeutschen hätten nicht erkannt (zit. n. 3, S. 363),
dass man, um überhaupt Erfolge erringen zu können, schon aus rein seelischen Erwägungen heraus der Masse niemals zwei oder mehr Gegner zeigen darf, da dies sonst zu einer vollständigen Zersplitterung der Kampfkraft führt.
Dass bezog sich darauf, dass Georg von Schönerer 1898 die "Los von Rom"-Bewegung begründet hatte, dass er im Zuge dessen aus der katholischen Kirche austrat, in die evangelische Kirche eintrat, dies auch von seinen Anhängern forderte, dass er aber noch weiter ging und immer wieder einmal vom "jüdischen" Christentum sprach. Er hatte die Losung im Tonschlag seiner Zeit ausgegeben "Ohne Juda, ohne Rom wird gebaut Germaniens Dom!" Der Katholik und Armanenbruder Adolf Hitler hingegen meinte, nicht gegen die katholische Kirche, nicht gegen die Jesuiten, auch gar nicht einmal ausgesprochenermaßen gegen die Freimaurerei oder allgemeiner gegen das Christentum kämpfen zu dürfen, sondern einzig und allein: "gegen die Juden". Und dem hielt Erich Ludendorff in seinen Publikationen immer wieder erneut die seinige Argumentationslinie entgegen, die viel eher auf der Linie Schönerers lag als die Hitlers. Ludendorff schreibt darüber etwa in seinen Lebenserinnerungen zum Jahr 1925 (5, S. 37):
Dass viele Mitglieder des Tannenberg-Bundes dem allen nicht so schnell folgen konnten und nun auch nachbeteten, was sie von den völkischen Parteien vorgesagt erhielten: man könne doch nicht alle auf einmal angreifen, war klar. Sie vergaßen nur, dass wir nicht angriffen, sondern abwehrten, was uns durch Einführung der Christenlehre unsere Eigenart und unser Volkstum nahm und unser Rassenerbgut einlullte, indem wir fortschreitend - als Einzelmensch und Volk - mit jedem Tage mehr kollektiviert wurden.
Oder zum Jahr 1928 (5, S. 197):
Dass sich nun meine Freunde wieder wunderten, ich griffe ja wieder alle Feinde an, das wäre doch nicht taktisch klug, ist selbstverständlich. Es hatten auch dieses noch nicht einmal erkannt, dass wir ja nicht angriffen, sondern dass die überstaatlichen Mächte uns seit Jahrtausenden bedrängten und wir sie allein abzuwehren hatten, und sie uns umso mehr bedrängten, je weniger wir sie abwehrten. Wir waren in der Lage eines Menschen, dem verschiedene Gegner die Gurgel zudrücken möchten. Drückte sie der eine nicht zu, so der andere. Wir mussten sie alle abwehren, so wie wir im Weltkriege sowohl die Franzosen, Engländer und Belgier im Westen wie die Russen im Osten zu bekämpfen hatten. (...) Taktik führt dabei nicht zum Ziel, sondern geschlossenes, überzeugungstreues Handeln im Sinne der erkannten Gefahr. Wie im übrigen Jude, Jesuit und Freimaurer ihre Gegensätze zurückstellen und gemeinsam arbeiten, wenn es das Volk zu verderben gilt, davon konnten sich die Deutschen ja jeden Augenblick überzeugen. Sie brauchten nur auf das Zusammengehen der Parteien im Reichstag zu sehen, das die Erfüllungspolitik gegenüber dem Deutschen Volke zu seiner Kollektivierung durchsetzen sollte.
Hierzu könnten sicherlich noch viele weitere Zitate Erich Ludendorffs gesammelt werden. Übrigens besteht die Neigung, vor allem jüdische gruppenevolutionäre Strategien am Werk zu sehen, bzw. die Israel-Lobby allein für alles Unheil in der Welt verantwortlich zu machen, vielerorts bis heute fort. Noch heute wird von vielen nicht berücksichtigt, dass die anderen Kräfte einfach nur etwas verborgener oder schlicht anders arbeiten. Aber gar so viel verborgener tun sie es eigentlich gar nicht. Man muss diese ihre allumfassende Arbeit (die sich nicht allein auf den politischen Bereich erstreckt, sondern zum Beispiel auch in den wissenschaftspolitischen und in den weltanschaulichen) eigentlich nur "erspüren". Man muss sie als gruppenevolutionäre Strategien im Sinne von Kevin MacDonald erkennen. Dann braucht man nur noch eins und eins zusammen zu zählen. Aber das fällt heute selbst klugen Leuten nicht immer leicht.

