Samstag, 17. September 2016

Das steil absinkende Niveau der Zeitschrift der Ludendorff-Bewegung

Einige Worte zu dem Autor Dr. Josef Haas

Hier auf dem Blog ist über die merkwürdige Zeitschrift der Ludendorff-Bewegung, die Zeitschrift "Mensch & Maß", spätestens seit dem Jahr 2011 mancher kritische Artikel erschienen (1-3). Dabei sind seit 2013 auch mehrere in dieser Zeitschrift erschienene konkrete Artikel (4-7) kritisch besprochen, beurteilt und eingeordnet worden. Es war da - immer wieder - auf merkwürdige Dinge hinzuweisen. Zuletzt im Mai 2015.

Im Jahr seither - bis zum August 2016 - strotzte die Zeitschrift "Mensch & Maß" weiter von merkwürdigsten Dingen und Unmöglichkeiten. Um sie alle zu behandeln, ist die Zeit zu schade. Leser, die einigermaßen ihre Sinnen beeinander haben und nicht nur von Ressentiment, Verbitterung und Haß zerfressen sind, haben das längst selbst gemerkt. Viele werden es gar nicht mehr bemerken können, da sie - mit viel Recht - diese Zeitschrift längst abbestellt haben werden.

Viele Aufsätze der letzten Monate in dieser Zeitschrift - und zwar dem oberflächlichen Eindruck nach zunehmend mehr - stehen im Niveau derart niedrig, dass man es kaum glauben kann. Auf dieser Ebene jedenfalls bewegt sich neuerlich ein Aufsatz des Autors Josef Haas (8). Bei der Lektüre desselben fragt man sich mit zunehmendem Nachdruck, warum Autoren gerade dieser "untergehenden" Zeitschrift (denn die Leserzahlen sind doch stark rückläufig wie man annehmen darf) die "Stirn" haben, das Unmöglichste vom Unmöglichen zu veröffentlichen in derselben. Warum gerade in dieser? Finden sie keine andere? Warum werden gerade sie vom Schriftleiter dieser Zeitschrift ausgewählt?

Man ist zunehmend gezwungen, das als den groteskesten Hohn der Leserschaft gegenüber zu empfinden. Vielleicht ist das ja auch die Absicht. Der Leserschaft zu zeigen, was man ihr alles bieten kann, ohne dass sie "aufmuckt". Sollte das jedenfalls die Absicht sein, dann freilich macht man in dieser Zeitschrift alles richtig.

Das Verhalten etwa des inzwischen regelmäßig in der Zeitschrift veröffentlichenden Autors Dr. Josef Haas erinnert an das Verhalten des vormaligen Chefs des  Thüringer Verfassungsschutzes Helmut Roewer. Dieser hatte während seiner Amtszeit, in der der NSU ("Nationalsozialistische Untergrund") entstand und gefördert wurde, einmal ein merkwürdiges Bedürfnis, sich öffentlich in der Fußgängerzone von Weimar mit Erich Ludendorff auseinanderzusetzen. Indem er sich als solchen verkleidete. Es gibt halt Geheimdienstleute, die bauen zu ihren Beobachtungsgegenständen so ihre ganz besondere Haßliebe auf. Und diese muss sich dann auch irgendwann einmal - irgendwie - äußern. Immer nur Schweigen und Beobachten und schweigend reagieren (auf "das Leben der anderen") - da wird man halt auch ganz schön "gefordert". Und man muss es mal rauslassen, muss seinem Beobachtungsgegenstand irgendwann einmal zu fühlen geben, dass man auch noch "da" ist. Man hat - auch - bei Josef Haas das Gefühl, seine Artikel sind die Art und Weise, in der sich eine solche eigenartige Haßliebe dann äuußern kann, in der sie kund gibt, dass die auch noch "da" ist. Und zwar, so fühlt es sich an: schon "lange". Viel zu lange.

Otto Skorzeny ...

Abb.: "Mensch & Maß" (1981)
Da hatten wir auf unserem Paralellblog also einmal - eher aus zufälliger Anwandlung und eher in einem bloßen Seitenblick - im Jahr 2012 unsere uns selbst überraschende Hochachtung vor dem eigentlichen, nämlich dem deutschen "James Bond" zum Ausdruck gebracht. Nämlich vor dem Vorbild für die Romanfigur. Und das war Otto Skorzeny (1908-1975) (9). Wäre dies nicht geschehen, würden wir vielleicht auch auf den neuesten, abstoßenden Artikel von Josef Haas in "Mensch & Maß" (8) gar nicht weiter zu sprechen kommen wollen. Aber weil uns Otto Skorzeny durch den Artikel aus dem Jahr 2012 doch ein wenig ans Herz gewachsen ist, kann dieser neueste Artikel ausnahmsweise einmal nicht unkommentiert bleiben. 

