Freitag, 30. September 2011

Ernst Haeckel und "das Wahre, Gute und Schöne" in der Natur

Haeckel aus Sicht der Ludendorff-Bewegung

Die folgende Abbildung mit Kommentar ist "Ludendorffs Halbmonatsschrift" ("Am Heiligen Quell Deutscher Kraft") vom 5. Dezember 1936 entnommen. Sie geht wohl auf den Schriftleiter Walter Löhde zurück.

Da der sehr komprimierte Text vielleicht sehr kennzeichnend ist für die Art der inhaltlichen Stellungnahme der "Ludendorff-Bewegung" zu der ihr vorausgegangenen "Haeckel-Bewegung" (dem Monistenbund), in der sie sowohl der Sache nach in vielen Aspekten wurzelt wie auch personell über die frühere Mitgliedschaft Mathilde Ludendorff im Monistenbund, die parallel zu ihrem Kirchenaustritt lange vor 1914 erfolgte (Kritik an Christentum und Kirche, Hochwertung der Naturwissenschaft, naturalistisches Denken, Suche nach einer neuen nicht-materialistischen Weltanschauung), sei er hier einmal zur Diskussion gestellt.
Abb.: Fotoseite aus der Zeitschrift "Am Heiligen Quell Deutscher Kraft", Folge 17, 5.12.1936
Kernsätze seien noch einmal wiederholt:
... So hätte man von ihm am ehesten auch erwarten sollen, daß er dem Materialismus der Naturwissenschaft den Untergang bereiten werde.
(Richtiger muß es wohl heißen und gemeint ist sicherlich auch: daß er der aus der Naturwissenschaft abgeleiteten materialistischen Weltanschauung den Untergang bereiten werde.)
Aber als er die letzten Rätsel in seiner "natürlichen Schöpfungsgeschichte" und in fünf weiteren wissenschaftlichen Bänden streifte, da verband er sich im Gegenteil mit ihm, und seine Philosophie des "Monismus" konnte sich nicht vom Materialismus befreien. Er war aber der erste deutsche Naturwissenschaftler, der offen den Irrlehren des Christentums in seinen "Welträtseln" entgegentrat. 
Diese Sätze sind anläßlich einer Besprechung eines Buches von Heinz Brücher über "Ernst Haeckels Bluts- und Geist-Erbe" (erschienen im J.F. Lehmanns Verlag München) von dem Rezensenten Walter Löhde mit dem darin gebrachten folgenden Haeckel-Zitat noch deutlich ergänzt worden (aus "Quell", 20.12.1936, S. 725):
"Denn überall in der freien Natur, wo er" (der Mensch) "seine Blicke auf das unendliche Universum oder auf einen Teil desselben richtet, überall findet er zwar den harten 'Kampf ums Dasein', aber daneben auch das 'Wahre, Gute und Schöne'; überall findet er seine 'Kirche' in der herrlichen Natur selbst ... Das Wahre, Gute und Schöne sind die drei hehren Gottheiten, vor denen wir anbetend unser Knie beugen; in ihrer naturgemäßen Vereinigung und gegenseitigen Ergänzung gewinnen wir den reinen Gottesbegriff. Diesem 'Dreieinigen Gottesideal' wird das herannahende 20. Jahrhundert seine Altäre bauen."
In diesen Sätzen stimmt Ernst Haeckel mit Kernaussagen der Philosophie Mathilde Ludendorffs überein.
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