"Deutsche, wühlt in der Geschichte!" (Erich Ludendorff)

Freitag, 20. November 2015

Reden, Fahnen, Aufmärsche - Ein "Deutscher Tag" in Halle an der Saale im Mai 1924

Einhunderttausend Deutsche auf dem "Deutschen Tag" in Halle, Mai 1924
- Erich Ludendorff als Teilnehmer des "Deutschen Tages" in Halle im Mai 1924

Im Jahr 1901 war in Halle an der Saale das  Kaiser-Wilhelm-Denkmal errichtet worden. Es bestand aus einem (Wiki) ...

Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. mit den als Assistenzfiguren aufgestellten Paladinen Bismarck und Moltke. Das Denkmal überstand den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Blessuren, wurde aber später restlos beseitigt.
Abb. 1: Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Halle an der Saale (1901-1945) (Postk.)

Bei dem beigegebenen Moltkedenkmal hatte es sich  gehandelt um ein

Bronzestandbild von Bildhauer Peter Breuer als seitliche Assistenzfigur am Kaiser Wilhelm I.-Reiterstandbild, 1901 errichtet.

Dieses Moltke-Denkmal war nun von Kommunisten Anfang der 1920er Jahre zerstört worden. Es wurde wieder hergerichtet. Und die Enthüllung des neuen Moltke-Denkmals im Mai 1924 wurde als Anlaß gewählt für eine machtvolle patriotische Demonstration. Sie sollte als der "Deutsche Tag" von Halle in die Geschichte eingehen (Wiki).

Abb. 2: Am Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Halle im Mai 1924 versammelt: Die patriotische Prominenz jener Jahre. Fotograf war G. Pahl (a, b ; Wiki)

Zu diesem Anlaß versammelte sich eine Auswahl der deutschen patriotischen Prominenz jener Jahre: Auf Abbildung 2 sind in der ersten Reihe zunächst nur einige der wichtigsten von ihnen zu sehen: (1) Erich Ludendorff, (2) Oskar Prinz von Preußen (einer der Söhne des Kaisers), (3) "Seeteufel" Felix Graf Luckner, (4) Kriegsminister Josias von Heeringen (1909 bis 1913). Derjenige, der die Ansprache hält, ist Theodor Duesterberg (Wiki), der Organisator dieser Veranstaltung. Er war Stahlhelmführer und hob die Verdienste des Stahlhelms im Kampf gegen den Kommunismus in Mitteldeutschland hervor.

"Verdienste des Stahlhelm gegen kommunistischen Terror"

Erich Ludendorff schrieb über seine Teilnahme an diesem "Deutschen Tag" in Halle in seinen Lebenserinnerungen (3, S. 338-340):

Graf Eulenburg-Wicken, der letzte Kommandeur des 1. Garde-Regiments, übernahm den "Stahlhelm". (...) Die Haltung des "Stahlhelm" mir gegenüber war eine unklare. Frontsoldaten des "Stahlhelm" schienen wohl eine Annäherung an meine Person zu wünschen, nachdem diese am 9. 11. 23 und durch den Prozeß so stark in den Vordergrund gerückt war, aber der Führer des "Stahlhelm", Herr Seldte, widerstrebte diesem, und mußte ihm widerstreben, da an den freimaurerischen Einflüssen im "Stahlhelm" bei mir kein Zweifel mehr bestand, und die Einstellung der Freimaurerei gegen mich ja schon damals eine scharf ablehnende war. Eine andere Haltung wie Herr Seldte nahm Oberstleutnant Duesterberg in Halle ein. Er meinte, wenigstens so habe ich ihn verstanden, daß er den "Stahlhelm" mir anschließen würde, wenn sich sein Einfluss im "Stahlhelm" durchgesetzt haben würde. Ich stand dem skeptisch gegenüber. Die Verdienste des "Stahlhelm" als Gegengewicht gegen marxistischen und kommunistischen Terror namentlich in Mitteldeutschland habe ich stets anerkannt. Darum folgte ich auch einer Einladung nach Halle für den 10. und 11. Mai 1924. Es sollte hier an dem Kaiserdenkmal eine neue Moltkefigur enthüllt werden, da das frühere Standbild von Kommunisten zertrümmert worden war.

Die Feier war recht eigenartig. Am Abend waren die Ehrengäste versammelt, die Generale umgingen mich, wie jemanden, mit dem zu sprechen nicht recht geheuer ist. Ich war zu ihnen harmlos freundlich und das Eis schmolz. Wie viele Suggestionen mußte ich da begegnen und das bei Leuten, die meine Leistung aus dem Weltkriege doch wohl kannten. Aber daß ich völkisch sein konnte, nun sogar noch Parlamentarier war, das haben die Kameraden doch wohl nicht begreifen können. Generaloberst v. Heeringen, als ältester General, hielt die Ansprache, die die Bedeutung des Heeres und die Arbeit der Generale für das Heer hervorhob, er vergaß aber völlig, den Obersten Kriegsherrn zu erwähnen, der sich für die Ausbildung des Heeres doch wahrlich eingesetzt und sie gefördert hatte. Daß er seinen Willen dem Kriegsminister, eben diesem Generaloberst von Heeringen gegenüber leider nicht durchgesetzt hatte, lag in einem Handeln, das dieser dem Kaiser wohl kaum hat verargen können. Bekanntlich hat Generaloberst v. Heeringen dem Streben des Kaisers nach einer Heeresverstärkung und auch meinem Streben vor dem Weltkriege, die allgemeine Wehrpflicht durchzuführen, entschiedenen Widerstand gegenübergestellt. Ich entsinne mich nicht mehr genau, ob ich an dieser Versammlung oder nur in anderen Versammlungen desselben Abends auf den Kaiser gesprochen, um die geschichtliche Wahrheit wiederherzustellen. Das mag von vielen, auch von völkischen Freunden, als "nicht zeitgemäß" erachtet worden sein. Aber hierauf kam es mir nicht an. Was wahr ist, sollte auch wahr bleiben. Die Stahlhelmer selbst, zu denen ich sprach, begrüßten mein Tun.

Die Enthüllung des Moltkedenkmals selbst war feierlich. An dem sich anschließenden einfachen Frühstück saß ich neben den Herren Duesterberg und dem Deutschnationalen Abgeordneten Leopold. Die nähere Unterhaltung, die ich hier führen konnte, genügte, um festzustellen, wie himmelweit mein Denken von dem Denken dieser Leute verschieden war und der "Stahlhelm" nur eine Organisation sein konnte, in der gute Kräfte vom wahren völkischen Freiheitringen ferngehalten wurden. Ich hatte auch schon aus eingehenden Unterhaltungen in dem Hause meines Deutschnationalen Gastgebers, so gastlich ich auch aufgenommen war, bereits entnommen, daß diese Kreise ein Verstehen meinem völkischen Denken nicht abgewinnen konnten.

Am Nachmittage fand ein großer Vorbeimarsch von Kriegervereinen, von "Stahlhelm"-Formationen und des "Frontbann" vor den Generalen des alten Heeres statt. Es war wieder derselbe traurige Anblick, alte Soldaten, zum Teil in Uniform, aber ohne Waffen vorbeimarschieren zu sehen. (...)
Es war bezeichnend, daß am Abend noch eine Zusammenkunft der Gäste - in einer Loge sein sollte. Ich zog vor, dort nicht hinzugehen. Der Abend war für mich mit einer studentischen Feier ausgefüllt. Die ganze Veranstaltung war wieder einmal eine echt nationale Feier ohne jeden tieferen Inhalt gewesen. 

Im zeitgenössischen Sprachduktus sind Pressefotografien von diesem Anlaß beschrieben mit den Worten:

"Der große deutsche Tag in Halle, an welchem große Heerführer und tausende Nationalgesinnter teilnahmen, um das vor einem Jahr von Kommunisten zerstörte Moltkedenkmal wieder einzuweihen. Aufmarsch der Verbände vor den Tribünen der Rennbahn."

Abb. 3: Fahnen, Reden, Aufmärsche - Der Deutsche Tag in Halle, 1924 (Fotograf: G. Pahl) (Wiki)(siehe auch: a)

Es folgen nun viele weitere zeitgenössische Fotografien.

Abb. 4: Fahnen, Reden, Aufmärsche

 Denn an diesem Tag scheint viel fotografiert worden zu sein.

Abb. 5: Fahnen, Reden, Aufmärsche

Man erkennt unter den Fahnenabteilungen auch Burschenschaften (Abb. 5).

Abb. 6: Prominenz, Fahnen, Reden und Aufmärsche - Hier: Felix Graf Luckner, der Telefonbücher zerreißen konnte

Felix Graf Luckner, der "Seeteufel", wurde gefeiert. Er hatte ein viel verkauftes Buch über seine Kaperfahrten während des Ersten Weltkrieges geschrieben.

Abb. 7: Fahnen, Reden und Aufmärsche

Hier reitet jemand auf weißem Rosse an den Tribünen vorbei.

Abb. 8: Fahnen, Reden und Aufmärsche, Mai 1924

Weitere Fahnenabordnungen, offenbar wiederum Burschenschaften.

Abb. 9: Fahnen, Reden und Aufmärsche - Hier Oskar Prinz von Preußen. Außerdem: Ludendorff im Gespräch mit Offizieren am Rande des Aufmarsches

Erich Ludendorff wurde fotografiert während er mit Offizieren im Gespräch am Rande des Aufzuges stand.

Abb. 10: Fahnen, Reden und Aufmärsche - Oskar Prinz von Preußen im Gespräch mit Ludendorff am Rande des Aufmarsches

Erich Ludendorff im Gespräch mit Oskar Prinz von Preußen (1888-1958) (Wiki), dem fünften Sohn des letzten deutschen Kaisers. Prinz Oskar war zu jener Zeit im Stahlhelm aktiv.

