Samstag, 30. Mai 2015

Die "mißratene Tschandala"-Rasse ...

Ernsthaft behandelt in "Mensch & Maß" im Mai 2015

Es gab in den letzten Jahren und Monaten Anlässe, den folgenden, ursprünglich 2011 erschienen Aufsatz immer wieder neu zu aktualisieren und seine Feststellungen mit neu hinzukommendem Belegmaterial zu unterfüttern. Zuletzt am 30. Mai 2015. - - - Und man wird in der Überschau dieses Materials wohl allgemein sagen dürfen: Wenn eine politische Partei wie die "Grünen" unterwandert und umgedreht wird, dann werden aus Pazifisten gerne einmal Kriegsbefürworter, aus armen Schluckern reiche Vorstands-Bosse. Wenn eine weltanschauliche Bewegung wie die Ludendorff-Bewegung unterwandert und umgedreht wird, dann - - - beginnt sie (man glaubt es wiederum kaum), die "gottgewollte" und "natürliche Verbindung zwischen Thron und Altar" zu glorifizieren, in Martin Luther keinen Befreier mehr zu sehen und über die angeblich "mißratene Tschandala-Rasse" orientalischer und afrikanischer Zuwanderer zu schwadronieren, nein, besser: zu hetzen. So unglaublich das erscheinen mag - - - so geschehen in den Jahren 2014 und 2015 "nach Christi Geburt" im Deutschland der allgemeinen Vermerkel- und Vergauckelung. ... Doch im folgenden zunächst der Ausgangsartikel aus dem Jahr 2011, danach chronologisch "Aktualisierungen" bis vorläufig, wie gesagt: 30. Mai 2015.

Die Antiquiertheit der heutigen "Ludendorff"-Bewegung
Eine in Alkohol eingelegte Subkultur?

Man könnte es aus mancherlei Gründen als wünschenswert empfinden, wenn es heute wirklich noch eine Ludendorff-Bewegung geben würde, an der man sich "reiben", und an der sich Öffentlichkeit und Wissenschaft "abarbeiten" können. Eine Ludendorff-Bewegung, die tatsächlich existiert, lebendig wäre, könnte heute ja nur eine sein, die Mathilde Ludendorff so behandelt, wie heute Friedrich Nietzsche, Immanuel Kant oder ein beliebiger anderer "Dichter oder Denker" behandelt wird. Wobei vor allem auch der Umgang mit antisemitischem Gedankengut ähnlich kritisch und distanziert geschehen müßte, wie dies heute etwa gegenüber Friedrich Nietzsche oder Richard Wagner geschieht. Oder die Geschichte der Ludendorff-Bewegung müßte von dieser selbst so behandelt werden, wie die Geschichte der Jugend-Bewegung vom "Archiv der deutschen Jugendbewegung" behandelt wird. Und das heißt, daß - natürlich! - nicht jedes Wort, das ein Dichter oder Denker oder ein jeweiliger Vertreter einer Bewegung jemals ausgesprochen hat, das in einer solchen Bewegung jemals Thema war, für 100 Prozent für wahr für sich selbst heute noch übernommen würde und man sich damit identifizieren würde.

Abb. 1: In Alkohol eingelegt
Also eine Bewegung, die nicht antiquiert daher käme und nicht die Sprache von vorgestern sprechen und nicht in den Denkkategorien von vorgestern denken würde. Sondern die die Sprache von heute spricht und in den Denkkategorien von heute denkt. Eine Ludendorff-Bewegung, die Mathilde Ludendorff nicht wie eine "Heilige" behandelt, die ihre Bücher nicht wie eine Bibel abhandelt, die sich nicht wie eine Kirche organisiert (genannt "Weltanschauungsgemeinschaft"). Sondern schlicht wie eine der vielen sonstigen Philosophen-Gesellschaften und -Archive. Und die schlicht ebenso wissenschaftlich arbeitet wie diese. 

Und die insbesondere das naturalistische Denken der Ludendorff-Bewegung einbetten würde in die übrige Geschichte des naturalistischen Denkens während des 20. Jahrhunderts. Eine Bewegung, die nicht hohle, bombastische - oder auch gerne dümmliche - Phrasen drischt, die nicht aufgeblasen daher kommt oder im allgemeinen "Weltschmerz" des heutigen typischen deutschen "Christ-Konservativen" versinkt ("Ach, man will auch hier schon wieder nicht so wie die Geistlichkeit ..."), in der nicht Vorträge wie Predigten, Sermone und christliche Abendandachten abgehalten werden.

Gewollt und beabsichtigt?

All dies gibt es heute nicht. So gut wie nicht. Die offizielle Ludendorff-Bewegung - sowieso nur noch ein kleines Grüppchen - ist in einer Antiquiertheit und Verquastetheit versunken und stecken geblieben, die nur noch ein Hohn ist auf die ursprünglichen Anliegen Erich und Mathilde Ludendorffs, wie man sie zumindest verstehen könnte. Sie ist also de facto eine Bewegung, die nur noch den Namen "Ludendorff" trägt. Die aber wenig von dem aufbegehrenden, widerständigen, kämpferischen Aufbruchgeist der früheren, sprich "originalen" Ludendorff-Bewegung verspüren lässt.

Es gibt viele Anzeichen dafür, dass genau diese genannte Antiquiertheit auch genau so "gewollt" und beabsichtigt gewesen ist und dass heute immer noch auf genau diese biedermeierliche, ja, oft geradezu dummblöde Antiquiertheit hingearbeitet wird. Dass Menschen, ja, ganze Familien innerhalb dieser Ludendorff-Bewegung Jahrzehnte lang auf ein solches Ziel hingearbeitet haben. Dass sie diese Antiquiertheit gefördert haben und fördern. Anders lässt sich das Verhalten derselben, das man Jahrzehnte lang beobachten konnte und mit dem man Jahrzehnte lang hat Erfahrungen sammeln können, heute nicht mehr erklären und einordnen.

Da alles Neue, Frische, Belebende, Zeitgemäße von der Naturwissenschaft ausgeht, war es gut, wenn diese Leute eine naturwissenschaftliche Bildung aufgewiesen haben oder aufweisen. Wenn sie etwa praktizierende Ärzte sind, Gymnasiallehrer für Biologie oder Chemiker. Dann fällt es nur ganz wenigen auf, dass sie Jahrzehnte lang alle Themen behandeln, nur keine naturwissenschaftlichen. Und dass sie deshalb auch so ganz hervorragend antiquiert daher kommen können. Denn würde man die ganze Breite der Philosophie Mathilde Ludendorffs mit der modernen Naturwissenschaft konfrontieren, was allein im Sinne dieser Philosophie wäre, wäre es ganz unmöglich, noch weiter so antiquiert daher kommen zu können.

Erst dann würde einem selbst und anderen die Brisanz des hier vorliegenden Gedankengutes bewusst werden.

Natürlich ist die Auseinandersetzung mit moderner Naturwissenschaft anspruchsvoller, "schwerer", abstrakter, weniger eingängig, als die Auseinandersetzung mit Politik und Hintergrundmächten. Dieser Umstand hat die eben skizzierten Entwicklungen erleichtert ganz unabhängig von ihrer etwaigen bewussten Förderung.

"Hijacking"?

Viele Menschen, die der Philosophie Mathilde Ludendorffs mit Interesse gegenüberstehen, möchten es sich bequem machen und sagen: Naja, das sind eben so Entwicklungen, wie sie Bewegungen erfahren, die in Alkohol eingelegt sind oder die wie vakuumverpackt agieren. Die geistig isoliert für sich weiter existieren. Typisch für eine degenerierende statt prosperierende Subkultur.

Dass eine so breit angelegte naturalistische Philosophie und Psychologie wie diejenige Mathilde Ludendorffs, dass ebenso ein so breit angelegtes Geheimpolitik-kritisches Anliegen wie das des Eheapaares Erich und Mathilde Ludendorff noch heute gefürchtet wird und Gegner hat, da in ihm viele gesellschaftlich gestaltende Kräfte beschlossen sind, wird von dem Kenner derselben nicht bestritten werden können. Wer solche Gegner sein müssen und wie sie arbeiten, ist im allgemeinen auch bekannt.

