"Deutsche, wühlt in der Geschichte!" (Erich Ludendorff)
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Sonntag, 19. Februar 2017

"Das Seelenmordende der Wirkung Roms auf Deutsche Menschen"

"Was Romherrschaft bedeutet" - Der Zorn und Kampf Erich und Mathilde Ludendorffs und der von ihnen begründeten Bewegung gegenüber dem Jesuitenorden und gegenüber der weltweit agierenden seelen- und völkermordenden katholischen Kirche

Die erste Version dieses Artikels wurde am 30. September 2011 veröffentlicht. Anlässlich des Besuches von Papst Josef Ratzinger in Deutschland. In jenem Jahr hatten Kirchen- und Christentumskritiker wie Michael Schmidt-Salomon gefordert, der Papst müsse wegen der von ihm federführend verantworteten tausend- und zehntausendfachen Vertuschung von sexualisierter Gewalt an Kindern weltweit vor einen Internationalen Gerichtshof gestellt werden. Wenig später war dieser Papst aus allen Ämtern zurückgetreten und war ein Jesuitenpapst an seine Stelle gewählt worden. In all diesen Vorgängen dürfte viel an Bedeutung enthalten sein.

Spätestens seit dem Januar 2010 hatten die katholische Kirche und der Jesuitenorden in Deutschland und weltweit Erschütterungen erlebt, wie sie solche seit 1945 nicht mehr erlebt hatten. Aber haben sie diese Erschütterungen nicht allseits glänzend überstanden? Jesuiten wie Pater Klaus Mertens haben selbst in Magazinen wie dem "Spiegel" eingestanden, dass diese sexualisierte Gewalt innerhalb des Jesuitenordens und seiner Schulen "systematisch" geschehen sei, also durch bewusstes Wegsehen und durch Mitwisserschaft. Grund genug also, eine Psychosekte wie den Jesuiten sofort landesweit zu verbieten und alle seine Schulen sofort zu schließen. Aber ist solches auch nur ansatzweise geschehen im deutschsprachigen Raum?

In früheren Jahrhunderten waren da selbst streng katholische Länder, waren selbst Päpste da viel rigoroser und "unkomplizierter". Wo überall ist der Jesuitenorden schon verboten worden in seiner Geschichte. Und die Anlässe waren damals sicherlich weniger starke, weniger eindeutige, als sie seit dem Jahr 2010 vorgelegen haben. Dennoch geschah dem Jesuitenorden so gut wie nichts. Dennoch konnte ein Jesuitenpater sogar zum Papst gewählt werden an Stelle eines anderen noch lebenden Papstes, der im Zusammenhang mit dieser systematischen sexualisierten Gewalt innerhalb der katholischen Kirche allerschwerste Schuld auf sich gezogen hat nach jeder weltlichen Gesetzgebung. Wie ist all das möglich? Diese Umstände allein machen deutlich, wie weitreichend die schleichende, fast unbemerkt vorhandene Vor- oder fast Alleinherrschaft der katholischen Lobbykräfte allseits innerhalb der Medien und der Politik wirkt. Sie ist so machtvoll, dass sie jeden sich regenden Widerstand gegen sich von weiter Hand geschickt immunisieren und ablenken kann.

Die Völker sind entsittlicht und moralisch enthemmt genug, um sie unfähig zu machen zur Entfaltung moralischer, thymotischer Zorneskräfte gegen all diese Dinge, zur Entfaltung von Kräften, zu denen sie in früheren Jahrhunderten - und noch unter Otto von Bismarck - in ausgeprägtem Maße befähigt waren.

Die schlimmsten vom Jesuitenorden und anderen katholischen Orden und Angehörigen der katholischen Priesterkaste begangenen Verbrechen haben sich bis heute in keiner Weise nachteilig für die Machtstellung der katholischen Kirche und des Jesuitenordens in der Welt ausgewirkt. Braucht man noch mehr Hinweise, um sich zu verdeutlichen, wie groß diese Machtstellung tatsächlich ist? Und muss man sich nicht sehr wundern, wenn ein solch kluger Hintergrundpolitik-Kritiker wie Wolfgang Eggert den Einfluss der katholischen Lobbymacht - wie erst jüngst wieder geschehen - als nur sehr gering veranschlagt? Wen will er damit denn für dumm verkaufen?

Heilsamer Zorn?

Damals, im September 2011 erschien es uns einmal sinnvoll, sich in dem vorliegenden Beitrag an den "Kampf gegen Rom" zu erinnern, der von Seiten der Ludendorff-Bewegung in den 1920er und 1930er Jahren geführt worden war. Von einem solchen Kampf gegen Rom spürt man in auffallendstem Maße seit dem Tod von Mathilde Ludendorff innerhalb dieser Bewegung so gut wie gar nichts mehr. Schon dies ist für sich ein Umstand, der Aufmerksamkeit weckt. Es ist ein mehr als deutlicher Hinweis, wenn man so und so vielen anderen Hinweisen und Erfahrungen nicht hinterher lauschen möchte. Ganz unbemerkt und sang- und klanglos hat man diesen Kampf .... einschlafen lassen. So haben es diese Lobbykräfte natürlich am allerliebsten.

Viele der Aufklärungs- und Kampfschriften der Ludendorff-Bewegung der 1920er und 1930er Jahre (1-24) liest man heute - unter dem Eindruck der Entwicklungen und Diskussionen seit 2010 - mit ganz neuer Anteilnahme. So mancher Überlebende von systematischer Gewalterfahrung in der Gewalt-Täterorganisation und Psychosekte Jesuitenorden und in anderen kirchlichen Orden, Einrichtungen, Eliteschulen und Jugendheimen könnte in solchen Schriften auch manches von jener für so manchen wohl persönlich heilsamen Emotion und von jenem heilsamen Zorn finden, den er oder sie an so vielen anderen Stellen unseres heutigen öffentlichen Lebens mit manchem Recht noch immer vermisst. Hat nicht Peter Sloterdijk in seinem Buch "Zorn und Zeit" auf die geschichtsmächtige und Kulturen gesund erhaltende Kraft des Zornes seit Beginn der abendländischen Geschichte hingewiesen? Ist es da nicht geraten, sich auf das Wesen und die Kräfte des berechtigten und notwendigen sittlichen Zornes zu besinnen?

Im folgenden nur einmal eine Zusammenstellung wichtiger Literatur, die schon in den Titeln - zumindest in den Jahren 2010 und 2011 - eine sehr große Aktualität aufwiesen und deren Aussagen zum Teil in der bildlichen Darstellung, unter anderem durch die Zeichnungen von Lina Richter oder Hans-Günther Strick, eindrucksvoll unterstrichen wurden.

1929: "Ein Blick in die Morallehre der römischen Kirche" (Mathilde Ludendorff)

Abb. 1: Mathilde Ludendorff "Ein Blick in die Morallehre der katholischen Kirche" (1929)

1929 brachte Mathilde Ludendorff die kleine Schrift heraus "Ein Blick in die Morallehre der katholischen Kirche". Sie behandelte die Moral des Heiligen Liguori. Diese wird auch heute wieder vielerorts kritisch gesehen. Das Titelbild dieses Heiligen entstammte der katholischen Literatur selbst, war also keine Karikatur!

1929: "Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende" (Erich und Mathilde Ludendorff)

Im selben Jahr brachten Erich und Mathilde Ludendorff ihre Grundlagenschrift "Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende" heraus. Der "katholischste Protestant", den der Rechtskonservative Götz Kubitschek jemals in seinem Leben kennengelernt hat, nämlich Karlheinz Weißmann, datierte in seiner nur wenige inhaltliche Veränderungen aufweisenden Neubearbeitung von Armin Mohlers Grundlagenwerk "Die konservative Revolution" das Ende der geschichtlichen Bedeutsamkeit der völkischen Bewegung auffallenderweise und im Grunde unsinnigerweise auf das Jahr 1929. Wie kam er darauf? In diesem Jahr mag die damalige völkische Bewegung durch die Veröffentlichung dieser Schrift zumindest für die katholische Kirche viel an "Interesse" eingebüßt haben, in der Tat. Auch an dieser Bewertung mag also abgelesen werden, wie katholisch dieser "Protestant" Weißmann innerlich tatsächlich aufgestellt ist.

Die monotheistischen Lobbykräfte sind übrigens mit nichts so intensiv befasst seit über hundert Jahren als mit den sogenannten rechtskonservativen Kräften in der Politik und Kultur, sowie mit ihrem Hijacking und ihrer Immunisierung.

Mit einer völlig neuen inneren Anteilnahme liest man in dieser Schrift Erich und Mathilde Ludendorffs etwa das bedeutende und wohl sehr grundlegende Kapitel über die "Dressur im schwarzen Zwinger" und darin dann über das, was heute "systematisch" praktizierte "Schwarze Pädagogik" genannt wird. Das Bestandteil dieser Schwarzen Pädagogik auch systematisch praktizierte sexualisierte Gewalt war, hatte Mathilde Ludendorff darin übrigens noch überhaupt nicht unterstellt! Also selbst dieses Buch war der Sache nach noch eine - - - Verharmlosung. Auch war Erich und Mathilde Ludendorff nicht bekannt, was in den letzten Jahren in Youtube-Interviews geäußert wurde, dass es in den oberen Etagen des Jesuitenordens seit dem Ende des 18. Jahrhunderts Satanimus-praktiziertende Gruppen gäbe. Auch diesbezüglich stellt dieses Aufklärungswerk des Ehepaares Ludendorff aus heutiger Sicht also eher eine Verharmlosung dar. Der aussagekräftige Buchumschlag des Buches stammt von Lina Richter, der Schwester Mathilde Ludendorffs.