Abb. 11: "Der große deutsche Tag in Halle, an welchem große Heerführer und tausende Nationalgesinnter teilnahmen, um das vor einem Jahr von Kommunisten zerstörte Moltkedenkmal wieder einzuweihen. General Ludendorff (X) nimmt nach der Feier die Parade der nationalen Verbände ab." (Quelle: Wiki) (zeitgenössische Erläuterung)

General Ludendorff am Rande des Aufzuges.

Abb. 12: Prominenz, Fahnen, Reden und Aufmärsche - Hier: Admiral Scheer, General Ludendorff, Oskar Prinz von Preußen, Theodor Duesterberg (aus 3, S. 257)

Zu Abbildung 12 wird die Erläuterung gegeben (3, S. 257):

"Bei völkischen und militärischen Feiern im Jahre 1924".

Abb. 13: Prominenz, Fahnen, Reden und Aufmärsche, 11.5.1924 (zeitgenössische Postkarte) - Admiral Scheer, General von Heeringen, Prinz Oskar, General Ludendorff

Auf Abbildung 13 sieht man von links: den kleineren, unscheinbaren Admiral Reinhard Scheer. Er war der Sieger der Seeschlacht vom Skagerrak im Jahr 1916, also der bis dahin größten Seeschlacht der Weltgeschichte. Es folgt dann der vormalige Kriegsminister General von Heeringen. Es folgen dann wieder Oskar Prinz von Preußen und Erich Ludendorff.**) Ganz rechts steht offenbar General Mackensen.

Anwesend waren außerdem (n. Wiki) der Admiral Ludwig von Schröder, der "Löwe von Flandern", der General August von Mackensen, der unter anderem 1916 in einem schnellen Feldzug den neuen Kriegsgegner Rumänien niedergeworfen hatte, sowie der Freikorps-Führer General Maercker, der unter anderem mit zum Scheitern des Kapp-Putsches beigetragen hatte, indem er sich während desselben nicht auf die Seite der Putschisten gestellt hatte. Sie wären auf den Fotografien jeweils noch zuzuordnen.

Es waren dies - mit Ausnahme von Ludendorff - zwar im Wesentlichen Vertreter eher des "nationalen" als des dezidierter "völkischen" Deutschland der damaligen Zeit. Von diesen "oberen Zehntausend", von denen Ludendorff hier umrahmt war, hatte er sich zu diesem Zeitpunkt innerlich schon abgewandt, wie er in seinen Lebenserinnerungen schreibt. 

Mit welcher Sorge die demokratische Reichsregierung auf die Popularität dieser "Deutschen Tage" sah, die von den politischen Kräften "rechts" von der demokratischen Mitte getragen waren, zeigt sich unter anderem in dem Umstand, daß ein über den "Deutschen Tag in Halle" angefertigter Kinofilm ein generelles Aufführungsverbot im ganzen Deutschen Reich erhielt (Wiki). Die damalige deutsche Reichsregierung blickte auf eine solche Konzentrierung von populären, legendären  "Kriegshelden" Deutschlands aus dem gerade erst beendeten Ersten Weltkrieg und der unruhigen Zeit danach mit großer Sorge.

Ludendorff bei seinen Gastgebern auf einem Gutshof bei Halle

Ein Verbindungsstudent fotografiert

Das Fotoalbum eines Verbindungsstudenten aus den 1920er Jahren ist zum Verkauf angeboten worden (im Sepember 2011). In ihm finden sich zahlreiche Fotos von Erich Ludendorff (1) (Abb. 14ff). Name des Besitzers, Ort und Umstände der Fotos sind zwar nicht angegeben*). Allerdings erlaubt ein Vergleich der darin enthaltenen Fotos mit schon veröffentlichten die Zuordnung derselben zu diesem "Deutschen Tag in Halle" am 11. Mai 1924. 

Abb. 14: Privates Fotoalbum: Erich Ludendorff bei seinen Gastgebern in Halle, Mai 1924 (1)

Wie es scheint, war Erich Ludendorff vor und nach der Großveranstaltung in Halle auf einem Gutshof in der Nähe der Stadt einquartiert, von wo er vom Gutsbesitzer im Auto nach Halle gefahren wurde und zu dem er dann wieder zurückkehrte. Vermutlich waren auf dem Gutshof auch viele andere Teilnehmer des "Deutschen Tages" untergebracht und begrüßten Ludendorff in angetretenen Formationen.


Abb. 15: Privates Fotoalbum: Erich Ludendorff bricht offenbar zur Großveranstaltung auf (1) 

Es wird sich also bei den abgebildeten Personen der Gastgeber Ludendorffs um jene handeln, von denen dieser in seinen Lebenserinnerungen - oben schon zitiert - schrieb: "Ich hatte auch schon aus eingehenden Unterhaltungen in dem Hause meines Deutschnationalen Gastgebers, so gastlich ich auch aufgenommen war, bereits entnommen, dass diese Kreise ein Verstehen meinem völkischen Denken nicht abgewinnen konnten."

Abb. 16: Privates Fotoalbum: Ludendorff und eine paramilitärische Formation (1)

Und man darf annehmen, daß der Verbindungsstudent ebenfalls auf diesem Gutshof einquartiert war. Vielleicht handelte es sich ja um einen Sohn oder Verwandten des Gutsbesitzers. An den "Deutschen Tagen" nahmen jedenfalls immer auch viele Studentenverbindungen teil (1924 etwa auch die "Hubertia" aus Bonn).

Abb. 17: Ludendorff spricht mit einer Mädchengruppe

Der namentlich nicht genannte Verbindungsstudent hat auf dem Gutshof viele private Fotos gemacht (1): Von der Begrüßung Ludendorffs durch die Gastgeber oder von der Verabschiedung von ihnen, vom Aufbruch und der Abfahrt Ludendorffs zur Großveranstaltung, von der Begrüßung einzelner angetretener (para-)militärischer Formationen, wie auch von der Begrüßung einer Mädchengruppe (Abb. 14ff).

Abb. 18: Privates Fotoalbum: Erich Ludendorff - oben bei der Abfahrt, unten in Zivil (1)

Diese Fotos finden sich auf den ersten Seiten seines privaten Fotoalbums. Die Fotografien vom Tag der Anreise im Vortrag werden Ludendorff in Zivil zeigen. In Zivil besichtigte er auch das Gut, offenbar unter Führung des Gutsbesitzers (in offener Jacke) und seiner Ehefrau.

Abb. 19: Privates Fotoalbum: Gutsbesichtigung in Zivil - Ludendorff bückt sich zu einem Kind (1)

Das Haus im Hintergrund von Abb. 14ff ist ohne Frage das gleiche, das schon auf einem 1938 veröffentlichten Foto im Hintergrund zu sehen ist (Abb. 20, siehe: 2, 352; 3, S. 272). Ebenfalls die angetretene Soldaten-Formation, sicherlich dann eine Stahlhelm-Formation. Und da dieses schon veröffentlichte Foto mit "Deutscher Tag in Halle 1924" bezeichnet ist, wird man annehmen dürfen, daß die Fotos des privaten Albums dem "Deutschen Tag in Halle" zuzuordnen sind.

Abb. 20: "Deutscher Tag in Halle 1924 - Neben Ludendorff sein damaliger Adjutant Freiherr von Eberstein" (aus: 2, S. 352; 3, S. 272)

Der Freiherr Karl von Eberstein (1894-1979) (Wiki) gehörte damals laut Wikipedia

zu den Gründern der Hallenser Ortsgruppe des Stahlhelms und blieb bis 1924 aktives Mitglied.

Gleichzeitig war er Mitglied diverser Freikorps und der Vorläufer-Vereinigungen der SA. Bis 1938 war Eberstein zum Polizeipräsidenten von München aufgestiegen, weshalb wohl auf seine Funktion als Adjutant Ludendorffs im Jahr 1924 in der Veröffentlichung von 1938 (2) hingewiesen worden ist. (1945 soll Eberstein laut Wikipedia die Tötung von Häftlingen im KZ Dachau ebenso wie die Verteidigung Münchens gegen die vorrückende US-Armee abgelehnt haben, weshalb er noch am 20. April auf Veranlassung von Martin Bormann und mit der Zustimmung Himmlers seiner Funktionen enthoben worden ist.)

Abb. 21: Privates Fotoalbum: Begrüßung einer Mädchengruppe durch Ludendorff  (1)

 

/ Zuerst veröffentlicht 22.9.2011, 
erweitert 4.1.2012, 
erweitert 20.11.2015 /
 
Vielleicht der Album-Besitzer
*) Auf den hinteren Seiten des Albums finden sich diverse private Fotos, unter anderem von einem Besuch von Sanssouci und dem Neuem Palais in Potsdam, sowie von Ausflügen von Burschenschaftlern. Auch Fotos von einer privaten Hochzeit. Auch Fotos mit einem Radio. Weil es zur Datierung des Albums sinnvoll sein könnte, soll ein solches mit Radio hier noch mit dokumentiert werden. Auf einem der Fotos wird offenbar auch das Wappen der Burschenschaft gezeigt, in dem es heißt: "Germania sei's Panier".
**) Eine sehr ähnliche Aufnahme findet sich auch im Fotoarchiv der Süddt. Ztg. (aus der "Sammlung Megerle"), dort allerdings dann mit falschem Erläuterungstext ("Erich Ludendorff (r.) und weitere Offiziere beim Deutschen Armeetag in Nürnberg.").

