"Deutsche, wühlt in der Geschichte!" (Erich Ludendorff)
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Sonntag, 10. Juni 2018

Johannes Marquardt, ein Ludendorff-Anhänger seit 1925

Der folgende Beitrag ist zuletzt im Dezember 2013 bearbeitet worden und wird hier in der Fassung von vor fünf Jahren veröffentlicht. Er muß an den erkennbaren Lücken nach und nach noch inhaltlich ergänzt, erweitert und vervollständigt werden.

Johannes Marquardt (geb. 1885, gest. unbekannt) wurde in der Nähe von Dirschau bei Danzig geboren. Er stammte aus einer alten westpreußischen Familie (8, S. 2f). 

Abb. 1: Johannes Marquardt, Silberhochzeit (1937)

Mit 18 Jahren trat er 1903 in das Leibhusaren-Regiment in Danzig ein, wurde in diesem Unteroffizier, bis er nach einem Reitunfall 1908 in einen Zivilberuf wechseln mußte (8, S. 8-12). Er wurde Technischer Zeichner und Bauingenieur und heiratete im Jahr 1912 eine Frau aus dem Harz (8, S. 13f). 1914 bis 1920 war er Soldat. In dieser Zeit suchte er nach Orientierung und schloß sich 1924 in Halberstadt dem "Stahlhelm"-Bund" an. Nach dem Anhören eines Vortrages des damaligen Reichstagsabgeordneten Georg Ahlemann schloß sich Marquardt am 1. Mai 1925 zusammen mit der von ihm geleiteten Ortsgruppe Halberstadt dem "Frontkriegerbund" Erich Ludendorffs an. Auf die diesbezügliche Meldung an Erich Ludendorff antwortete dieser mit einem Dankesbrief, der mit den Worten begann, - wie Johannes Marquardt festhält - "Mein werter Kamerad Leutnant Marquardt!" (8, S. 21). Er berichtet weiter in seinen Lebenserinnerungen, die nur als Manuskript vorliegen (8): 

Auf des Feldherrn Vorschlag sollten wir uns dann geistig an den "Verlag für völkische Aufklärung" in Berlin wenden, dem die Herren Oberstleutnant Georg Ahlemann als Direktor und Major a. D. Weberstedt als Schriftleiter vorstanden. Ein weiterer Mitarbeiter war noch ein Major a. D. Holtzmann. Dieser Verlag gab damals die "Deutsche Wochenschau" heraus, in der der General seine ersten und ernsten völkischen Gedanken über seinen Freiheitskampf veröffentlichte. (...) Wir hatten ein Ziel und eine uns befriedigende Tätigkeit.

Nachdem sich die anderen genannten Personen Ahlemann, Weberstedt und Holtzmann schon Ende der 1920er Jahre, bzw. Mitte der 1930er Jahre von Ludendorff getrennt hatten, war Johannes Marquardt - und gerade in der Zeit nach 1945 - einer der ältesten "Mitkämpfer" Erich Ludendorffs. Er hatte sich Erich Ludendorff schon angeschlossen lange bevor viele spätere Anhänger sich diesem angeschlossen haben.

Über die Gründung des Tannenbergbundes 1925

Über den Zusammenschluß der völkischen Wehrverbände zum Tannenbergbund im Jahr 1925 berichtet Johannes Marquardt (offenbar von ihm chronologisch ganz falsch erst ins Jahr 1929 verlegt) (8, S. 24):

Als 3. Bundesführer des Frontkriegerbundes in München bekam ich den Auftrag, an der historischen Sitzung in Berlin teilzunehmen, der Zusammenkunft aller Führer der völkischen Wehrverbände im Hotel "Prinz Albrecht" in der Zimmerstraße gegenüber dem Preußischen Abgeordnetenhaus.
Marquardt berichtet von den Widerständen der einzelnen Formationen:
Ich bat den Feldherrn, mit einem Befehl die Auflösung der Wehrverbände und den Zusammenschluß zu einem großen Ganzen zu fordern. Da sagte Ludendorff lächelnd: "Ja, heute kann ich als Zivilperson keine Befehle mehr erteilen, solche Entschließungen müssen freiwillig und von unten heraus erfolgen." (...) So löste ich mich dann aus dem Verbande des Frontkriegerbundes, der sich schon innerlich mehr zu Hitler bekannt hatte, und trat mit einigen wenigen Verbandsführer und deren Mannen, darunter auch der Führer des aus den Kämpfen in Oberschlesien bekannt gewordenen Verbandes "Hindenburg", Major a. D. Hans-Georg von Waldow in Hannover, (...) zu Ludendorff und seinem Wollen. (...) So wurde ich also Mitbegründer des Tannenbergbundes als einem politischen Kampfbund ohne jede Uniformierung und Soldatenspielerei.
Auch Erich Ludendorff erwähnt Johannes Marquardt in seinen Lebenserinnerungen (zit. n. 8, S. 29):
Ich will hier auch Herrn Marquardt (...) gedenken, der die örtliche Gruppe des Frontkriegerbundes geführt hat und in klarer Erkenntnis der Notwendigkeit des Aufgehens der einzelnen Verbände in den Tannenbergbund das Aufgehen seiner Gruppe in diesem Bund gefördert hat.
Schon 1926 ging Johannes Marquardt in Brandenburg, Mecklenburg und Vorpommern auf Vortragsreise (8, S. 22) (Hervorhebung nicht im Original):
Im Herbst 1926 hatte ich dann Gelegenheit, Erich Ludendorff anläßlich seines ersten öffentlichen Auftretens nach seiner Halsoperation im "Landwehrkasino" in Berlin vorgestellt zu werden. Diese Stunde vergesse ich niemals, als ich diesem Großen Soldaten und Feldherrn, aber auch gütigen Menschen, in seine klaren hellen Augen schauen und persönliche Worte mitnehmen durfte. Er dankte mir noch einmal für den Übertritt meiner Kameradenschar zum Frontkriegerbund und für meine Erfolge während meiner ersten Vortragsreise. Seit dieser Begegnung wurde Ludendorff mein großes unumstößliches Vorbild in meinem ganzen späteren Leben. (...)

Anfang August 1927 (...) erschien die seit Wochen erwartete neueste Kampfschrift (...) "Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse". (...) Diese geistige "Atom-Bombe" schlug wie ein reinigendes Gewitter in Deutschland und in aller Welt ein. (...) Wer kann sich heute, außer uns wenigen alten damaligen Kämpfern eine Vorstellung machen von dieser Kampflage? Wer das nicht selber miterlebt hat, der hält diesen geistigen Durch- und Umbruch überhaupt nicht für möglich.

31. Januar 1929 - Morgenspaziergang mit Erich und Mathilde Ludendorff in Magdeburg an der Elbe

Marquardt berichtet (8, S. 26f):

Mitten in unsere erfolgreiche Kampfarbeit fiel auch eine lange Vortragsreise Erich und Mathilde Ludendorffs, die auf unseren besonderen Wunsch auch Halberstadt besuchen wollten. Nach bester Vorbereitung kam dann der große und für uns so denkwürdige Tag, der 31. 1. 1929! Zwei große Säle waren gemietet und für die Vorträge vorbereitet. Der größere Stadtparksaal faßte 2000 Personen, der kleine Elysiumsaal 1500, dieser brachte die Vorträge in Lautsprecherübertragung. Tags zuvor war ich nach Magdeburg beordert worden, wo ich das Ehepaar begrüßen konnte und den Verlauf des dortigen Vortragsarbends kritisch miterleben sollte. Er verlief gut. Mit Major v. Waldow bezog ich Hotelunterkunft, wo wir beide noch manches miteinander besprechen konnten. Am folgenden Morgen waren wir beide zum Quartier der hohen Gäste gebeten worden, wo noch einmal alle Dinge dieser wichtigen Vortragsreise, auch für Halberstadt und Hannover, besprochen wurden. Dann ging es zu einem unvergeßlichen Morgenspaziergang, bei dem wir Erich und Mathilde Ludendorff durch die Magdeburger Elbewiesen gingen. Die Witterung war (...) sehr milde. Die Unterhaltungen hatten bei uns dreien einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, daß selbst das Ehepaar Ludendorff von dieser Morgenstunde hell begeistert war. Wir waren gebeten worden, uns auszusprechen, denn beide wollten wissen, wie es uns ums Herz war. Ich hatte eine gewisse Scheu, mit Frau Dr. Ludendorff umzugehen; aber diese einmalige große Frau machte mir die Antworten auf ihre Fragen sehr leicht.
Nach dem Vortrag waren Erich und Mathilde Ludendorff zum Abendessen bei der Familie Marquardt eingeladen (8, S. 28):
In meinem Hause zeigte sich der Feldherr als Mensch auf das herzlichste mit allen verbunden. Meiner sehr aufgeregten Frau wollte das Teewasser nicht schnell genug kochen. (...) Da nahm der Feldherr meine Frau neben sich und sagte zu ihr: "Aber Frau Marquardt, warum sind Sie denn so aufgeregt. Der Tee wird schon werden. Sehen Sie, dort in dem großen Saale, da sprach der General Ludendorff, aber hier bei Ihnen, da sitzt der Onkel Ludendorff vom Hause Marquardt!" (...) Beim Aufbruch sagte er zu uns: "Sollte ich wieder einmal nach Halberstadt kommen, dann bitte ich darum, nicht wieder in dem Gutshaus untergebracht zu werden. Dann möchte ich gerne bei Ihnen wohnen"! Diese Stunden mit allem Erleben hat meine Frau nie mehr vergessen können, ja, diese Stunde hat meiner Frau ihr seelisches Rückgrat für alle Zeiten gestärkt. Der "Onkel Ludendorff" kam ihr nie mehr aus dem Sinn!
Abends gab es noch eine Überraschung für Erich Ludendorff, wie Marquardt berichtet (8, S. 28f):
Ca. 40 alte Lüttichkämpfer vom August 1914 standen zur Begrüßung dem ehemaligen Führer der 14. Infanterie-Brigade gegenüber. Ludendorff war gerührt, das hatte er nicht erwartet. Er sprach mit jedem einzeln, drückte ihm die Hand und wünschte alles Gute für sein weiteres Leben. Mit den Kriegsverletzten unterhielt er sich besonders lange. Diese einstigen Kämpfer von Lüttich kamen größtenteils aus der Halberstädter Gegend. 
Marquardt schreibt (8, S. 29f):
Damals konnte man wohl sagen: "Es ist eine Lust, diesen Kampf mitzuerleben!"
Er berichtet auch (8, S. 30):
Als ich immer mehr als Landesredner eingesetzt werden mußte, übernahm mein Gauführeramt der Hauptmann a. D. B. Wentzel aus Blankenburg/Harz, Ehemann der regsamen Rednerin Frau Ilse Wentzel, von Beruf Lehrerin (...). - Herr Wentzel fiel als Major im 2. Weltkrieg, Frau Wentzel starb von eingen Jahren in ihrem Blankenburger Heim.

Marquardt berichtet auch von der Erzieher-Tagung in Hetendorf im Sommer 1930 (8, S. 30f). Marquardt machte Vortragsreisen fast durch ganz Deutschland, nach Ostpreußen ebenso wie nach Schleswig-Holstein, Sachsen und Thüringen. Seine Vortragsthemen lauteten "Ludendorffs Kampf gegen Priesterherrschaft und Diktatur" und "Weltkrieg droht auf deutschem Boden" (8, S. 32). Dabei erlebte Marquardt auch, wie die Abhaltung seiner Vorträge durch die Polizei gegen randalierende Nationalsozialisten geschützt werden mußte. In Ostfriesland will er die Leserzahl von "Ludendorffs Volkswarte" durch seine Vorträge von fünf auf 250 angehoben haben (8, S. 36f).