Wenn Jesuiten und Katholiken sich nicht zu schade sind, die amerikanischen Freikirchen und den deutschen Protestantismus zu unterwandern (jüngeres Beispiel: Klaus Berger), um sie "zurück" in die alleinseligmachende katholische Kirche zu führen - warum sollten sie einer ihnen womöglich noch viel gefährlicheren Ludendorff-Bewegung gegenüber zögern? Warum sollten sie zögern, eine originale Ludendorff-Bewegung nach dem Tod Mathilde Ludendorffs in das biedermeierliche, antiquierte "Imitat" einer solchen umzuwandeln? Wo doch gleichzeitig der Kardinal Schönborn in Wien viele philosophische Gedanken Mathilde Ludendorffs über Evolution übernimmt, ohne ihren Namen zu nennen (siehe seine "Katechesen" über Evolution und Schöpfung im Jahr 2006) (1)?

Wir wissen von Flugzeug-Entführungen. Englisch werden sie "Hijacking" genannt. Können auch ganze weltanschauliche Bewegungen "gehijackt" werden, "entführt" werden? Indem sich einfach unerkannt Piloten mit ganz anderen Zielen ins Cockpit setzen? Zu dieser Vermutung sind viele Menschen und auch Leser dieses Blogs, die damit in Berührung gekommen sind, ganz unabhängig voneinander bezüglich der heutigen offiziellen Ludendorff-Bewegung gekommen.

Erstarrung

(Ergänzung 22. 9. 2012:) Erich Ludendorff warnte schon im November 1932 vor solchen in diesem Beitrag beschriebenen Entwicklungen (2). Kräfte seien an der Arbeit, "den Freiheitdrang des Volkes zu erstarren":
Neue Kerkermauern sollen das Volk von den wissenschaftlichen Naturerkenntnissen und von der Deutschen Gotterkenntnis trennen, die sie frei macht und denken lehrt. Das Volk soll, suggeriert und gebunden, innerhalb der neuen Kerkermauern ein Zuchthausleben weiterführen und immer mehr für die Aufseher und deren "Geist" arbeiten, statt in Freiheit für sich selbst zu schaffen, wie das in Deutscher Gotterkenntnis begründet liegt.
Ein passendes Wort für die in diesem Beitrag erörterten Beobachtungen ... Erstarrung.

Jedenfalls: Der Blick auf in Alkohol eingelegte Tiere in Naturkundemuseen hat etwas Beklemmendes.

Und nun eine Ergänzung der bisherigen Ausführungen mit Beobachtungen, die auf den 14. Oktober 2014 datieren. Eine bislang beobachtbare gewisse Erstarrung scheint sich wieder gelöst zu haben. Man scheint wieder "fröhlicher" geworden zu sein ....

"Die natürliche Verbindung zwischen Thron und Altar" (September 2013)

Zu den bis hier geschilderten Entwicklungen passt nahtlos, dass in einem Aufsatz des Jahrgangs 2014 der Zeitschrift der Ludendorff-Bewegung "Mensch & Maß", deren Schriftleiter Wilfried Duppel heißt, die geschichtliche Gestalt des Martin Luther gewürdigt wird (5) wie man das seit vielen Jahrhunderten gewiss von Seiten der "Soldaten Christi" gewohnt war, also von Seiten der Jesuiten und ihrer Freunde (heute öffentlich sicher seltener ...). Wie man das aber geschrieben von und für Menschen, die in der geistigen Tradition des Hauses Ludendorff stehen, bislang sicher kaum für möglich wird gehalten haben. Da wird Martin Luther persönliche Rachsucht als Hauptantrieb für seine Reformation unterstellt. Und ihm wird die Eigenschaft, ein geistiger Befreier der Deutschen, Europas und der Welt gewesen zu sein, rundweg abgesprochen. Was? In einer Zeitschrift der "Ludendorff-Bewegung"? Etwa ein - schlechter - Aprilscherz?

Wohl kaum. Es handelt sich um den Aufsatz eines Hartmut Heuermann, bei dem es sich offenbar um einen Braunschweiger Kulturwissenschaftler handelt. Er will in diesem die "dunkle Seite" der "Lichtgestalt" Martin Luther herausarbeiten (5). Und in seinem Aufsatz ist dann ganz altbekannt jesuitisch von dem "soziopathischen Hass" des Martin Luther auf den römischen Pontifex die Rede und davon, dass sich Martin Luther einer vulgären Sprache bedient hätte, deren man sich heute schämen müsse. Na so was aber auch! Es finden sich in diesem Aufsatz Sätze über Luther wie:
Die rebellische Geste, gegen das Papsttum, die ihn zu einem religiösen "Gewissenshelden" machte, war ein Akt, der eher seiner persönlichen Rancune (Rachsucht) als seinem sozialpolitischen Engagement entsprang.
Kleiner Scherz am Rande: Wer hat wohl für die Leserschaft das Wort Rancune übersetzt? Doch wohl nicht der Schriftleiter? Nun, wäre nahe liegend ... ;) Herrje, Leute, nun habt Euch mal nicht so. Da hat die Ludendorff-Bewegung nun viele Jahrzehnte lang gegen den Papst und gegen den Jesuitenorden gewettert und sich über Luther gefreut - da wird man doch wohl auch einmal "andere Stimmen" zu Gehör bringen können? Der letzte Satz des Aufsatzes lautet:
Es gab etliche Vordenker für ein neues Menschenbild. Martin Luther gehörte nicht dazu.
Klar, jeder darf eine Meinung haben! :) Nun, man wird unter solchen Umständen wohl auch formulieren dürfen: Es gibt etliche Vordenker für ein neues Menschenbild. Der Schriftleiter Wilfried Duppel und sein Autor Hartmut Heuermann gehören nicht dazu.

"Es gab etliche Vordenker für ein neues Menschenbild - Martin Luther gehörte nicht dazu" (September 2014)

Eine besondere Note erhält der Abdruck dieses Aufsatzes jedoch weiterhin in dem Umstand, dass schon im Frühjahr in dieser Zeitschrift eine Kritik an zuvor zum Abdruck gekommene krass klerikale Ansichten geäußert worden war (4). Der verstorbene, zuvor viel schreibende Autor und ehemalige Richter Falko Gramse hatte seine krass-klerikalen Ansichten in einem vielteiligen Gedenkaufsatz über den mittelalterlichen deutschen Kaiser Otto I. zum Ausdruck bringen können (3). Fritz Köhncke hatte nun Anlass, von Falko Gramse benutzte Phrasen zu kritisieren und "richtigzustellen" wie:
Otto I. betrieb "eine Wiederaufnahme der Kaiserpolitik Karls des Großen in christlichem Verantwortungsbewusstsein für eine gottgewollte Ordnung."
Und für welche "gottgewollte Ordnung"? Gramse:
Es gibt keine natürlichere Verbindung als die zwischen Thron und Altar im altdeutschen Staat.
Wenn neuerdings solche klerikalen Ansichten fröhlich "zur Diskussion" stehen in einer Zeitschrift wie der der Ludendorff-Bewegung, dann wird man sich nach und nach wohl noch auf immer "tollere" Dinge einstellen und gefasst machen dürfen. Man sage doch nicht, da wäre keine geistige "Innovationsfähigkeit" mehr vorhanden. Auf den ersten Blick will es fast so scheinen! Aber auf den zweiten Blick muss man sich sagen: Hey, das sind ja so krasse Uralt-Ansichten, wer will denn da von "Innovationsfähigkeit" sprechen. Vielmehr erinnert das an das alte Jesuitenwort von dem "Sie sollen sein, wie sie sind - oder sie sollen nicht sein", das ja offenbar unter dem derzeitigen Jesuitenpapst einmal erneut allerorten fröhliche Urständ feiert.

Von Interesse dürfte da dann nämlich auch sein, dass dieser Aufsatz zur Bejubelung der natürlichen Verbindung zwischen Thron und Altar unter Otto I. zuerst erschienen ist im Jahr 2012 - - - in der rechtskatholischen Zeitschrift "Neue Ordnung", die ihre krass papistische Einstellung gleich in der Titelleiste mit einem Foto des Papstes Pacelli und ähnlicher geistiger "Befreier" Europas zum Ausdruck bringt (erscheint im Ares-Verlag des Wolfgang Dvorak-Stocker von Stocker-Verlag, wo als langjähriger Lektor tätig war auch Hans Becker von Sothen [1959-2014], s. GA-j!, 21.8.2014). Um diese "gottgewollte" (neu-uralte) "Ordnung" würde es also gehen? Dann wüsste man ja, aus welcher Ecke der Schriftleiter von "Mensch & Maß" offenbar so seine Gedanken und Aufsätze bezieht, anstatt genau solche Ecken so kritisch wie nur möglich auszuleuchten, so wie wir darum seit Jahren auf unseren Blogs bemüht sind.