 ___________________

  1. Diehl, Claudia ("04peppino"; Muenchen, E-Mail: topolino@valentinhome.de; Verkäuferin): Altes Album mit 92 alten Fotos - Ludendorff, Pickelhaube, Studentika, altes Radio usw.. Die Fotos sind alle fest eingeklebt. Die zwei äußeren Blättern des Albums sind stark gebraucht und beschädigt. Format Album ca 24,5 x 17 cm (Ebay zum 22.9.2011)
  2. Ludendorff, Mathilde (Hg.): Erich Ludendorff - Sein Wesen und Schaffen. Ludendorffs Verlag, München 1938, nach S. 352
  3. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. Meine Lebenserinnerungen von 1919 bis 1925. Ludendorffs Verlag GmbH, München 1941 (12. - 16. Tsd.)
  4. Zirlewagen, Marc: "Bekenntnis für den deutschen nationalen Gedanken." Ludendorffs Besuch der Deutschen Tage in Marburg im Mai 1924, in: "Einst und Jetzt. Jahrbuch für corpsstudentische Geschichtsforschung", Bd. 51/2006, S. 235 - 241
  5. Jenrich, Joachim: Das Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe. Der größte Tag der Wasserkuppe. Ein spannender Bericht. In: ders.: Die Wasserkuppe - Wissenswertes über einen interessanten Berg in der Rhön. Auf Rhoenline.de, 2004
  6. Kleinert, Hubert: Die NS-Vergangenheit ehemaliger politischer Funktionsträger im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Bericht an den Kreisausschuss/Kreistag Marburg-Biedenkopf. Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung (Gießen), Marburg 2013 (freies pdf) 
  7. Meldungen aus Münster 1924 - 1944. Geheime und vertrauliche Berichte von Polizei, Gestapo, NSDAP und ihren Gliederungen, staatlicher Verwaltung, Gerichtsbarkeit und Wehrmacht über die politische und gesellschaftliche Situation in Münster. Eingeleitet und bearbeitet von Joachim Kuropka. Verlag Regensberg Münster

Sonntag, 8. November 2015

Ludendorff-Anhänger - was war ihnen wichtig?

In diesem Beitrag sollen ganz vermischte Zeugnisse sozusagen aus dem "Alltag" der Geschichte Ludendorff-Bewegung zusammengetragen werden, kennzeichnende oder weniger kennzeichnende Lebenszeugnisse und Erinnerungen "ganz gewöhnlicher" Ludendorff-Anhänger.

Zwei Tannenberger verabreden sich zu einer Alpenwanderung (1931)

Die folgende Postkarte aus dem Jahr 1931 wurde im Auktionshandel verkauft: 

Abb. 1: Rückseite der Postkarte

Ihr Text lautet:

Herrn Roland Rittershaus, Dresden, Strehlener Pl. 2
Ludwigsburg, d. 3.7.31
Lieber Herr Rittershaus!

Zugleich mit Ihrer Karte habe ich Nachricht von zu Haus. Mein Entschluß: Ich wandere mit Ihnen in den Alpen! Paß und Schuh muß ich mir noch besorgen. Aber Bergstock genügt doch, kräftiger Eichenstock. Ich erwarte also umgehend Ihren Plan. Sie können mit 10 Tagen (Wochentagen) max. rechnen. Mit Treffpunkt 12.7. früh bin ich einverstanden. Finanziellen Voranschlag aber bitte nicht zu großzügig. Im allgemeinen ist das Leben dort unten nicht billig. Augenblicklich habe ich nur wenig Zeit, ich gehe auf Ihre nächste Nachricht brieflich ein.
Mit besten Grüßen, Ihr Rudolf Thürmer
Muß jetzt zu einem Vortrag v. T.B. nach Cannstatt.

Womöglich ist dieser Roland Rittershaus 1907 geboren worden (Computergenealogie a, b).

Abb. 2: Vorderseite der Postkarte

Es bestanden also innerhalb der Mitglieder des Tannenbergbundes Freundschaften, die sich über so weite Entfernungen erstreckten, wie hier zwischen Ludwigsburg und Dresden. 

Abb. 3: Postkarte - "Deutsche Mahnworte" von Mathilde Ludendorff (1934)

Dies geht auch aus der folgenden Postkarte hervor, die im Auktionshandel angeboten wird (Akpool):

 "Wie schön ist diese Erde!" (1934)

Am 15. Oktober 1934 schreibt eine Grete Skerstupp aus Königsberg in sehr ordentlicher Handschrift an eine Frida Bussa in Leipzig auf die Rückseite der eben gebrachten Postkarte mit den "Deutschen Mahnworten" von Mathilde Ludendorff:

Für Fräulein Frida Busse, Leipzig, Steinstr. 51
Königsberg, 15. Gilbhard 1934
Liebe Friedel!
Ich habe Dir auf Deinen Brief nicht geantwortet, weil ich nie Zeit hatte. Ich habe aber die Platten gut zurück bekommen, besten Dank. Vielleicht schreibe ich Dir mal einen Brief, wann weiß ich noch nicht. Wie geht es Dir? Für einen kurzen Gruß wäre ich dankbar. Der Sommer ist um, er war sehr reich für mich an schönen Fahrten und tiefen Erlebnissen. Wie schön ist diese Erde!
Grete Skerstupp

An den letzten beiden Sätzen ist erkennbar, daß die Schreiberin tatsächlich von den philosophischen Büchern Mathilde Ludendorffs beeinflußt ist. 

Abb. 4: Rückseite der vorherigen Abbildung (Königsberg, 15./16. Oktober 1934)

Es wäre interessant zu wissen, von welchen "Fahrten" sie hier schreibt. Der Familienname Skerstupp war - laut Internetrecherchen - offenbar ein recht geläufiger in Ostpreußen. Es ist sicherlich auffallend, dass hier erneut eine Brieffreundschaft von Königsberg bis Leipzig reicht. Sogar die Gemeinsamkeit der Zeitknappheit besteht in beiden Briefwechseln.

Eine Bürgerin der Stadt Fürth in Franken ist 100 Jahre alt geworden und hat noch 2001 ihren 100. Geburtstag im Kreis für 90 Schülerinnen und Schülern gefeiert. Es handelte sich um die Mathematik-Lehrerin Hilde Fuß (1895-2003). Über sie wird berichtet (Fürth-Wiki):

Sie war das einzige Kind und wuchs wohlbehütet auf. Als Kind las sie gerne Biographien. Als es den Beamten erlaubt wurde, aus der Kirche auszutreten, ohne ihren Status zu verlieren, schloß sich die Familie den Ideen der Mathilde von Ludendorff an, die 1937 den Verein "Deutsche Gotterkenntnis" gründete.

Erblindet und vertrieben (April 1945)
Abb. 5: "Füllhorn"

1966 berichtet der Ludendorff-Anhänger Martin Wellßow (geb. 1926) aus Hannover in der Jugendzeitschrift „Füllhorn“ über sein Leben als ein Mensch, der mit 16 Jahren Soldat wurde und als solcher in den Endkämpfen von Berlin 1945 sein Augenlicht verlor (1):

Zwischen Feld und Wald bin ich auf einem ostpommerschen Bauernhof mit seinem festumrissenen Lebenskreis aufgewachsen. (…) Als es bereits Krieg (…) war, bin ich mit dem Fahrrad (…) an manchem Abend unterwegs gewesen, um (…) an den Zusammenkünften der damaligen Jugendgruppen teilzunehmen. (…) Obwohl ich 1939 erst 13 Jahre zählte, wurde mein Jahrgang 1944 zu den Soldaten einberufen. (…) Ich muss bekennen, dass neben mir so viele Kameraden den Einsatz letztlich nur aus dem Bewusstsein heraus billigten, Volk und Heimat zu schützen. Mein Vetter schrieb mir im März 1945, kurz bevor er 18-jährig fiel, nach einem Gegenangriff aus Schlesien: „Wenn Du dieses hier sehen könntest! Wir wollen und müssen alles dran setzen, unsere liebe Heimat wieder frei zu bekommen.“ All unsere Anstrengungen blieben bei der Übermacht der Feinde jedoch nutzlos.
Die Einheit, der ich seinerzeit angehörte, befand sich im Einsatz auf der Insel Wollin. Wir wurden Mitte April 1945 dort abgelöst und über von Flüchtlingstrecks verstopfte Straßen und angeschlagene Eisenbahnanlagen zum Kampf in den Raum Berlin gebracht. Bereits am Tage nach unserem ersten Einsatz ereilte mich am 23. April 1945 mein Schicksal. Eine Granate der Stalinorgel zerplatzte in unmittelbarer Nähe. Die vielen kleinen Splitter brachten mir eine Menge Wunden bei. (…) Die Augen und das Ellenbogengelenk des linken Armes erwischte es so, dass alle ärztliche Kunst nichts mehr helfen konnte. (…) Mit Hilfe eines Leichtverwundeten kam ich zurück und fand mich einige Tage später im Lazarett wieder. Schmerzen spürte ich kaum. Die größte Sorge war, nicht dem Feind verwundet in die Hände zu fallen. (…) Kurz bevor am 8. Mai 1945 das zuletzt so ungleiche Ringen sein Ende fand, überholten uns in Mecklenburg die Feinde.
Abb. 6: Erschienen 1990 und 2000

Er berichtet dann von seinen ersten Geh- und Spazierversuchen als Blinder. Und die weiteren Erzählungen berichten davon, wie er nach und nach ins Leben zurückfand, sogar eine feste Anstellung fand, ein Haus bauen, heiraten und Familie gründen konnte. Eine weitere Erzählung berichtet von seinem Blindenführhund (2).

Zwischen 1990 und 2001 veröffentlichte Martin Wellßow wie Internetangaben zu entnehmen ist, auch Erinnerungen an seine ostpommersche Heimat und das dortige Bauerndorf Lettnin (3, 4).

  1. Wellßow, Martin: Im Kriege erblindet. In: Füllhorn – Zeitschrift für die Jugend, Schriftleiter Hans-Günther Strick, Folge 8, 15.8.1966, S. 239-249
  2. Wellßow, Martin: Mein Blindenführhund „Waldo“. In: Füllhorn – Zeitschrift für die Jugend, Schriftleiter Hans-Günther Strick, Folge 10, 15.10.1966
  3. Wellßow, Martin: Erlauschtes und Erlebtes: Erinnerungen an eine unbeschwerte Jugend in der ostpommerschen Heimat. Selbstverl., 1990, 2000 (55 S.)
  4. Wellßow, ‎Ella; Wellßow, Martin: Lettnin. Ein pommersches Bauerndorf im Kreis Pyritz. Eine kleine Dorfchronik nach vorhandenen Unterlagen und Aufzeichnungen aus dem Gedächtnis. Selbstverl., 2001 (57 S.)