Aufgrund seiner beruflichen Schwierigkeiten arbeitete er ab 1935 in Küstrin wieder als ziviler Bauingenieur für die Wehrmacht und den Festungsbau (8, S. 38). Bei Kriegsausbruch 1939 war er 54 Jahre alt und mußte wieder Uniform anziehen (8, S. 44). Er arbeitete in Festungspionier- und Nachschub-Stäben in verschiedenen Teilen Deutschlands und Europas, unter anderem in Griechenland (8, S. 52) und ab Januar 1944 in Holland, wo Luftlandungen der Alliierten befürchtet wurden (8, S. 55). Im Dezember 1945 erlebte er auch noch das berüchtigte amerikanische Kriegsgefangenenlager Mainz-Bretzenheim (8, S. 57f). Am 28. Dezember 1945 konnte er zu seiner Familie nach Hause zurück kehren. Diese hatte inzwischen in Lörrach in Baden eine neue Heimat gefunden (8, S. 59).

Neuanfang in Lörrach 1952

Und dort fand Marquardt schließlich 1947 für die nächsten neun Jahre Arbeit als Bauingenieur für die französische Militärregierung des Kreises Lörrach (8, S. 60). Er berichtet (8, S. 61):

Ausgang des Winters 1951 zu 1952 schrieb ich an Frau Dr. Ludendorff nach Tutzing, meldete ihr meine neue Lage und meinen Verlust der alten Heimat, und bat um Auskunft, ob man wieder von vorne anfangen sollte. Ich schilderte ihr meine hiesigen Eindrücke und glaubte, es einmal versuchen zu können. Dazu brauchte ich aber Anschriften alter Leser von Volkswarte und Quell. Sie war recht erfreut über meine Meldung und ließ mir durch den Generalvertreter des neu eingerichteten Verlages "Hohe Warte", Herrn Franz August Stötzer aus Lemgo, schreiben, daß es ihr recht sei, wenn ich hier die Bewegung wieder vorantreiben würde. Herr Stötzer schickte mir ganze 12 Anschriften aus einem Gebiet von ca 50 km im Umkreis und bat mich, diese einmal zu einer Aussprache in Lörrach einzuladen. Nun, das tat ich, und so kam es denn Anfang Mai 1952 zu einer ersten zwanglosen Zusammenkunft von acht Personen im alten Hotel "Zur Krone" in Lörrach.
Im Spätherbst 1954 reichte Johannes Marquardt bei Mathilde Ludendorff ein Buchmanuskript ein, ein Aufklärungsbuch, wie er schreibt, über Erich Ludendorff, auch ein Gedenkbuch. Mathilde Ludendorff antwortete (zit. n. 8, S. 67):
Sehr geehrter Herr Marquardt! Mit großer Freude habe ich Ihre Schrift über den Feldherrn durchgelesen und sende sie an Herrn v. Bebenburg ... Ich habe ihm geschrieben, daß ich mich sehr freuen würde, wenn es möglich ist, daß die Schrift in den Ostertagen (1955) hier in Tutzing schon verkauft wird.
Und wohl einige Zeit später:
Der Druck Ihres Buches wird nach Angabe meines Schwiegersohnes bis zur Tagung unmöglich fertig gestellt werden können. Ich glaube aber, daß es uns gelingen wird, ihm Verbreitung zu verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen und dem Rufe
Es lebe die Freiheit
gez. Dr. Mathilde Ludendorff
Der Verleger Franz von Bebenburg aber schrieb Marquardt nach mehreren Nachfragen am 7. August 1956 (8):
Sehr geehrter Herr Marquardt!

Bei meiner Arbeitslast ist es mir fast unmöglich, mich mit der schriftlichen Arbeit von Autoren zu befasen, darum habe ich mich - seither - außer dem einen Brief an Sie - in Schweigen hüllen müssen .... Ludendorff ist doch heute ein verfemter Mann ... Ich konnte mich aus Zeitmangel nicht näher mit der Sache befassen, so gern ich es tun würde.

Mit den besten Grüßen
Ihr
gez. v. Bebenburg

von Bebenburg wollte die Ludendorff-Biographie also offensichtlich nicht herausbringen. So recht klar wird zunächst nicht, warum er das nicht wollte.

Abb. 2: Johannes Marquardt (?) spricht am Grab Erich Ludendorffs, 4. Oktober 1957

Marquardt's Ludendorff-Biographie erschien dann 1965 im Pfeiffer-Verlag (6). Da dieses Buch allerdings gegen einige Urheberrechte verstieß, die sich im Besitz des Verlages Hohe Warte befanden, ging Franz von Bebenburg gerichtlich gegen dieses Buch vor.

Abb. 3: Prothmann, Marquardt, Reinhard, Sand, Panthel am Seitentor des Friedhofs in Tutzing, 10. 10. 1958

Die Einzelheiten rund um diese Auseinandersetzung müssen in diesem Beitrag noch nachgetragen werden. Hier werden nun nur noch einige historische Fotografien eingestellt, die sich in dem Manuskript der Lebenserinnerungen von Johannes Marquardt finden (Abb. 1 bis 6).

Abb. 4: Johannes Marquardt als Vortragsredner gegen Atomkernspaltung in Husum (1958/59)

Diese biographische Skizze ist künftig noch zu ergänzen.

Abb. 5: Johannes Marquardt mit südbadischen Freunden am Grab Erich Ludendorffs, 1961

/ Raum für Ergänzungen /

Abb. 6: Mathilde Ludendorff spricht zu Freunden aus Südbaden, Tutzing, Ostern 1961

/ Raum für Ergänzungen /


Abb. 7: Mathilde Ludendorff im Gespräch mit Johannes Marquardt, Tutzing, Ostern 1961


/Aufsatz veröffentlicht 
entsprechend des letzten 
Standes der Bearbeitung 
vom 24.12.2013/

_______________________________________________________________________
  1. Privates Ludendorff-Archiv des Verfassers
  2. Marquardt, Johannes: Jesuiten in der Schweiz? In: Der Quell, Bd. 8, 1956
  3. Marquardt, Johannes: Jämmerliche Versuche. In: Der Quell, Bd. 8, 1956, S. 990ff
  4. Marquardt, Johannes: 500 Jahre Universität Freiburg. In: Der Quell, Bd. 9, 1957
  5. Marquardt, Johannes: Atom das ernsteste Problem unserer Zeit. Lebenselement oder Lebenszerstörung; Unsere Welt im Alarmzustand drohender und vorsätzlicher Vernichtung (Die Gefahren der Atomkernspaltung vom Standpunkt der Gotterkenntnis "Ludendorff"). Vortrag, Selbstverlag, Lörrach/Baden 1958 (46 S.), 1970
  6. Mahlberg, Hartmuth (d.i. Johannes Marquardt): Erich Ludendorff. Zum Gedenken an seinem 100. Geburtstag. Leben und Wirken des bedeutenden Feldherrn und Politikers. Mit zahlr. Abb. a. Taf. u. Ktn.-Skizz. (Überarbeitung in militärischer Hinsicht durch Franz Biese.) Hans Pfeiffer Verlag, Hannover 1965 (334 S.)
  7. Marquardt, Johannes: Walter Löhde. Schriftsteller und Kulturhistoriker - ein Kämpfer für die Geistesfreiheit - Sein Leben und sein Werk. Zum 75. Geburtstag am 20.7.1965. Privatdruck 1965 (46 S.) (zit. in "Mensch & Maß", Jg. 2000) (Anitquariat Arzt, Hofheim)
  8. Marquardt, Johannes: Meine Lebens- und Kampfjahre. Erinnerungen 1885 - 1965. Selbstverlag, Manuskriptdruck o.J. [1969] (90 S.) (Versandbuchhandlung Bärwinkel)
  9. von Bebenburg, Franz Freiherr: Besprechung des Buches von Hartmuth Mahlberg (d.i. Johannes Marquardt) "Erich Ludendorff - Zum Gedenken seines 100. Geburtstag". In: Mensch & Maß, Folge 3, 9.2.1966, S. 138 - 143
  10. Aretz, Emil: Hexen-Einmal-Eins einer Lüge. Hohe Warte, Pähl 1970 (392 S.) (2 Auflagen), 1973, 1976, 1984 (5. Auflage)
  11. Aretz, Emil: Du und Dein Volk. Besinnung und Mahnung. Selbstverlag, Grainbach/Obb. 1972, 1973 (95 S.)

Dienstag, 11. Juli 2017

"Wir verlebten schöne Stunden in diesem Hause"

Das Ehepaar Ludendorff in Wildberg im Schwarzwald im Jahr 1929

Das Ehepaar Ludendorff hat vor allem bis 1933 viele Vortragsreisen durch ganz Deutschland unternommen. 

Abb. 1: Erich Ludendorff 1928 in Walsrode (WZ2019)

Davon ist schon in einem Artikel im letzten Jahr hier auf dem Blog die Rede gewesen (1).

Abb. 2: Parade der Frontkämpfer beim Vorbeizug an General Erich Ludendorff in Walsrode, 1928 (WZ2019) (Ob die Zuordnung wirklich stimmt, steht infrage, da Ludendorff 1928 nicht mehr Paraden abgenommen hat, schon gar nicht in Uniform)

Mathilde Ludendorff setzte diese Vortragsreisen übrigens noch bis 1942 oder 1943 fort. Der folgende Artikel soll einiges wenige über eine solche Vortragsreise aus dem Januar 1929 berichten, und zwar insbesondere angeregt durch die freundliche Zusendung eines Bloglesers (siehe Abbildung 2).

Abb. 1: Wildberg im Schwarzwald (Historische Postkarte)

Über die Vortragsreisen im Januar und Februar des Jahres 1929, die vom damaligen Tannenbergbund organisiert worden waren, schreibt Mathilde Ludendorff in ihren Lebenserinnerungen (6. Band, S. 17f):

Ernste Sorge stieg auf, als ich sah, wie Herr Ahlemann diese Vortragsreise zusammengestellt und angesetzt hatte. Sie mußte zu Überanstrengung führen, die - verbunden mit den Reisestrapazen des Winters - weder meinem Mann noch mir hätte zugemutet werden dürfen. Da die meisten Säle überdies zu klein waren, um die Menschen zu fassen, sollten Nachversammlungen und Führerbesprechungen folgen. Harmlos scheint also, im Vergleich zu den tatsächlichen Anstrengungen, die Ankündigung dieser Reisen in der Zeitung.

Sie schreibt, daß sie ihren Mann von dieser Vortragsreise auch angesichts der "sibirischen Kälte" dieser Wochen mit eindringlichem Zureden abhalten wollte, daß ihr das aber nicht gelang. Erich Ludendorff schreibt nun in seinen Lebenserinnerungen zunächst über eine vorangegangene Vortragsreise Ende November, Anfang Dezember 1928 (Bd. II, S. 203):

Ich sprach über "Kriegshetze und Völkermorden" und meine Frau über den "Kampf um die deutsche Seele". In meinem Vortrag ging ich auf die von mir bereits vorstehend skizzierten neuen Pläne der Jesuiten und Freimaurer gegen Sowjetrußland ein, wies aber auch auf die Bedeutung arteigener Glaubensgestaltung im Rahmen meiner Kampfziele hin. Meine Frau zeigte weiter deren Notwendigkeit.

Er setzt dann fort (II, S. 207):

Kaum war das Fest vorbei, als wir die Vortragsreise fortsetzten. Wir sprachen über die gleichen Themen wir vor dem Feste. (...) Die Reise war bei sehr starker Kälte (...) eine gewaltige Anstrengung. (...) Von Tübingen aus besuchten wir zwischen dem Vortrage daselbst und in Heilbronn Forstmeister Vögele in Wildberg im Schwarzwald. Bauern hatten von meiner Anwesenheit gehört und kamen nun in ihrer Not zu mir. Nun, ich sprach mit ihnen; Jungbauern waren auch in Heilbronn aus der weiten Umgebung zusammengekommen.

Die Vortragsdaten und -orte sind in der Verbandszeitung des Tannenbergbundes "Deutsche Wochenschau" angekündigt worden. 

Diese Daten werden richtiger sein als jene, die in den Lebenserinnerungen beider Ludendorffs stehen (Dt. Wochenschau, 6. und 13.1.1929):

Unser Schirmherr und seine Gemahlin werden im Hartung 1929 in Württemberg folgende Vorträge halten: Am 13. Hartung in Tübingen, Museumssaal. Am 15. Hartung in Heilbronn, Harmoniesaal. Am 16. Hartung in Ulm a. Donau, Saalbau, je abends 8 Uhr. 