Insgesamt ist hier jedenfalls im Grunde gar nichts anderes zu beobachten, als das, was erst kürzlich auf unserem Parallelblog einmal wieder zu Protokoll hatte gebracht werden müssen unter dem Titel "Veränderungen störend und unerheblich" (GA-j!, 21.8.2014).

Abb. 2: Eine DVD aus dem Jahr 2013
Gabriele Kuby - "Die Sehnsucht einer Konvertitin nach heiligen Priestern"

Weitere Ergänzung (12.11.2014)

Auch unter den hier genannten Umständen wird es noch nicht tunlich sein, die Autorin Adelheid Duppel als die "Gabriele Kuby der Ludendorff-Bewegung" zu bezeichnen. Dennoch dürfte es sinnvoll sein, einmal zu untersuchen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen diesen beiden Autorinnen in ihrer Themenwahl und in der Behandlungsart ihrer Themen. Gemeinsamkeiten sind jedenfalls unübersehbar (s. Wiki, Amazon). Etwa was das Thema Gender-Mainstreaming betrifft. Und wo die "natürliche Verbindung zwischen Thron und Altar" bejubelt wird, dürfte man doch auch bald - wie Gabriele Kuby in einem ihrer Buchtitel - schmachten über die "Sehnsucht einer Konvertitin nach heiligen Priestern".

Schreibt ein neuer Johann von Leers für "Mensch & Maß"? (April 2015)

Im April 2015 erscheint in der Zeitschrift "Mensch & Maß" der Aufsatz eines Autoren (6), der offenbar auch für ein "Muslim-Forum" im Internet schreibt, und der in seinem Aufsatz "Ludendorffs fernöstlicher Freund" verschweigt, dass Erich Ludendorff jenen buddhistisch motivierten Imperialismus abgelehnt hat, für den der in dem Aufsatz behandelte angebliche "Freund" Ludendorffs stand. Auf dem Muslim-Forum fällt derselbe Autor mit einer wenig differenzierten, plakativen Wortwahl auf. In einem eigenen Blogbeitrag dazu schrieben wir (7): "Erinnerungen an Johann von Leers kommen auf ..."

Die "missratene Tschandala-Rasse" - ernsthaft behandelt (Mai 2015)

(Weitere Ergänzung 30.5.2015.) Die Unmöglichkeiten des Schriftleiters Wilfried Duppel reißen nicht ab. In der letzten Folge der von ihm herausgegebenen Zeitschrift erscheint auf zehn Seiten eine "zeitgemäße" Deutung einer Novelle von Heinrich von Kleist mit dem Titel "Der Findling" (8). Dieser Aufsatz lässt abstoßende Gefühle zurück. Sein Autor heißt Johannes Scharf. (Ob es sich dabei um ein Pseudonym handelt?) Der "Findling" der Novelle, also ein "Findelkind", ein "Waisenkind" wird in dieser "zeitgemäßen" Deutung mit den Migranten-Strömen gleichgesetzt, die heute in Europa und Nordamerika eine Rolle spielen. Gut und schön - oder nicht schön, sondern wohl schon für sich ziemlich verkorkst. Aber die Denkart und der abwertende Tonfall, die abwertenden Worte, mit denen hier einerseits über Sexualität und andererseits über Menschen aus anderen Ländern gesprochen wird, haben absolut keine Gemeinsamkeit mit der Geisteswelt Erich und Mathilde Ludendorffs. Keine. Und das sollte dem Schriftleiter Wilfried Duppel ganz entgangen sein? Über das missratene Waisenkind der Novelle und über seine Sexualität, die ja doch in diesem Aufsatz mit der "Mißratenheit" und der Sexualität der derzeitig nach Europa strömenden Flüchtlingen gleichgesetzt werden, heißt es etwa:
Unseres Erachtens speisen sich jene Wollust (nämlich des "Findlings" der Novelle) nebst den Rachegefühlen aus ein und derselben Quelle: dem Hass auf die Herren und Besseren, denen man im Wissen um die eigene Unzulänglichkeit ablehnend gegenübersteht, die man vernichten möchte, zu denen sich der Sklave jedoch gleichwohl sexuell hingezogen fühlt. (...) Wir fühlen in der sexuellen Anziehung in Kleists Novelle recht deutlich den neidischen Instinkt der Tschandala.
Das sind so die "erbaulichen" Themen dieses Aufsatzes. Im nächsten Satz ist noch einmal vom
Bereich der Tschandala-Rache des Mißratenen
die Rede. Was für seltsame, fast an Blödheit streifende, zumindest verdummende Abartigkeiten. Wenn aus der Sicht der Philosophie von Mathilde Ludendorff das Verschieben ganzer Bevölkerungen und das Vermischen mit anderen abgelehnt wird, so nicht, weil die eine Bevölkerung für die "bessere" und die andere für die "mißratene" gehalten wird, sondern weil vielmehr jedem Volk für sich auf dieser Erde ein "einzigartiges, unersetzbares Gottlied" zugesprochen wird. Aber ein solcher Geist spricht natürlich ganz und gar nicht aus solchen, gerade zitierten Worten. Aber soll man die Abartigkeiten dieses Aufsatzes nicht viel mehr verräterische nennen? Sind es nicht die okkulten, "ariosophischen" Lanz-von-Liebenfels-Leute gewesen, die ständig von "Tschandala-Rassen" gesprochen haben, die wie Hunde zu behandeln seien (oder schlimmer)? Und die dabei doch niemals so ganz ihre katholischen, frauenverachtenden Prägungen haben verleugnen können? Und für die eine gerade Linie gezogen werden kann zum Denken und Handeln in den Kategorien von "Herrenrasse" der Nationalsozialisten, insbesondere in Osteuropa? Und schon im nächsten, logisch ganz verkorksten, verdrehten, verschwurbelten Satz dieses Aufsatzes heißt es weiter:
Übertragen wir die Eigenschaft der relativen Impotenz von Piachi,
der nach der Deutung dieses Aufsatzes zu den "Herren ", den "Besseren" zu zählen ist,
auf das unzählige und dabei hoch potente Flüchtlinge aufnehmende Gastland, sei dies nun Schweden, die Russische Föderation oder die Bundesrepublik Deutschland, so erhalten wir doch recht bald eine zumindest vage Vorstellung davon, in welchem Ausmaß und mit welchem Tempo sich der Bevölkerungsaustausch in diesen Aufnahmeländern vollzieht. Dabei ist die vielfach höhere Fruchtbarkeit der Orientalen und Schwarzafrikaner keine Fiktion, sondern eine vollendete Tatsache. Nicht anders verhält es sich mit der Fertilität der "Hispanics" in Nordamerika.
Von solchen Sätzen und Gedanken muss sich ein Mensch, der von dem Werk von Heinrich von Kleist begeistert ist, ganz abgestoßen fühlen. Es kommt eigentlich nur die Frage auf, ob der Autor in seinen Gedanken wirklich so dümmlich und primitiv ist, wie er sich hier gibt? Wie kann man überhaupt auf solche gedanklich primitiven Sprünge kommen von dem Inhalt einer Novelle des beginnenden 19. Jahrhunderts zu der völkervernichtenden Politik des 21. Jahrhunderts? In der Novelle kommt keine einzige kinderreiche Familie vor, die solche eben zitierten Sätze auch nur ansatzweise rechtfertigen würden. Es wird bestenfalls die polygame Sexualität eines Findelkindes behandelt.

Und das in einer eines Heinrich von Kleist würdigen Weise. Einer würdigen Weise, von der ein Johannes Scharf nicht den Ansatz eines Eindrucks zu vermitteln weiß. Hatte der Schriftleiter Wilfried Duppel bei der Auswahl dieses Aufsatzes etwa keine Sehnsucht nach Würde?

In Kleists Novelle wird auch sonst nicht ansatzweise "Demographie" behandelt. Dass sich dieser Johannes Scharf anmaßt, mit seinen schmutzigen Händen das Werk von Heinrich von Kleist auch nur von Ferne nur anzutasten, seine sehr "eigenen" Wertvorstellungen an dieses heranzutragen, ist das eine. Dass eine Zeitschrift, die vorgibt, die geistige Tradition der Ludendorff-Bewegung zu vertreten, das dann aber auch noch druckt, ist etwas ganz anderes.