Eine Stadt- und Landschaftsplanerin der Stadt Hamburg hat im Dezember 2013 ein Buch über die Familiengeschichte ihrer Breslauer Großmutter Charlotte und deren drei Schwestern veröffentlicht (1).

Nichts darauf geben, was "die Leute denken" (Breslau, 1930er Jahre)

Beruhend auf überlieferten Familienbriefen, auf persönlicher Bekanntschaft und auf Familien-Erzählungen berichtet sie über das Leben der vier Töchter des Breslauer Polizeibeamten Karl und seiner Frau Anna. Der Name der Familie wird leider nicht genannt (Bötticher?). Die älteste Schwester, die intelligente, belesene, strebsame Elfriede (1894->1945), wird um 1930 herum Ludendorff-Anhängerin werden. Über ihre Jugend wird berichtet (1, S. 48):

Inzwischen ist sie Anhängerin der neuen Reformbewegung geworden. Körperliche Bewegung an der frischen Luft und vegetarische Ernährung sind ihr ebenso wichtig wie Fragen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Und (1, S. 18f):

Sie kann sich sehr aufregen, wenn sie von Ungerechtigkeiten hört und davon, was Frauen angetan wird. Sie will alles anders machen, besser machen, sich nicht anpassen an das, was sich schickt, nichts darauf geben, was "die Leute denken". Elfriede liest viel, um sich weiter zu bilden und sie interessiert sich besonders für die aufkeimende Frauenbewegung. Hier findet sie Gedanken, die ihr gefallen, die sie aufsaugt und die sie als Leitlinie für ihr Leben anerkennt. (...) Elfriede will im Leben etwas erreichen und auf eigenen Beinen stehen. Sie will einen Beruf erlernen und sich nicht auf ein Leben als Ehefrau und Mutter vorbereiten. (...) Sie redet mit dem Vater und ist hartnäckig. Karl steht der Frauenbildung aufgeschlossen gegenüber und mit seinem Beamtengehalt kann er es sich leisten, seiner zielstrebigen und lernwilligen Tochter den weiteren Schulbesuch und eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Natürlich wird hier im Rückblick der Gesamteindruck von einem Menschenleben geschildert. Ob vieler dieser Persönlichkeitsmerkmale sich nicht erst im Laufe der Jahre - insbesondere nach Bekanntschaft mit dem Schrifttum der Ludendorff-Bewegung - ergeben haben, muss hier dahin stehen.

Jedenfalls besucht Elfriede zwei Jahre lang mit Erfolg das Lehrerinnenseminar und wird dann noch vor 1914 Erzieherin auf einem abgelegenen, schlesischen Rittergut. Dort erzieht sie die drei Söhne eines Freiherrn von Durant. Dieser schätzt ihre Arbeit sehr. Natürlich verfolgt sie dort auch die politischen Ereignisse jener Zeit, etwa die schweren Auseinandersetzungen um die Abtrennung Oberschlesiens vom Deutschen Reich. Mit dem Herrn von Durant ist sie sich in der ablehnenden und empörten Beurteilung dieser politischen Entwicklungen nach 1918 einig. 

1919, also mit 25 Jahren, wird sie auf einer Tanzveranstaltung von zwei "eleganten Herren" betrunken gemacht. Und sie wird dann von einem der beiden vergewaltigt. Als sie schwanger ist und ein uneheliches Kind bekommt, wird sie von dem Rittergutsbesitzer entlassen. Auch in einer Gerichtsverhandlung gegen den Vergewaltiger kann sie nichts erreichen. Es ist nahe liegend, dass ein solches Schicksal die persönlichen Lebensansichten radikalisieren kann. Elfriede kehrte nach Breslau zurück, nahm für sich und ihre Tochter Ursel ein möbliertes Zimmer und fand Arbeit als Hausverwalterin. Ein besonders häuslicher Mensch soll Elfriede aber nicht gewesen sein (1, S. 50):

"Haushalt kostet nur Zeit. Die kann man doch lieber für Kunst und Kultur nutzen. Da tickt die Uhr, meine Liebe. Man muss Prioritäten setzen," erklärt Elfriede der Schwester.
Nicht zuletzt wohl auch deshalb wird ihre Tochter Ursel vom Jugendamt in eine Pflegefamilie gegeben:
Da kein Vater für Ursel vorhanden ist, wird ein Amtsvormund eingesetzt, der Ursels Schicksal von nun an bestimmt.

Schließlich kommt Ursel aber zu einer der Schwestern von Elfriede. In der Familienüberlieferung scheint auf die Einzelheiten der Chronologie nicht so genau geachtet worden zu sein. Jedenfalls kann erst von der Zeit etwa zehn Jahre später, also frühestens ab 1928 die Rede sein, wenn es über Elfriede heißt (1, S. 48f):

Als sie auch noch aus der Kirche austritt, kann sie niemand in der Familie mehr verstehen. Sie stößt auf die Bücher von Mathilde Ludendorff und wird bald eine ihrer glühendsten Anhängerinnen. Mathilde Ludendorff ist Lehrerin, Ärztin und Schriftstellerin und zu dieser Zeit in Deutschland bereits durch ihre Schriften und Vorträge sehr bekannt. Sie hat die völkische Bewegung der "Deutschen Gotterkenntnis" begründet und veröffentlicht zusammen mit ihrem Mann Texte, in denen sie ein politischen Wirken der von ihr so genannten "überstaatlichen Mächte" des Judentums, der Jesuiten und der Freimaurer behauptet und die Verschwörung des Judentums proklamiert. Überall in Deutschland hält sie Vorträge, in denen sie ihre Vorstellungen verbreitet. Elfriede ist begeistert von diesen Ideen und besucht von nun an alle Vorträge, die Mathilde Ludendorff hält und lernt sie schließlich persönlich kennen. Die beiden Frauen verstehen sich und Elfriede darf die fanatische Rednerin auf einigen ihrer Vortragsreisen begleiten. 

Mathilde Ludendorff hat den hier erwähnten "Kampf gegen die überstaatlichen Mächte" erst im Jahr 1927 begonnen. Somit werden sich diese Ausführungen erst auf die Zeit frühestens ab 1928 beziehen. Dass Mathilde Ludendorff auf Vortragsreisen weibliche Begleitpersonen gehabt hätte, ist nicht bekannt. Die Tochter Ursel wird Rotkreuz-Schwester und 1945 vielfach von russischen Soldaten vergewaltigt. Ihre Mutter Elfriede wird in Ruhe gelassen. Zu beiden stößt noch das sechsjährige Kind einer anderen Mutter, Hiltraud, um die sie sich nun in den folgenden Jahren kümmern (1, S. 245):

Beinahe zwei Jahre haben Elfriede, Ursel und Hiltraud gehungert und gelitten, ehe sie endgültig vertrieben werden. Am 7. Juni 1946 kommen sie mit einem Transport im niedersächsischen Einbeck an.
Soweit Ausschnitte aus dieser Familiengeschichte.
  1. Boetticher, Martina: Charlotte und ihre Schwestern. Geschichte einer Familie von 1900 bis 1955. BoD - Books on Demand, 04.12.2013 (260 S.) (GB)

Ein 82-jähriger, einstiger Sozialdemokrat aus Ulm (1958)

1957 wurde die Wochenzeitung der Ludendorff-Bewegung "Volkswarte" gegründet. Dort erschienen regelmäßig Karikaturen des Zeichners Hans-Günther Strick.

Abb.: Hans Günther Strick - 100 Jahre SPD - Karikatur - in: Volkswarte, 31.1.1958

Anfang 1958 nahm er das Hijacking der Sozialdemokratischen Partei nach 100 Jahren Geschichte auf das Korn. Die Verchristlichung dieser Partei, die ja heute ausgeprägter ist als jemals - heute darf es noch nicht einmal einen laizistischen Arbeitskreis innerhalb der SPD existieren - hat Hans-Günther Strick schon 1958 treffend aufgespießt. In dem Nachlass von Strick (in den USA) findet sich noch eine Zuschrift an Franz von Bebenburg, den Herausgeber der Zeitschrift, von einem 82-jährigen Ludendorff-Anhänger, die angeregt wurde durch genau diese Karikatur und die ein lebhaftes Bild seiner Biographie gibt.

Abb.: Brief von Josef Elbs in Ulm an Franz von Bebenburg, 1.2.1958

Der Schmied und Eisenbahner Josef Elbs (1878- >1958) aus Ulm, der in seiner Jugend als Sozialdemokrat um die 12-stündige Arbeitszeit gekämpft hat, erinnerte sich in diesem Brief angesichts der Strick'schen Karikatur an seinen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen vor dem Ersten Weltkrieg und an seine ehrenamtliche Tätigkeit in freireligiösen Vereinigungen in den 1920er Jahren. Er lud auch schon in dieser Zeit den späteren Autor der Ludendorff-Bewegung Konstantin Wieland zu kirchen- und christentumskritischen Vorträgen nach Ulm ein. 1930, also mit etwa 52 Jahren, suchte er - nach seinen eigenen Worten - "was Besseres" und schrieb

an Frau Dr. Mathilde Ludendorff, die schrieb mir einen sehr schönen Brief und verehrte mir das Buch Unsterblichkeitswille. Im Jahr 31 trat ich in den Tannenbergbund und zum Deutschvolk.

Im Rahmen des ersteren hielt er dann nach - so schreibt er - zahlreiche Vorträge gegen den drohenden neuen Weltkrieg, vor dem Erich und Mathilde Ludendorff warnten. Seit dieser Zeit war er - offenbar bis wenige Jahre vor 1958 - "Ordner", das heißt Veranstalter der Vorträge der Ludendorff-Bewegung in Ulm. Seitdem er diese Tätigkeit nicht mehr ausüben könne, würden in Ulm auch keine Veranstaltungen mehr stattfinden, so schreibt er ("alles tot"). 