In der "Deutschen Wochenschau" erschien in der Ausgabe vom 3. Februar 1929 ein Bericht - "Ludendorff und Frau Ludendorff in Heilbronn und Ulm" - aus dem man einen gewissen Eindruck von dieser Reise erhält. In ihm heißt es zunächst über die Vorträge in Heilbronn (2):

Lange vor Beginn der Versammlung war der Gartensaal der Harmonie in Heilbronn gedrückt voll. (...) Die Versammlungsteilnehmer kamen aus allen politischen Parteien und Verbänden und ganz besonders fiel die große Anzahl der Jungbauern auf. Es mögen 400 gewesen sein. (...) Die Versammlung verlief ruhig und würdig. Nach dem Vortrag konnten dem Schirmherrn und seiner Gemahlin die Führer der Jungbauern vorgestellt werden. (...) Die Vortragsreise in Württemberg endete am 16. 1. in Ulm. (...) Die Polizei verhinderte "aus Sicherheitsgründen" die Ausgabe von mehr als 1500 Karten (Fassungsvermögen 2000). (...) Jeder fühlte, da oben steht der Mann, in dessen Kopf die gewaltigen Schlachtenpläne des Weltkrieges reiften. (...) Der anschließende Vortrag seiner Gemahlin (...) begeisterte Männer und Frauen in gleichem Maße und man bedauerte, daß man ihren Worten nicht noch länger lauschen durfte.

Es ist dann noch von einer Nachversammlung im Hotel die Rede, zu der Mitglieder des Tannenbergbundes aus ganz Südwestdeutschland gekommen waren (2):

Nach Mitternacht fuhren die Exzellenzen mit ihren liebenswürdigen Wirten (Th. Maier) nach Geislingen zurück.
In der "Chronik der Stadt Heilbronn" von 1986 heißt es (12, S. 375):
15. Januar - Auf Veranlassung des Tannenbergbundes und des Württembergischen Offiziersbundes spricht General Erich Ludendorff im vollbesetzten Harmoniesaalbau. Er macht starke Ausfälle gegen Juden, Jesuiten und Freimaurer. Mathilde Ludendorff äußert sich über den Kampf um die deutsche Seele.

Wir erhalten nun von einem Enkelsohn des oben in den Erinnerungen von Erich Ludendorff genannten Forstmeisters Voegele (von Dieter T. Schall aus Kempten) freundlicherweise den Gästebucheintrag Erich und Mathilde Ludendorffs. 

Bei Forstmeister Voegele in Wildberg im Schwarzwald

Dieser ist aus dem Anlaß ihres Besuches bei ihm entstanden (siehe Abb. 2). Tatsächlich paßt das Datum des Gästebucheintrages auch zu den Daten der Vortragsankündigung in der Wochenzeitung (nicht aber zu den Daten, die beide Ludendorffs in ihren Lebenserinnerungen angeben). In Tübingen fand der Vortrag am 13. Januar statt. Von dort fuhr das Ehepaar Ludendorff weiter nach Wildberg im Schwarzwald, von dort am 15. nach Heilbronn und von dort am 16. nach Geislingen an der Steige, bzw. nach Ulm.

Abb. 2: Gästebucheintrag für Familie Voegele vom 14. und 15. Januar 1929

Der Enkelsohn berichtet, daß sein Großvater, der Forstmeister Guido Voegele (1896-1974) und seine Frau Agnes, damals mit einer achtjährigen Tochter und einem Sohn in Wildberg im Schwarzwald wohnten. Der Großvater wurde aus gesundheitlichen Gründen früh "außer Dienst" gestellt ("a.D.") und zog dann mit der Familie in jene Dautenmühle bei Biberach an der Riß (sie ist heute Kulturdenkmal [Wiki]), in der auch noch der Enkelsohn aufgewachsen ist. (Agnes Voegele stammte ursprünglich von Schloß Bontenbroich in Jüchen - zwischen Aachen und Düsseldorf, PLZ 41163.) Die Gästebucheinträge lauten jedenfalls:

Das Ringen gilt Arterhaltung, Freiheit und Wohlfahrt!
Wir verlebten schöne Stunden in diesem Hause und wissen, daß in ihm Kampfgenossen leben.
14. u. 15.1.29. Ludendorff
"Von der Achsel Dir schiebe
Was übel Dir scheint
Und richte Dich selbst
Nach Dir selber."
                                 Edda
Mathilde Ludendorff

Der Enkelsohn berichtet nun weiterhin (Emails vom 9., 10., 12.7.17, Telefonat vom 11.7.17) über die Dautenmühle, daß

die Ludendorffs mit meinen Großeltern befreundet waren und in der Vergangenheit mein elterlicher Hof auch Material des Ehepaares Ludendorff beherbergt hatte. (...) Erich Ludendorff hatte auch viele seiner "Wissensdokumente" im Zeitraum der "Beschattung von Adolf" auf unserem Hof deponiert - leider entsorgten wir das Meiste. (...) Mein Großvater Guido war politisch sehr kundig.

Außer dem Gästebucheintrag schickt uns der Enkelsohn auch Abbildungen von fünf Bildern mit Hinterglasmalerei. Er schreibt dazu:

Die nachfolgend gezeigten, hochwertigen Hinterglasmalerei-Bilder zeigen verschiedene Motive aus dem Alten Testament. Es handelt sich laut der Staatsgalerie um eine wertvolle, zusammenhängende Serie. Nach dem weitergegebenen Wissen stehen sie in Verbindung mit der Zarenfamilie. Herr Ludendorff hatte diese Bilder mit einem Jagdsäbel aus der Verbindung zu dem Zaren Nikolaus II.. Meine Großeltern waren eng mit dem Ehepaar Mathilde und Erich Ludendorff befreundet. Als General Ludendorff zunehmend von Adolf Hitler „kontrolliert“ wurde, vermachte Herr Ludendorff die Bilder meinen Großeltern. (...) Ein Kunsthistoriker hat mich gebeten, die Bilder unbedingt geschützt in einem Museum aufzubewahren. 

Die fünf gerahmten Hinterglas-Gemälde - wohl am ehesten einem etwas süßlichen Stil des Biedermeier zuzuordnen - behandeln Themen aus dem Alten Testament (1. Samson hat die Philister mit einem Eselskinnbacken erschlagen, 2. Die Rückkehr mit der großen Traube aus Kanaan, 3. David und Bathseba, 4. Prophet und König, 5. Sodom und Gomorrha).

Wie Erich Ludendorff in den Besitz dieser Hinterglasmalereien gelangt sein könnte, ist vorderhand gar nicht zu sagen, eben so wenig, warum er diese Gemälde gerade dem Forstmeister Voegele vermachte und was das mit der Gegnerschaft des Ehepaares Ludendorff gegen die Naziherrschaft und den (hier auf dem Blog schon erörterten) Mordplänen Adolf Hitlers gegen das Ehepaar Ludendorff im Sommer 1937 zu tun gehabt haben könnte, bzw. mit den Nazi-Plänen zum "Überschlucken" der Ludendorff-Bewegung seit 1933. Daß Erich und Mathilde Ludendorff in jener Zeit Material an verschiedenen Orten hinterlegten für den Fall, daß gegen sie selbst oder die Ludendorff-Bewegung allgemein vorgegangen würde, ist auch sonst mehrfach bezeugt. Es bestand damals eine enge Zusammenarbeit und ein enger Zusammenhalt mit vielen "Mitkämpfern" im ganzen damaligen Deutschen Reich.

Vielleicht hatte Erich Ludendorff diese Bilder auf irgendwelchen Wegen als Geschenk erhalten. Vielleicht stammen sie aus herrenlos gewordenem Kulturgut irgendwo in Russisch-Polen, in den baltischen Ländern oder 1918 in der Ukraine, also aus jenen Gegenden, die von den deutschen Truppen unter dem Befehl Erich Ludendorffs zwischen 1914 und 1918 im Osten erobert worden sind. Im Jahr 1918 und danach sind ja insbesondere durch die russischen Revolutionäre solche Kulturgüter umfangreich geraubt und an das Ausland verkauft worden. Es würde sich hier aber - unseres Wissens - um den ersten Fall handeln, daß sich im persönlichen Besitz von Erich Ludendorff irgend etwas befunden hat, das in irgendeiner Weise als "Kriegsbeute" bezeichnet werden könnte. Also hier muß das meiste einstweilen völlig offen bleiben.

Ein Sohn  des Ehepaares Voegele ist im Zweiten Weltkrieg als Soldat gefallen. Vielleicht kann dieser Blogartikel gegebenenfalls noch ergänzt werden, wenn uns weitere Materialien, etwa Fotografien aus Familienalben oder anderes zur Verfügung gestellt wird.

Lebenszeugnisse zu Rechtsanwalt Erich Siegel, Geislingen (1931-1937)

In Geislingen an der Steige lebte auch noch ein weiterer "Mitkämpfer" Erich und Mathilde Ludendorffs, der zwar namentlich für das Jahr 1929 bislang keine Erwähnung fand, aber auch schon damals eine Rolle gespielt haben könnte: Der Rechtsanwalt Erich Siegel. Er war 1931 Landesführer für Württemberg im Ludendorff'schen Tannenbergbund (Stgr Nat). Am 21. Oktober 1932 hielt dieser Rechtsanwalt "Erich Siegel, Geislingen" gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Herbert Schreiber in Stuttgart im Saalbau Wulle, der 1000 Plätze hatte, organisiert vom Tannenbergbund eine "Öffentlichen Versammlung" ab, auf der er als zweiter den Vortrag hielt "Herrenklub Papen-Hitler - Was sagt Ludendorff dazu?" (Leo-BW) Über das Jahr 1933 (und zwar über die Zeit vor dem 14. Juni) wird in der "Chronik der Stadt Stuttgart 1933-1945" (3, S. 129) berichtet (GB, bzw. GB):

Rechtsanwalt Erich Siegel (Geislingen) spricht im Bürgermuseum, ausgehend von den Anschauungen Frau Dr. Mathilde Ludendorffs, zum Thema "Das Rasse-Erwachen und die deutsche Frau".
Im Jahr 1934 erschienen in der damaligen Zeitschrift der Ludendorff-Bewegung mehrere Aufsätze aus seiner Feder (4-10). Und für die Stadt Bremen im Jahr 1935 wird berichtet (11, S. 72, 86) (GB):
1. Februar 1935: Vortrag des Rechtsanwalts Erich Siegel über „Rasseerwachen und Deutsche Gotterkenntnis“, veranstaltet von der Ludendorff-Buchhandlung, in der „Union“.
13. September 1935: Vortrag des Rechtsanwalts Siegel (Geißlingen) im Casino über das Thema: "Was setzt Ludendorff an die Stelle des artfremden Christentums?".

Am 25. September 1937 hielt Rechtsanwalt Erich Siegel im Sternensaal in Freudenstadt im Schwarzwald den Vortrag "Lebensgestaltung des Volkes nach Deutscher Gotterkenntnis" als "Einführungsabend in die Deutsche Gotterkenntnis" (Stgr Nat). Erich Siegel war also - nach dem Vorbild des Ehepaares Ludendorff - ebenfalls über ganz Deutschland hinweg als Redner tätig und verfaßte Aufsätze.