Aus der Schönerer-Bewegung gingen alle politischen Lager Österreichs hervor

Doch zurück zu Georg Ritter von Schönerer. Welche geschichtliche Bedeutung hatte er? Der österreichische rechtskatholische Verleger Wolfgang Dvorak-Stocker hat in einem Aufsatz aus dem Jahr 2008 einmal sehr gut die Zeitlage und Stimmungslage in Österreich beschrieben, in der die Schönerer-Bewegung entstanden und aus der sie hervorgegangen ist. Und er wies dabei auch darauf hin (6):
Aus der Bewegung von Georg Ritter von ­Schönerer gingen alle politischen Lager Österreichs hervor. Sowohl die sozialdemokratischen Gründerväter ­Victor Adler und Engelbert Pernerstorfer wie der spätere Führer der Christlichsozialen, Karl Lueger, waren Gefolgsleute des alldeutschen Führers gewesen.
Diesem außerordentlich bemerkenswerten Umstand müsste noch viel umfassender weiter nachgegangen werden, als das hier in einem ersten Zugriff geschehen kann. Womöglich vor allem anhand umfangreicherer Literatur (7). Würde das geschehen, würde vielleicht noch viel deutlicher werden, was es bedeutet, dass die Freimaurer Österreichs - deren Verwicklung etwa in den Todesfall Jörg Haiders bis heute ungeklärt geblieben ist - ausgerechnet im Arbeits- und im Sterbezimmer Georg von Schönerers "rituelle Arbeiten" verrichten zur Wiedererrichtung des Tempels Salomo in Jerusalem.

In diesem Zusammenhang wäre auch einmal der Frage nachzugehen, ob die Sozialdemokraten und die Christlichsozialen in Österreich womöglich erst und nur deshalb "groß" "gemacht" wurden, um Menschen wie Georg von Schönerer und seinen engeren Anhängern das Wasser abzugraben. Das ist ja eine von mehreren, sehr beliebten Vorgehensweisen, um Gegner unschädlich zu machen. Die Popularität von Georg von Schönerer soll ja zeitweise außerordentlich groß gewesen sein. 1888 als er ins Gefängnis abgeführt wurde, schloss die Kaiserburg ihre Tore aus Sorge vor den zornigen Anhängern Schönerers.

Erich und Mathilde Ludendorff haben - soweit übersehbar (und soweit das Google Bücher-Recherche erkennen lässt) - Georg von Schönerer in ihren Schriften und Büchern nie namentlich erwähnt. Liest man aber die Schrift "Hinter den Kulissen des Bismarck-Reiches" von Mathilde Ludendorff über den Hintergrundpolitikkritiker Hermann Ahlwardt (1846-1914) (Wiki), wird man wohl schon so in etwa Anhaltspunkte dafür haben, wie sie auch das Leben Georg von Schönerers beurteilt hätte.

Begründer der "Los von Rom"-Bewegung

Jedenfalls entwickelte sich Georg von Schönerer vom zeitgeistigen Liberalen der 1870er Jahre weiter zu einem der Begründer der völkischen Bewegung in Österreich. Ab den 1890er Jahren dann weiter zu einem der Begründer der dortigen "Los von Rom-Bewegung" (Wiki). Damit war er - wie Erich und Mathilde Ludendorff - sowohl Kritiker jüdischer wie katholischer gruppenevolutionärer Strategien. Und er entwickelte demgegenüber wie sie eigene - deutsche - gruppenevolutionäre Strategien. Dementsprechend ist über die Schönerianer zu erfahren, dass sie nicht nur politisch dachten, sondern weit darüber hinaus (3, S. 349):
Die Frauen schminkten sich nicht und trugen schlichte Kleider und Frisuren. Die Jugend sollte lernen, Verzicht zu üben und enthaltsam zu leben, um sich für "die deutsche Nation" gesund zu erhalten. Die Schönerianer hielten sich an Essregeln und lebten weitgehend vegetarisch. Sie stärkten ihre Körper mit Turnen und Gymnastik, möglichst in frischer Luft. All diese Lebensregeln wurden in unzähligen Kleingruppen und Vereinen eingeübt. (...) "Wer in strenger Selbstzucht und harter Pflichterfüllung aus sich selbst das denkbar Beste zu machen strebt, um diesen besseren Menschen in den Dienst seines Volkes zu stellen, der begeht eine deutsche Tat." "Durch Reinheit zur Einheit" bedeutete auch eine konsequente Eindeutschung von Fremdwörtern. Aus dem "Kalender" wurde ein "Zeitweiser", aus dem "Kapitel" ein "Hauptabschnitt", dem "Redakteur" ein "Schriftleiter". Die Wiener Floskeln "Servus" und "Prosit" wichen dem altgermanischen "Heil!" 
Da ist also insgesamt viel geschehen. Dennoch wird heute an Georg von Schönerer an seinem eigenen lebenslangen Lebensmittelpunkt nicht mehr erinnert. Sondern an die Jahrhunderte lange Geschichte und an das rituelle Arbeiten der internationalen Freimaurerei. Die Erinnerung an Schönerer hat man viel mehr an einen Raum im Stadtmuseum von Zwettl weitergegeben. Dort gibt es eine kleine "Schönerer-Abteilung". Zu dieser heißt es (Museum Zwettl):
1924 wurden der Gemeinde Zwettl zahlreiche Objekte aus Schönerers politischer Tätigkeit mit der Auflage übergeben, diese in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Das Stadtarchiv von Zwettl beschäftigt sich auch in unregelmäßigen Abständen in Artikeln mit Schönerer. Ob es sich aber im Besitz des vollständigen Nachlasses von Georg von Schönerer befindet, bzw. wie es um letzteren bestellt ist, ist allein durch Internetrecherche offenbar nicht leicht heraus zu bekommen. In offiziellen Nachlass-Datenbanken im Internet findet sich jedenfalls nirgendwo verzeichnet. Auch die Historikerin Brigitte Hamann nennt, soweit übersehbar keinen, hat also auch keinen ausgewertet.