Abb.: Brief von Josef Elbs in Ulm an Franz von Bebenburg, 1.2.1958

Soweit übersehbar, ist Franz von Bebenburg auf den schönen Vorschlag des 82-jährigen Josef Elbs, nämlich Bildpostkarten von der außerordentlich treffenden Karikatur zu drucken, nicht eingegangen.

Heinrich A. - Ein Ludendorff-Anhänger in Konzentrationslagern

Der Rentner Heinrich A. (geb. 1894) aus L. in Schleswig-Holstein hatte 1954 Entschädigung beantragt wegen der unter der Herrschaft des Nationalsozialismus erlittenen Unrechts. Dieser Antrag ist  abgelehnt worden. An einem Gerichtsentscheid des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1961 ist aber auch diese Ablehnung wiederum aufgehoben worden (1). In diesem Gerichtsentscheid wird als Eigendarstellung des Heinrich A. vorgetragen (2):

Er sei als Ludendorff-Anhänger und wegen Verunglimpfung der Hakenkreuzflagge im Jahre 1933 verhaftet und sodann in verschiedene Konzentrationslager, und zwar u.a. nach Fuhlsbüttel, Sachsenhausen, Neuengamme und Farge überführt worden. Zuletzt sei er auf dem Dampfer "Cap Arcona" gewesen, er sei einer der Überlebenden nach dem Untergang dieses Schiffes. Die in den Lagern erlittenen Mißhandlungen hätten ihn in seiner Gesundheit so erschüttert, daß er nicht mehr arbeitsfähig sei. (...)
Er sei vom April 1934 bis zum Oktober 1934 im Konzentrationslager Fuhlsbüttel bei Hamburg, vom April 1937 bis zum Juli 1941 im Konzentrationslager Oranienburg und vom November 1943 (später berichtigt: November 1942) bis zur Kapitulation im Konzentrationslager Neuengamme und im Nebenlager Farge bei Bremen inhaftiert gewesen. In diese Lager sei er wegen seiner Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus eingewiesen worden. Er habe für den Tannenbergbund Schriften verteilt, aber nicht dessen gesamte Bestrebungen gebilligt. Er habe ferner auf ein am Boden liegendes nationalsozialistisches Transparent getreten und gegen Hitler agitiert. Durch den Aufenthalt im Konzentrationslager habe er sich erhebliche Schäden an Körper und Gesundheit zugezogen. (...)
Als Anlaß für seine letzte Inhaftierung in Neuengamme habe er glaubhaft ein in einer Gastwirtschaft geführtes Gespräch angegeben, in dem er sich dahin geäußert habe, daß der Krieg bereits zu 3/4 verloren sei. Da seine gegnerische politische Einstellung der Geheimen Staatspolizei bereits bekannt gewesen sei, dürfte seine in diesem Gespräch geäußerte negative Beurteilung der Kriegslage wiederum nur als Ausfluß seiner gegen den Nationalsozialismus gerichteten politischen Überzeugung beurteilt worden sein.

Diese Eigendarstellungen konnten zumindest in einem Punkt anhand unabhängiger Quellen überprüft werden. In dem Urteil heißt es weiter (2):

Nachdem dann die Strafakten beigezogen worden waren, aus denen sich ergibt, daß der Kläger durch Urteil des Amtsgerichts in Hamburg vom 3. März 1942 wegen Diebstahls zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden war und die Strafe am 9. November 1942 verbüßt hatte, und außerdem eine Auskunft der Polizeibehörde von Hamburg eingegangen war, daß der Kläger am 9. November 1942, also im unmittelbaren Anschluß an die Strafverbüßung, als Asozialer in polizeiliche Vorbeugungshaft genommen worden sei, stellte der Kläger die seiner dritten Verhaftung zugrunde liegenden Vorgänge wie folgt dar:
Er habe verhindern wollen, als Soldat eingezogen zu werden, und deshalb den Diebstahl begangen, so daß er dann verurteilt worden sei. Vorher habe er in einer Gastwirtschaft defaitistische Äußerungen getan. Auf dieses Gespräch hin sei zwar zunächst nichts veranlaßt worden. Nach der Strafverbüßung sei er jedoch sofort zur Geheimen Staatspolizei überstellt worden, und dort sei ihm der Inhalt des in der Gastwirtschaft geführten Gesprächs vorgehalten worden.

Wie dieser Fall seinen Abschluß gefunden hat, scheint nicht überliefert zu sein sein (1).

___________________________
  1. Martin Rath: "Waren Erich und Mat­hilde Luden­dorff Anti­fa­schisten?" Entschädigung wegen erlittener KZ-Haft, Legal Tribune Online, 03.05.2020, https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/cap-arcona-ludendorff-kz-hitler-nationalsozialismus-tannenbergbund/
  2. Bundesgerichtshof - Urt. v. 12.04.1961, Az.: IV ZR 191/60 - Landesentschädigungsamt gegen Heinrich A., https://research.wolterskluwer-online.de/document/4c390e13-a679-4645-be19-731db4ba8b5f

Die Beerdigung von Mathilde Ludendorff (1966)

Im April 2016 erhalten wir folgenden Bericht von einem noch lebenden Ludendorff-Anhänger zugesandt:

1961 war ich als junger Landwirtschaftsmeister Verwalter auf einem Betrieb in Württemberg. Im Mai 1961 hörte ich in den Nachrichten, dass „Eine Ludendorff-Bewegung“ verboten ist. Diese Nachricht wurde gleichzeitig dazu benutzt, das Gedankengut von Erich und Mathilde Ludendorff in den hässlichsten Farben zu schildern. Da sowohl meine Frau als auch ich von der „Ludendorff– Bewegung“ nichts wussten, wurde durch das Verbot und die hässliche Berichterstattung („freie Presse“!) unser Interesse geweckt, sich mit dieser Bewegung etwas näher zu befassen. Wir zogen von Württemberg ins Osnabrückerland. Dort lernten wir dann Familien kennen, die der Weltanschauung Ludendorff verbunden waren und waren mit diesen befreundet.
Mitte Mai 1966 feierte ich mit einigen Freunden meinen Geburtstag. Die erzählten nun, dass Frau Dr. M. Ludendorff am Donnerstag, den 12. Mai verstorben sei und die Trauerfeier am Freitag, dem 20. Mai 1966, stattfinden würde. Spontan wurde von uns beschlossen, dass wir zur Trauerfeier nach Tutzing fahren. Am Freitagmorgen (den 20.05.1966) sind wir dann in aller Herrgottsfrühe von Bad Rothenfelde in Richtung Tutzing losgefahren. Als wir dann in Tutzing ankamen, hatte die Trauerfeier schon angefangen. Wie ich mich erinnere, las Herr Oberlandesgerichtsrat i.R. Edmund Reinhard aus einem Buch, welches der General E. Ludendorff über seine Frau Mathilde Ludendorff geschrieben hatte, vor. Es waren schon unwahrscheinlich viele Menschen dort als wir eintrafen.
Mein Begleiter kannte einige der Trauergäste und so konnten wir näher an den Sarg in dem großen Garten eintreten. Plötzlich kam mein Begleiter zu mir, und fragte, ob ich den Sarg mittragen wolle. Ich war ergriffen über diese Ehre, dass ich dieser großen deutschen Frau diesen Dienst erweisen durfte. Wir trugen mit vier jungen Männern den Sarg aus dem Garten durch das Tor zur Straße und stellten ihn auf einen Wagen, der wohl von einem Beerdigungsinstitut gestellt worden war. Nun sollte der Wagen zu dem Neuen Friedhof in Tutzing, am Starnberger See zum „Feldherrn-Grab“ gefahren werden. Die vier Männer vom Beerdigungsinstitut zogen den Wagen mit dem Sarg der Verstorbenen. Wir vier Träger liefen (je zwei links und zwei rechts) neben dem Sargwagen. (...) Dann folgte der Trauerzug. Vorne als erste Person Frau Stahl. (...) Die gesamte Trauerfeier war für mich sehr ergreifend und auch schön.

Wir bitten diese Einsendung als Anregung für andere Leser dieses Blogs anzusehen, ebenfalls Erinnerungen einzusenden.

Ein Holzhändler und Sägewerker (1979)

Als kennzeichnend könnte man auch folgende Todesanzeige empfinden (in der Zeitschrift "Mensch & Maß", 9.12.1979):

Bernhard Schürmann (...) Unerschütterlich blieb er seiner Weltanschauung, der "Gotterkenntnis Ludendorff", treu, die ihn von allen politischen Irrwegen abhielt. Seinem Beruf als Holzhändler und Sägewerker war er mit Leib und Leben verschrieben. So liebte er die Farbenpracht des Herbstwaldes, daß man sich keinen schöneren Abschiedsschmuck für ihn denken kann als fallendes Herbstlaub. So liebte er die Verwachsenheit, Bodenständigkeit und das Knorrige der deutschen Eichen, die ein Teil seiner selbst wurden. (...) Seine Selbstlosigkeit und Bescheidenheit waren seine Größe. (...) Klara Schürmann und Kinder

Dieser Beitrag ist nach und nach weiter zu ergänzen. Der in diesem Beitrag ebenfalls zunächst kurz behandelte Ludendorff-Anhänger Wilhelm Knake hat inzwischen --> einen eigenen Blogbeitrag erhalten.


/Erstveröffentlichung 22.5.15, 
ergänzt am 8.11.15 um den Abschnitt zu Martin Wellßow, 
am 1. und 2.1.16 um den Abschnitt zu der Breslauerin Elfriede,
am 31.1.16 um den Abschnitt zu Josef Elbs.
am 17.8.20 um den Abschnitt Heinrich A. /

Sonntag, 1. November 2015

Von Sumatra bis Athen - Ein welterfahrener Autor der Ludendorff-Bewegung

Das Leben von Wilhelm Knake, eines Autors naturwissenschaftlicher Aufsätze der 1950er Jahre

In der Halbmonatszeitschrift der Ludendorff-Bewegung „Der Quell - Zeitschrift für Geistesfreiheit“ erschienen zwischen 1955 und 1961 viele Aufsätze des Ludendorff-Anhängers und -Verehrers Wilhelm Knake (1900-1979) (siehe Bibliographie: 1-20). Diese behandelten in der Regel naturwissenschaftliche und damit verbundene philosophische Fragen im Sinne der Philosophie von Mathilde Ludendorff. Da Wilhelm Knake bezüglich dieser Themen im Wesentlichen Autodidakt war, ist es bedeutsam, dass sie auch von Menschen mit einem naturwissenschaftlichen Universitätsstudium geschätzt werden konnten. 