/ um den Siegel-Abschnitt 
ergänzt: 5.1.2018 /

______________________________________________________
  1. Bading, Ingo: "Sie war eine glänzende Rednerin" Erich und Mathilde Ludendorff auf Vortragsreisen (1930 bis 1933). Auf: Studiengruppe Naturalismus, 24. April 2016, http://studiengruppe.blogspot.de/2016/04/erich-und-mathilde-ludendorff-auf.html
  2. o.N.: Ludendorff und Frau Ludendorff in Heilbronn und Ulm. In: Deutsche Wochenschau, 3.2.1929 
  3. Chronik der Stadt Stuttgart 1933-1945. (GB, bzw. GB)
  4. Siegel, Erich: Die Deutsche Frau in Volk und Staat. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, 1934, S. 1ff (GB)
  5. Siegel, Erich: Wesen und Art des Seelenmißbrauchs. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, 1934 (GB)
  6. Siegel, Erich: Sichert das geltende Staatsrecht die Volkserhaltung. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, 1934 (GB)
  7. Siegel, Erich: Samson und Dalila - Ein Beitrag zur Frage Rasse und Kunst. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, 1934 (GB
  8. Siegel, Erich: Schutz des Volkes vor seelischer Entwurzelung. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, 20.7.1934, S. 291ff
  9. Siegel, Erich: Die Deutsche Frau im Rasseerwachen. Ihre Stellung im Recht und ihre Aufgaben im Staat. Ludendorffs Verlag, München 1934 (Schriftenreihe 1, Heft 1) (Archive)
  10. Siegel, Erich: Die rechtliche Stellung des unehelichen Kindes und seiner Eltern. Ludendorffs Verlag, München [ca 1935] (Schriftenreihe 2, Heft 7 und 8)
  11. Peters, Fritz: Bremen zwischen 1933 und 1945 - Eine Chronik. Dogma, Bremen 2013 (GB
  12. Friedrich Dürr: Chronik der Stadt Heilbronn, Band 3 Stadtarchiv, 1986 (GB)

Mittwoch, 13. Juni 2012

"Priesterliche Weltherrscher - ein Warnruf an alle freiheitliebenden Völker"

Der deutschamerikanische Humanist und Schriftsteller Rudolf Cronau warnt vor Welttheokratien

Im Jahr 1930 ist Mathilde Ludendorff in München angeklagt worden "wegen Religionsvergehens", weil sie eine positive Besprechung eines aufrüttelnden Buches veröffentlicht hatte. Der Titel des Buches lautete: "Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche oder: Schamanen, Wundertäter und Gottmenschen als Beherrscher der Welt. Ein Warnruf an alle freiheitliebenden Völker" (22). Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Mathilde Luendorff eine Mitteilung darüber, welche Person sich eigentlich hinter dem Pseudonym des Autors dieses Buches, nämlich hinter "Randolph Charles Darwin" verborgen hatte.

Abb. 1: Angeklagt wegen Religionsvergehens - Schrift von Mathilde Ludendorff aus dem Jahr 1930

Indem man von diesem Namen weiß, läßt sich das von ihr besprochene, Buch heute noch besser einordnen von der Motivlage des Verfassers her, wenn man nämlich einiges über das sonstige Leben und Wirken dieses nicht unbedeutenden Humanisten, Kirchen- und Priesterkritikers weiß.

Abb. 2: R. Cronau
Es handelt sich um den deutschamerikanischen Schriftsteller Rudolf Cronau (1855-1939) (Wiki). Er stammte aus Solingen, war aber schon früh nach den USA ausgewandert, und konnte schon zum Zeitpunkt der Herausgabe seines genannten Buches auf ein sehr reichhaltiges Abenteuer-, Reise- und Schriftsteller-Leben zurückblicken (vgl. 1, 2- 24). Unter anderem gilt er als einer der bedeutendsten Indianer- und Westernmaler. Wichtiger aber noch ist ist, daß er im Jahr 1919 eine Geschichte der Frauenemanzipation geschrieben hat (16). 

Heute befindet sich sein Nachlaß im Stadtarchiv von Solingen (1). Über ihn ist inzwischen auch allerhand Literatur erschienen (Auswahl: 24-29).

Seine Lebenserinnerungen hat unter den Titel gestellt "Auf des Lebens Wellen und Wogen - Fahrten, Kämpfe, Abenteuer und Leistungen eines stets wanderfrohen Überseedeutschen" (24). Er ist ein Freund von Carl Schurz gewesen und hat sich mit diesem in den USA für die dortigen Deutschen eingesetzt.

Ein Brief an Mathilde Ludendorff von 1953

Da aber der Zusammenhang des Pseudonyms "Randolph Charles Darwin" mit der Person dieses vielseitigen Rudolf Cronau noch heute in Internet und Öffentlichkeit wenig genannt wird - sowohl im Zusammenhang mit dem Buch "Entwicklung des Priestertums", als auch im Zusammenhang mit der Person Rudolf Cronau - wird es sicherlich Sinn machen, einmal den Brief zu zitieren, durch den Mathilde Ludendorff über die Person des Verfassers dieses gründlich und umfassend erarbeiteten priesterkritischen Buches aufgeklärt worden ist.

Abb. 3: Rudolf Cronau
Über den Absender des folgenden Briefes, Hanns Fischer, kann derzeit dabei leider nicht mehr mitgeteilt werden, als das, was aus dem Brief selbst hervorgeht:

Hanns Fischer
Chicago, Illinois, 9. November 1953
Liebe Frau Ludendorff!
Deutschland ist wieder einmal ein ganz entrechtetes Land und Volk. ... Ihre lieben Zeilen, wenngleich betrübend, bekräftigen leider meine Aussagen. ... Wenn ich erst einmal im Besitze aller Ihrer Schöpfungen bin, werde ich versuchen, gründlich darüber zu deuten, in Englisch aber. ...
„Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche“ von R. Ch. Darwin wurde öfters im "Quell" erwähnt. Hinter diesem Decknamen verbirgt sich Rudolf Cronau, ein Amerikaner deutscher Herkunft, der als Historiker und Forscher viele bedeutende Werke schuf. Er schrieb u. a. auch „Woman Triumphant“, das 1919 in New York erschien. Will versuchen, für Sie ein Buch aufzufinden. Ich war mit Cronau befreundet, weiß also viel von ihm und durch ihn. Er schrieb deutsch und englisch gleich meisterhaft, und hat nach dem ersten Weltkrieg viel, viel Leid in Deutschland gelindert. Daß selbst die sogenannten Deutschamerikaner ihn nicht kennen oder verschweigen, ist eben bezeichnend!
Mut und Vertrauen, liebe Frau Ludendorff, und nehmen Sie mir meine offenen Worte nicht übel. Recht herzlich, Ihr Hanns Fischer

Unter anderem zwei Jahre später, in ihrem Aufsatz "Die Hochflut des Okkultismus" vom 23.10.1955 (26), erinnert Mathilde Ludendorff einleitend auch noch einmal erneut an das Buch von Rudolf Cronau und ihre eigenen Erfahrungen mit ihm:

In einem sehr verdienstvollen Werke hatte vor einigen Jahrzehnten ein amerikanischer Forscher, der sich den Schriftstellernamen Charles Darwin beilegte, die "Entwicklung der Priesterreiche" eingehend geschildert. Er hatte aus unantastbaren Quellen all den Trug nachgewiesen, der in fernsten und fernen Jahrtausenden bis zur Gegenwart hin mit dem Glauben an Gott oder Götter, mit der Glückssehnsucht und Leidangst, vor allem Dingen mit der Todesangst getrieben wurde. So sehr sahen sich auch die Priester des 20. Jahrhunderts von den Tatsachen seiner Forschung noch enthüllt und tief getroffen, daß meine Besprechung dieses verdienstvollen Werkes in unserer Zeitschrift mir vor dreieinhalb Jahrzehnten eine Anklage wegen "Gotteslästerung" mit Hilfe des berühmten § 166 eintrug. Sofort nach dieser Anklage schrieb ich die heute leider vergriffene Schrift "Angeklagt wegen Religionsvergehen", die schon nach acht Tagen zu 100 000en ins Volk gegangen war. Sie hat damals unserem Aufklärungskampf so sehr geholfen, daß ich mich verpflichtet fühlte, in dem Schlußabschnitt dieser Schrift dem bei der Vorvernehmung von mir entdeckten Kläger, nämlich dem erzbischöflichen Ordinariat in München, meinen ausführlichen, herzlichen Dank auszusprechen.
Jenes Buch des Forschers Charles Darwin war eine sehr gründliche Aufklärung, die auch noch heute sehr zeitgemäß ist, denn die Todesnot des Gottesbewußtseins auf diesem Sterne ist wahrlich noch nicht überwunden! (...) Die umfassende Kenntnis der Naturgesetze hat den Völkern die Scheu vor den Naturgewalten genommen und läßt die Jugend nur allzu leicht an die Stelle dieser Scheu den Zynismus setzen, der sie so trefflich für eine Verleitung zur materialistischen Gottleugnung geeignet macht. Den wichtigsten Dienst leisten hierzu gerade - wenn auch völlig ungewollt - die Religionen. (...) Die so tief vom Gotterleben der Seele hinabgestürzten Priesterreiche behielten die urältesten Wege der Tröstungen und Hilfen nicht nur bei, sondern ließen den Okkultismus geradezu verhängnisvoll aufblühen. ...

Abb. 4: R. Cronau
Im weiteren führt sie aus, daß anstelle der christlichen Religion nicht nur materialistischer Zynismus aufblüht, sondern auch Okkultismus, der bis hin zum Satanismus einer solchen Okkultloge wie der "Fraternitas Saturnis" führt. Die "freiheitsliebenden Völker" haben wohl heute immer noch allen Grund, solchen Gefahren gegenüber auf "Warnrufe" wie jene des Rudolf Cronau zu hören.

In der Zeitschrift der Ludendorff-Bewegung "Der Quell" vom 9. Februar 1961 setzte Edmund Reinhard, der damalige zweite Vorsitzende des "Bundes für Gotterkenntnis (Ludendorff)", die Todesanzeige für einen "Dr. med. Hanns Fischer", Facharzt in Eßlingen/N.. Womöglich handelte es sich bei ihm um den obigen Briefschreiber. 

Nachbermerkung (10.3.23): Der Wikipedia-Artikel über Rudolf Cronau ist heute viel ausführlicher als vor zehn Jahren. Außerdem gibt es auch inhaltsreiche Artikel über ihn auf "Wikitree" (Wiki-Tree), auf dem sich Familienbilder finden, ebenso auf Wiki Commons und Wiki Source.

So daß man inzwischen einen noch deutlich besseren Überblick und Einblick in sein Leben und Wirken erhält. 

Sein Buch "Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche" ist auf Wikipedia immer noch nicht verzeichnet. 

Cronau war schon 74 Jahre alt, als er dieses Buch im Jahr 1929 heraus gebracht hat. Es wäre auch noch einmal der Frage nachzugehen, wie es dazu kam, daß dieses Buch ausgerechnet im Theodor Weicher-Verlag in Leipzig erschien, in dem ja auch die ersten Bücher von Mathilde Ludendorff erschienen sind. 

Der vorliegende Blogartikel verdient also eine gründliche Überarbeitung und Erweiterung. Cronau hat Jahre lang für die "Gartenlaube" in Leipzig gearbeitet. Er war befreundet mit Sitting Bull. Er war zwei mal verheiratet und hatte drei Kinder, die inzwischen alle drei schon verstorben sind.