All das liegt ganz auf der Linie dessen, was in diesem Beitrag schon ausgeführt wurde. Und so ist man geradezu gezwungen, Amazon-Rezensionen zu einem früheren Buch desselben Autors Johannes Scharf zu dem selben Thema mit Zustimmung zu lesen (ein Buch übrigens, in dem bemerkenswerter Weise von "aufrechten Christen" die Rede ist), Rezensionen die da lauten (bege69 [Osnabrück], 4. März 2014):
Minderwertige rechte Hetze - nicht lesenswert
Europa wurde von Migranten "übernommen", einige wenige aufrechte Christen "fliehen" nach Neuseeland, wo noch fleißige, arbeitswillige Weiße aufgenommen werden. Der Autor zeichnet ein einfaches Schwarz-Weiß-Bild, wobei die "Migranten" allesamt faul und kriminell sind und eh nur im Sinn haben, auf Kosten der Gesellschaft zu leben und weiße Mädchen zu vergewaltigen. Höhepunkt der Hetze: "Ist das, frage ich euch, überhaupt noch unser Vaterland, in welchem ein Türke Bundeskanzler, eine Nigerianerin Familienministerin und eine Lesbe Außenministerin spielen?" Ansonsten treten die Migranten nur in Masse, sprich "kriminellen Banden" auf.
Dagegen sind die "weißen" Protagonisten allesamt fleißig, ehrlich, treu, aufrecht, rechtschaffen usw. Die Beschreibungen der Charaktere sind hölzern, die Dialoge und Beschreibungen zum Weglaufen. Weiße Frauen sprechen nicht, sie "flöten", wenn auch mit kratziger Stimme. Fazit: schlecht geschriebener, rechter Schrott auf Fünftklässlerniveau, absolut nicht lesenswert!
Das kann auch nur von dem hier behandelten Aufsatz gesagt werden. Dieser Aufsatz ist übrigens Teil eines weiteren, gerade erschienenen Buches des Autors ("Kassandrarufe - Fabeln wider den Zeitgeist"), erschienen - man soll es nicht glauben: im Klosterhaus-Verlag (sowie parallel im Libergraphix-Verlag). Hans Grimm kann sich angesichts solcher Verlagsprodukte eigentlich nur im Grabe herumdrehen. Wozu hat er sich von Goebbels anschreien und niedermachen lassen, wenn der von ihm gegründete Verlag heute solche Bücher herausbringt?

Muss man angesichts all dieser Dinge noch darauf aufmerksam machen, dass in diesem Aufsatz ständig von dem "ruchlosen Klerus" (S. 234), dem "ruchlosen Kirchenstand" (S. 238) die Rede ist? Und dass das ja fast so klingt, als ob da jemand Selbsterkenntnisse hätte ... ? .... Auf dieser Linie wären dem Autor - und seinem Schriftleiter - jedenfalls noch allerhand weitere zu wünschen.

(zuerst veröffentlicht 10.12.2011; ergänzt wie im Text angegeben, letzte Überarbeitung 4.6.15)
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  1. Schönborn, Christoph: Ziel oder Zufall?: Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens. Herder-Verlag, Freiburg 2007
  2. Ludendorff, Erich: Statt Tempel Salomos - Deutscher Dom - Germanischer Katholizismus. In: Ludendorffs Volkswarte, 6. November 1932
  3. Gramse, Falko: Otto der Große. Erster Kaiser des "Römisch-Deutschen Kaiserreichs." In: In: Mensch & Maß, Folge 9, 15.9.2013, S 417-430, Folge 10, 15.10.13, S. 493-500, Folge 11, 15.11.13, S. 534-541, Folge 12, 15.12.13, S. 590-594, Folge 1, 15.1.14, S. 18-29, Folge 2, 15.2.14, S. 62-76
  4. Köhncke, Fritz: Eine notwendige Richtigstellung. In: Mensch & Maß, Folge 5, 15.5.2014, S. 230-237
  5. Heuermann, Hartmut: Martin Luther - der Lichtgestalt dunkle Seite. In: Mensch & Maß, Folge 9, 15.9.2014, S. 452-454
  6. Haas, Josef: Ludendorffs fernöstlicher Freund. In: Mensch & Maß, Folge 4, April 2015, S. 202-206
  7. Bading, Ingo: "Ludendorffs fernöstlicher" - buddhistisch-imperialistischer - "Freund" - Schreibt ein Autor von "Mensch und Maß" auch für das Muslim-Forum? Auf: Studiengruppe Naturalismus, 1. Mai 2015, http://studiengruppe.blogspot.de/2015/05/ludendorffs-fernostlicher-buddhistisch.html
  8. Scharf, Johannes: Der Zorn des Odysseus - Wie Kleists Novelle "Der Findling" noch zu lesen ist ... In: Mensch & Maß, Folge 5, Mai 2015, S. 228-238

Montag, 25. Mai 2015

Das kollegiale Verhältnis zwischen Hans Ludendorff und Albert Einstein

- Über zwei Jahrzehnte hinweg (1914 bis 1933)

Einleitung / Zusammenfassung

An den Anfang ihres Buches „Siegeszug der Physik – Ein Triumph der Gotterkenntnis meiner Werke“ setzte die Philosophin Mathilde Ludendorff (1877-1966) die Worte:
Dem Andenken an den Astrophysiker
Professor Hans Ludendorff
am Tage seines Todes 26.6.1941
gewidmet.
Bei dem Astronomen Hans Ludendorff (1873-1941)1 handelte es sich um den jüngeren Bruder des Generals Erich Ludendorff (1865-1937), also um den Schwager Mathilde Ludendorffs. Sie waren sich beide noch am 21. Mai 1939 anlässlich der Einweihung einer Büste Erich Ludendorffs im Feldherrnsaal des Zeughauses in Berlin durch den damaligen deutschen Generalstabschef Franz Halder begegnet2.

Abb. 1: Hans Ludendorff (1873-1941)
Die Bedeutung, die Hans Ludendorff im wissenschaftlichen Leben eingenommen hat, war wahrscheinlich seinem Bruder und seiner Schwägerin niemals wirklich bekannt, ist sie doch selbst in jenen Gedenkartikeln nicht hervorgehoben worden, die 1941 und 1942 aus Anlass seines Todes erschienen sind. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Hans Ludendorffs bedeutendster langjähriger Kollege, nämlich niemand geringerer als Albert Einstein (1879-1955), zwischen 1933 und 1945 in Deutschland verfemt war. Die Bedeutung des wissenschaftlichen Lebens von Hans Ludendorff spiegelt sich aber nicht zuletzt in seinem zwei Jahrzehnte langen kollegialen Verhältnis zu Albert Einstein wieder, das heute auch nicht auf dem Wikipedia-Artikel zu Hans Ludendorff erwähnt ist. Nicht zuletzt darum die vorliegenden Ausführungen.

1921 wurde Hans Ludendorff Leiter des Astronomischen Observatoriums Potsdam und nahm damit eine Stelle ein, die zuvor der ihm gleichaltrige, deutsche Astrophysiker Karl Schwarzschild (1873-1916) innegehabt hatte. Der schon mit 43 Jahren verstorbene Schwarzschild hatte zu den ersten Wissenschaftlern weltweit gehört, die die Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins auf theoretischem Gebiet ernst genommen und weiter ausgearbeitet haben. Unter anderem wird nach ihm jener „Schwarschild-Radius“ benannt, der in der Theorie Schwarzer Löcher bis heute die zentrale Rolle spielt.

Karl Schwarzschild wurde nach seinem allzu frühen Tod (infolge seines Kriegseinsatzes) von seinen Kollegen durchgängig für „unersetzbar“ gehalten. Aufgrund seiner herausragenden Bedeutung wurde daran gedacht, dass theoretische Physiker wie Albert Einstein selbst oder Max von Laue seine Nachfolge als Leiter des Astronomischen Observatoriums in Potsdam antreten sollten. Doch verfügte niemand von ihnen über jene dafür notwendige Ausbildung und Berufserfahrung im Bereich der traditionellen Astronomie, wie sie Karl Schwarzschild mit Begabung für theoretische Physik in seiner Person verbunden hatte. Auch auf Seiten der traditionellen Astronomen gab es niemanden, der ähnlich wie Schwarzfeld astronomische Berufserfahrung mit Begabung auf dem Gebiet der theoretischen Physik verband. Deshalb entschied man sich 1916 für den Astronomen Erwin Müller und 1921 für dessen engen Mitarbeiter, den Astronomen Hans Ludendorff, als Nachfolger, obwohl die theoretischen Physiker jedes mal gerne einen der ihren auf diesen Posten gebracht hätten. 