Abb. 1: Der Dampfer Elmshorn (Wiki)

Dies hatte mehrere Gründe: 1. Wilhelm Knake hatte ein sehr genaues Gespür dafür, was eine naturwissenschaftliche Aussage ist und was eine Aussage ist, die über die Grenzen der Naturwissenschaft hinausgeht. 2. Wilhelm Knake konnte auch philosophische Inhalte angemessen vermitteln, er besaß einen ausreichenden Überblick über die Philosophiegeschichte des Abendlandes hierfür. 3. Beide Gebiete wusste er jeder Zeit mit großer Hochachtung vor der Geistesleistung eines anderer Menschen zu behandeln. Und er wusste beim Leser für beide Gebiete deshalb Begeisterung zu wecken. 4. Er hatte sehr viele damals erschienene aktuelle populärwissenschaftliche Schriften und Bücher gelesen. Vor allem aus den Bereichen Atomphysik und Astronomie, aber auch aus dem Bereich Biologie. In seinen Aufsätzen weist er immer wieder auf diese Schriften hin und er bringt selbständig ausgewählte, begeisternde Gedanken und Erkenntnisse aus denselben.

All dies zeigt, dass Wilhelm Knake ein sehr selbständig denkender Autor war, der dennoch immer sachlich blieb und dem es nicht darum zu tun gewesen war, mit seinen Geistesgaben zu schillern, sondern sie dazu zu benutzen, sich für die Philosophie der von ihm verehrten Mathilde Ludendorff im Rahmen seiner Möglichkeiten und seiner Interessengebiete einzusetzen.

Ein Überblick über die Inhalte dieser Aufsätze wird in einem anderen Manuskript gegeben. Doch lassen diese Aufsätze auch die Frage nach dem Menschen aufkommen, der hinter diesen Aufsätzen stand. Welches Leben hatte er? Oder auch ganz schlicht: Wie sah er aus? Antworten auf diese Fragen sind gar nicht so leicht zu bekommen. Eine Photographie von ihm liegt nicht vor. Andeutungen zu seinem Leben finden sich aber in seinen Aufsätzen durchaus. Und was sich darüber findet, soll im folgenden zusammengestellt sein. Vielleicht kann auch die folgende Zusammenstellung künftig noch aufgrund weiterer Quellen vervollständigt werden. Vielleicht melden sich Verwandte oder Nachkommen von Wilhelm Knake, um hierbei behilflich zu sein. - - - Wilhelm Knake deutet im Jahr 1957 an einer Stelle einiges über seinen beruflichen Werdegang an1:

Ich möchte darauf hinweisen, dass meine 40-jährige berufliche Tätigkeit mir eine gewisse Berechtigung einräumen dürfte, das aus eigenem Antrieb gewählte Thema

nämlich die Naturwissenschaft

zu behandeln. Sechs Jahre Fahrenszeit als Funkoffizier auf deutschen Handelsschiffen in den 20er Jahren und der vieljährige Fernmeldedienst (Fernsprechtechnik) bei der Kaiserlichen, Reichs- und Bundes-Post gewährten dem Verfasser einen weitgehenden Einblick in die wunderbaren Gesetze der Ätherwellen und der Ausnutzung einer der Urkräfte des Universums, der Elektrizität.
Aus solchen beruflichen Zusammenhängen heraus entwickelte Wilhelm Knake also die bei ihm vorliegenden Interessen für grundlegendere naturwissenschaftliche und auch philosophische Fragen.
Wer aus irgendwelchen Gründen,
schreibt er 1957 ähnlich,
sei es beruflich oder aus persönlichem Interesse für naturwissenschaftliche Fragen den Weg der atomphysikalischen Forschung in den letzten 60 Jahren (…) verfolgt ...

Auch solche Worte deuten natürlich auf ihn selbst als Autor. Wilhelm Knake ist im Jahr 1900 geboren worden2. Im Jahr 1914 war er also 14 Jahre alt. Das Abitur scheint er nicht gemacht zu haben. Denn zunächst erhielt er - offenbar als 16-Jähriger - eine Ausbildung als Telegraphengehilfe bei der Kaiserlichen Post. Und mit 17 Jahren meldete er sich als Kriegsfreiwilliger.

1917/18 – Als Kriegsfreiwilliger an der Westfront

Über seine Zeit als Kriegsfreiwilliger hat er 1953 in einem Aufsatz berichtet, um die These Erich Ludendorffs vom sogenannten „Dolchstoß“ (dass das deutsche Heer des Westens von hinten erdolcht worden sei) mit eigenen Erlebnissen zu unterstützen. Aus diesen sollen einige jener Auszüge gebracht werden, die Aufschlüsse über ihn selbst und sein Leben erlauben3:

Die aufschlußreichen Erlebnisse eines einfachen Kriegsfreiwilligen aus den letzten Kriegsjahren 1917/18, die im folgenden wiedergegeben werden, dürften dazu beitragen, die Veröffentlichungen des Feldherrn Ludendorff mit ihren aufsehenerregenden Enthüllungen zu unterstreichen, und den Nachweis erbringen, dass die Verteidigungskraft des Westheeres Ende 1918 durchaus nicht gebrochen war. (…)
Im Frühjahr 1917 meldete ich mich als 17jähriger wie so viele andere freiwillig zum Wehrdienst. (…) Auf Grund meines Berufes als Telegraphengehilfe bei der Kaiserlichen Post wurde ich zur Nachrichtenersatzabteilung Berlin-Treptow versetzt. (…) Auf dem Bahnhof „Lehrter Straße“ spielten sich Abschiedsszenen zwischen Frontkämpfern und ihren Angehörigen in solch erschütternden Formen ab, dass der Entschluss, so schnell wie möglich zur Front zu kommen, ohne Schwanken gefasst wurde. Die Gelegenheit hierzu bot sich nach kurzen, schönen Urlaubstagen mit Eltern und Geschwistern in den geliebten Weserbergen um Rinteln schneller als gedacht.

Da er auf der Fahrt zur Front nicht rechtzeitig umsteigt, wird er für einen Deserteur gehalten und kommt in Untersuchungshaft. Hier

stieß ich zum ersten Male auf „Drückeberger“, deren Existenz ich bis dahin für unmöglich gehalten hatte. (…) In den langen Nächten grübelte ich über die Gründe nach, die zu einer so grundverschiedenen Auffassung über unsere Pflichten dem Vaterlande gegenüber geführt haben könnten. Ich vermochte das Rätsel nicht zu lösen, obgleich mir eine gewisse Einhelligkeit in den Überzeugungen der Deserteure (…) schon damals zu denken gab.

Erich Ludendorff schreibt in seinen "Kriegserinnerungen" zum Frühjahr 1918 diesen Verhältnissen große Bedeutung zu (1919, S. 470):

Der Ausfall an Deserteuren war ungemein hoch. (...) Noch viel mehr hielten sich sorglos in der Heimat auf, von ihren Mitbürgern stillschweigend geduldet, von den Behörden nach jeder Richtung hin unbelästigt. Sie und die Drückeberger an der Front, die sich ebenfalls auf viele Tausende beliefen, minderten die Gefechtsstärken der fechtenden Truppen und namentlich der Infanterie, aus der sie der großen Mehrzahl nach stammten, entscheidend. (...) Mehr Ersatz konnte aufgebracht werden, wenn der Kriegswille in der Heimat da war. Von diesem Kriegswillen hing Enscheidendes ab, aber er versagte.

Knake berichtet dann sehr lebendig von den verschiedenen Einsätzen seiner Division in der deutschen Frühjahrsoffensive des Jahres 1918 und in den darauf folgenden Rückzugskämpfen. Dann wird die Division plötzlich „über Nacht“ verladen und der Zug rollt zur Überraschung der Soldaten quer durch Süddeutschland nach München. Hier erfahren sie, dass dort eine Revolution droht, und dass sie dazu ausersehen seien, diese niederzuschlagen. Doch werden sie dann nicht eingesetzt. Dann ist plötzlich der Kaiser abgedankt und die Soldaten werden entwaffnet. Knake fast seine damalige endlose Überraschung und sein völliges Unverständnis das Plötzliche dieses Geschehens in die Worte:

Wie war es möglich, dass so etwas in Deutschland vorkommen konnte, wo man die Monarchie für eine unerschütterliche Einrichtung gehalten hatte.

Und er schreibt weiter:

Der dem Soldaten so unverständliche Ausgang des 1. Weltkrieges erhält eine klare Deutung durch das Werk „Kriegshetze und Völkermorden“

von Erich Ludendorff. So schreibt er als überzeugter Anhänger Erich Ludendorffs.

1923 – Auf Handelsschiffen rund um die Welt

Wie er dazu geworden ist, wird gleich noch deutlich werden.