____________
  1. Poensgen, Aline: Bestand Rudolf Cronau 1881-1939 - Findbuch. Stadtarchiv Solingen 1996 (pdf)
  2. Geschichte der Solinger Klingenindustrie, Stuttgart 1885, VII, 52 S. 2 Taf. (FA 94)
  3. Von Wunderland zu Wunderland. Landschafts- und Lebensbilder aus den Staaten und Territorien der Union von R.C. Mit Erläuterungen in Poesie und Prosa von Friedr. Bodenstedt, H.W. Longfellow u.a. (24 Lieferungen mit je 2 großen Bildern nebst 2 Blatt Text, Leipzig, 1886 (FA 197)
  4. Unter dem Sternbanner. Land und Volk der Vereinigten Staaten von Nordamerika in Wort und Bild geschildert von R.C. in Verbindung mit hervorragenden deutschen und amerikan. Schriftstellern. Fünfzig Lichtdruckbilder mit erläuterndem Text in Poesie und Prosa, Leipzig
  5. Fahrten im Lande der Sioux, Leipzig 1886
  6. Das Buch der Reklame. Geschichte, Wesen und Praxis der Reklame; Ulm 1887, 92, 80, 94, 128, 92 S. (MA 3077)
  7. Absonderliche Fahrten. Episoden aus einem Wanderleben, 1887
  8. Im wilden Westen. Eine Künstlerfahrt durch die Prairien und Felsengebirge der Union, Braunschweig 1890 VI. 383 S. (MA 317)
  9. Amerika. Die Geschichte seiner Entdeckung von der ältesten bis auf die neueste Zeit. Eine Festschrift zur 400j. Jubelfeier der Entdeckung Amerikas durch Chr. Columbus, 2 Bde, Leipzig 1892
  10. Illustrative Wolkenformen, 1897
  11. Drei Jahrhunderte deutschen Lebens in Amerika. Eine Geschichte der Deutschen in den Vereinigten Staaten. Berlin 1. Aufl. 1909, 2. Aufl. 1924, 696 S.(GA 166) SEVERUS Verlag, (656 Seiten) (GB) (Gutenberg)
  12. England, ein Zerstörer der Völker, Chicago 1914, 19 S. (Na 47- 19)
  13. Do we need a third War for Independence, New York, 1914 (Na 47- 19)
  14. The British Blackbook, New York 1915, 121 S. (MA 42)
  15. German Achievements in America, 1916
  16. Woman triumphant. The Story of Her Struggles for Freedom, Education ans Political Rights, New York 1919, 300 S.
  17. The Discovery of America and the Landfall of Columbus, New Yorf 1921, 53 S. (MA 41)
  18. The Army of the American Revolution and its Organizer, New York, 1923, 150 S. (MA 173)
  19. The last Resting Place of Columbus. A Monograph Based on Personal Investigations, New York 1926 31 S. (Na 47-19)
  20. Prohibition and Destruction of the American Brewing Industry, New York 1926, 31 S. (KA 152)
  21. Die Deutschen als Gründer von New Amsterdam-New York und als Urheber und Träger der amerikanischen Freiheitsbestrebungen. Eine Denkschrift zur Erinnerung an den vor 300 J. erfolgten Erwerb der Insel Manhattan durch Peter Minuit u. an d. 150j. Feier des amerik. Unabhängigkeitskriegs, New York 1926, 70 S. (MA 55)
  22. Darwin, Randolph Charles (Pseudonym): Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche oder: Schamanen, Wundertäter und Gottmenschen als Beherrscher der Welt. Ein Warnruf an alle freiheitliebenden Völker. Theodor Weicher Verlag, Leipzig 1929; (Buchfreund); Nachdrucke: Verlag für ganzheitliche Forschung, Wobbenbüll, Husum 1979 (GB); Historia Verlag 2002; Historia Verlag, Ulm 2007; Dogma 2013
  23. Denkschrift zum 150. Jahrestag der Deutschen Gesellschaft der Stadt New York 1784-1934, USA 1934, 97 S. (KA 250)
  24. Auf des Lebens Wellen und Wogen. Fahrten, Kämpfe, Abenteuer und Leistungen eines stets wanderfrohen Überseedeutschen, New York 1939, 185 S. (masch.) (GA 306)
  25. Heinz Rosenthal: Leben und Werk eines Deutschamerikaners, Solingen 1954 (masch.) (GF 184)
  26. Ludendorff, Mathilde:  Die Hochflut des Okkultismus. In: Der Quell, Folge 20, 23.10.1955, S. 913-919
  27. R. Keller/Hans Lohausen: Rudolf Cronau. Journalist und Künstler, Solingen 1989
  28. Gerold Wunderlich: R. Cronau. Topographical Views of America [Ausstellungskatalog] New York 1993, 33 S. zahlr. Abb. (Kopie GA 3122)
  29. Jeanette Baden: Das Amerikabild Rudolf Cronaus, Magisterarbeit Bonn 1994. Weiteres s. hier u. im Katalog des Stadtarchivs Solingen (GA 3130)
  30. Ludendorff, Mathilde: Angeklagt wegen Religionsvergehens. Ludendorffs Volkswarte Verlag, München 1930 (51.-100. Tsd.); erneut: Archiv-Edition, Viöl, 2007 
  31. Hackländer, Sabine: Rudolf Cronau. 2012 (Yumpu)

Samstag, 17. Dezember 2011

Um "seiner Verdienste um die Bewegung" willen ...

Ein nationalsozialistischer Ludendorff-Gegner 
- Er erhielt noch 1944 seinen Judaslohn von Adolf Hitler
Abb. 1: G. Ahlemann, 1934 (W)

Der nationalsozialistische Ludendorff-Hetzer Georg Ahlemann (1870-1962) (Wiki) (s. Abb. 1) der Jahre 1929 bis 1932 ist noch während des Zweiten Weltkrieges großzügig von Adolf Hitler mit mindestens 100.000 Reichsmark und einem Rittergut im Wartheland belohnt worden - um "seiner Verdienste um die Bewegung" willen. Dies kann man neuerdings der Online-Findmitteldatenbank des Archivs des "Instituts für Zeitgeschichte" in München (IFZMüch) (1), sowie einem privaten Kassenbuch von Adolf Hitler (2) entnehmen. Diese "Verdienste" bestanden in der übelsten Schmutzkampagne, die wohl jemals gegen Erich und Mathilde Ludendorff geführt worden ist.

Eine solche Belohnung hatte Adolf Hitler sonst nur für den Reichspräsident Paul von Hindenburg und dessen Sohn als "Gegenleistung" für die Ernennung zum Reichskanzler übrig (3). Oder für verdienteste Parteigenossen und Gauleiter (2). Daran kann die Bedeutung erkannt werden, die Hitler der Schmutzkampagne des Georg Ahlemann in den Jahren 1929 bis 1932 für den damaligen "Erfolg" der NS-Bewegung zumaß. Nur wenige erhielten von Hitler noch höhere Summen. Etwa jene Frau, die Carl Goerdeler 1944 an den Galgen lieferte. Sie erhielt von Hitler eine Million Reichsmark (2). Aktuell tappt "Spiegel-Online" noch im Dunkeln (2):

... Der Oberstleutnant a.D. und NSDAP-Reichstagsabgeordnete Georg Ahlemann bekam dieselbe Summe (100.000 Reichsmark) ohne erkennbaren Grund. ... 

Tatsächlich ist dieser Grund aber sehr wohl bekannt. Denn just zu gleicher Zeit wie das Kassenbuch Adolf Hitlers in den USA versteigert wird, werden durch die neue Online-Findmitteldatenbank des Archivs des "Instituts für Zeitgeschichte" in München (1) die genaueren Umstände dieses Judas-Lohnes für Georg Ahlemann deutlich.

Schon in zwei früheren Beiträgen (4, 5) ist darauf hingewiesen worden, daß Adolf Hitler noch während des Zweiten Weltkrieges in seinem Tresor Aktaufnahmen, aus heutiger Sicht übrigens ziemlich harmloser Art, seiner politischen und weltanschaulichen Gegnerin Mathilde Ludendorff aufbewahrt hat. Der größere politische Zusammenhang, in den das Aufbewahren dieser Aktaufnahmen als politisches Druckmittel gestellt werden muß, ist in diesen beiden Beiträgen nur angedeutet worden. Auch ein Aufsatz in der "Zeitschrift für Geschichtswissenschaft" aus dem Jahr 2006, der die Quellen zu dieser Thematik nur sehr einseitig benutzt und ausgewertet hat, hat diesen Zusammenhang bei weitem nicht deutlich genug herausgearbeitet (6). 

Es geht hier um eine unglaublich üble politische Schmutzkampagne gegen Erich und Mathilde Ludendorff von Seiten Adolf Hitlers und der NSDAP, nachdem Erich und Mathilde Ludendorff seit Ende der 1920er sehr scharf gegen die "hirnverbrannte" Außenpolitik und gegen die Mordmoral Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten Stellung genommen hatten, und seit sie ihnen vorwarfen, mit Hilfe der katholischen Kirche, mit Hilfe von Freimaurern, mit Hilfe amerikanischer Gelder und mit Hilfe der Bestechung der Kamarilla Hindenburgs an die Macht kommen zu wollen. SA-Horden hatten darauf nur die Antwort, daß sie in Versammlungen "Ludendorff verrecke!" und "Mathilde verrecke!" gröhlten.

Abb. 2: Georg Ahlemann, Reichstagshandbuch 1924 (DigBibl)

Im Zentrum der Schmutzkampagne gegen Erich und Mathilde Ludendorff zur Abwehr ihrer zum Teil ziemliches Aufsehen erregenden Kritik stand nun eben jener gewisse Georg Ahlemann, der selbst ein vorheriger enger Mitarbeiter der Ludendorffs gewesen war. (Ein weiteres Foto von ihm befindet sich auch im Reichstagshandbuch von 1924 [DigitSam].) Auf  Wikipedia heißt es über ihn (Wiki):

1925 trat Ahlemann in die NSDAP ein, verließ jedoch 1926 die Partei, um sich dem Tannenbergbund um Ludendorff anzuschließen. Bis 1929 war er der Berliner Landesleiter des Tannenbergbundes und gleichzeitig bevollmächtigter Leiter des Verlages der Deutschen Wochenschau, dann trat er erneut in die NSDAP ein. 

Erich Ludendorff trennte sich 1929 von der Wochenzeitung "Deutsche Wochenschau" und deren beiden Inhabern Georg Ahlemann und einem weiteren Mitarbeiter in Berlin und gründete seine eigene Wochenzeitung "Ludendorffs Volkwarte" in München. Dies bedeutete einen herben wirtschaftlichen Verlust für die "Deutsche Wochenschau", für die Erich und Mathilde Ludendorff bis dahin unentgeltlich gearbeitet hatten und deren Auflage sie durch ihre Mitarbeit und dadurch, daß sie die "Deutsche Wochenschau" zur Verbandszeitung des Tannenbergbundes erklärt hatten, um ein Bedeutendes gesteigert hatten.

Der "Rachefeldzug" des Georg Ahlemann

Daraufhin führte Georg Ahlemann eine Art "Rachefeldzug" gegen Erich und Mathilde Ludendorff. Dieser geriet aber mehr oder weniger zu einer außerordentlich üblen "Schmutzkampagne" (7-9). Das hinderte Adolf Hitler aber keineswegs, ihr Rückendeckung zu geben. Im Gegenteil: Noch 1944 belohnte der Ahlemann mit einem Rittergut und 100.000 Reichsmark. Schon 1932 war Ahlemann mit einem Reichstagstagsmandat der NSDAP belohnt worden, auch um ihn "immun" zu machen gegen Verleumdungsklagen. Diese Schmutzkampagne also war sein "Verdienst um die Bewegung". Dieses Verdienst muß also von Hitler bei weitem als größer erachtet worden sein, als bislang bekannt war. Auf Wikipedia heißt es:

Ab 1940 wohnte Ahlemann auf Gut Ruhenheim bei Oppenbach im Landkreis Grätz (Wartheland).
Abb. 3: Schloß Rudnik bei Opalenica (Wiki)

Das ist das Schloß Rudniki (Wiki) bei Opalenitza (poln. Opalenica) (Wiki)  (siehe Abb. 3 und 4), 150 Kilometer östlich von Frankfurt an der Oder und 50 Kilometer westlich der Stadt Posen in der vormaligen deutschen Provinz Posen, in der auch General Ludendorff selbst geboren worden war (allerdings in einem viel bescheideneren Gutshaus in Kruszewnia, östlich der Stadt Posen). Das Schloß Rudniki scheint gerade (2011) renoviert worden zu sein.

Opalenitza gehörte bis 1919 zum preußischen Landkreis Neutomischel (Wiki):

Von den Einwohnern im Jahre 1905 waren 51 % Polen und 49 % Deutsche. Der Großteil der deutschen Einwohner verließ nach 1919/20 das Gebiet, ihr Anteil an der Kreisbevölkerung sank bis 1931 auf 18,6 %.