Hans Ludendorff hat nicht nur 1921 an Stelle von Albert Einstein die Leitung des Astronomischen Observatoriums Potsdam übernommen. 1923 hat er in ähnlicher Konstellation auch die Leitung jener wissenschaftlichen Expedition übernommen, zu der die mexikanische Regierung eigentlich Albert Einstein eingeladen hatte, für die Einstein selbst dann aber Hans Ludendorff als seinen Ersatz vorgeschlagen hat. Auf diese Expedition ging dann das lebenslange Interesse von Hans Ludendorff an den astronomischen Kenntnissen der Hochkultur der Maya zurück.

Schon in diesen wenigen Tatsachen deutet sich das enge persönliche und kollegiale Verhältnis an, das zwischen Hans Ludendorff und Albert Einstein zwischen 1914 und 1933 bestand. Hans Ludendorff atmete aber auch keineswegs auf, als Albert Einstein 1933 Deutschland verlassen musste. Vielmehr bestellte er noch 1934 bei der Firma Zeiss in Jena Geräte zur empirischen Überprüfung der Einstein'schen Relativitätstheorie. Hans Ludendorff ließ sich also seine wissenschaftliche Tätigkeit nicht vom „Zeitgeist“ bestimmten.

Hans Ludendorff also gehörte zu jenem überschaubaren Kreis der Berliner Wissenschafts-Elite, die sich seit 1914 rund um Albert Einstein gruppiert hat. Den Umstand, dass er dabei vielleicht wissenschaftlich noch der am wenigsten innovative war, war er jeder Zeit bereit, freimütig einzugestehen und dieser wurde auch von seinen Kollegen so gesehen. Dennoch hat er die Entwicklung der theoretischen Physik in Deutschland in jenen Jahren, die zugleich die weltweit führende überhaupt war, aus einer persönlichen Nähe miterlebt und mitgestaltet, wie dies in jener Zeit kaum einem zweiten vergönnt war. Würde ein Hans Ludendorff über sein Leben Erinnerungen hinterlassen haben, müßten sie spannend zu lesen sein. Die vorliegende Abhandlung soll einen ersten Eindruck von den Inhalten solcher möglicher Erinnerungen geben.

Hans Ludendorff stand in mindestens alljährlichem persönlichen Zusammenwirken mit Albert Einstein, sei es, weil sie beide Kuratoren oder Mitglieder derselben wissenschaftlichen Stiftungen waren, die der empirischen Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins dienten, sei es weil schließlich auch Hans Ludendorff in mindestens zwei wissenschaftlichen Aufsätzen mit der Auswertung der Daten zur Überprüfung der Allgemeinen Relativitätstheorie befasst gewesen ist. Wobei zumindest der erstere der beiden Aufsätze Ludendorffs (von 1915) auch das Interesse von Albert Einstein weckte.

Angesichts all dieser Umstände ist es denn auch leicht zu verstehen, dass Hans Ludendorff keineswegs den Anti-Einstein-Propagandisten der sogenannten „Deutschen Physik“ auf den Leim gegangen ist. Er hat das Einfließen-Lassen außerwissenschaftlicher Motive - wie des Antisemitismus und des völkischen Denkens - in die innerwissenschaftlichen Debatten ganz wie auch seine Kollegen Max Planck, Arnold Sommerfeld oder Werner Heisenberg abgelehnt, wahrscheinlich sogar ähnlich angeekelt wie Werner Heisenberg3.

Zu sagen ist allerdings auch, dass für Hans Ludendorff seine Tätigkeit als Leiter des Observatoriums in Potsdam bis 1933 überschattet war von einem tiefgehenden, dauernden, und offenbar mehr im Persönlichen als im Sachlichen wurzelnden „Kleinkrieg“ seiner selbst mit jenem ihm unterstellten Astrophysiker Erwin Freundlich (1885-1965), dem Leiter des Einstein-Instituts im Einstein-Turm auf dem Potsdamer Telegrafenberg, der als persönlichster Schüler und Assistent Einsteins in diese Position gelangt war, der als der treueste und eifrigste damalige deutsche „Gefolgsmann“ Albert Einsteins auf dem Gebiet der astronomischen Wissenschaft galt. 

Die Wissenschaftshistoriker weisen aber darauf hin, dass Hans Ludendorff bei weitem nicht der einzige gewesen ist, der in schwere persönliche Auseinandersetzungen mit diesem wohl sehr eigenwilligen Erwin Freundlich geraten ist, dass Albert Einstein selbst sehr früh den Kontakt zu Freundlich ganz abgebrochen hat, weshalb sich die Wissenschaftshistoriker heute auch keineswegs mehr sicher sind, ob die persönliche Gegnerschaft von Hans Ludendorff gegenüber Erwin Freundlich wirklich verbunden gewesen sein könnte mit einer vornehmlich im außerwissenschaftlichen Bereich wurzelnden Skepsis oder Ablehnung der Relativitätstheorie überhaupt. Letzteres ist mitunter in der Literatur vermutet worden, womöglich aber auch nur aus der Tatsache abgeleitet worden, dass Hans Ludendorff eben der Bruder von Erich Ludendorff war, von dem man sich offenbar leicht vorstellen konnte, dass ihm die Unterscheidung zwischen wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Beweggründen schwer fallen könne (was, soweit übersehbar, keineswegs der Fall war).

Es gibt jedoch bis auf weiteres keinen Hinweis, dass sich Erich und Mathilde Ludendorff jemals zu Lebzeiten von Hans Ludendorff über die moderne theoretische Physik, über sein Verhältnis zu Albert Einstein oder auch über seinen „Kleinkrieg“ mit Erwin Freundlich ausführlicher hätten unterrichten lassen. Mathilde Ludendorff sagte selbst, dass sie bis Anfang der 1940er Jahre nie Zeit gefunden hätte, sich mit solchen wissenschaftlichen Themen gründlicher zu befassen. 

Und noch ihre im Spätherbst 1940 verfasste und Anfang 1941 erschienene Schrift „Ein Blick in die Naturwissenschaft unserer Tage“ erweckt den Eindruck, als ob sie es auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht beabsichtigen würde, das in umfangreicher Weise zu tun. Erst nach Verfassen dieser Schrift - also irgendwann im Winter 1940/41 - scheint sich das Interesse Mathilde Ludendorffs diesem Thema so grundlegend zugewandt zu haben, dass daraus - innerhalb weniger Monate – ihr Buch „Siegeszug der Physik“ entstand.

Und da Hans Ludendorff in dieser Zeit schon schwer erkrankt war, wird auch ein gewisses Bedauern in den zitierten Worten ihrer Widmung darüber mitschwingen, dass sie sich aufgrund des Todes von Hans Ludendorff nicht mehr mit ihm über die Inhalte ihres Buches hat unterhalten und austauschen können.

Wenn allerdings Arnold Sommerfeld (1868-1951) schon kurz nach Erscheinen des Buches „Siegeszug der Physik“ sich mit einem anerkennenden Brief an Mathilde Ludendorff wandte, wie diese berichtete, so könnte dies auch daran liegen, dass ihr Verfassername an den allen Physikern bekannten des gerade erst verstorbenen Hans Ludendorff erinnerte und allein schon aufgrund dieses Umstandes Interesse und Vertrauen bei einem Menschen wie Arnold Sommerfeld geweckt haben könnte. Soweit zunächst eine Zusammenfassung der folgenden Ausführungen. Nun sei mehr auf die Details eingegangen.