Nach Erscheinen dieses Buches sollte am 25. November 1929 in München ein Aufklärungsvortrag über den Inhalt desselben stattfinden. Dies rief den heftigsten Widerstand des Jesuitenordens und des bayerischen Ministerpräsidenten Heinrich Held (1868-1938) (Wiki) hervor. Der Jesuitenorden und katholische Jugendverbände sprengten unter Anführung des bekannten Jesuitenpaters Rupert Mayer (1876-1945) (Wiki) diesen Vortrag und verhinderten damit die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Der bayerische Ministerpräsident Held gab diesem Vorgehen in einer Rede in Freising deutlichste Schützenhilfe. Auch die damaligen Nationalsozialisten stellten sich gegen diesen Aufklärungskampf. Es kam zu weiteren Versammlungsverboten. Über all dies war Erich Ludendorff zutiefst entrüstet. Er schreibt in seinen Lebenserinnerungen, als "christlicher Haß" noch deutlich offener kund getan wurde, als das heute in der Regel und "klugerweise" getan wird (Bd. 2, S. 257f):

Der ganze christliche Haß war entflammt. (...) Diese so ernsten Vorgänge, die die schwerste Vergewaltigung Deutscher innerhalb des Deutschen Reiches bedeuteten, hatte wenigstens das Gute, dass nun auch in Norddeutschland die Augen über die Bedeutung des Kampfes sich öffneten. Ich selbst war tief empört über die Eingriffe in die persönliche Freiheit, die das Edelste ist, was wir Deutschen besitzen. Es war unser Recht, unsere Ansichten zu äußern. Die Polizei hatte uns vor Kongregationen zu schützen, oder sie nötigte uns einen Selbstschutz auf, dessen verhängnisvolles Wirken ich in der kommunistischen und nationalsozialistischen Partei mit Bedauern beobachtet hatte, da er zu leicht zur Volksverrohung und zum Kampf von Volksgeschwistern gegeneinander auch außerhalb der Versammlungsräume auf den Straßen führt.
Meiner eigenen Erbitterung gab ich Ausdruck, indem ich das alte niederländische Dankgebet, das unsere niederländischen Stammesbrüder vor über 200 Jahren im Kampf gegen Rom sangen, umdichtete. Dieses Niederländische Dankgebet lautet:
Der Böse - Arglose zu Fall zu bringen -
Schleicht grollend und brüllend, dem Löwen gleich.
Und suchet, wen er grausam mag verschlingen,
Wem er versetzen mag den Todesstreich.
Macht, flehet, bestehet im guten Streite,
Mit Schande in Bande der Sünd' nicht fallt!
Dem frommen Volk gibt Gott den Feind zur Beute,
Und wär noch eins so groß sein's Reichs Gewalt.

In einer Anmerkung schreibt Ludendorff dazu:
Es gibt auch noch andere "Niederländische Dankgebete", doch habe ich mich an das von mir gewählte gehalten.

Die verschiedenen Textversionen dieses Liedes sind heute auf Wikipedia zusammen gestellt (Wiki). Die von Ludendorff gewählte Strophe stammt danach aus dem Jahr 1597. Ludendorff schreibt weiter:
Der Wiener Jude Josef Weyl hatte am Ausgang des vorigen Jahrhunderts zur Verherrlichung des Judengottes Jahweh, des "Lenkers der Schlachten", aus diesem Liede ein Hohngedicht für Deutsche gemacht:
Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten,
Er waltet und haltet ein strenges Gericht,
Er läßt von den Schlechten die Guten nicht knechten;
Sein Name sei gelobt, er vergißt unser nicht.
Im Streite zur Seite ist Gott uns gestanden,
Er wollte, es sollte das Recht siegreich sein:
Da ward, kaum begonnen, die Schlacht schon gewonnen.
Du, Gott, warst ja mit uns: Der Sieg, er war dein!
Wir loben Dich oben, Du Lenker der Schlachten,
und flehen, mög’st stehen uns fernerhin bei,
dass Deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde!
Dein Name sei gelobt, o Herr, mach’ uns frei!

In einer weiteren Anmerkung erläutert Ludendorff seine Einschätzung dieses Liedes noch folgendermaßen:
Die "Jüdische Rundschau" Nr. 56 vom 14.7.1934, Seite 331, sagt folgendes: "Der Theologe Dr. Lueken macht in der "Christlichen Freiheit" geltend, dass die Schlussstrophe "Dass deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde - Herr mach uns frei!" nichts anderes ausdrückt als "Die zionistische Hoffnung auf die Herauserlösung Israels aus der Völkerwelt und auf seine Wiedervereinigung zu einem selbständigen Volk."

Ludendorff weiter:
Mein "Kampflied Deutscher Abwehr" hatte folgenden Wortlaut:
Der Schwarze, die Deutschen zu Falle zu bringen,
Schleicht hassend und trugvoll durchs arglose Reich
Und suchet, durch List die Gewalt zu erringen,
Um Freie zu fällen mit tödlichem Streich.
Ausharret und kämpfet im härtesten Streite,
Mit Schanden in Banden des Schwarzen nicht fallt!
Der Tapf're zwingt sich den Frevler zur Beute,
Zur Rettung des Volkes aus Pfaffengewalt.
Vertraut nur Euch selbst, hoffet nichts von Gebeten,
Den Würger vertreibt allein tatfrohe Kraft,
Den Stolzen und Starken, von Schleichern getreten,
Entflammet der Zorn, der jetzt Freiheit uns schafft.
Der Kampf gegen Rom, den ich bereits in meiner Verteidigungsrede vor dem Volksgericht in München am 29.2.1924 eindeutig aufgenommen hatte, war wieder voll entbrannt; sah ich damals aber nur sozusagen den "politischen Katholizismus", so war mir jetzt das Seelenmordende der Wirkung Roms auf Deutsche Menschen durch meine Frau und durch erhöhten Eindruck klar bewußt geworden.

Dieser Ludendorffsche Liedtext wurde in einem damals von Fritz Hugo Hoffmann zusammen gestellten Liederbuch "Lieder der Deutschen" mitsamt der alten zugehörigen Melodie abgedruckt und dementsprechend bei Anlässen gesungen.

1930: "Was Romherrschaft bedeutet"

Als was für eine furchtbare Gefahr die katholische Kirche für den einzelnen Menschen und für ganze Völker von Seiten des Ehepaares Ludendorff und ihrer "Mitkämpfer" eingeschätzt worden ist, geht auch schon aus dem äußeren Erscheinungsbild einer weiteren Schrift Mathilde Ludendorffs mit dem Titel "Was Romherrschaft bedeutet" hervor. In dieser Schrift sind katholische Männerorden, ihr sklavisches Innenleben und ihr weitreichender politischer und kultureller Einfluss behandelt.

Abb.: Angeklagt wegen Religionsvergehens - Schrift von Mathilde Ludendorff aus dem Jahr 1930

Ab dem Jahr 1930 stand man unter der drohenden Herrschaft des Nationalsozialismus. Diesem unterstellte man mit viel Recht, daß von Seiten der katholischen Kirche er zur Knechtung des deutschen Volkes benutzt wurde und zur Führung eines katholischen Missionskrieges gegen das atheistische, bzw. russisch-orthodoxe Rußland, ja, sogar zu einer von der katholischen Kirche unterstellterweise befürworteten Bolschewisierung und Sowjetisierung Europas (siehe unten). Das Umschlagbild stammte einmal erneut von Lina Richter.

1931: "Erlösung von Jesu Christo" (Mathilde Ludendorff)

Abb.: Erlösung von Jesu Christo

In ihrem Buch "Erlösung von Jesu Christo" wertete Mathilde Ludendorff alle Schriftstellen in der Bibel über Jesus Christus aus und konfrontierte sie mit der Moral und der Lehre ihrer eigenen Philosophie. Die Ergebnisse sind außerordentlich ernüchternd, ja, erschreckend und gehen vielfach weiter als die der meisten sonstigen christentumskritischen Schriften zum Neuen Testament. Der Buchumschlag stammt von Lina Richter.

1931: Wider eine Katholische Universität in Salzburg

Abb.: Tagungsband der Tannenbergbund-Tagung in Salzburg, 1931
(Titelseite mit einer Zeichnung von Lina Richter)

Jahrzehnte lang versuchte die katholische Kirche in Salzburg eine katholische Universität zu gründen. Nachdem alles nichts nutzte, wurde diese katholische Universität schließlich in Ingolstadt gegründet - unter maßgeblicher Federführung des damaligen Kardinals Ratzinger (eines Lobhudlers übrigens auch eines der korruptesten deutschen Nachkriegspolitiker, nämlich von Franz Josef Strauß). Dazu, dass es bis heute niemals zur Gründung einer Katholischen Universität in Salzburg gekommen ist, mag auch die damalige Ludendorff-Bewegung und ihr Widerstand gegen diese in Form mehrerer jährlich abgehaltener Tagungen in Salzburg ihr Schärflein beigetragen haben. (Siehe dazu ein eigener Beitrag hier auf dem Blog.) Der Buchumschlag des ersten Tagungsbandes aus dem Jahr 1931 stammt von Lina Richter.