Kurz zur Geschichte des Gutes Rudniki (nach KI): Ursprünglich im Besitz lokaler polnischer Adliger (den Rudnickis), ging das Gut im 15. Jahrhundert an das einflußreiche Adelsgeschlecht der Opalińskich über und verblieb dort bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Nach dem Tod des letzten Opaliński kam das Gut nach langwierigen Erbstreitigkeiten um 1825 an Friedrich Franz Beyme (vielleicht ein Bruder des zeitgleich lebenden preußischen Ministers Carl Friedrich von Beyme [Wiki]). Vom ausgehenden 18. bis ins späte 19. Jahrhundert wurde das Gut maßgeblich von der Familie Radońscy bewirtschaftet. Anfang des 20. Jahrhunderts erwarb die Familie Ruczyński das Anwesen, die es bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bewirtschaftete. Das damalige Anwesen umfasste etwa 685 Hektar.

Die genaueren Umstände des Erwerbens dieses Wohnsitzes während des Zweiten Weltkrieges werden nun in der Online-Findmitteldatenbank des Archivs des "Instituts für Zeitgeschichte" in München genannt (1). Im Bestand "Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums" findet sich nämlich der folgende Briefwechsel laut Findmitteldatenbank (Hervorhebung nicht im Original):

Stabshauptamt, Korrespondenz mit Oberstleutnant a.D. Georg Ahlemann, Bodenamt Posen, Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Lammers, Deutsche Ansiedlungsgesellschaft Posen, "Reichsland" , Gauleiter Greiser 1942 - 1944: Bevorzugter Ankauf des Oberstleutnant a.D. und Mitglied des Reichstages Georg Ahlemann im Warthegau auf Anordnung Hitlers wegen seiner Verdienste um die Bewegung.
- Gesuch Georg Ahlemann an Hitler, 10. August 1942 mit Anschreiben Ahlemann an Lammers: Ahlemann völkischer Abgeordneter seit 1924; Vertreter des Ludendorff-feindlichen Flügels in der NSDAP; Tätigkeit als Redner
- Chef der Reichskanzlei an RKF, 10. Oktober 1942: Zuteilung eines Gutes im Warthegau an Ahlemann wegen seiner Verdienste im die Bewegung
- Schreiben (Fotokopie) Georg Ahlemann an Lammers, 19. November 1942, mit Anschreiben Lammers an RKF: Dank für Unterstützung durch Lammers; Persönliche Verhältnisse
- Vermerk Stabshauptamt, 27. November 1942: Ankaufschwierigkeiten für Ahlemann durch seinen Gutsnachbarn von Bernuth; Verwalter von Bernuth auf Hessenhof ist ein Neffe des Reichsfinanzministers
- Vermerk Stabshauptamt, 27. Dezember 1942: Verhaftung von Mausberg durch Gestapo aufgrund von Intrigen des kommissarischen Verwalters auf Gut Hessenhof, von Bernuth
- Vermerk (Durchschrift) Ministerialrat Lauenstein von der "Reichsland" für Stabshauptamt, 01. Dezember 1942: Vorkommnisse während des Besuchs Ahlemanns bei Lauenstein
- Gauleiter Greiser an Lammers, 13. Dezember 1942, mit Anschreiben Greiser an Greifelt: Bedenken gegen Ansiedlung Ahlemanns
- Schreiben Lammers an Gauleiter Greise, 23. Dezember 1942, mit Anschreiben Lammers an Greifelt: Unterstützung der Absicht Ahlemanns, sich im Warthegau anzukaufen
- Vermerk Stabshauptamt, 22. Mai 1943: Endgültige Ansetzung Ahlemann auf Gut Ruhenheim; Erhöhung der Dotation durch die Reichskanzlei
- Ansetzungsvertrag zwischen RKF und Oberstleutnant Georg Ahlemann, ohne Datum: Übergabe von Ruhenheim
- Ahlemann an Lammers, 08. Oktober 1943, mit Anschreiben Lammers an Stabshauptamt: Bitte um Abänderung der Gutsgrenzen; Grundbesitz im Osten soll 2000 Morgen nicht übersteigen
- Vorschläge Ahlemann an Reichskanzlei, mit Anschreiben Lammers an Stabshauptamt, 03. April 1944: Bevorzugte Sesshaftmachung von Kriegsversehrten, Kriegsbeschädigten des Weltkrieges, Kämpfern der nationalen Erhebung etc.
- Ahlemann an Stabshauptamt, 04. August 1944: Gewährung einer Dotation vom 100 000 Reichsmark durch die Reichskanzlei für den Ankauf des Gutes Ruhenheim
Abb. 4: Schloß Rudnik bei Opalenica (Picas)

Ein wohl doch recht "ansehnliches" Anwesen. Wurde dem bis 1939 hier wohnhaften Ehepaar Ruczyński das Gut abgekauft? Wurde es enteignet?

Worin aber nun hatte eigentlich die Schmutzkampagne bestanden, für die man während des Dritten Reiches so "fürstlich" belohnt werden konnte?

Dazu müssen einige Daten aus der Biographie, bzw. dem Privatleben von Mathilde Ludendorff rekapituliert werden. Mathilde Ludendorff wurde 1877 als Mathilde Spieß in Wiesbaden geboren. Einer der von ihren Eltern in Pension genommenen Schüler, Gustav Adolf von Kemnitz, wurde 1904 ihr erster Ehemann und der Vater ihrer drei Kinder. Gustav Adolf von Kemnitz ging aber nach vielen glücklichen Ehejahren eine Beziehung zu einer anderen Frau ein. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Mathilde Ludendorff (damalige von Kemnitz) Leiterin eines Offiziersgenesungsheimes in Garmisch-Partenkirchen, während Gustav Adolf von Kemnitz weiter in seinem Zivilberuf als Zoologe in München arbeiten mußte. Denn alle seine Meldungen als Kriegsfreiwilliger waren aufgrund eines Augenleidens abschlägig beschieden worden.

Das Privatleben der Mathilde Ludendorff

1917 kam Gustav Adolf von Kemnitz bei einem Schifunfall gemeinsam mit zwei Begleiterinnen ums Leben. Im "Militär-Wochenblatt", Band 103,Teil 2, Seite 1917 wurde bekannt gegeben:

Edmund Georg Kleine, Major im Preußischen Kriegsministerium, Dr. Mathilde von Kemnitz, geb. Spieß, Vermählte. Garmisch, Oberbayern, den 19. Februar 1919.

Diesen Major Edmund Kleine hatte sie 1916 als einen ihrer Patienten ihres Offiziersgenesungsheimes in Garmisch kennen gelernt.

Abb. 5: Dr. med. Mathilde von Kemnitz im Kreise ihrer Mitarbeiterinnen und Patienten im Offiziersgenesungsheim Garmisch 1917 (aus: "Mensch & Maß", 23.9.1967)

Die Ehe mit diesem Major Kleine wurde aber schon zwei Jahre später im Jahr 1921 auf Betreiben von Mathilde von Kemnitz wieder geschieden. 1926 ging sie die Ehe mit Erich Ludendorff ein und nahm im Jahr 1927 gemeinsam mit ihm den Kampf gegen "das Unheil der Geheimbünde" auf, wie sie in ihren Lebenserinnerungen schreibt. Der Kampf gegen die Freimaurerei erweiterte sich bald auf andere Hintergrundmächte und schließlich 1929 auch auf den von all diesen Hintergrundmächten geförderten Nationalsozialismus.

Georg Ahlemann zog nun 1929 nach seinem Bruch mit Ludendorff diesen zweiten Ehemann von Mathilde Ludendorff, den genannten Major Kleine "hervor", der von einer eheliche Freizügigkeit seiner nachmaligen Frau noch zu Lebzeiten ihres ersten Ehemannes Gustav Adolf von Kemnitz und in dessen Anwesenheit wissen wollte während einer Skitour, die sie zu dritt unternommen hätten, auf einer Skihütte.

Obwohl Mathilde Ludendorff diese Behauptungen des Majors Kleine entschieden bestritten hat, und obwohl Kleine diese Behauptungen auch schon während ihres Scheidungsprozesses 1921 wieder zurückgenommen hatte, baut noch der Historiker Florian Mildenberger im Jahr 2006 (6) einigermaßen "süffisant" auf diesen seine These auf, Mathilde Ludendorff hätte in früheren Jahren ihres Lebens in moralischen Fragen der Ehe noch sozusagen "erstaunlich moderner" gedacht und gehandelt, als später. Hätte er etwas genauer die Lebenserinnerungen Mathilde Ludendorffs gelesen, hätte er erfahren, daß das Ende der Ehe mit dem Vater ihrer drei Kinder für sie in den Jahren 1915 und 1916 sehr großes Leid bedeutete, und daß ihr vormaliger Ehemann sie in dieser Zeit immer wieder ermutigte, eine neue Beziehung einzugehen, um über die Trauer hinweg zu kommen.

Es war das also ein Geschehen, was es zu allen Zeiten gegeben hat. Die Frage, wie "modern" Mathilde Ludendorff im Jahr 1916 über die Ehe gedacht hat, ist wohl - abgesehen von einem Florian Mildenberger (?) - für eine heutige Generation nicht mehr gar so relevant. Relevanter wäre schon eher, ob es angängig ist, ohne jede Quellenkritik Mathilde Ludendorff freiweg eine Falschdarstellung über ihr eigenes, früheres Leben zu unterstellen und andererseits der Wahrheit eines Rachefeldzuges eines Nationalsozialisten im Dienste der nationalsozialistischen Sache von vornherein Glaubwürdigkeit zu unterstellen.

Aber auch das soll an dieser Stelle gar nicht im Vordergrund stehen. Relevant ist viel mehr vor allem - und das arbeitet Florian Mildenberger völlig ungenügend heraus -, daß noch heute, mehr aber noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Vorwürfe auf dem Gebiet des Ehe- und Geschlechtslebens als bevorzugte "Waffen" und Erpressungsmittel im Kampf mit politischen Gegnern angesehen und benutzt worden sind. Zumindest von solchen Leuten, die sich nicht zu schade dafür waren. 

Adolf Hitler und die Gestapo beispielsweise hatten demgegenüber nicht die geringsten Skrupel. Die Blomberg-Fritsch-Krise von 1938 - oder auch der Vorwand für die Röhm-Morde von 1934 - liefern dafür wohl wirklich ausreichend Anschauungsmaterial. Aber sicherlich sind damit nur die geschichtsträchtigsten Beispiele genannt. Viele Erpressungen auf diesem Gebiet sind ja sicherlich nie öffentlich bekannt geworden und können eventuell nur aus der "Gefügigkeit" und "Stromlinienförmigkeit" politisch Handelnder abgeleitet werden.

Der wesentlichste Zusammenhang, in den die Schmutzkampagne des Georg Ahlemann unter den Fittichen Adolf Hitlers gegen Mathilde Ludendorff gestellt werden muß, sind also die vielen weiteren Fälle von Vorwürfen auf dem Gebiet des Sexuallebens, die man in Tresoren liegen hat, und die man zum gegebenen Zeitpunkt als Waffe in der der Politik zu benutzen gewillt war und ist. Und für den Sozialdarwinisten Hitler waren Politik und Moral getrennte Gebiete. Der wesentlichste Zusammenhang, der hier zu erörtern ist, scheint also der zu sein, daß Hitler und seinen Förderern offenbar im Jahr 1929 "sonstige Argumente" gegen die Angriffe und Warnungen des Hauses Ludendorff  ("Weltkrieg droht auf deutschem Boden") ausgegangen waren.

Abb. 6: Staatsbegräbnis: Hitler hinter dem Sarg Ludendorffs, Dezember 1937 in München (Welt)

Wenn Adolf Hitler Georg Ahlemann noch 1944 für seine "Großtaten" in der deutschen Geschichte mit 100.000 Reichsmark belohnt und mit einem Gut im Wartheland, kurz bevor der von Ludendorff vorausgesagte Weltkrieg deutschen Boden erreichte, dann wird hierdurch wahrscheinlich mehr als durch vieles andere beleuchtet, welch eine Bedeutung Adolf Hitler persönlich diesen "Großtaten" des Herrn Ahlemann der Jahre 1929 bis 1932 für den Erfolg seiner Bewegung noch im Jahr 1944 zumaß, wie er über sie dachte, noch im Jahr 1944.