1911/15 – Die Allgemeine Relativitätstheorie und ihre empirische Überprüfung

Albert Einstein veröffentlichte 1905 als unbekannter Schweizer Beamter die Spezielle Relativitätstheorie und wurde von Max Planck entdeckt, der sich zusammen mit Arnold Sommerfeld außerordentlich begeistert über sie äußerte. Beide stuften sie sehr bald als eine „Kopernikanische Tat“ ein. Geradezu noch mit einer größeren Begeisterung, als man sie aus Einsteins Mund selbst je gehört hätte (vgl. etwa die Einstein-Biographie von Armin Hermann). Nachdem gerade in den Kreisen der deutschsprachigen Wissenschaft die Bedeutung von Einstein erkannt worden war, erhielt Einstein zunächst einen Ruf an die Universität Zürich, dann an die Universität Prag und schließlich an die Universität Berlin. Seit 1907 arbeitete er an der Allgemeinen Relativitätstheorie und tauschte sich darüber mit Kollegen und Studenten aus, darunter mit Karl Schwarzschild in Potsdam und mit Erwin Freundlich, die sich beide auch früh Gedanken zur empirischen Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie machten. In einer Untersuchung von 1994 heißt es einleitend4:
Zeitgenössische Physiker standen Einsteins Spezieller und Allgemeiner Relativitätstheorie äußerst skeptisch gegenüber. Noch bevor die allgemeine Relativitätstheorie durch Messung (Periheldrehung von Planeten, Ablenkung von Lichtstrahlen) bestätigt war, griffen Mathematiker die Erkenntnisse begeistert auf. Im folgenden wird gezeigt, warum Mathematiker den Ideen eher zu folgen vermochten.
Über die Allgemeine Relativitätstheorie heißt es auf Wikipedia5:
Zur Zeit ihrer Einführung im Jahre 1915, hatte die Allgemeine Relativitätstheorie keine solide empirische Grundlage. Sie war ursprünglich vielmehr aus philosophischen Gründen sehr befriedigend, da sie das Äquivalenzprinzip erfüllte und das Newtonsche Gravitationsgesetz und die spezielle Relativitätstheorie als Grenzfälle beinhaltete. In experimenteller Hinsicht war lediglich bekannt, dass sie die „anomale“ Perihelbewegung des Merkur erklären kann, und 1919 wurde nachgewiesen, dass Licht im Gravitationsfeld entsprechend der Allgemeinen Relativitätstheorie abgelenkt wird.
Die Schwierigkeiten der empirischen Überprüfung der Allgemeinen Relativitätstheorie wurden zu Anfang von allen damit befassten Physikern unterschätzt, auch von Einstein selbst. Wikipedia berichtet, wie lange die Wissenschaft damit befasst war:
Es dauerte allerdings bis 1959, dass es möglich war, die Voraussagen der Allgemeinen Relativitätstheorie im Bereich schwacher Gravitationsfelder zu testen, wodurch mögliche Abweichungen von der Theorie genau bestimmt werden konnten. Erst ab 1974 konnten mit dem Studium von Binärpulsaren sehr viel stärkere Gravitationsfelder erforscht werden, als es sie im Sonnensystem gibt. Schließlich erfolgte die Untersuchung von starken Gravitationsfeldern auch im Zusammenhang mit Schwarzen Löchern und Quasaren. Beobachtungen sind hier naturgemäß sehr schwierig, trotzdem stimmen die Ergebnisse mit den Voraussagen der Allgemeinen Relativitätstheorie bislang überein.
Doch behalten wir uns für das folgende im Hinterkopf: So weit war man 1915 noch keineswegs. Und für die weitere Lebenszeit von Hans Ludendorff ist eigentlich nur sehr viel zu berichten über Versuche der empirischen Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie und über den Umstand, dass diese zu seinen Lebzeiten alle unbefriedigend geblieben sind. Darauf hat dann auch Hans Ludendorff in zwei gründlichen Arbeiten hingewiesen, jedoch noch 1934 die weitere empirische Überprüfung gefördert.

1914 – Leitung der abgebrochenen Expedition nach Russland

1914 leitete Hans Ludendorff eine wissenschaftliche Expedition, die nach Russland führte (Grundmann, S. 132):
1914 wurden drei deutsche Expeditionen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis nach Russland geschickt, und zwar von den Sternwarten Berlin, Potsdam und Hamburg. (…) Die offizielle Expedition der Akademie stand unter der Leitung des Astronomen Ludendorff. (…) Da mittlerweile der 1. Weltkrieg ausgebrochen war, konnten die deutschen Expeditionen die Sonnenfinsternis am 21. August 1914 nicht beobachten.
Auf Umwegen und unter zum Teil großen Schwierigkeiten konnten die deutschen Wissenschaftler nach dem Beginn des Krieges nach Deutschland zurückkehren.

1915/16 – Einstein: „Sehr interessant war mir der Ludendorff'sche Aufsatz“

Der schon erwähnte Astrophysiker Erwin Freundlich (1885-1964)6 hat sich schon sehr früh bemüht, empirische Daten aus dem Bereich der Astronomie zur Bestätigung der Allgemeinen Relativitätstheorie zusammenzutragen. In der langjährigen Zusammenarbeit mit Einstein bildete er Einsteins wichtigste, aber zugleich auch „schwierige“ Verbindung zu den Astronomen.
In einer tabellarischen Übersicht zu den wissenschaftlichen Unternehmungen Freundlichs bis 1933 heißt es über seine Versuche zum Nachweis der sogenannten „Gravitations-Rotverschiebung (GRV)“ (Hentschel, S. 37):
1915ff.: Statistische Untersuchungen zur GRV bei Fixsternen in Abhängigkeit von ihrer Spektralklasse; beobachtete Rotverschiebungen werden mit geschätzten mittleren Massen und Radien der Fixsterne korreliert. These: GRV vorhanden. Aber: v. Seeliger und Ludendorff weisen Freundlich noch im gleichen Jahr sachliche Fehler und „wishful thinking“ nach. (…) Wiederaufnahme dieser Untersuchungen: 1919, 1922, 1924, 1928, 1930.
Der hier genannte Artikel von Hans Ludendorffs erschien 1915 in den „Astronomischen Nachrichten“7. Albert Einstein konnte ihm viel abgewinnen. Am 13. Februar 1916 schrieb Einstein an Struve (Hentschel, S. 47):
Ich danke Ihnen bestens für die Nummer der Astronomischen Nachrichten (…). Der Seeliger'sche Artikel zeigte mir nichts Neues. Sehr interessant war mir der Ludendorff'sche, aus dem ich ersehe, wie unvollkommen das bisherige Beobachtungsmaterial noch ist. Das Erfreuliche aber ist, dass man den Eindruck gewinnt, dass sich nach und nach Material wird gewinnen lassen, welches eine sichere Entscheidung zulassen wird.
An den Artikel von Ludendorff lässt sich die Frage knüpfen:
Sind schwächere Sterne desselben Spektraltypus durchschnittlich auch von kleinerer Masse? Dies wäre bei Doppelsternen beantwortbar, bei denen man die Größe der Masse mitteln kann. Ergäbe sich eine bedeutende Abhängigkeit, so könnte die Ludendorff'sche Betrachtungsweise in der Zukunft (sich) als sehr wertvoll erweisen. Solange der mittlere Fehler die ermittelte Rotverschiebung übersteigt (…), ist das Resultat ganz unsicher (…).
Jedenfalls sehe ich, dass Freundlichs Ergebnis keineswegs gesichert ist (nicht einmal qualitativ). Dagegen muss man Freundlich zugute halten, dass er zuerst auf einen gangbaren Weg zur Prüfung der Frage aufmerksam gemacht hat.
Nachdem der berühmte US-amerikanische Astronom Edwin Hubble (1889-1953) Mitte der 1920er Jahre mit Hilfe der Rotverschiebung der Nachbargalaxien nachwies, dass wir nicht in einem statischen, sondern expandierenden Universum leben, wurde erkannt dass der Nachweis einer zusätzlichen Gravitations-Rotverschiebung noch bedeutend schwieriger ist, als es bis dahin angenommen worden war (Hentschel, S. 50). Noch heute heißt es über experimentelle Bestätigungen der Allgemeinen Relativitätstheorie auf Wikipedia sehr zurückhaltend8:
Im Folgenden werden einige physikalische Phänomene erklärt, deren genaue experimentelle Überprüfung bisher die Allgemeine Relativitätstheorie gut bestätigt und den Spielraum für Alternativtheorien sehr verkleinert hat.

1916 – Der Tod Karl Schwarzschild's

1916 war der schon genannte Leiter des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, der bedeutende deutsche Astrophysiker Karl Schwarzschild (1873-1916)9, gestorben. Karl Schwarzschild hatte zwar eine solide astronomische Ausbildung genossen, galt aber als theoretischer Physiker und damit als Idealbesetzung für diesen Posten. Er hatte eng mit Albert Einstein zusammen gearbeitet und einerseits die Relativitätstheorie selbst weiterentwickelt. Zum anderen entwickelte er jenes Programm zu ihrer empirischen Überprüfung mit Hilfe von astronomischer Daten und Sachverhalten, das dann ein jüngerer Mitarbeiter Albert Einsteins, Erwin Freundlich, weiterverfolgen sollte.
Die beiden Nachfolger Schwarzschild's – die Astronomen Gustav Müller (bis 1921) und Hans Ludendorff (ab 1921) – sollten eine so große wissenschaftliche Bedeutung nicht haben, wie sie Karl Schwarzschild hatte. Aber sie standen beide der Relativitätstheorie Albert Einsteins und seiner Person ähnlich wohlwollend gegenüber und befassten sich mit der empirischen Überprüfung dieser Theorie durch die Astronomie und förderten sie. Hans Ludendorff noch mindestens bis 1934.
Hans Ludendorff schrieb in seinem Nachruf auf Karl Schwarzschild, dass er einen Charme besessen hätte, dem sich niemand hätte entziehen können (Schwarzschild, Gesammelte Werke, S. 24):
All the obituaries stressed the breadth of Schwarzschild's scientific work. Sommerfeld spoke of the stroke of good fortune that combined skill in astronomy, astrophysics and physics in one individual. (…) His saying that he could not get on with people who held him in too great a respect, was frequently mentioned. All in all, as Ludendorff said, he had a charm that no one could escape.