Der Großvater des Bloginhabers und dessen Bruder (Wilhelm und Alfred Schaufler) waren Salzburger und maßgeblich an der Organisation dieses Widerstandes beteiligt. Der Bloginhaber ist stolz darauf. Zu seinen Vorfahren gehört auch jener Hermann von Samson Himmelstjerna, der Superintendent in Riga und Livland war, im Jahr 1640 zusammen mit seinem Jugendfreund Axel Oxenstjerna von der schwedischen Königin Christine in den Adelsstand erhoben worden ist (Wiki) und in Riga die Jesuiten bekämpft hat.

Es ist heute nicht mehr angängig, solchen geschichtlichen Traditionen mit Gleichgültigkeit gegenüber zu stehen. Allerorten ist auch heute die römische Vergewaltigung spürbar.

1932: "Römische Vergewaltigung statt Verfassungrecht"

Abb.: 1932 (Quelle)

Die Schrift "Römische Vergewaltigung statt Verfassungrecht" behandelt den Zustand der Meinungs- und Pressefreiheit unter den Präsidialdiktaturen, bzw. unter der "Zentrums-Diktatur" der beiden Vertreter des politischen Katholizismus, der Reichskanzler Brüning, von Papen und schließlich des Katholiken Adolf Hitler und seiner katholischen Minister (zu denen z.B. Joseph Goebbels gehörte).

1932 - "Fieberfantasien eines Generals"

1932 erschien die Schrift eines (nachmaligen) Redakteurs beim Bayerischen Rundfunk sowie Autors eines am Evangelium ausgerichteten Katechismus (s. Google Bücher).

Abb.: "Ludendorff gegen Rom - Fieberphantasien eines Generals"

Es handelt sich um eine Schrift von Berthold Olbricht mit dem Titel "Ludendorff gegen Rom - Fieberfantasien eines Generals" (25).


Abb.: "Ludendorff gegen Rom - Fieberphantasien eines Generals"

In ihr ist wiederholt die Rede von "Ludendorffs blühender Phantasie".

Abb.: "Ludendorff gegen Rom - Fieberphantasien eines Generals"

Die drei Schlußseiten werden hier eingestellt. Die darin versuchte Widerlegung der Ludendorff-Deutung eines Zitates von Pater Muckermann erscheint nicht sehr überzeugend. Vielmehr überzeugt sie sehr gut von der Richtigkeit der Deutung dieses Zitates durch Ludendorff selbst.

Manfred Nebelin bezieht sich in einer der vielen inhaltsreichen Anmerkungen zum Einleitungskapitel seiner Ludendorff-Biographie auf diese Schrift (26, S. 14, Anmerkung 79) und sagt, daß sie im Tenor demselben Geist entspräche, von dem der abgrundtiefe Ludendorff-Haß in der Münchner Familie des deutschen rechtskonservativen Politikers Franz Josef Strauß getragen gewesen ist nach den eigenen Erinnerungen dieses außerordentlich korrupten deutschen Nachkriegspolitikers (26, S. 12, Anmerkung 53). Eines Politikers, der der DDR einen Milliarden-Kredit zu ihrem weiteren Überleben verschaffte und der anläßlich seines Todes von dem tausendfachen Kinderschänder-Vertuscher Kardinal Ratzinger als "Eiche des Glaubens" dargestellt wurde, weshalb er natürlich noch heute - mitunter - in rechtskatholischen Kreisen als außerordentlich vorbildlicher Politiker dargestellt wird. Im Elternhaus von Franz Josef Strauß war Ludendorff als "Soldatenschlächter" bezeichnet worden (26, S. 12). Dieser Umstand sollte dann womöglich doch einmal als ein weiterer, doch nicht ganz unwesentlicher Aspekt dieses "prachtvollen deutschen Patrioten", der so schön "poltern" konnte, festgehalten werden.

1935: "Rom mordet, mordet Seelen, Menschen, Völker" (A.W. Rose)

Auch der Titel der Schrift "Rom mordet, mordet Seelen, Menschen, Völker" ist aussagekräftig. Es handelt sich um Heft 3 und 4 des "Laufenden Schriftbezuges" des Ludendorff-Verlages aus dem Jahr 1935. Das Umschlagbild stammt von Hans-Günther Strick.

1936: "Das große Entsetzen - Die Bibel nicht Gottes Wort!" (E. u. M. Ludendorff)

Abb.: "Die Bibel nicht Gottes Wort" (1936)

Im Jahr 1936 gaben Erich und Mathilde Ludendorff ihre Schrift "Die Bibel nicht Gottes Wort" heraus. In dieser arbeiten sie heraus, was heute natürlich Allgemeinwissen ist, damals aber noch viele Erschütterungen bewirkte, nämlich dass die Bibel eine willkürliche Zusammenstellung verschiedenster Texte darstellt. Ob die damalige Argumentation der Ludendorffs in allen Teilen auch noch vor dem heutigen Kenntnisstand Bestand hat, sollte einmal genauer überprüft werden.

1936: Der Katholizismus bereitet dem Bolschewismus den Weg

Abb.: Karrikatur von Hans-Günther Strick (Quell, 20.11.1936)

In Aufsätzen der damalige Zeit wurde herausgearbeitet, dass die katholische Kirche nach außen hin zwar sagen würde "Wir sind das Bollwerk gegen den Bolschewismus." Dass sie aber mit einer damals viel erörterten Neufassung des "Ketzerparagraphen 166" des Strafgesetzbuches, mit "Verelendung, Pazifismus und Intoleranz" dem Bolschewismus den Weg bahnen würde. So unterstellt es zumindest eine Zeichnung von Hans-Günther Strick (in "Quell", 20.11.1936) unter Anlehnung an zeitgleiche politische Aufsätze Erich Ludendorffs, in denen er der Politik des Papstes in Rom genau diesen Vorwurf macht.

Es ist, als ob in dieser Karikatur von Seiten des Breslauers Hans-Günther Strick die Westverschiebung des katholischen Polens unter Zerschlagung des protestantischen Preußens im Jahr 1945 schon vorausgeahnt worden wäre. Das Ehepaar Ruge hat einmal in seinem Buch "Nicht nur die Steine sprechen deutsch" (1987) auf die vom sprichwörtlichen Geist der Gegenreformation getragenen Inbesitznahmen der vormals protestantischen Kirchen in Ostpreußen, Schlesien und Pommern zum Teil noch lange nach 1945 durch polnische, katholische Kirchenbeamte hingewiesen.

1937: Die Ohrenbeichte

Abb.: Wieland - Die Ohrenbeichte, 1937

Das Übel der Ohrenbeichte war Thema einer weiteren Aufklärungsschrift. Sie war verfasst von einem ehemaligen katholischen Priester, nämlich Konstantin Wieland. Das Umschlagbild stammte erneut von Lina Richter.

1937: Ein Adler gegen "Rom"

Abb.: Zeichnung von K. L. Hartig, Gedicht von Erich Limpach (in: "Quell", 20.1.1937)

In einer Zeichnung eines K. L. Hartig (aus "Quell", 20.1.1937) dürfte der damalige zum Ausdruck gebrachte antikatholische Zorn  einen Höhepunkt erreicht haben: Ein lebloser Priester hängt in den Klauen eines Adlers. Der Dichter Erich Limpach verfasste dazu ein Gedicht. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass das natürlich nur metaphorisch zu verstehen war. Erich und Mathilde Ludendorff erwarteten, dass die Seelenzwinger der katholischen Kirche und des Jesuitenordens allmählich von selbst aussterben würden und dass dann die leeren Hallen von all den versklavten Seelen frühere Jahrhunderte nur noch widerhallen würden. Tatsächlich klagt die katholische Kirche ja heute immer wieder über "Priestermangel". Sie findet aber in den geburtenreichen katholischen Ländern der Südhalbkugel immer noch genügend Priesternachwuchs. Auch der derzeitige Papst stammt ja von dort.

Es sei in diesem Zusammenhang aber auch auf - seltene - Mordversuche von Menschen hingewiesen, die sexualisierte Gewalt durch katholische Priester in ihrer wehrlosen Kindheit und Jugend erlitten haben. Soweit wir wissen, war keiner erfolgreich. Sicher ist aber, dass die Selbstmordrate unter Menschen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, deutlich erhöht ist. Ein Orden, der Menschen bewusst und systematisch dazu treibt, Mord anstelle von Selbstmord zu begehen, um seelisch zu überleben hat kein Existenzrecht in der modernen Welt. Und wir haben die Pflicht, uns auch heute schützend vor all die Kinder und Jugendliche zu stellen, die in Gefahr stehen, in die Hände von katholischen Priestern zu geraten.

Namhafte Überlebende sexualisierter Gewalt in Deutschland und der Welt sagen auch heute, dass Staat und Kirche noch immer nicht genügend tun, um die Kinder und Jugendlichen angemessen zu schützen.