Wichtiger ist ja all demgegenüber doch, dass in dem Sterbezimmer Georg von Schönerers heute an der Wiedererrichtung des Tempels Salomos in Jerusalem gebaut wird. Und nicht mehr so "verlorene Schritte" getan werden, wie etwa: an "Germaniens Dom" zu bauen.

Abb. 4: Schönerer Arbeitszimmer ist heute ein freimaurerischer "Raum der verlorenen Schritte"
- Wie sieht es diesbezüglich mit Erich und Mathilde Ludendorffs Arbeitsräumen aus?
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*) In diesem Zusammenhang sei angeführt, was wir vor einigen Tagen die Nachricht erhalten haben, dass die langjährige Haushälterin Mathilde Ludendorffs, Annemarie Kruse, die testamentarisch lebenslanges Wohnrecht in dem Wohnhaus Mathilde Ludendorffs hatte, am 26. Februar 2016 gestorben und am 12. März beerdigt worden ist. Sie war hoch betagt und hat, soweit wir das mitbekommen haben, in den letzten Jahren nicht mehr im Haus selbst gewohnt, sondern in einem Altersheim. - Dabei wird einem bewusst, dass sie zwar die meisten erhaltenen Altersaufnahmen von Mathilde Ludendorff angefertigt hat, dass aber von ihr selbst zunächst keine Fotografie verfügbar ist.
**) "Für Adolf Hitler, meinen lieben Armanenbruder" lautet eine erhaltene Buchwidmung an Adolf Hitler aus dem Jahr 1921 von Seiten seiner damaligen Münchner Halsärztin Dr. Babette Steininger. Die Armanenbruderschaft wurde von Guido von List gegründet. 
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  1. Pammer, Leo: Hitlers Vorbilder - Georg Heinrich Ritter von Schönerer. Auf: antifa-info.at, http://www.antifa-info.at/archiv/PAMMER1.PDF
  2. Steinhauser, Karl: Who is who ohne Maske. Das wahre Gesicht der Freimaurerei. Gruber, 1992 (333 S (OA: Eigenverlag, Wien 1990), http://de.scribd.com/doc/235565380/Who-is-Who-Ohne-Maske-das-Wahre-Gesicht-Von-Osterreichs-Freimauerei-Steinhauser-1992#scribd
  3. Hamann, Brigitte: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper-Verlag, München, Zürich, 6. Aufl. 2003 (OA. 1996)
  4. von Rudolf, E. V.: Georg von Schönerer. Der Vater des politischen Antisemitismus. Von einem, der ihn selbst erlebt hat. Verlag Franz Eher Nachfolger, München 1936
  5. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. II. Band. Meine Lebenserinnerungen von 1926 bis 1933. Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1951
  6. Dvorak-Stocker, Wolfgang: Die Geburtsstunde der drei Lager. In: Neue Ordnung II/2008 
  7. Herwig (d. i. Eduard Pichl): Georg Schönerer und die Entwicklung des Alldeutschtumes in der Ostmark. Ein Lebensbild. 4 Bände. Selbstverlag des Verfassers / Alldeutscher Verein für die Ostmark, Wien 1913-1923

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