Über seine „sechs Jahre Fahrenszeit als Funkoffizier auf deutschen Handelsschiffen in den 1920er Jahren“, von denen schon die Rede war, hat Wilhelm Knake 1954 in „Füllhorn“, der Jugendzeitschrift der Ludendorff-Bewegung, sehr ausführlich ein recht genaues und auch eindrucksvolles Bild gegeben4. Er berichtet vor allem über seine Reise auf dem Dampfer „Elmshorn“ im April 19235 über Bristol mit Kohlen durch das Mittelmeer nach Port Said in Ägypten, wo die Kohlen gelöscht wurden. Weiter ging es durch den Suez-Kanal ins Rote Meer und von dort weiter durch den Indischen Ozean nach dem Hafen Colombo auf der Insel Ceylon und von dort schließlich nach der Insel Java, wo die Häfen Batavia, Tjilatjap, Surabaya, Samarang angesteuert wurden, ebenso Makassar auf der Insel Celebes und Padang auf Sumatra. Dort wurde der unermessliche Laderaum mit tropischen Erzeugnissen angefüllt, insbesondere mit Kopra und braunem Zucker, bevor die Rückfahrt nach Hamburg begann. Auf der Rückfahrt wurde auch Griechenland angesteuert, wovon der letzte Teil seiner Erzählung handelt. Hier besuchte er mit einem Kollegen die Akropolis in Athen. Er schreibt:

Wir (…) ließen den „Odem der Geschichte“ tief auf uns einwirken, der uns hier wie nirgendwo sonst in der Welt umfing. Weit reichte unser Blick nach Osten in das attische Land, wo vor Zeiten die Griechen ihren großen Sieg in der Schlacht bei Marathon gegen die Perser errungen hatten. (…) Wandten wir unseren Blick zur anderen Seite gegen Westen, sahen wir hinten im blauen Mittelmeer die Insel Salamis liegen, bei der die griechische Flotte einstmals einen großen Sieg über die zahlenmäßig weit überlegenen Schiffe der Perser errungen hatte. (…) In unsere Bewunderung für die Größe eines versunkenen schönen Zeitalters mischte sich tiefe Trauer, das diese Schönheiten der Nachwelt nicht erhalten geblieben waren.
Abb. 2: Funkstation eines Schiffes
- aus der Frühzeit der Funktechnik



An einer Stelle erwähnt er6,
dass die deutschen Kolonisatoren überall in der Welt, wo deutsche Kolonien gegründet worden waren, nach kurzer Zeit die Zuneigung der Eingeborenen gewannen. Diesen Eindruck erlebte ich am stärksten, als wir auf einer Rundfahrt um Afrika mit dem schönen Passagier-Dampfer der Deutsch-Ostafrika-Linie „Usaramo“ den idyllischen, ehemals deutschen Hafen Daressalam an der Ostküste Afrikas anliefen und uns die Askaris an Bord besuchten. Immer wieder fragten sie uns, wann die Deutschen wiederkämen, um die unbeliebten neuen englischen „Herren“ abzulösen, mit denen man anscheinend gar nicht zufrieden war.

An einer anderen Stelle erwähnt er den „kalten Humboldtstrom an der Westküste Südamerikas“. Auch besuchte er in jenen Jahren7

Kyoto, das bedeutendste religiöse Kulturzentrum Japans.

Er kam also um die ganze Welt, nach Asien, nach Afrika und nach Amerika.

1928 – Ein „niemals zuvor in seiner Tiefe erlebter Eindruck“

Es folgte dann, wovon ebenso schon die Rede war, der „vieljährige Fernmeldedienst (Fernsprechtechnik) bei der Reichspost“. In dieser Zeit nun wurde Wilhelm Knake Ludendorff-Anhänger. Im Jahr 1976, nach dem Tod seiner Frau, veröffentlicht er einige persönliche Erinnerungen dazu8:

Nachdem wir uns (...) kennengelernt hatten (...), erlebten wir zur Sonnenwende 1928 in Walsrode gemeinsam die erste unmittelbare Begegnung mit dem Sieger von Tannenberg und seiner Gattin, der Philosophin unseres Jahrhunderts (!) Dr. M. Ludendorff. Der bis dahin in seiner Tiefe niemals zuvor erlebte Eindruck der beiden Großen unseres Volkes auf meine Braut und mich lässt sich mit wenigen Worten nicht wiedergeben. Mit dem unvergesslichen Erlebnis war uns beiden in gleichem Maße der Weg für unser politisches und weltanschauliches Handeln als Deutsche für die Zukunft gewiesen.

Dieser starke Eindruck durch das Erleben der persönliche Anwesenheit von Erich und Mathilde Ludendorff hat in jenen Jahren viele Menschen dazu veranlaßt, fortan überzeugungstreue Ludendorff-Anhänger zu werden.

1943 – Bombenangriff auf Hannover

Ob Wilhelm Knake und seine Frau Kinder hatten oder ob die Ehe kinderlos blieb, ist einstweilen nicht bekannt. Auch keine weiteren Einzelheiten aus seinem Leben. Er berichtet an einer Stelle von seiner oben schon erwähnten Reise nach Indonesien im Jahr 19239:
Die Briefe in die Heimat, die meine Mutter jahrelang gesammelt und mit großer Sorgfalt aufgehoben hatte, wurden beim Bombenangriff der Engländer auf Hannover ein Opfer der Flammen, wie so viele andere wertvolle Dokumente der Vergangenheit.

Über sein persönliches Erleben in der Endzeit des Zweiten Weltkrieges hat er auch einiges veröffentlicht. 

1945 – Aus dienstlichem Anlaß Zusammensein mit Offizieren einer Nachschub-Schule

Die Endzeit hat er womöglich unter anderem bei einer Nachschubeinheit der Wehrmacht verbracht. Schreibt er doch in einem Aufsatz über die deutsche Waffenentwicklung der Rakete „Rheintochter“ (auch „V 8“ genannt)10, nachdem er aus einem Bericht dazu zitiert hatte11:

Damit erhalten auch die vertraulichen Mitteilungen gegen Kriegsende Wahrheitsgehalt, die mir selbst mehrere Male bei dienstlichen Anlässen von höheren Offizieren einer Nachschub-Schule gemacht worden sind. Das große Rätsel des Nichteinsatzes einer so entscheidenden Waffe bleibt weiterhin ungelöst.

Zuvor hatte er schon geschrieben:

1944 lagerten viele Hunderte der inzwischen vervollkommneten „Rheintöchter“ einsatzbereit im Sennelager am Fuße des Teutoburger Waldes. Mit diesen Projektilen hätte die deutsche Luftwaffe die Tag und Nacht einfliegenden angloamerikanischen Bombergeschwader vernichten können.

Tatsächlich scheint diese Frage des Nichteinsatzes der „Rheintochter“ eine der vielen ungeklärten Fragen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg zu sein. Vielleicht gehört dieses Thema zu dem umfangreichen Thema der innerdeutschen Sabotage der deutschen Kriegsanstrengungen, das in Veröffentlichungen heute immer ausführlicher dokumentiert wird12, und das zeigt, wie wenig Schwierigkeiten Netzwerke wie die der Freimaurerei, des Jesuitenordens, westlicher und östlicher Geheimdienste es hatten, innerhalb des Dritten Reiches und seiner politischen wie militärischen Führung unerkannt wirksam zu bleiben.

1945 – Nach dem Kriegsende an der Niederelbe

Ebenfalls aus eigenem persönlichen Erleben berichtet Wilhelm Knake, wenn er schreibt13:

Wenige Wochen nach dem Abschluss der Endkämpfe des zweiten Weltkrieges taten sich einige aus einem englischen Gefangenenlager an der Niederelbe entlassenen Frontsoldaten zusammen. Es waren hervorragende Künstler des Leipziger Gewandhausorchesters (…) darunter. Da die Säle einer kleinen Stadt nahe der Zonengrenze durch die Besatzungsmacht beschlagnahmt waren, gaben die entlassenen Frontkämpfer, noch angetan mit ihren in Frontkämpfen zerschlissenen feldgrauen Uniformen, aus eigenem inneren Antrieb für die Stadtbevölkerung kostenlose Abendkonzerte in der Kirche des Ortes, die sich wegen ihrer guten Akustik hierzu besonders eignete.
Wenige Wochen zuvor waren Panzer durch die kleine Stadt gerollt, peitschen die Garben von MG's und Maschinenpistolen durch die sonst so stillen Gassen des Ortes. Nun war der Kampflärm verstummt; an seine Stelle trat jedoch die unsichere Zukunft eines hoffnungslos geschlagenen Volkes, mit Hunger, Kälte und Entbehrungen aller Art. - Wohin zog es die gequälten Deutschen jener Zeit mit unwiderstehlicher Kraft? - Aus Kriegslärm und Kampfgetöse kehrten die Deutschen damals zuerst zurück in die lang entbehrte, aber unentbehrliche Welt der geistigen, der kulturellen Werte! Die feldgrauen Künstler spielten in der überfüllten Kirche Bach und Händel, Haydn und Mozart, Beethoven und Schubert. Selten wohl gab es eine andächtigere Zuhörerschaft, die, trotz verzweifelter Daseinsbedingungen, als ersten Weg aus den Kriegsnöten die Heimkehr zu den unsterblichen Werken der Kulturschöpfer seines eigenen Volkes wählte! - „... Jenseits des Kampfes ums Dasein beginnt das Erleben der Seele! ...“

Mit diesen wenigen Worten schon macht Wilhelm Knake deutlich, wie viel er von den eigentlichen Gehalten der Philosophie von Mathilde Ludendorff begriffen hatte. Dass es nämlich nach ihr im Wesentlichen gar nicht auf „Politiktreiben“ ankommt, sondern auf das Leben der kulturellen Werte eines Volkes.

1955 bis 1961 – Naturwissenschafts-Autor des „Quell“

Nach 1945 arbeitete Wilhelm Knake – wie oben schon erwähnt - im Fernmeldedienst der deutschen Bundespost. Und zwischen 1955 und 1961, also zwischen seinem 55. und 61. Lebensjahr, hat er wie ebenfalls schon eingangs erwähnt, viele der wertvollsten Aufsätze in der Zeitschrift „Quell“ veröffentlicht, die damals überhaupt erschienen sind. Nämlich zum aller größten Teil zu naturwissenschaftlichen Themen und zum Verhältnis der Naturwissenschaft zur Philosophie von Mathilde Ludendorff.

Da dies bei einer so naturwissenschaftsnahen Philosophie wie derjenigen von Mathilde Ludendorff das für diese Philosophie zukunftsträchtigste Thema überhaupt war und ist, erhalten seine Aufsätze noch einmal größere Bedeutung. Aber wie gesagt, ist ihrer inhaltlichen Behandlung ein eigenes Manuskript vorbehalten, das seine naturwissenschaftlichen Aufsätze im Zusammenhang mit denen anderer zeitgleicher Aufsätze behandelt.