1937: "Seelenmißbrauch in Klöstern" (Erich Gottschlig)

Abb.: Seelenmißbrauch in Klöstern (1937)

E. Gottschling berichtet 1937 in "Seelenmißbrauch in Klöstern" als ehemaliger Dominikanerpater über seine Erfahrungen im Dominikanerorden. Die Aktualität eines solchen Titels ist seit 2010, mehr als 60 Jahre später, unübersehbar. Es wäre sicherlich sinnvoll gewesen, wenn man schon damals, schon 1937 intensiver "hingesehen" hätte. Zwei von mehreren weiteren Abbildungen in dieser Schrift seien hier noch gebracht, um Inhalte anzudeuten:

Abb.: aus "Seelenmißbrauch in Klöstern" (1937)

Katholische Priester und Jesuiten müssen sich auch heute noch mit dem ganzen Körper flach auf den Boden legen - etwa wenn Jesuiten zum Priester geweiht werden. Sie tun das dann in aller Öffentlichkeit im kirchlichen "Gottesdienst".

Abb.: aus "Seelenmißbrauch in Klöstern" (1937)

Katholische Demut würde damit also heißen, "wie ein Wurm kriechen".

1937: "Ein Priester ruft: 'Los von Rom und Christo!'" (Franz Griese)

Abb.: "Ein Priester ruft: Los von Rom und Christo!"

Der ehemalige katholische Priester Franz Griese veröffentlichte 1937 im Ludendorffs-Verlag seine Schrift "Ein Priester ruft: Los von Rom und Christo". Die Umschlaggestaltung stammte einmal erneut von Lina Richter. Im von Ludendorffs Verlag herausgegebenen "Tannenberg-Jahrweiser" für das Jahr 1938 (also sicherlich Ende 1937 und damit vor dem damaligen Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich zusammengestellt) wird auch das folgende Gedicht gebracht, in dem sich der schwere Kampf widerspiegelt, den Deutsche wie Konrad Lorenz und viele andere mit dem klerikalfaschistischen System im damaligen Österreich zu führen hatten:

Den Schwarzen Österreichs ins Stammbuch
Es wallt in den Adern mir heißer das Blut
und rot meine Wangen brennen:
Die Schwarzen wagens mit frevlem Mut,
uns Vaterlandsfeinde zu nennen.
Wir haben im beißenden Pulverdampf
dir, Deutschland, geweiht unser Leben
und haben im würgenden Völkerkampf
dir Kraft und Jugend gegeben.
Deine schlimmsten Feinde, mein Vaterland,
solang ich kann denken und schaffen,
die sind - ich weiß es - im schwarzen Gewand
die römisch-katholischen Pfaffen.

Es sind heute keine einflußreicheren "rechtskonservativen" Kräfte im deutschsprachigen Raum bekannt, die sich so oder ähnlich noch äußern würden. Die Rechtskonservativen in Österreich und Deutschland heute sind alle "rechristianisiert". Das ist unübersehbar. Dass dieser Umstand Folgen für das gegenwärtige und künftige Schicksal des deutschen Volkes hat und haben wird, insbesondere auch für seine Kinder und Jugendlichen, sowie seine schon seit Jahrzehnten bekannte niedrige Geburtenrate, gegen die nicht nachhaltig gegengesteuert wird, ist im Grunde ebenso unübersehbar.

1938: Christliche Wissenschaft (Wilfried Meynig)

Abb.: "Christliche Wissenschaft"

Man sehe auch den Titel dieses Heftes 5 des "Laufenden Schriftbezuges 5".

In den Abbildungen und Inhalten dieser Bücher und Schriften spiegelt sich eine Emotionalität wieder, die uns Heutigen, wenn man nicht gerade selbst Opfer von Gewalterfahrungen in der Kirche geworden ist oder auf Anti-Papst-Demonstrationen mitmarschiert ist, und wenn man nicht gerade in diesen Tagen (2011) in Irland lebt, wohl in sehr weitgehendem Maße gegenüber der katholischen Kirche und gegenüber dem Jesuitenorden abhanden gekommen ist. Der katholischen Kirche und dem Jesuitenorden kann das natürlich nur recht sein.

Abb.: "Christliche Grausamkeit an Deutschen Frauen" (Schrift)

Vielleicht können in künftigen Beiträgen die Inhalte dieser Schriften und zahlreicher weiterer in Bezug gesetzt werden zu den Diskussionen innerhalb und rund um die katholische Kirche seit 2010. Beispielsweise hat es schon in den 1930er Jahren viele Prozesse wegen der damals noch verbotenen Homosexualität in der katholischen Kirche (betreffend des damaligen Strafrechtsparagraphen 175) gegeben. Es wäre zu fragen, inwieweit in diesen Prozessen schon damals davon auch Minderjährige betroffen gewesen sind. (Inzwischen erschienen: "Katholische Kirche - Kein Lernen aus der Vergangenheit?")

1939: Die Frau, die Sklavin der Priester


 Abb.: Ilse Wentzel - "Die Frau, die Sklavin der Priester" - 1939.

Ilse Wentzel - "Die Frau, die Sklavin der Priester" - 1939.

"Was Jesus noch nicht wußte" (undatiert)

Abschließend noch eine wohl eher seltene Postkarte, herausgegeben von der "Ludendorff-Buchhandlung" München, die vor einiger Zeit bei Ebay zum Verkauf angeboten wurde, und die noch einige inhaltliche Fragen zum Thema Kirchenkritik aufwirft:

Abb.: Was Jesus noch nicht wußte

Diese Postkarte ist laut "Quell" (5.9.1937, S. 448) bei der Ludendorff-Tagung im Sommer des Jahres 1937 verteilt worden. Auch ausländische Journalisten erhielten sie. Ein solcher berichtete dann - unter anderem auch über sie - in der britischen "The Morning Post" vom 16. August 1937:

Eine bemerkenswerte Postkarte gab es, betitelt "Dinge, von denen Jesus nichts wußte!" Darunter sind erwähnt ... 

Der Inhalt der Postkarte hat wohl noch heute nur wenig an Aktualität eingebüßt. Eine inhaltliche Auswertung all der hier aufgeführten Schriften aus der Sicht der Erfahrungen und des Wissens von heute ist sehr wünschenswert. Mitarbeit bei der Erstellung solcher Beiträge für diesen Blog sind weiterhin willkommen.



/ Erste Veröffentlichung 30.9.2011;
Überarbeitungen, Ergänzungen:
13.7., 17.11.2012, 12.1., 26.4.2013, 10.9.15;
letzte Überarbeitung und Ergänzung:
19.2.2017 /