Da haben also einige israelische Historiker und Zeitungen behauptet, Otto Skorzeny sei 1962 ein Auftragsmörder im Dienste des Mossad gewesen. Er habe sogar fünf Ägypter mit Paketbomben getötet. Das sind ja so die Verbrechen, für die der Mossad so seine Schuldigen suchen muss, damit ihm nicht selbst gar zu viel Schuld zugesprochen wird. Wenngleich inzwischen so viele Auftragsmorde ihm zugeschrieben werden, dass es auf einen mehr oder weniger wohl auch nicht mehr ankommen wird ...

Und jetzt ist natürlich jedermann "sehr erschüttert". Nachdem diese Behauptungen im März 2016 - geradezu wie auf Kommando - auch von den großen deutschen Tageszeitungen behandelt worden sind, wird über diese nun neuerdings auch auf dem Wikipedia-Eintrag zu Otto Skorzeny geschrieben. Aber doch immer noch mit der gebotenen Zurückhaltung und kritischen Distanz. Wo doch selbst einem Autor und Zeithistoriker wie Sven Felix Kellerhoff, dem ansonsten zutiefst zu mißtrauen ist, weil er - wie viele "Spiegel"-Historiker - in Büchern und Aufsätzen politische Morde und Geheimdienstätigkeit der Zeitgeschichte verharmlost und kleinredet, etwa nach dem Tenor:
Wenn sich die Dienste an Gesetze hielten, bräuchte man sie nicht,
wo also selbst ein solcher Autor gegenüber diesen abstrusen Behauptungen zurückhaltend bleibt und schreibt (Welt 3/2016):
Solange es die Autoren des "Haaretz"-Artikels allerdings bei vagen Schilderungen belassen, ist das kaum zu beurteilen. Zumal andere Details ihrer Story Zweifel an der Kompetenz ihrer Quellen stützen.
Selbst ein Sven Felix Kellerhoff also wahrt Distanz und Zurückhaltung in der Beurteilung dieser wahrhaft merkwürdigen Unterstellung.

... Er ist zu verabscheuen

Eine solche Distanz und Zurückhaltung ist nun freilich die Sache eines so abstoßenden Autors wie Josef Haas nicht. Sein Mund tropft vor Geifer über, es kann ihm gar nicht schnell genug gehen, nun endlich - endlich! :) - seinen schon lange gehegten Abscheu vor Leuten wie Otto Skorzeny zum Ausdruck bringen zu können. Und da läßt er sich dann gehen und schreibt:
In der Anschauungswelt der Nonkonformisten 
.... jener Nonkonformisten, nicht wahr, die Josef Haas eben bislang - sprachlos - beobachtet hat, nicht wahr?, und zu denen er keinesfalls gehörte und gehört ....
konnte sich (...) Otto Skorzeny ja sehr lange eines hohen Ansehens erfreuen.
Und wie musste man ständig innerlich aufbegehren gegen dieses Ansehen. Und konnte doch nichts sagen. Allerdings musste man es immerhin wissen, wenn man die "Nonkonformisten" beobachtet, nicht wahr? Haas also weiter ohne jede eigene innere Anteilnahme, ohne auch nur eine Spur menschlicher Enttäuschung zu zeigen, sondern mit klarer emotionaler Distanz, ja, eigentlich mit offen zur Schau getragenem Zynismus:
Und nun das! (...) Dennoch scheint diese Bluttat von Skorzeny begangen worden zu sein. (...) Hier kommen wahre Untiefen eines vermeintlichen Kriegshelden zum Vorschein, welcher sich - immer vorausgesetzt, die zionistische Presse hat nicht gelogen - ....
.... ja, ja, lieber Leser, und warum sollte sie auch lügen, nicht wahr, die - - - "zionistische Presse" (!!!) (aus der Sicht eines Nonkonformisten, bzw. "Nonkonformisten" wie Josef Haas ...) ...
durch seine verbrecherische Handlung für alle Zukunft selber moralisch diskreditiert und deswegen bei jedem noch anständig gebliebenen Deutschen jedwede Achtung oder gar Sympathie verloren hat. 
Aber darunter geht es nun gar nicht bei einem Autor wie Josef Haas. Der Geifer muss tropfen. Aber ja doch. Und dann geht es fröhlich weiter bei dem Herrn Josef Haas:
Diese totale Ächtung hat aber keinesfalls nur Otto Skorzeny verdient. Gleiches trifft auf Franz-Josef Strauß zu, den viele "Nationale" einst als "Retter Deutschlands" ansahen.
Aber natürlich, aber natürlich. Franz-Josef Strauß, eine ähnliche Ikonoe wie Otto Skorzeny. Irgendwie hat Herr Josef Haas doch nicht genau genug beobachtet. Irgendwie blieb er zu oberflächlich. Denn es stimmt schlichtweg nicht. Nicht "viele Nationale", sondern höchstens Leute wie Josef Haas, also Leute wie Armin Mohler. Oder Leute wie der damalige Münchener Erzbischof und nachmals tausendfache Pädokriminalität vertuschend habende Josef Ratzinger. Solche Leute, Herr Josef Haas, nicht wahr. Die sahen Franz-Josef Strauß als "Retter Deutschlands" an. Weil das irgendwelchen Stichwortgebern aus dem Hintergrund sehr genehm war. Das wissen wir schon. Es sind einem aber doch wenigstens Leserbriefe aus "Mensch & Maß" erinnerlich aus der Hochzeit des Franz Josef Strauß, die zeigen, dass damals in der Leserschaft dieser Zeitschrift - freilich: damals - solche Politiker keineswegs als Retter Deutschlands erachtet wurden.