1958 veröffentlichte Wilhelm Knake auch zur Wiederkehr des Geburtstages von Erich Ludendorff einen Aufsatz14. In diesem zitiert er umfangreich aus der wenig bekannten Rede, die Erich Ludendorff im September 1932 im Salzburger Festspielhaus gehalten hat anlässlich einer Tagung gegen die Gründung einer katholischen Universität daselbst.

Es muß dann besonders auffallen, dass Wilhelm Knake nach 1961 als Autor der Ludendorff-Bewegung nicht mehr in Erscheinung tritt. Und zwar weder in der Zeitschrift „Mensch & Maß“, noch in der Zeitschrift „Mein Standpunkt“. Es stellt sich die Frage: Hat er Verwarnungen von seinem Arbeitgeber erhalten? Hat er unter Pseudonym veröffentlicht? Hat er in anderen Periodika veröffentlicht? War er krank? Diese Fragen können einstweilen nicht beantwortet werden.

Wilhelm Knake stirbt ein Jahr nach seiner Frau, im Jahr 1979. In der Todesanzeige für ihn heißt es15:

Schon vor fast drei Jahrzehnten hat er sich in den Dienst des Aufklärungskampfes gegen die Kernenergie gestellt und in Vorträgen und Abhandlung nachdrücklich davor gewarnt. Daneben schrieb er zahlreiche Beiträge über naturwissenschaftlich-philosophische Fragen. (...) Vielen Freunden hielt er die Totenrede.

Dies wäre das, was bislang zu dem Leben von Wilhelm Knake zusammengetragen werden kann.


/ Zuerst veröffentlicht 18.9.2015, um die Angaben 
in der Zeitschrift Füllhorn ergänzt 1.11.2015 /

Bibliographie der naturwissenschaftlich-philosophischen Aufsätze von Wilhelm Knake

  1. Knake, Wilhelm: Die Verantwortung der heutigen Wissenschaft. In: Der Quell, Folge 12, 23.6.1955, S. 554-560
  2. Knake, Wilhelm: Die Atomkriegsgefahr. In: Der Quell, Folge 15, 9.8.1955, S. 693-697
  3. Knake, Wilhelm: Die Wahrheit wird siegen! In: Der Quell, Folge 13, 9.7.1956, S. 588-601
  4. Knake, Wilhelm: Die Atombombe, ein Fanal menschlichen Niedergangs! In: Der Quell, Folge 16, 23.8.1956, S. 739-752
  5. Knake, Wilhelm: Die Philosophie - „Königin der Wissenschaften“. Zur Vollendung des 79. Lebensjahres der Philosophin Mathilde Ludendorff. In: Der Quell, Folge 19, 9.10.1956, S. 878-886
  6. Kn., W. (wohl Wilhelm Knake): Feierstunden. Eine Rückschau (auf die Feier von Mathilde Ludendorffs Geburtstag 1956). In: Der Quell, Folge 24/1956, S. 1118-1120
  7. Knake, Wilhelm: Hochwillkommene Sonnenexplosion. In: Der Quell, Folge 24, 23.12.1956, S. 1123-1130, Folge 1, 23.1.1957, S. 77-84, Folge 5, 9.3.1957, S. 204-215
  8. Knake, Wilhelm: Die gegenwärtige Krise der Naturwissenschaften und ihre Überwindung durch die Philosophie. In: Festschrift zum 80. Geburtstage Dr. Mathilde Ludendorffs. Verlag Hohe Warte, Pähl 1957, S. 88-146 [besprochen in: Der Quell, Folge 19, 9.10.1957, S. 881f]
  9. Knake, Wilhelm: Philosophie im Atomzeitalter. In: Der Quell, Folge 19, 9.10.1957, S. 887-900, Folge 20, 23.10.1957, S. 935-942
  10. Knake, Wilhelm: Deutschland vor Fertigstellung der Atombombe besiegt. In: Der Quell, Folge 22, 23.11.1957, S. 1012-1019
  11. Knake, Wilhelm: Die Lehren des Abwurfs von Atombomben auf Lebewesen. In: Der Quell, Folge 23, 9.12.1957, S. 1069-1075
  12. Knake, Wilhelm: Die Weite der Weltdeutung Mathilde Ludendorffs. Zum 81. Geburtstag der Philosophin am 4.10.1958. In: Der Quell, Folgen 19 und 20, 9. und 23.10.1958, S. 871-880, 916-927
  13. Knake, Wilhelm: Die Harmonie im Kosmos. In: Der Quell, Folge 24, 23.12.1958, S. 1136-1140
  14. Knake, Wilhelm: Wunderwaffen und Machtpolitik. In: Der Quell, Folge 7, 9.4.1959, S. 307-316
  15. Knake, Wilhelm: Ewigkeit des Universums? In: Der Quell, Folge 13, 9.7.1959, S. 587-597 [Fred Hoyle]
  16. Knake, Wilhelm: Die Philosophie als lebenswichtige Wissenschaft. Zum 82. Geburtstag der Philosophin Dr. Mathilde Ludendorff. In 4 Teilen. In: Quell, 1959/60, S. 888 – 896 (9.10.1959), 936, 1127, 22
  17. Knake, Wilhelm: Eine „große Maschine“ oder ein „großer Gedanke“? Vortrag, gehalten auf der Jahresversammlung des Ahnenstättenvereins „Hilligenloh“ am 16.8.1959. In: Quell, 9.12.1959, S. 1086-1093
  18. Knake, Wilhelm: Die Vorstellung über einen persönlichen Gott und ihre „Kopernikanische Wandlung“ in heutiger Zeit. Im Auftrage des „Bund für Gotterkenntnis (L)“ am 15. November 1959 auf der 3. Oldenburger Kulturtagung gehaltener Vortrag. 1. - 3. Teil. In: Der Quell, Folge 12-14, 23.6.-9.7.1960, S. 552-561, 607-612, 643-651. Als Sonderdruck hrsg. vom Bund für Gotterkenntnis, Tutzing 1959
  19. Knake, Wilhelm: Vom „Gott-Suchen“ zum „Gott-Erkennen“. Gedanken zum 83. Geburtstag der Philosophin Dr. Mathilde Ludendorff. In: Der Quell, 9.10.1960, S. 870-881
  20. Knake, Wilhelm: Ein neuer physikalischer Begriff und seine philosophische Bedeutung. 1.-3. Teil. In: Der Quell, Folge 2 bis 4, 23.1. bis 23.2.1961, S. 76-84, 103-112, 171-180
  21. Knake, Wilhelm: Erwin Schrödinger und die alten Griechen. 1. - 3. Teil. In: Der Quell, Folge 7-9, 9.4.-9.5.1961, S. 313-321, 344-356, 400-411
1Knake, Wilhelm: Die gegenwärtige Krise der Naturwissenschaften und ihre Überwindung durch die Philosophie. In: Festschrift zum 80. Geburtstage Dr. Mathilde Ludendorffs. Verlag Hohe Warte, Pähl 1957, S. 88-146, hier S. 94
2Todesanzeige für Wilhelm Knake. In: Mensch & Maß (Zeitschrift), 23.6.1979, S. 576
3Knake, Wilhelm: Der „Dolchstoß 1918“ - Legende oder Wirklichkeit. In: Der Quell, Folge 23, 9.12.1953, S. 1081-1090
4Knake, Wilhelm: Auf „Großer Fahrt“ nach Indonesien. In: Füllhorn – Zeitschrift für die Jugend. Folge 7, 15.7.1954, S. 193-199, Folge 5, 15.8.1954, S. 234-238. Folge 6, 15.9.1954, S. 267-275, Folge 10, 15.10.1954, S. 315-320, Folge 11, 15.11.1954, S. 334-343; Knake, Wilhelm: Reisebericht aus Griechenland. In: Füllhorn – Zeitschrift für die Jugend. Folge 5, 15.5.1955, S. 150-155
5Die Angaben zu den Fahrten dieses Dampfers auf https://de.wikipedia.org/wiki/Elmshorn_(Schiff,_1910) scheinen nicht ganz zu dieser Angabe April 1923 zu passen. Das müsste mit Hilfe eines kenntnisreicheren Marinehistorikers noch einmal abgeklärt werden.
6Knake, Wilhelm: Auf „Großer Fahrt“ nach Indonesien. In: Füllhorn – Zeitschrift für die Jugend. Folge 11, 15.11.1954, S. 338
7in: Der Quell, Folge 22, 23.11.1957, S. 1016
8Knake, Wilhelm: Danksagung und Nachruf. In: Mensch & Maß (Zeitschrift), Folge 10, 23.5.1976, S. 479
9Knake, Wilhelm: Auf „Großer Fahrt“ nach Indonesien. In: Füllhorn – Zeitschrift für die Jugend. Folge 11, 15.11.1954, S. 335
10https://de.wikipedia.org/wiki/Rheintochter_(Rakete) [1.9.15]
11Knake, Wilhelm: Wunderwaffen und Machtpolitik. In: Der Quell, Folge 7, 9.4.1959, S. 307-316
12Georg, Friedrich: Verrat an der Ostfront. Vergebliche Verteidigung Europas 1943-45. Grabert-Verlag, Tübingen 2014
13Knake, Wilhelm: Hochwillkommene Sonnenexplosion. 3. Teil In: Der Quell, Folge 5, 9.3.1957, S. 204-215. Da Knake zum Schluss in Uelzen lebte, das 45 Kilometer von der Zonengrenze bei Hitzacker an der Elbe entfernt war, könnte er im folgenden von einer Stadt wie Dannenberg erzählen.
14Knake, Wilhelm: Einheit von Erbgut und Glauben. Zum Geburtstag Erich Ludendorffs am 9.4.. In: Der Quell, Folge 7, 9.4.1958, S. 309-317
15Todesanzeige für Wilhelm Knake. In: MuM, 23.6.1979, S. 576

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