__________________________
  1. Ludendorff, Mathilde: Ein Blick in die Morallehre der römischen Kirche. Ludendorffs Volkswarte Verlag, München o.J. (etwa 1931) (61. - 80. Tsd.) (zuerst 1929)
  2. Ludendorff, Erich und Mathilde: Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende. Ludendorffs Volkswarte-Verlag, München 1929 (11. - 20. Tsd.); 1940 (51. - 53. Tsd.) 
  3. Ludendorff, Mathilde: Bekenntnis der protestantischen Kirche zum römischen Katholizismus. Ludendorffs Verlag, München 1937 (61. - 80. Tsd.) (zuerst 1930)
  4. Ludendorff, Mathilde: Erlösung von Jesu. Ludendorff's Volkswarte-Verlag, München 1931 (11. - 15. Tsd.), 1932 (erw. Aufl., 16. - 27. Tsd.), 1933, 1935, 1936 (38. - 42. Tsd.), 1938 (48. - 52. Tsd.), (53.-58. Tsd.); Verlag Hohe Warte, Pähl 1957 (60. - 61. Tsd.), 1967 (62. - 63. Tsd.) 
  5. Ludendorff, Mathilde: Angeklagt wegen Religionsvergehens. Ludendorffs Volkswarte Verlag, München 1930 (51.-100. Tsd.)
  6. Ludendorff, Erich: Des Volkes Schicksal in christlichen Bildwerken. Zwei Abhandlungen. Ludendorffs Verlag, München 1935 (41. - 60. Tsd.)
  7. Ludendorff, Erich und Mathilde: Das große Entsetzen - Die Bibel nicht Gottes Wort. Vom "verzeihlichen Betruge". Ludendorffs Verlag, München 1936 (32 S.)  
  8. Ludendorff, Mathilde (Hg.): General und Kardinal. Ludendorff über die Politik des neuen Papstes Pius XII. (Pacelli) 1917 - 1937. Zusammengestellt von Mathilde Ludendorff. Ludendorffs Verlag, München 1939 (Heft 1 des "Laufenden Schriftbezuges 8")
  9. Berger, H. (Prof.): Der Materialismus des Christentums
  10. Engel, Ludwig: Der Jesuitismus als Staatsgefahr. Ludendorffs Verlag, München 1935 (11. - 15. Tsd.) (9. Heft der 2. Schriftenreihe)
  11. Gengler, Ludwig F.: Katholische Aktion im Angriff auf Deutschland. Die Lüge vom „rein religiösen“ Werbefeldzug. Ludendorffs Verlag, München 1937 (11. - 20. Tausend)
  12. Iring, Kunz; Dietrich, B.: Nie wieder Habsburg! Die Habsburger in der Geschichte der Deutschen. Der Weg zur Jesuitendiktatur in Österreich 1918 – 1935. Ludendorffs Verlag 1936
  13. von Kemnitz, Hanno: Der Pfaffenstrick. Satirische Gedichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit mit Karikaturen von Hans Günther Strick. Ludendorffs Verlag, München 1937
  14. Kopperschmidt: Jesuiten arbeiten. Zur Geschichte des Jesuitenordens in Deutschland 1866 bis 1872. Ludendorffs Verlag, München 1940 (Heft 1 des „Laufenden Schriftbezuges 11“)
  15. Maurer, Conrad Ludwig: Geplanter Ketzermord im Jahre 1866. Aus: Neuer Jesuitenspiegel. Commissionsverlag von Tobias Löffler, Mannheim 1868. Mit einem Vor- und Schlußwort von General Ludendorff. Ludendorffs Volkswarte-Verlag, München 1932
  16. Matthießen, Wilhelm: Der Schlüssel zur Kirchenmacht. Ein Blick in das römisch-katholische Ritual. Ludendorffs Verlag, München 1938 (11. - 13. Tsd.)
  17. Meynig, Wilfried: Christliche Wissenschaft. Ludendorffs Verlag, München 1938 (Heft 5 des „Lfd. Schriftenbezug 5“)
  18. Rose, A. W.: Rom mordet, mordet Seelen, Menschen, Völker. Ludendorffs Verlag, München 1935 (Heft 3 und 4 des „Lfd. Schriftenbezug“)
  19. Schulz, Ernst: Amtliche Wissenschaft im Zeichen des Kreuzes. Ludendorffs Verlag, München 1933 (4. - 8. Tsd., neu umgearbeitet)
  20. Thiel, Andreas (vormaliger Generalsekretär des Evangelischen Bundes): Priestervergötzung und Volksgemeinschaft. Romkirchliche Archive plaudern aus. Ludendorffs Verlag, München o.J. (1937)
  21. Wendt, W.: Die Hölle als Bestandteil der Kindererziehung. Ludendorffs Verlag, München 1937 (16. - 20. Tsd.)
  22. Wentzel, Ilse: Das geistige Ringen zwischen Christentum und Deutscher Gotterkenntnis. Ludendorffs Verlag, München 1936 (11. - 13. Tausend)
  23. Wieland, Konstantin: Sind Ohrenbeichte und Priestertum göttliche Einrichtungen oder menschliche Erfindungen? Ein Religionsprozeß in München am 18. Jan. 1932. Der ehemalige katholische Priester Rechtsanwalt Konstantin Wieland aus Ulm als Vertedigiger vor dem Schwurgericht München. Ludendorffs Volkswarte Verlag o.J. (1932)  
  24. Gottschling, Erich (ehemaliger Dominikaner): Seelenmißbrauch in Klöstern. Ludendorffs Verlag, München 1937
    Griese, Franz: Ein Priester ruft: „Los von Rom und Christo!“ Ludendorffs Verlag München (zuerst 1932), 1937 (28. - 32. Tausend)
  25. Olbrich, Berthold: Ludendorff gegen Rom. Fieberphantasien eines Generals. Buchverlag Germania AG, Berlin, o.J. [1932]
  26. Nebelin, Manfred: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler-Verlag, München
  27. Ilse Wentzel: Die Frau, die Sklavin der Priester. Ludendorffs Verlag München 1939

Mittwoch, 9. Januar 2013

Erneut üble "Schmähungen der NSDAP und Adolf Hitlers"

Unerhört! Und durch wen? - "Wieder einmal" durch die Ludendorff-Bewegung! Zeter mordio!

Oder: Eigenartige Neuigkeiten aus der Wissenschaft. Die teilweise reichlich "merkwürdige" Begriffsverwendung der Bettina Amm und der "merkwürdige" Tenor in ihrer Anlayse der Ludendorff-Bewegung im Dritten Reich

Der neu erschienene Aufsatz der Historikerin Dr. Bettina Amm über "Die Ludendorff-Bewegung im Nationalsozialismus" (1) enthält mancherlei interessante Inhalte, die an anderer Stelle noch einmal erörtert werden sollen.

Abb. 1: Antiklerikale Karikatur - Wochenzeitung "Volkswarte", 14. 3. 1958 - Zeichner: Hans Günther Strick

Im vorliegenden Beitrag soll zunächst nur die reichlich zu Verwunderung Anlaß gebende Tatsache behandelt werden, daß in ihm ohne weitere Erörterung Ausdrücke verwendet werden wie "Schmähungen" (1, S. 129, 130, 131) oder "Hetzpropaganda" (1, S. 133, 136). Ein recht auffallender Befund! Hatte doch schon der evangelische Theologe Frank Schnorr in seiner Dissertation über Mathilde Ludendorff aus dem Jahr 2002 soweit übersehbar eine solche Sprache - man möchte sagen: natürlich - nicht benutzt. Er spricht durchgängig und wissenschaftlich angemessen zurückhaltend bis neutral von "polemischen Schriften" Erich und Mathilde Ludendorffs (7).

"Schmähkritik" ist ja auch von juristischer Bedeutung (s. Wikip.). Allerdings wird der Begriff der "Schmähung von Religionen" heute insbesondere in Bezug auf das Thema Islamkritik diskutiert. In der FAZ war vor einigen Monaten zu lesen (FAZ, 17.9.2012):

... Besondere Sprengkraft entfaltet die Schmähung von Religionen. Strenggenommen geht es dabei vor allem um eine einzige - den Islam. Denn das Verächtlichmachen des Christentums gehört auch im Westen zum Standardprogramm kritischer Aufklärung.  

"Standardprogramm kritischer Aufklärung". So möchte man es doch wohl auch meinen. Und angesichts dieses fast seit Jahrhunderten üblichen "Standards" fragt es sich nun, welches Selbstverständnis eigentlich die Historikerin Bettina Amm hinsichtlich desselben hat. In ihrem Aufsatz erörtert sie dies an keiner Stelle. Man kann dasselbe nur implizit ihren Worten und Ausführungen entnehmen, sowie dem Gesamttenor des Aufsatzes überhaupt. Denn ganz besondere Merkwürdigkeit entfaltet ihre Begriffsverwendung, wenn sie nicht nur von einer "Schmähung" der Religionen oder der Kirchen spricht. Sondern im gleichen Atemzug auch von einer "Schmähung" der NSDAP und ihres - offenbar gottgesandten (?) - Führers Adolf Hitler!

"Schmähung" ist ein anderes Wort für "Beleidigung", "Beschimpfung", "Erniedrigung", "Verunglimpfung", "Verlästerung", "Herabsetzung" etc.. Der offenbar gottgesandte Führer Adolf Hitler und seine glorreiche Partei sind also von der Ludendorff-Bewegung - - - "geschmäht", verunglimpft worden. Unglaublich, möchte man ausrufen! Wie konnte sie es nicht unterlassen, den gottgesandten Führer Adolf Hitler Jahre lang herabzusetzen und ihn der übelsten Pläne und Machenschaften zu verdächtigen. Einfach unglaublich das!

Nicht zuletzt in einer solchen "tendenziellen" Wortverwendung, wie sie eigentlich "tendenzieller" nicht gedacht werden kann, liegt es begründet, daß sich der Artikel von Bettina Amm über weite Strecken überraschenderweise so liest wie ein Artikel aus der Zeit des Kulturkampfes oder des Kirchenkampfes selbst - also aus längst vergangenen Jahrhunderten. Im ersten Augenblick möchte man sagen: Wird so heute katholische Lobbyarbeit betrieben? Aber bei genauerer Überlegung mutet ein solches Vorgehen zunächst viel zu plump und naiv an, um es als einer bewußten Lobbyarbeit entsprungen anzusehen. (Aber wer weiß, womit man heute alles rechnen muß ...? Vielleicht haben sich irgendwelche Kreise gesagt: Probieren wir's doch einfach mal so. Wird schon keiner merken ... - ?)

Nein, nicht wie ein abgewogener Artikel aus heutiger Sicht und in abgeklärter, rückschauender Betrachtung schreibt Bettina Amm über weite Strecken. Und sie macht sich und anderen in sehr verräterischer Weise offenbar auch gar nicht die Prämissen klar, aus denen heraus sie urteilt. Auch scheint das jenen Historikern, die diesen Aufsatz als einen Vortrag auf einer Tagung sich angehört haben und die denselben in ihren Sammelband aufgenommen haben, kaum aufgefallen zu sein. (- ?)

Klerikalfaschismus - in der heutigen Wissenschaft?

Sind die Prämissen dieses Aufsatzes wirklich die Prämissen offener, demokratischer Gesellschaften, in denen Meinungsfreiheit herrscht, und in denen - auch, natürlich: auch - die katholische Kirche "nach Herzenslust" kritisiert werden kann? (Vergleiche dazu auch die beiden Karikaturen aus der Ludendorff-Bewegung der 1950er Jahre in Abb. 1 und 2, die so treffend noch auf die heutige Zeit passen.) In der die strikte Trennung von Kirche und Staat gefordert werden kann? In der Schwarze Pädagogik (Wiki) ebenso kritisiert werden kann wie sexuelle und sonstige Gewalt gegen Kinder? Oder die Liguori-Moral (Wiki), bzw. überhaupt die Moral der katholischen Kirche und der Bibel? In der die Kirchengeschichte kritisch behandelt werden kann?