Januar 1918 - Hochzeit der Tochter Erich Ludendorffs

Am 3. Januar 1918 heiratete die Stieftochter Erich Ludendorffs und es wurde in den Zeitungen eine Fotografie veröffentlicht, auf dem auch die Ehefrau von Hans Ludendorff einmal zu sehen ist.

Abb.: "Hochzeit im Hause Ludendorff am 3. Januar" 1918
Sie steht direkt hinter der Braut. Sie wurde bezeichnet als:
Stehend: (...) Fr. Prof. Ludendorff.
Ihr Ehemann konnte offenbar nicht zur Hochzeit kommen.  

November 1918 – In den Revolutionstagen weicht Erich Ludendorff nach Potsdam aus

Um den 9. November 1918 herum lebte Erich Ludendorff für wenige Tage in Potsdam bei seinem Bruder Hans, da man glaubte, dass die Anwesenheit seiner Person auch für seine unmittelbare Umgebung in Berlin eine Gefahr darstellte. Danach ging Erich Ludendorff nach Schweden.

1920 – Die Gründung des Einstein-Instituts und der Bau des Einstein-Turms

Nachdem die Astronomen in England mit der Überprüfung von Einsteins Relativitätstheorie schneller vorangekommen waren und Ende November 1919 für ihre Zeit „spektakuläre“ Ergebnisse veröffentlicht hatten, wurde in Deutschland zu einer „Einstein-Spende“ aufgerufen, für die eine „Einstein-Stiftung“ gegründet wurde, der der Einstein-Schüler und Astronom Erwin Freundlich vorstand. Mit dem von dieser Stiftung gesammelten Geld und den Sachspenden (von Zeiss, Jena, etwa) wurde der Bau des „Einstein-Turmes“ auf dem Gelände des „Astrophysikalischen Observatoriums“ in Potsdam schließlich finanziert. Planungen zu diesem Turm machte der mit Erwin Freundlich befreundete junge Architekt Erich Mendelsohn schon seit 1917 und sollte durch dieses sein Erstlingswerk zum nachmaligen „Stararchitekten“ seiner Zeit werden.
Als Erich Mendelsohn allerdings Einstein eine Veröffentlichung aus dem Jahr 1941 übersandte, in der Parallelen aufgezeigt werden sollten zwischen solcher Architektur wie sie durch den Einstein-Turm repräsentiert wurde einerseits und der Relativitätstheorie andererseits, antwortete Einstein dazu nur (zit. n. Hentschel, S. 87):
Es ist einfach Klug-Scheißerei ohne jede vernünftige Basis!
Was Einstein über den Turm selbst und seine Architektur gedacht hat, scheint nicht zuverlässig überliefert zu sein. Bei der ersten Besichtigung zusammen mit dem Architekten soll er sich lange ausgeschwiegen haben und dann irgendwann wie nebenbei das Wort „organisch“ gemurmelt haben. Aber niemand hat nachher sagen können oder wollen, ob diese Kennzeichnung in anerkennendem oder absprechendem Sinne ausgesprochen worden war.
Womöglich stand Einstein ebenso ratlos vor dieser bis heute befremdlich wirkenden Architektur, wie man noch heute davor stehen kann. Was Hans Ludendorff von der Architektur des Einstein-Turmes gedacht hat, der ihm da auf dem Potsdamer Telegrafenberg vor die Nase gesetzt wurde, ist einstweilen nicht bekannt. Als die Beschlüsse zum Bau dieses Turmes fielen, war er ja auch noch nicht selbst Leiter des Observatoriums.

Februar 1921 – Ludendorff wird zum Leiter des Astrophysikalischen Observatorium Potsdam ernannt

Als Gustav Müller 1921 pensioniert wurde, wollten die theoretischen Physiker um Albert Einstein erneut einen der ihren wie Max von Laue als seinen Nachfolger einsetzen. Doch Müller vertrat die Ansicht10 (einstweilen nur als Google-Bücher-Ausschnitt zitierbar):
… Direktors die höchsten Anforderungen stellt, würde bei Ludendorff in den besten Händen liegen. - Es könnte Bedenken erregen, dass ein Forscher wie v. Laue, welcher der Astronomie bisher ferner stand, zum Direktor des astrophysikalischen Observatoriums vorgeschlagen wird, zumal wir nach allgemeinem fachmännischen Urteil in Ludendorff wenn auch keine überragende Persönlichkeit, so doch einen tüchtigen Fachmann ...
Müller schlug also vor, seinen bisherigen (1979, Bd. 1, S. 56)
Mitarbeiter Hans Ludendorff als seinen Nachfolger zu benennen, von dem allerdings bekannt war, dass er zwar als tüchtiger Fachmann, aber nicht als überragende Persönlichkeit galt. Aber Müller vertrat die Ansicht, dass Ludendorff einen ordentlichen Dienstbetrieb im Astrophysikalischen Observatorium garantieren würde. Andere Astronomen ständen nicht zur Verfügung. - Darauf meldeten Einstein, Nernst und Planck einige Bedenken an und behielten sich vor ….
Am 17. Februar hielt Max Planck eigenhändig fest (1979, Bd. 2, S. 47):
Nr. 136 (104) Protokoll der 1. Sitzung der Kommission für die Besetzung der Direktorstelle des Astrophysikalischen Observatoriums vom 17. Febr. 1921: Die Kommission einigt sich, Hans Ludendorff als einzigen Kandidaten vorzuschlagen, Walther Nernst und Albert Einstein sollen jedoch noch andere Varianten ermitteln. egh. von Planck
In einer Stellungnahme schrieben die genannten Physiker (zit. n. Hentschel, S. 58f):
Die Entwicklung der modernen Astrophysik hat es mit sich gebracht, dass die Verbindung der Astronomie und der Physik immer enger geworden ist. Die Astronomen können an den theoretischen und experimentellen Untersuchungen von Männern wie Einstein, Eddington, Michelson u. a., die zu den bedeutendsten Erfolgen geführt haben, nicht stillschweigend vorübergehen, und andererseits haben die Physiker das allergrößte Interesse an den Fortschritten der Astronomie. Nur durch intimes Zusammenarbeiten der besten Kräfte auf beiden Gebieten ist etwas Vollkommenes zu erwarten.
Der Wissenschaftshistoriker Hentschel schreibt dazu weiter (S. 61):
Der anvisierte Kompromiss, Ludendorff als geschäftsführenden Direktor einzusetzen und ihm v. Laue als ranggleichen zweiten Direktor an die Seite zu setzen, wurde nun aber vom Preußischen Kultusministerium abgelehnt. Letztendlich wurde Ludendorff als Direktor eingesetzt, der regelmäßig einem neu eingesetzten Kuratorium Bericht zu erstatten hatte, in das sein Amtsvorgänger Müller ebenso wie v. Laue, Einstein und Planck als theoretische Physiker gewählt wurden. Die Aufgabe dieses Kuratoriums sollte (…) insbesondere die Beratung der Astronomen in physikalischen Fragen sein.
Damit waren die personalen Konstellationen festgelegt, in denen sich Hans Ludendorff über die nächsten zehn Jahre hinweg bewegte.