Und damit auch, mit welcher Gesinnung Adolf Hitler im Dezember 1937 dem Sarg Erich Ludendorffs während des Staatsbegräbnisses an der Feldherrnhalle in München folgte (Abb. 6). Im Grunde doch nur wie jene Charly Chaplin-Figur in "Der große Diktator": Adolf Hitler hatte eigentlich nicht den geringsten Respekt vor Ludendorff. Es war alles nur pompöse Darstellung nach außen. 

"Die Reitpeitsche um die Ohren!" (1931)

Eigentlich hatten die öffentlichen Auseinandersetzungen um diese Dinge während der Jahre 1931 und 1932 in diesem Beitrag gar nicht "in extenso" behandelt werden sollen. Einen Eindruck davon kann man sich aber auch durch eine damals erschienene, gerade ins Netz gestellte "Aufklärungsschrift" aus dem Jahr 1931 verschaffen (9). Nicht uninteressant aber dürfte sein, auch für noch weitergehende Zusammenhänge, was sich in der damaligen „Ludendorffs Volkswarte“, Folge 21 vom 24.5.1931 findet:

Erklärung!
Ich bitte um Aufnahme folgender Erklärung in die nächste Nummer der Volkswarte:
„Widerlich und ekelerregend liest man, mit welch hämischer Freude ein „deutscher Offizier“, Oberstleutnant Ahlemann, im Schmutz wühlt. Fühlt denn die „gesamte nationale Front“, als deren Verteidiger er sich aufwirft, nicht den Ekel aufsteigen? So lange Oberstlt. Ahlemann im Gefolge Ludendorffs ging, konnte er nicht genug kriechen; heute übt er kleinlichste, widerlichste Rache, ein Zeichen, daß Ahlemann den Generalquartiermeister niemals verstanden hat. Diese Erkenntnis ist natürlich bitter für Ahlemann; was liegt daher näher, als mit jüdischer Unverfrorenheit Gemeinheiten loszulassen? Für diese Schmutzfinken gibt es nur eine Antwort: Die Reitpeitsche um die Ohren! Eine Deutsche Arbeiterfaust wird durch die Berührung mit solchen Elementen nur entehrt!“
Diese Antwort schulde ich als gemeiner Soldat und Arbeiter dem 1. Generalquartiermeister, General Ludendorff!
August Lindner, Seemann, Büsum (Holstein), Bahnhofstr. 25

Natürlich deutet sich in dieser Stellungnahme auch der Antisemitismus der damaligen Zeit an. Aber sie ist auch deshalb so interessant, weil August Lindner noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg weitläufige Forschungen unternahm, die in einem bis heute unveröffentlichten Manuskript mit dem Titel "Ludendorff – Widerstandskämpfer im Dritten Reich?" mündeten (10). Für dieses Manuskript konsultierte August Lindner Erich Ludendorff selbst, nahestehende seiner Mitkämpfer und zahlreiche namhafte Historiker, die wiederum dann in ihren Arbeiten auch ihn zitierten.

Möglicherweise findet man in dieser Erklärung des Seemanns August Lindner über seine "Arbeiterfaust" einen der emotional tieferliegenden Ausgangspunkte für das verstärkte Interesse desselben an Ludendorffs Gegnerschaft zum Nationalsozialismus und der Nationalsozialisten gegen ihn, sowie an Ludendorffs Haltung überhaupt während des Dritten Reiches (10). Es ist dringend an der Zeit, daß dieses Manuskript einmal veröffentlicht wird.

"Schmähschriften nach Weisung des Braunhemden-Hitlers" - Erich Ludendorff 1932

Aber auch Erich Ludendorff selbst hat im Rahmen der Auseinandersetzungen einmal Stellung genommen. Seine Stellungnahme ist auch deshalb von Interesse, weil man nach ihrem Studium ein wenig besser versteht, warum Mathilde Ludendorff sich in ihren Lebenserinnerungen so sehr vor dem "Wühlen" späterer Historiker in ihren "Privatangelegenheiten" verwahrte (11)*):

Seit mehr als einem Jahr zieht ein Braunhemd im Auftrag des Regierungsrats Hitler, den dieser in seinem V. B. vom 7. 11. 1931 als „schneidigen“ Kämpfer gegen das Haus Ludendorff bezeichnet, im Reiche der Massenversammlungen herum, schmäht meine Frau auf das widerlichste, läßt mit Hilfe der röhmischen SA. und Beamten der Kirchen Schmähschriften verbreiten, deren Einstampfung in erster Gerichtsinstanz schon beschlossen ist. (…)

So reichte denn mein Münchener Rechtsbeistand beim Amtsgericht Zanow am 18. 2. 1932 gegen den so „schneidig kämpfenden“ Braunhemdmann eine Klage ein. (…)

Der Rechtsbeistand drängte auf Beschleunigung (…), namentlich als er hörte, daß Regierungsrat Hitler diesem befreundeten Braunhemde ein Mandat für den Landtag in Preußen versprochen hatte. (…)

Das Braundhemd ist nun in letzter Stunde von der Liste der Abgeordneten gestrichen worden. Damit machte Hitler, der Führer des Schmähkampfes gegen meine Frau und mich, sein Verschulden nicht wieder gut. Die Streichung erfolgte nur auf ungemein starken Druck doch noch anständiger Nationalsozialisten. (…)

Ich will den Deutschen wenigstens gesagt haben, um was es hier geht. Aus dem widerlichen Inhalt des neuen „schneidigen Kampfes“ der Braunhemden blitzt die katholische Aktion sehr plump hervor. (…)

Die katholische Aktion möchte mit meiner Frau verfahren, wie sie es bei der großen Seherin in Trier, Theothia tat, die sie nicht zum Tode verurteilte, sondern deren Frauenwürde und -ehre sie zu schänden versuchte. (…)

Ich, der „Antichrist“ und „Heide“, erkläre ein für alle mal der Christenherde:

Begeifert mit Eurer widerlichen Liguori-Phantasie meine Frau und seid weiter recht eifrig bei diesem wichtigen Treiben, auch beim Vertreiben eurer neuen Schmähschriften nach Weisung des Braunhemden-Hitlers gegen den Willen anständiger Nationalsozialisten.

Aus dem furchtbaren Schicksal der zweiten Ehe schuf meine Frau den „Triumph des Unsterblichkeitwillens“, der unsterblich triumphieren wird über Euer klägliches Treiben. Gegen die hohe Moral, die von meiner Frau ausgeht und aus ihren Werken spricht, hat die Christenherde nichts einzusetzen.

Ich war vor unserem Eheschluß tief erschüttert, als das unglückreiche Leben meiner Frau auf ihren Wunsch hin klar vor meinen Augen lag, und bewunderte, mit welcher göttlichen Kraft sie sich aus diesem zum großen weltbewegenden Erkennen und Schaffen gerettet hatte.

Es sei noch ein weiteres Zeugnis im Zusammenhang mit diesem politischen Kampf zwischen Adolf Hitler und dem Ehepaar Ludendorff angeführt. Am 15. Oktober 1938, zehn Monate nach dem Tod Erich Ludendorffs, feierte der vormalige Freikorps-Führer und nunmehrige "Reichsstatthalter in Bayern" Franz Ritter von Epp  (1868-1947) in München seinen 70. Geburtstag. An dieser Feier nahm auch der österreichische General Edmund Glaise von Horstenau (1882-1946) als Vertreter der österreichischen Landesregierung teil. Während des Festessens saß er neben dem geheimnisumwitterten "Reichsleiter Major a.D. Buch", dem obersten Parteirichter der NSDAP und berichtet darüber in seinen Erinnerungen (Bd. 2, S. 325f):

Er setzte mir die Gründe für die Abschaffung des Zweikampfes im Parteiehrwesen auseinander, kam nebenbei auch auf Frau Ludendorff, die "Philosophin", zu sprechen. Er sei einmal im Jahre 1931 auf einem Bahnhof mit dem Führer auf- und abgegangen und habe versucht, bei ihm eine etwas friedlichere Stimmung gegenüber Ludendorff zu erzielen. Der Führer meinte: "Das wird nicht möglich sein, denn Mathilde ist das unüberwindliche Hindernis." Der Führer berichtete dann, Mathilde habe ihn während der Haft in Landsberg heftig bedrängt, er möge sie heiraten. Er habe dieses Ansinnen schroffstens zurückgewiesen. "So etwas vergißt eine Frau nie." Im übrigen sei die Beziehung Ludendorff-Mathilde durchaus auf Basis sexueller Hörigkeit des alternden Mannes gegenüber einer sehr sinnlichen Frau gestanden. Ludendorff war für den Führer der große Feldherr des Weltkrieges und blieb es bis zu dessen Tod. Von der Politik und der Weltanschauung Ludendorffs hielt er wenig oder nichts.

Auch hier wieder ein Zeugnis für die Art des Denkens und der Argumente, die Hitler gegenüber dem Ehepaar Ludendorff ins Spiel brachte. Auch das - offenbar ebenfalls sehr bewußt ausgestreute - Gerücht, daß die damalige Mathilde von Kemnitz Adolf Hitler hätte heiraten wollen, benennt dieselbe in ihren Lebenserinnerungen als völlig haltlos.

Das ganze Zitat zeigt eher, wie Hitler über Frauen ganz allgemein dachte.

Anhang: Weitere Beispiele für "Ludendorffiana" beim Archiv des Instituts für Zeitgeschichte in München

Die neu im Internet veröffentlichte Findmitteldatenbank des Archivs des "Instituts für Zeitgeschichte" (IfZMnch) in München (1) liefert übrigens derzeit 140 Treffer für das Suchwort "Ludendorff". Im folgenden soll noch auf eine kleine, bunte Auswahl derselben hingewiesen werden. Um zunächst noch im Jahr 1937 zu bleiben: Auch in den von dem britischen Historiker David Irving dem IfZ zur Verfügung gestellten Dokumenten taucht der Name Ludendorff auf. Etwa in Aufzeichnungen von Nicolaus von Below (Wiki) über die Beziehungen Hitlers zu Ludendorff während der 1930er Jahre:

Aufzeichnungen Obst. Nicolaus v. Below zu den Jahren 1937-1941, verfaßt 1948/49, in auszugsw. masch. Übertragung Irvings, mit engl. Erläuterungen. Enthält: Angaben üb. Hitlers Verhältnis zu Italien/Mussolini 1934-1937 (1f.); Besprechung v. 5.11.1937 in d. Reichskanzlei (3f.); Verh. zu Ludendorff (6); Verh. zu Blomberg (7); Heer u. Fritsch-Krise (7-9); Besprechung Hitler/Schuschnigg auf dem Obersalzberg 1938 (9-11); Anschluß Österreichs (11f.) Bau des Westwalls (13-15); Hitlers Italienreise Mai 1938 (16-18); Führerwohnungen (19f.); Bormann (21); Rücktritt Gen. Becks (21f.) ... 

Da es insbesondere das Verhältnis Hitlers zum faschistischen Italien Mussolinis war, das Ludendorff seit 1929 scharf kritisiert hatte, und was der italienische Botschafter in dem gefälschten Landesverratsbrief "Ludendorffs" noch im Juni 1937 hinterhältig und für Ludendorff lebensgefährlich unterstellte, erhält hier die Erwähnung des "Verhältnisses zu Ludendorff" bevor auf die Blomberg-Fritsch-Krise eingegangen wird, wohl ihre eigene Beleuchtung. Sind diese in den schon 1980 veröffentlichten Erinnerungen von Belows enthalten?