Steht die Autorin Bettina Amm über weite Strecken wirklich auf dem Boden des Grundgesetzes? Oder steht sie im Innersten ihres Herzens auf der Seite jener, die durch die Diktatur des Nationalsozialismus - und des Faschismus in anderen Ländern - alle Kritik am Christentum und an der katholischen Kirche geknebelt wissen wollten? (- Oder gar: wollen?) Genau so nämlich liest sich ihr Artikel in einem neuen wissenschaftlichen Sammelband (1).

Erich Ludendorff hat, wie Bettina Amm vielleicht wissen könnte, die letztgenannte Gruppierung, also jene, die durch die Diktatur des Nationalsozialismus die Kritik am Christentum und an der katholischen Kirche geknebelt wissen wollte, oder die begrüßte, daß der Antritt des Dritten Reiches damit verbunden sein würde, unter anderem in einem Leitartikel gegeißelt mit dem Titel "Nationalsozialisten als Würger" (in seiner Wochenzeitung vom 20. März 1933 als Leitartikel). Dieser Artikel behandelte die freudige Erwartung auch auf Seiten evangelischer (!) Kirchenkreise, nämlich des evangelischen Presseverbandes im Februar 1932, daß das kommende Dritte Reich auch die böse, böse und kirchenkritische Ludendorff-Bewegung abwürgen würde.

Und Bettina Amm ist nun eine späte (- oder frühe?) Sympathisantin dieser - letztlich typisch klerikalfaschistischen - Kreise - ? Oder macht sie sich - und machen sich ihre Kollegen - nicht klar, was ihre Worte implizieren? Sie implizieren eine Zustimmung zur Geistesknebelung durch den Nationalsozialismus.

Kritik an Hitler und der Kirche - wurde sie mit Recht unterdrückt?

An keiner Stelle verdeutlicht nämlich Bettina Amm, mit welchem äußeren oder inneren Recht die Nationalsozialisten der Meinungsfreiheit der Ludendorff-Bewegung Einschränkungen hätten auferlegen dürfen oder sollen. Stärker noch Einschränkungen auferlegen, als dies während der gesamten Weimarer Republik geschehen war. Und sie verdeutlicht nicht, mit wieviel etwaigem "Unrecht" Erich Ludendorff dagegen dann auch noch protestierte. Wie konnte er!? Sie erörtert etwa die ganze damalige Problematik der "Gotteslästerungs-Paragraphen" an keiner Stelle. Eine Problematik, die Erich und Mathilde Ludendorff Jahre lang kontinuierlich im Auge behielten, nachdem Mathilde Ludendorff um einer Buchrezension willen auf Anregung des bischöflichen Ordinariats München wegen Gotteslästerung angeklagt worden war (vgl. ihre Schrift "Angeklagt wegen Religionsvergehen").

Die damalige Ludendorff-Bewegung nahm gegenüber dem Nationalsozialismus und gegenüber der katholischen Kirche nur jene Meinungsfreiheit für sich in Anspruch, jenes "Standardprogramm kritischer Aufklärung", wie sie damals alle gesellschaftlichen Gruppen für sich in Anspruch nahmen, die sich nicht bigotter christlich und/oder klerikalfaschistisch gaben, als es unbedingt hätte sein müssen (siehe auch: 2).

Abb. 2: Karikatur - Wochenzeitung "Volkswarte", 31. 1. 1958 - Zeichner: Hans Günther Strick

Man erinnert sich nicht, jemals im wissenschaftlichen Schrifttum über die Geschichte der Ludendorff-Bewegung derartige Vorwürfe und einen solchen Tenor überhaupt gelesen zu haben. Aber vielleicht hat man das nur überlesen? Vielleicht hat man nur an der falschen Stelle gelesen? Vielleicht hätte man häufiger Kreuz.net oder Verlautbarungen der Pius-Bruderschaft lesen sollen? Und vielleicht hätte Bettina Amm dort publizieren sollen, anstatt mit einem solchen Tenor in wissenschaftlichen Sammelbänden zu publizieren?

Wer es mit Häme begrüßt, wenn Kirchen- und Christentumskritik schlechthin mit Hilfe von Diktatur unterdrückt wird, was soll man denn von einem solchen Menschen denken? Heutzutage - ? Was ist einem solchen Menschen sonst noch alles zuzutrauen? Und seinem - offenbar religiös motivierten - Denken?

"Écrasez l'infâme!" - "Zermalmt die Niederträchtige!"

Bettina Amm zeigt ja gar nicht auf, welche Komponenten der Kritik der Ludendorff-Bewegung an der katholischen Kirche (oder gar an Adolf Hitler!) etwa im heutigen Sinne oder im Sinne der Weimarer Verfassung verfassungsfeindlich gewesen sein könnten. Oder was etwa sogar ein "Standardprogramm kritischer Aufklärung" weit überschreiten würde. Diese Mühe gibt sie sich ja nirgendwo. Und dies aufzuzeigen, eine Grenze aufzuzeigen zwischen berechtigter Kirchenkritik und unberechtigter, wäre das erste Erfordernis, bevor man so freiweg und pauschal von "Schmähungen" und "Hetzpropaganda" schreibt.

Eine solche Unterscheidung dürfte auch gewiß nicht ganz einfach sein und ist wohl auch noch nirgendwo in der wissenschaftlichen oder juristischen Literatur umfangreicher versucht worden. Die Ludendorff-Bewegung wandte sich ja deshalb auch zu allen Zeiten gegen die Verschärfung von "Gotteslästerungs-Paragraphen". Denn sie wollte ebenso klar und deutlich wie Voltaire sagen dürfen: "Écrasez l'infâme!" "Zermalmt die Niederträchtige!"

Immer wieder sieht man Anlaß für die Vehemenz einer solchen Forderung. Zuletzt - und immer noch - der fortdauernde Umgang der katholischen Kirche weltweit mit der Mißbrauchs-Debatte. Und damit ist nur ein einziger Anlaß genannt. Bettina Amm hätte vielleicht einmal die Berliner Anti-Papst-Demo (GAj2011) im letzten Jahr besuchen sollen, wo ein als Bischof verkleideter Demonstrant mit der Klobürste das Weihwasser auf alle Mitdemonstranten verteilte (GAj2011)? Natürlich auch "Hetzpropaganda" und "Schmähungen" übelster Art. Klar! Aber was haben solche Beurteilungen in wissenschaftlichen Arbeiten zu suchen? Zumal in der heutigen Zeit in - - - nichtislamischen Ländern?

"Das Haus Ludendorff konnte sich nicht enthalten zu schmähen"

Wenn die Ludendorff-Bewegung in der Demokratie der Bundesrepublik verboten worden ist, so doch nicht wegen ihrer Kritik an der katholischen Kirche!? Oder ist einem da etwas völlig entgangen? Das ganze liest sich dann bei Bettina Amm jedenfalls so (1, S. 129):

Das Haus Ludendorff konnte sich nicht enthalten, zahlreiche Schmähschriften gegen die NSDAP und auch Hitler zu veröffentlichen ...
- Gemeint ist noch die Zeit vor 1933. "Schmähschriften"? Über die NSDAP und Hitler? Ist ja unerhört! (Die gleiche Wortwahl noch einmal auf S. 130.) Und dann weiter:
... natürlich hatte das unliebsame Folgen.

"Natürlich"! "Natürlich"! Allerdings. Außerordentlich nett! Faschismuskritik - nach den Worten von Bettina Amm "Schmähschriften" - hatten "unliebsame Folgen"!!!! Merkt denn Bettina Amm gar nicht, merken denn ihre Herausgeber gar nicht, was sie da niederschreibt? Leute landen im KZ. Leute kriegen von der SA die Hände gebrochen. Weil sie antikatholische und antiklerikale Karikaturen veröffentlicht hatten. Oder werden zusammengeschlagen. Nun, Bettina Amm sagt: "Natürlich hatte das unliebsame Folgen"!!!! So schreibt sie im Jahre 2012 nach Christi Geburt. Daß - schmähende - Mohammed-Karikaturen veröffentlicht wurden, hatte - "natürlich unliebsame Folgen". Was für ein Denken spricht sich aus in solchen Worten?

Nun. Ist ja "nur die Ludendorff-Bewegung", oder wie? Die Ludendorffs "konnten sich nicht enthalten", ihre Gegnerschaft publik zu machen! Was sollen denn all solche Redewendungen? Konnten sich auch die Sozialdemokraten - - - "nicht enthalten", ihre Gegnerschaft gegen die NSDAP publik zu machen? Und ... - - - - "natürlich hatte dies unliebsame Folgen"!? Sind wir schon wieder so weit? Daß in einer solchen Häme über Widerstand gegen den Nationalsozialismus geschrieben werden kann?

Unerhört, Erich Ludendorff änderte sein Verhalten nicht im Angesicht der Machtergreifung!

So lautet der Tenor der Bettina Amm über die Zeit der Heraufkunft der NS-Diktatur (1, S. 129):
Statt jedoch das Verhalten zu ändern, bereitete er (Ludendorff) sich auf ein solches Verbot vor.

Man hört es deutlich mit: Bettina Amm hätte es scheinbar lieber gesehen, wenn Erich Ludendorff sein Verhalten geändert hätte und die Nationalsozialisten und die katholische Kirche nicht kritisiert hätte - ? Insgesamt wirklich ein wenig absurd. Und keinem der beteiligten Historiker fällt das auch nur auf? Ist etwa alles allein durch die sehr offensichtlich prokatholischen Gefühle der Autorin entschuldigt? Ist denn Bettina Amm nicht geradezu ein klassisches Beispiel dafür, wie dicht katholisches Denken und geradezu das Herbeiwünschen von Diktatur noch heute sind? Wie aktuell klerikal-faschistisches Denken noch heute ist? Man entschuldige schon! "Statt jedoch das Verhalten zu ändern ..." steht da. Man entschuldige schon.