Nein. Es ist schon wieder viel zu viel gesagt worden. Über einen Autor wie Josef Haas. Wer hören will und noch kann, hat schon genug gehört.

Ergänzung, 24.10.2016

Als ein Gegenbeispiel für den eben erörterten abartigen Aufsatz des Herrn Josef Haas kann neuerdings verwiesen werden auf einen in "Mensch & Maß" vom Oktober 2016 erschienen Aufsatz des Autors Gerhard Bracke (10). Dieser handel von den Kriegseinsätzen eines Kampfbomberpiloten des Zweiten Weltkrieges. Da derselbe - ein im April 2016 verstorbener Oberstudienrat a.D. namens Wilhelm Nolte - zugleich Anhänger der Philosophie Mathilde Ludendorffs war, würde dieser Aufsatz nicht zuletzt auch gut in die Rubrik dieses Blogs passen: "Lebensläufe von Ludendorff-Anhängern". Der Aufsatz von Bracke besticht durch seine gerade, stringente Sprache, durch seine knappe, auf das Wesentliche reduzierte, ganz und gar sachliche Darstellungsart. Welten liegen zwischen einem solchen Aufsatz und dem hier zuvor behandelten Aufsatz eines - Josef Haas.

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  1. Bading, Ingo: Die Antiquiertheit der heutigen "Ludendorff"-Bewegung - Eine in Alkohol eingelegte Subkultur? Studiengruppe Naturalismus, 1012.2011, http://studiengruppe.blogspot.com/2014/10/die-naturliche-verbindung-zwischen.html
  2. Bading, Ingo: Die "mißratene Tschandala"-Rasse - Ernsthaft behandelt in "Mensch & Maß" im Mai 2015. Studiengruppe Naturalismus,  30.5.2015, http://studiengruppe.blogspot.com/2014/10/die-naturliche-verbindung-zwischen.html
  3.  Bading, Ingo: "Ludendorffs fernöstlicher" - buddhistisch-imperialistischer - "Freund" - Schreibt ein Autor von "Mensch und Maß" auch für das Muslim-Forum? Auf: Studiengruppe Naturalismus, 1. Mai 2015, http://studiengruppe.blogspot.de/2015/05/ludendorffs-fernostlicher-buddhistisch.html
  4. Gramse, Falko: Otto der Große. Erster Kaiser des "Römisch-Deutschen Kaiserreichs." In: In: Mensch & Maß, Folge 9, 15.9.2013, S 417-430, Folge 10, 15.10.13, S. 493-500, Folge 11, 15.11.13, S. 534-541, Folge 12, 15.12.13, S. 590-594, Folge 1, 15.1.14, S. 18-29, Folge 2, 15.2.14, S. 62-76
  5. Heuermann, Hartmut: Martin Luther - der Lichtgestalt dunkle Seite. In: Mensch & Maß, Folge 9, 15.9.2014, S. 452-454
  6. Scharf, Johannes: Der Zorn des Odysseus - Wie Kleists Novelle "Der Findling" noch zu lesen ist ... In: Mensch & Maß, Folge 5, Mai 2015, S. 228-238
  7. Haas, Josef: Ludendorffs fernöstlicher Freund. In: Mensch und Maß, Folge 4, April 2015, S. 202-206 
  8. Haas, Josef: Die deutsche Krankheit. In: Mensch & Maß, Folge 8, August 2016, S. 411-414 
  9. Bading, Ingo: Otto Skorzeny, der "deutsche James Bond"  - Gefürchtet und bewundert von Geheimdiensten und Revolutionären auf der ganzen Welt. - Aber warum eigentlich? Auf: GA-j!, 30.5.2012, http://studgenpol.blogspot.de/2012/05/otto-skorzeny-der-deutsche-james-bond.html
  10. Bracke, Gerhard: Einsätze beim Kampfgeschwader 51 ("Edelweiß"). In: Mensch & Maß, Oktober 2016, S. 513-518
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