Im Bestand "Leo Geyr von Schweppenburg" ist offenbar auch eine Schwiegertochter desselben vertreten,  die zugleich die Tochter des Wilhelm Groener war, und zwar mit einem: 

Schreiben Dora Groener-Geyrs vom 24. Juni 1966: Außenpolitische Vorstellungen ihres Vaters; Differenzen Groeners mit Ludendorff

Dieser Angabe ist zunächst nicht zu entnehmen, welche Zeiträume hier gemeint sind. Schließlich hat Ludendorff das Wirken Groeners bis 1932 kritisiert. Außerdem gibt es auch den Nachlaß von Walter Luetgebrune, einem der Rechtsanwälte Erich Ludendorffs in seinen Freimaurerprozessen 1928 und 1929, darunter zum Beispiel auch

Ludendorff an Rechtsanwalt Luetgebrune vom 10. Juli 1930: Bitte um Niederlegung der Verteidigung wegen Wirken Luetgebrune im Landvolk gegen den Tannenbergbund.

Es gibt auch den Bestand eines "Regierungsbaumeisters Gerd-Harald Ludendorff". Er enthält zwei Schreiben dieses Ludendorff an einen Sanitätsrat Ernst-Adolf Müller 

06./ 16. Februar 1977 mit Angaben zur Familie Ludendorff ab 1862. 

Darin werden offenbar Verwandtschaftsverhältnisse rund um Erich Ludendorff und seine Brüder, sowie die Familie Pernet erörtert. Außerdem gibt es ein Schreiben dieses Sanitätsrats Ernst-Adolf Müller an den Historiker Norbert Frei

01. Juli 1984, Kurzberichte betr. Erinnerungen an Ersten Weltkrieg, Erich Ludendorff, Gustav von Kahr, Paul von Hindenburg, Konstantin von Neurath (...) Schwarze Reichswehr (...) Die beiden Dioskuren etc.

Abschließend soll auf einen "Bestand Ricarda Huch" hingewiesen werden:

Frau Ricarda Huch sammelte in den Jahren 1946 - 1947 das vorliegende Material für ein Gedenkbuch über die hingerichteten Angehörigen von Widerstandskreisen. Der Arbetistitel lautete: "Bilder der Märtyrer".

In dem Material über die Hingerichteten muß auch von Mathilde Ludendorff die Rede sein. Denn ihr Name taucht im dazugehörigen Personenregister auf neben einer großen Vielfalt anderer, zum Teil recht interessanter Namen. Hier ein Auszug aus dem Personenregister: 

Dietrich Bonhoeffer, Klaus Bonhoeffer, Wihlem Canaris, Ludwig Beck, Alfred Delp, Hans von Dohnanyi, Carl Goerdeler, Werner und Hans Bernd von Haeften, Ulrich von Hassell,  Albrecht Haushofer, Hans Bernd Gisevius, Wilhelm Leuschner, Alexis und Ursula von Roenne, Claus von Stauffenberg, Robert Holtzmann, Werner von Fritsch, Mathilde Ludendorff, Hans Speidel, Hjalmar Schacht, Erwin von Witzleben, Erich Hoepner, Ernst Niekisch, Ewald von Kleist, Heinrich Brüning, Wolfgang Foerster etc.

Für eine künftige Biographie Erich Ludendorffs für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gibt es also noch viel Material auszuwerten. Im Zusammenhang mit dem von dem Historiker Manfred Nebelin in diesem Jahr erschienen Ludendorff-Biographie bis zum Jahr 1918 ist auf eine solche unter anderem von Ernst Piper als Desiderat hingewiesen worden (12):

"Die wenigen Seiten, die auf die zweite Lebenshälfte Ludendorffs verweisen, zeigen, daß es ein großer Gewinn wäre, wenn Nebelin seine Arbeit fortsetzen und ihr einen zweiten Teil folgen lassen würde."

"Die Quellenlage zu Georg Ahlemann scheint eher dünn zu sein" - Eine Doktorarbeit über Ludendorff (2023) kennt den vorliegenden Blog nicht

/ Ergänzung 27.6.2026 / Im Jahr 2023 ist an der Universität Düsseldorf die in Teilen recht ausführliche Doktorarbeit "Der 'Feldherr" als Publizist" von Matthias Fahrenwaldt erschienen (16). Auf den Seiten 194 bis 199 wird darin die Ahlemann-Schrift "Der Nationalsozialismus in Abwehr" vergleichsweise ausführlich behandelt. Eingeleitet wird die Behandlung dieser Schrift allerdings mit den Worten (16, S. 195):

Die Quellenlage zu Georg Ahlemann scheint eher dünn zu sein.

Während der Recherchen zu seiner Doktorarbeit ist Matthias Fahrenwaldt also kein einziges mal auf den vorliegenden Internetblog gestoßen. Denn sonst hätte er ihn doch durchsehen müssen, ob sich auf dem vorliegenden Blog wichtige Sachverhalte dargestellt finden, die in seiner Doktorarbeit Berücksichtigung finden müssen.

Aber die im vorliegenden Beitrag behandelte Tatsache, daß Georg Ahlemann noch im Jahr 1944 von Adolf Hitler ein Rittergut in Westpreußen geschenkt erhalten hat, wird mit keinem einzigen Wort erwähnt. Und doch ist dieser Umstand für die Einordnung dieser Schrift insgesamt doch unverzichtbar.

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*) Ergänzung 22.3.2023: Erich Ludendorff erwähnt in seiner Erklärung (11) eine "große Seherin" aus Trier, die den Namen "Theothia" getragen hätte. Er spielte hier höchstwahrscheinlich an auf die alemannische Seherin Thiota (Wiki), die allerdings nicht aus Trier stammte, sondern die aus Konstanz und dem Alemannischen stammte. 
Über die hochgeachtete Stellung der Frau in der germanischen Welt und ihre Abwertung und Knechtung in christlicher Zeit sind damals viele Aufsätze und Schriften erschienen. W. H. Riehl etwa erwähnt Thiota, Gustaf Kossinna erwähnt sie. Und so haben dies noch viele andere Autoren getan. In solchen Veröffentlichungen wird Erich Ludendorff von dieser "großen Seherin" gelesen haben. Seit dem 19. Jahrhundert wird sie in der wissenschaftlichen Literatur als ein Nachklang aus der langen Reihe der Germanischen Seherinnen (Wiki) behandelt und als ein Symbol der Unterdrückung der Frau in der mittelalterlichen Kirche. All das geht zurück auf die Erwähnung in den "Fuldaer Annalen" (Wiki) für das Jahr 847, wo die Synode in Mainz aus jenem Jahr behandelt wird (14; zit. n. 15, S. 52):
"Zu dieser Zeit kam ein Weib aus Alamannien mit Namen Thiota als falsche Prophetin nach Mainz, welche durch ihre Weissagungen den Sprengel des Bischofs Salomo nicht wenig beunruhigt. Denn sie behauptete, den bestimmten Tag des Weltuntergangs zu kennen und sehr viel anderes, was nur in Gottes Wissen steht als ihr von Gott offenbart, und sie verkündete, daß in diesem Jahr der letzte Tag der Welt bevorstehe. Die Folge war, daß vom niederen Volk beiderlei Geschlechts viele aus Furcht zu ihr kamen, ihr Geschenke brachten und sich ihren Gebeten empfahlen; und was ernster ist, Männer des heiligen Standes folgten jener mit Hintansetzung der geistlichen Gelehrsamkeit wie einer vom Himmel bestimmten Meisterin. Aber als man sie vor die Versammlung der Bischöfe in St. Alban führte und sorgfältig über ihre Behauptungen befragte, gestand sie, daß ein Presbyter ihr dies eingegeben und sie Gewinnes halber solches erzählt habe. Deshalb wurde sie nach dem Urteil der Synode öffentlich mit Ruten gepeitscht, verlor mit Schimpf und Schande das Predigtamt, welches sie unrechtmäßig an sich gerissen hatte, und machte endlich, also überführt, mit ihren Weissagungen Schluß."

/ Ergänzung 27.6.26 / Auch Karl Banghard erwähnt in seinem Germanen-Buch aus dem Jahr 2025 die Seherin Veleda und andere germanischen Seherinnen (S. 188): "Die hochgewachsene Seherin hatte den Sieg in einem germanischen Aufstan im März 70 nach Christus voraus gesagt. (...) In den Friedensverhandlungen hatte Veleda die Funktion einer Chefdiplomatin. Tacitus hat Veleda anscheinend später in Rom persönlich gesehen. Sie muß reichtsweit bekannt gewesen sein: Eine in Ardea bei Rom entdeckte griechische Inschrift aus dem zweiten Jahrhundert spricht von ihr als "lange Jungfrau", die von den "Rheinwassertrinkern" verehrt wird. In dieser Zeit lebten mehrere germanische Seherinnen im Imperium: eine Semnonin am Hof Kaiser Domitian und eine Chattin am Hof Kaisers Vitellius. Selbst im ägyptischen Elephantine erwähnt eine Inschrift des zweiten Jahrhunderts eine semnonische Seherin namens Walburg." 

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  1. Bestand "Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums" im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte München, Signatur MA 125, Bandnummer 15, RDV 152:  Stabshauptamt, Korrespondenz mit Oberstleutnant a.D. Ahlemann ..., 1942 - 1944. Auf: Online-Findmitteldatenbank (IFZMüch)
  2. Friedmann, Jan; Frohn, Axel: Hitlers letzte Abrechnung. Kassenbuch aus dem "Dritten Reich" (einestages2011)
  3. Bading, Ingo: Zur Frage nach dem Anteil der Freimaurer an der Machtergreifung Adolf Hitlers, an der Gestapo und damit am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1. Teil). GA-j!, 23.11.2010
  4. Bading, Ingo: Fotos als politische Druckmittel. Studiengruppe Naturalismus, 9.10.2007
  5. Bading, Ingo: Fotos als politische Druckmittel II. Studiengruppe Naturalismus, 2.1.2008
  6. Mildenberger, Florian: Erotik, Polygamie, Muttertum. Die Wandlungen der Mathilde Ludendorff. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 07-08/2006
  7. Ahlemann, Georg: Die Wahrheit über Ludendorff. 1929 (59 Seiten)
  8. Ahlemann, Georg: Der Nationalismus in Abwehr. Antwort auf Ludendorffs "Weltkrieg droht".  Selbstverlag, Auslieferungsstelle und Druck Hans Plasnick, Grossenhain i. Sa. 1931
  9. Zemke, Kurt: Die Maske herunter! Hitlers Agitator Ahlemann und sein "Kampf" gegen General Ludendorff. Im Selbstverlage des Verfassers, Berlin 1931 (Scribd)
  10. Lindner, August (Büsum) (1893 - 1970): Ludendorff – Widerstandskämpfer im Dritten Reich? Unveröffentlichtes Manuskript im Nachlaß des Autors. Bundesarchiv Koblenz und Landesarchiv Schleswig. [Mit Briefwechseln des Autors mit den Historikern Walter Hubatsch, S. Kaehler, Egmont Zechlin und W. Foerster; sowie mit Erich Ludendorff und seinen Mitarbeitern  Robert Holtzmann und Karl von Unruh]
  11. Ludendorff, Erich: Richter und Anwälte, wehrt Euch! In:  In „Ludendorffs Volkswarte“ vom 30. 4. 1932
  12. Piper, Ernst: Der totale Krieger. Rezension von M. Nebelin: Ludendorff - Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler Verlag, München 2010. In: Der Tagesspiegel, 17.10.2011 
  13. Peter Broucek (Eingel. und hrsg.): Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Böhlau, Wien u.a.. Band 2: Minister im Ständestaat und General im OKW (= Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs. Bd. 70). 1983
  14. Annales Fuldenses / Jahrbücher von Fulda. Hrsg. u. übersetzt von Reinhold Rau. Bd. 3 der Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Darmstadt 1982, S. 35
  15. Rudolf Dellsperger: Ökumenische Kirchengeschichte der Schweiz. Hrsg. v. Lukas Vischer, Lukas Schenker und Rudolf Dellsperger. Paulusverlag Freiburg Schweiz, 2. korr. Aufl. 1998, S. 52 (GB)
  16. Matthias Albrecht Fahrenwaldt: Der „Feldherr“ als Publizist. Erich Ludendorff 1919-1937. Dissertation, Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität, 2023; Online-Ressource Hochschulschrift (kostenfrei zugänglich) (UniDüsseldorf)

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