Bettina Amm führt dann weiter aus, daß viele Nationalsozialisten - wohlgemerkt: nach der Festigung ihrer Herrschaft! (was Bettina Amm nicht erwähnt!) - Kritik an der katholischen Kirche durchaus wieder duldeten oder gar gerne sahen. Natürlich nur, wenn dabei nicht mehr gleichzeitig auch die NSDAP kritisiert wurde. Natürlich! Einmal gebrochene Finger reicht ja wohl - oder? Und sie führt aus, daß der Tannenbergbund wegen seiner Kritik an der NSDAP, nicht wegen seiner antikatholischen Polemik verboten worden sei (1, S. 132). Das ist ihr also offenbar höchst wichtig. Warum bekommt man an dieser Stelle wieder das Gefühl, daß Bettina Amm es lieber gesehen hätte, wenn der Tannenbergbund wegen seiner antikatholischen Polemik schlechthin verboten worden wäre? Aber nein, so schreibt sie enttäuscht (1, S. 132):

... keineswegs sollte der "Kulturkampf" des Hauses Ludendorff davon betroffen sein!

Nämlich von dem Verbot des Tannenbergbundes. "Kulturkampf" soll heißen die Kritik der Ludendorff-Bewegung an der katholischen Kirche. Auch schon die "tendenziöse" Verwendung des Begriffes "Kulturkampf" ist kein wissenschaftlich neutraler Begriff in diesem Zusammenhang. Man spürt jedenfalls ein Bedauern in den Worten der Bettina Amm. Ein Bedauern, das ein wenig verräterisch ist bezüglich ihres Selbstverständnisses was - - - "Schmähungen der Religionen" betrifft. (Wobei die historische Richtigkeit des hier Behaupteten beileibe nicht bestätigt werden soll. Schließlich spricht Bettina Amm über die Zeit des Reichskonkordats und der "Gott segne unseren Führer Adolf Hitler!"-Euphorie in den christlichen Kirchen. Demgegenüber muß sich doch eine Bewegung und ihr Führer dankbar erweisen ...)

"Zügellose Hetzpropaganda gegen die katholische Kirche"

Und über die Zeit, nachdem sich auch der Ludendorffs Verlag den Bedingungen der - von vielen Beamten der evangelischen und katholischen Kirche begrüßten - Diktatur und Geistesknebelung untergeordnet hatte, um wenigstens noch insoweit zu wirken, wie es ihm möglich und sinnvoll erschien (unter, wie man unter Ludedorff-Anhängern und darüber hinaus sagte "Pfaffen- und Naziherrschaft") - über diese Zeit also schreibt Bettina Amm (1, S. 131):

Das Haus Ludendorff hatte innerhalb bestimmter Grenzen seine Lektion gelernt.

"Seine Lektion gelernt" - was spricht auch wieder aus diesen Worten!? In der Summe der Bewertungen und Redewendungen wird einfach deutlich, daß Bettina Amm diktatorischen Maßnahmen gegen Kirchenkritik keinesfalls abgeneigt gegenüber zu stehen scheint. Offensichtlich wäre Bettina Amm ganz damit einverstanden gewesen, wenn sich der Nationalsozialismus noch mehr als "Würger" antichristlicher und antikirchlicher Kritik betätigt hätte. Anders kann der Tenor ihrer Worte nicht verstanden werden. Sie schreibt dann schließlich sogar von einer (1, S. 133)

an Zügellosigkeit kaum zu überbietenden Hetzpropaganda gegen die katholische Kirche.

Natürlich wieder durch die Ludendorff-Bewegung. Ist ja wirklich unerhört so was! - Oder wie? Und so auch noch einmal an einer weiteren Stelle (1, S. 136). Womit wohl endgültig deutlich wird, daß solche Ausführungen auf Kreuz.net gehören, aber nicht in wissenschaftliche Publikationen.

Ist es "Hetzpropaganda" zu fragen, ob die Hölle ein Bestandteil der Kindererziehung sein sollte?

Wobei noch zu bemerken ist, daß die Kritik der Ludendorff-Bewegung an der katholischen Kirche gewiß nicht - wie Bettina Amm nahelegt - der Devisenschieber-Prozesse in jenen Jahren bedurft hätte, um ausreichend Anlaß zu Kritik zu finden. Die Devisenschieber- und Sittlichkeits-Prozesse waren innerhalb der Kirchenkritik der Ludendorff-Bewegung ein völlig untergeordnetes Thema. Aber natürlich ein auch behandeltes Thema.*) Das scheint Bettina Amm völlig entgangen zu sein. Warum auch hätte die Ludendorff-Bewegung dieses Thema nicht behandeln sollen? Aus heutiger Sicht hätte sie selbst - und jeder sonst - sich noch viel intensiver mit diesen Prozessen beschäftigen müssen, insbesondere die katholische Kirche selbst, ja, auch alle Kirchenkritiker (3-5)! Die Auswertung derselben stellt nämlich weiterhin - unter Kirchensympathisanten wie -kritikern - ein wissenschaftliches Desiderat dar (3-5).

Und ist es nicht - nur als Beispiel - auch heute noch zeitgemäß zu fragen, ob die Vorstellung von "der Hölle" ein "Bestandteil der Kindererziehung" sein sollte (1, S. 134)? Bettina Amm jedoch spricht stattdessen - einigermaßen süffisant - von "sensationelle(n) 'Enthüllungen'" (1, S. 134). Und reiht derartige Fragen offenbar ebenfalls ein unter die Kategorie "Schmähungen" und "Hetzpropaganda". In ähnlichen Zusammenhang scheint sie die von Mathilde Ludendorff kritisierte christliche Hexenverfolgung im Mittelalter einzuordnen (1, S. 134). Und kaum ein anderes inhaltliches Thema der Kirchen- und Christentumskritik der Ludendorffs wird in dem ganzen Aufsatz überhaupt nur benannt. Es wird auch nicht der Anflug einer Argumentation oder eines Beleges dafür geliefert, daß es sich bei der Kirchen- und Christentumskritik der Ludendorff-Bewegung um "Schmähungen" und "Hetzpropaganda" gehandelt habe. Das scheint für Bettina Amm so selbstverständlich wie wenig anderes zu sein.

Interessant ist es übrigens auch, daß Bettina Amm - aus ihrem offenbar katholischen Denken heraus - der Meinung ist, religiöse Schriften könnten die Macht eines (religiösen oder gar politischen) Führers "beschränken" (1, S. 128). Möchte sie damit sagen, daß die Bergpredigt die Macht eines religiösen oder politischen Führers "beschränkt" hätte? Aber bei genauerem Nachdenken wird klar: Religiöse Schriften stellen durchaus einen Machtfaktor dar, der andere Machtfaktoren einschränkt. Von solchen Machtfaktoren gibt es in der Geschichte natürlich viele. Von politischen, wissenschaftlichen, philosophischen oder Gesetzes-Schriften könnte das gleiche gesagt werden. Warum sind ihr gerade die religiösen so wichtig? Und vor allem käme es ja doch immer darauf an, in welchem Sinne Macht beschränkt - oder, was ja im Gegenteil auch ganz genauso der Fall ist - Macht erweitert wird durch einen bestimmten Machtfaktor, etwa "Schriften".

Wenn etwa die Macht der deutschen Kaiser im Investiturstreit "beschränkt" wurde, dann wurde sie beschränkt vornehmlich durch die Herrschgier der Priester, die sich auf religiöse Schriften berufen haben, nicht durch die Existenz religiöser Schriften an sich. Aber vielleicht meinte Ernst Troeltsch, auf den sich Bettina Amm bei dieser Behauptung beruft, vor allem auch ein eher protestantisches Prinzip. Die Buchstabengläubigkeit protestantischer Gruppierungen bis hin zur Bekenntniskirche, ihre Störrischkeit und Eigensinnigkeit haben natürlich auch einen für andere Gruppen machteinschränkenden Machtfaktor dargestellt, ohne Frage. Man wird das alles noch einmal bei Ernst Troeltsch nachlesen müssen, worauf Bettina Amm hier wirklich gezielt haben könnte.

Heute jedenfalls, so möchte man meinen, werden es doch vor allem Gesetzesschriften und juristische Schriften sein, sowie Meinungs- und Informationsfreiheit, eine freie Presse und aufgewachte und engagierte Bürger, die die Macht eines (religiösen oder gar politischen) Führers "beschränken" können. Nicht gerade und ausgerechnet - - - religiöse Schriften!

Vom Tenor jedenfalls über weite Strecken wirklich etwas sonderbare, merkwürdige - Neuigkeiten aus der Wissenschaft.

Nachtrag (Literaturhinweis)

*) (16. 1. 2013): Eine 2004 erschienene Dokumentation zur Thematik (6), auf die Bettina Amm womöglich noch gar nicht aufmerksam geworden ist, die sie jedenfalls in ihrem Aufsatz nicht zitiert, dokumentiert auf etwa 200 Seiten jeweils fast tagesaktuelle Stellungnahmen Erich und Mathilde Ludendorffs zum Kirchenkampf, bzw. allgemeiner zu allen Fragen rund um die "Glaubenskrise im Dritten Reich" und zur damit verbundenen ersten großen Kirchenaustrittswelle in Deutschland (ab 1935). Darin sind enthalten vor allem aktuell und nicht in Buchform behandelte Themen im Zusammenhang von Kirchen- und Christentumskritik. Der Fokus dieser Dokumentation liegt zwar nicht auf der Auseinandersetzung mit der katholische Kirche. Würde diese Auseinandersetzung jedoch zusätzlich vollständig dokumentiert, würde darin der Anteil der Stellungnahmen und Berichte über die Devisenschieber- und Sittlichkeitsprozesse noch mehr zu einer Nebensächlichkeit versinken, als er schon in diesem Band tut. In dem Band sind solche Stellungnahmen auf etwa drei von 200 Seiten dokumentiert (6, S. 186, 188, 198, 202f).

Im Anhang dieses Bandes (6, S. 317 - 320) werden unter "Nachweise zu in diesem Band nicht ausführlich behandelten Themen" fünf Aufsätze zum Themenbereich "Aufklärung über den christlichen Hexenglauben", 20 Aufsätze zum Themenbereich "Kampf gegen den Gotteslästerungs- bzw. Ketzer-Paragraph 166", acht Aufsätze zu "Kirchensteuer-Fragen", 14 Aufsätze zum Themenbereich "Kampf gegen die Teilnahme-Pflicht der Kinder am christlichen Religionsunterricht", vier Aufsätze zum Themenbereich "Skandal-Prozesse gegen die katholische Kirche: Devisenvergehen und § 175" (!), elf Aufsätze zum Themenbereich "Auseinandersetzung um die (bibelkritische Schrift) 'Das große Entsetzen - Die Bibel nicht Gottes Wort!" angeführt.

Wenn diese Studie also einigermaßen ordentlich sollte erarbeitet worden sein und damit diese Nachweise einigermaßen vollständig wären, würde sich ungefähr ein Überblick ergeben über den umfangmäßigen Anteil der Behandlung der jeweiligen Themen an der "Gesamtproduktion". Die Behandlung der Thematik der Devisenschieber- und Sittlichkeitsprozesse würde also keineswegs heraustechen, sondern würde sich vielmehr als durch und durch "randständig" erweisen. Zumeist viel grundlegendere Fragen würden weitaus umfangreicher behandelt. Womöglich wäre es also dienlich gewesen, wenn sich Bettina Amm zunächst einmal auch in diesem Band einen Überblick verschafft hätte, ihn womöglich kritisch überprüft und rezensiert hätte, bevor sie ihren eigenen Aufsatz verfaßte und darin - ohne jede schriftlich niedergelegte Argumentation, Reflexion oder Begründung - Begriffe verwendete wie "Hetzpropaganda".

- Wie konnte ihr dieser Band aus dem Jahr 2004 eigentlich entgehen, wo er schon seit mehreren Jahren beispielsweise auf dem Wikipedia-Artikel zu Mathilde Ludendorff verzeichnet ist und auch auf dem "Karlsruher Virtuellen Katalog" derzeit neun mal für den deutschsprachigen Raum katalogisiert ist? Nämlich für die Nationalbibliotheken von Leipzig und Frankfurt am Main, die Universitätsbibliothek Gießen, die Erzbischöfliche Dombibliothek Köln, die Bibliothek der Evangelischen theologischen Fakultät Tübingen, die Fachbereichsbibliothek Geschichte der Universität München, die Landesbibliothek Kiel, die Universitätsbibliothek Greifswald und die Bibliothek des Konservatismus Berlin.

Eine Durchsicht dieses Bandes jedenfalls ergibt auf den ersten Eindruck keineswegs, daß es sich hier in der Mehrheit der Texte um oberflächliche, argumentativ billige "Hetzpropaganda" handelt. Sondern um durch und durch rationale, nachvollziehbare Stellungnahmen zu den öffentlich breit erörterten Fragen jener Zeit. Und wenn Erich Ludendorff etwa im Dezember 1933 einen Leitartikel über die Vorgänge in der evangelischen Kirche unter der Überschrift "Es kracht!" erscheinen ließ, so konnte, wie man in diesem Band nachlesen kann (6, S. 81), auch noch ein Wilhelm Niemöller in einer kirchengeschichtlichen Darstellung des Jahres 1948 diese Worte aufgreifen, sie am Anfang seines eigenen diesbezüglichen Kapitels zitieren, um dann weiter ausführen: "Es krachte wirklich." Und auch für die Kapitelüberschrift selbst wählte er die Charakterisierung Erich Ludendorffs, wenn er es nannte: "Der große Krach". - "Hetzpropaganda", übernommen von einem der bedeutendsten Historiker des Kirchenkampfes? Dies nur als ein Zeugnis dafür, daß die Stellungnahmen des "Hauses Ludendorff" zum Kirchenkampf und der nachfolgenden Kirchenaustrittsbewegung durchaus auf zustimmenden Widerhall stoßen konnten selbst unter führenden Vertretern der evangelischen und der bekennenden Kirche. (Wilhelm Niemöller war ja der Bruder von Martin Niemöller.)

Ergänzung (20.5.2015)

Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass Bettina Amm ihren Artikel auch sonst nicht sehr gründlich recherchiert hat. So finden sich folgende grotesken Falschbehauptungen (S. 146f):

Sie versucht, ihre durch "Ahnungen" und "überwache" Zustände gewonnenen "Erkenntnisse" wissenschaftlich zu unterlegen.

"Unterlegen" klingt mißverständlich. Wichtig war Mathilde Ludendorff vor allem - und bleibt entsprechend des Grundansatzes ihres philosophischen Denkens bis heute, daß die philosophischen Erkenntnisse nicht im Widerspruch zum naturwissenschaftlichen Kenntnisstand der Zeit stehen dürfen (wie die überkommenen religiösen Lehren). Außerdem können sich nach Mathilde Ludendorff philosophische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse sehr oft sinnvoll gegenseitig befruchten, ergänzen und erläuterndes Licht aufeinander werfen. Bettina Amm schreibt in den beiden Folgesätzen:

Sie (...) zieht auch die Astrophysik hinzu, wobei sie sich hier auf den Astrophysiker Hans Ludendorff, den Bruder Erich Ludendorffs, stützte.

Das ist eine Falschaussage, die zeigt, wie schlecht Amm recherchiert hat. Mathilde Ludendorff widmete dem Astronomen Hans Ludendorff zwar anläßlich seines Todes im Jahr 1941 ihr Buch "Siegeszug der Physik", bezog sich in ihm aber nirgendwo inhaltlich auf speziell seine Forschungen oder Veröffentlichungen. Denn diese waren nicht sehr grundlegender Art. - Aber noch eklatanter falsch recherchiert - und sozusagen gänzlich "neben der Spur" - ist der dann folgende Satz:

Zugleich scheute sie auch vor obskuren Lehren nicht zurück wie der Welteislehre Hanns Hörbigers, welche von Himmler innerhalb des Ahnenerbes gefördert wurde.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Welteislehre wurde in der Halbmonatszeitschrift der Ludendorff-Bewegung "Quell" in den 1930er Jahren vielmehr kritisiert wie viele ähnlich okkulte Lehren der damaligen Zeit.


/ Änderungen: 
9.2.12, 20.5.15, 29.7.25 /

_____________________________
  1. Amm, Bettina: Die Ludendorff-Bewegung im Nationalsozialismus - Annäherung und Abgrenzungsversuche. In: Uwe Puschner und Clemens Vollnhals (Hg.): Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte (Schriften Des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen (5. Dezember) 2012 (Google Bücher)
  2. Bading, Ingo: "Was Romherrschaft bedeutet" - Die antikatholische Stimmung in der Ludendorff-Bewegung - einige Zeugnisse. Auf: Studiengruppe Naturalismus, 30. 9. 2011 
  3. Bading, Ingo: Ein Brief an Karlheinz Deschner. Auf: Wissen bloggt, 2. 5. 2012 
  4. Hockerts, Hans Günter: Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936/1937. Eine Studie zur nationalsozialistischen Herrschaftstechnik und zum Kirchenkampf. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1971
  5. Bading, Ingo: Katholische Kirche - Kein Lernen aus der Vergangenheit? Schon 1936/37 ist Kindesmißbrauch in der römisch-katholischen Kirche breit und aufsehenerregend vor deutschen Gerichten behandelt worden. Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt! Teil 1, 1. 10. 2012, Teil 2, 2. 10. 2012 
  6. Ludendorff, Erich und Mathilde: Die machtvolle Religiosität des deutschen Volkes vor 1945. Dokumente zur deutschen Religions- und Geistesgeschichte 1933 - 1945. Der Kampf um die geistige Führung zwischen dem Haus Ludendorff, dem Nationalsozialismus und den Kirchen. Zusammengestellt und erläutert von Erich Meinecke. Freiland-Verlag, Viöl 2004 
  7. Schnoor, Frank: Matilde Ludendorff und das Christentum. Eine radikale völkische Position in der Zeit der Weimarer Republik und des NS-Staates. Dr. Hänsel-Hohenhausen, Egelsbach u.a. 2002

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