Mai 1921 – Ludendorff lobt Einstein-Mitarbeiter

Es scheint auch nicht so zu sein, als ob Hans Ludendorff von vornherein in persönlicher Gegnerschaft zu seinem Mitarbeiter Erwin Freundlich geraten wäre. In einem Brief vom 27. Mai 1921 an das Kultusministerium lobte Ludendorff vielmehr die Bemühungen seines Untergebenen Freundlich. Leider einstweilen nur in englischer Übersetzung zitierbar (Einstein-Dossiers, S. 83):
(…) During the elapsed year Dr. Freundlich expended much personal effort toward organizing the Einstein Donation Fund and managing the construction of the tower telescope. Since all the negotiations with the sponsors and the firms involved in the construction were in his hands, he was often compelled to take part in conferences in Berlin that took up the whole day. Because the design of the telescope is being carried out by the Zeiss Company in Jena according to his specifications, frequent trips there are necessary. (…) In the coming month an additional trip to England is necessary, since Dr. Freundlich has been invited by the Universities of Manchester and Oxford to accompany Professor Einstein on his visit, in order to facilitate with his command of the English language and expertise in the new theory discussions about relativity theory with the English physicists. (…)
Auch an diesem Bericht wird deutlich, wie nah Hans Ludendorff den damaligen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen rund um die Relativitätstheorie war.

August 1921 – Ludendorff und Einstein auf dem Astronomen-Tag in Potsdam

Dass das kollegiale Verhältnis zwischen Albert Einstein und Hans Ludendorff durch die Wahl des Letzteren zum Leiter des Astronomischen Observatoriums in Potsdam nur noch enger wurde, wurde auch für die Öffentlichkeit dokumentiert. So brachte die „Berliner Illustrierte Zeitung“ am 4. September 1921 ein Foto (Einstein-Akte, S. 146):
Prof. Einstein und Prof. Dr. Ludendorff beim Astronomentag in Potsdam.
Das Foto war auf der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft in Potsdam vom 24. bis 27. August 1921 entstanden. Es zeigt Einstein und Ludendorff im Gespräch nebeneinander einherschreitend. Dabei ist das Gesicht von Ludendorff nicht besonders gut zu erkennen, da er von der Sonne geblendet ist. Im Abstand zu ihnen gruppieren sich andere Menschen, vielleicht Ehefrauen. Das Foto scheint während einer Tagungs-Pause entstanden zu sein.

Januar 1922 – Ludendorff wird Kuratoriumsmitglied in der Einstein-Stiftung

Über die weitere Entwicklung erfahren wir (Grundmann, S. 142):
Am 4. Januar 1922 wurde die Satzung der Einstein-Stiftung beschlossen. (…) § 2 nennt die Mitglieder des Kuratoriums.
Und zwar Einstein, Freundlich, Ludendorff, sowie drei weitere Personen, insbesondere auch aus der Industrie:
Im Sommer 1931 bestand das Kuratorium der Einstein-Spende aus den Herren: Einstein, v. Laue, Nernst, Schrödinger, Paschen, Franck
fünf weiteren Personen und
Ludendorff. § 3 Der Satzung bestimmte das Astrophysikalische Observatorium Potsdam zum Sitz der Stiftung.
Ludendorff hatte also die ganze Zeit über auch mit diesem Einstein-Institut im Einstein-Turm und seinem eigenwilligen Leiter Erwin Freundlich zu tun.

1922 – Ludendorff warnt vor dem Anti-Einstein-Propagandisten

Der anrüchtige Paul Weyland (1888-1972) ist der eigentliche Begründer der Bewegung der sogenannten „Deutschen Physik“ gewesen, von der sich Menschen wie Planck, Sommerfeld und Heisenberg angeekelt abwandten. Weyland hat auch in Hans Ludendorff keinen Fürsprecher gefunden. Über Weyland wird berichtet (Einstein-Akte, S. 173):
1920 Organisator der Anti-Einstein-Kampagne. (…) Im Herbst 1921 Reise in die Vereinigten Staaten. 1922 Planung einer Reise nach Norwegen. Weyland erwartet vom Deutschen Konsulat in Hammerfest finanzielle Unterstützung seiner angeblich astronomischen Zwecken dienenden Reise. (…) Die Deutsche Botschaft in Kristiana gab den Vorgang an das Innenministerium weiter, das Prof. Ludendorff, Direktor des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, um Auskunft bat. Ludendorff antwortete: Weyland hat die Vorträge in der Philharmonie organisiert, „deren Zweck es war, weitere Kreise gegen die Einsteinsche Relativitätstheorie zu verhetzen“; er schickte Weylands Bettelbrief zurück „mit dem Bemerken, dass ich vor einer Unterstützung des Herrn Weyland dringend warne“.

Frühjahr 1922 – Ludendorff nimmt an Stelle von Einstein die Einladung nach Mexiko an

Zu einer Expedition zur Untersuchung der Sonnenfinsternis in Mexiko am 10. September 1923 hat die mexikanische Regierung Albert Einstein eingeladen.Aus einem Aktenvermerk des Kultusministeriums ist zu erfahren (zit. n. Einsteins Akte, S. 143f):
Professor Einstein teilt uns mit, dass er der Einladung der Mexikanischen Regierung nicht Folge leisten kann, da er beabsichtigt, vorerst in Deutschland zu bleiben. Er bittet der Mexikanischen Regierung seinen Dank zu sagen, und würde es sehr begrüßen, wenn die geplante Expedition doch zu Stande käme. Als Führer schlägt er Professor Ludendorff vor.
Das Einstein Hans Ludendorff und nicht seinen vormaligen Assistenten Erwin Freundlich als seinen Ersatz vorschlägt, wird von den Wissenschaftshistorikern besonders vermerkt (Siegfried Grundmann/Einsteins Akte, S. 143):
Als Einstein, dazu von der Mexikanischen Regierung eingeladen, 1923 nicht zur Beobachtung der Sonnenfinsternis nach Mexiko kommen kann, schlägt er vor, dass Ludendorff an seiner Stelle reist (Freundlich wird nicht erwähnt).
Am 25. Mai 1922 meldete dann „The Review of Popular Astronomy“:
Potsdam, May 25. - Dr. Hans Ludendorff, brother of the famous general, will head an expedition of German scientists to Mexico this year to observe the total eclipse of the sun on Sept. 10.
All expenses from the time the astronomers leave their homes until they return will be borne by the Mexican Government, at whose request the expedition is to be undertaken. One of the chief objects of the visit is to make a further test of the Einstein relativity theory.
Also als ein Hauptziel dieser Expedition werden genannt weitere Überprüfungen der Relativitätstheorie von Albert Einstein. Hans Ludendorff blieb weiter mit diesem Gegenstand beschäftigt.

April bis September 1923 – Ludendorff in Mexiko

Knapp ein Jahr später, am 27. April 1923, bringt die „Berliner Illustrierte Zeitung“ auf ihrer Titelseite eine Fotografie von Hans Ludendorff und seinen Mitarbeitern – alle bekleidet mit breitkrämpigen mexikanischen Sonnehüten - beim Aufbau eines großen Fernrohres in Mexiko (Hentschel, S. 135). Die Sonnenfinsternis selbst fand dann am 10. September 1923 statt, genug Zeit, um zwischendurch die archäologischen Stätten der Maya zu besichtigen. Zu der immer noch im Raum wabernde Vermutung, dass Hans Ludendorff ein Gegner der Relativitätstheorie gewesen sein könnte, wird von der Wissenschaftsgeschichte in diesem Zusammenhang noch einmal eindeutig festgestellt (Einstein-Akte, S. 144):
Tatsächlich jedoch gehörte die Prüfung des „Einstein-Effekts“ zum Programm der von Ludendorff geleiteten Sonnenfinsternisexpedition 1923 nach Mexiko.
Als der Hitler-Ludendorff-Putsch am 8. und 9. November 1923 in München stattfand, wird sich Hans Ludendorff entweder noch auf seiner Reise in Mexiko befunden haben oder gerade erst zurück gekommen sein. Wie er mit der Tatsache umgegangen ist, auf der einen Seite in Albert Einstein einen Kollegen zu haben, der sich politisch unter anderem als ausgesprochener Pazifist positionierte und mitunter sogar Sympathien mit der Sowjetunion erkennen ließ und diese durch die zeitgemäße rosa Brille sah - und auf der anderen Seite einen Bruder, der auf dem äußersten rechten Flügel der politischen Ansichten angesiedelt war, dazu ist einstweilen nichts bekannt. Es macht aber keinen Sinn, aus diesen Tatsachen voreilig auch nur irgendeinen Schluss zu ziehen.
Nach allem, was bislang erkennbar geworden ist, wird Hans Ludendorff auf ähnlicher politischer und weltanschaulicher Linie einzuordnen sein wie Max Planck, Arnold Sommerfeld oder Werner Heisenberg, die Albert Einstein zu jeder Zeit persönliche und wissenschaftlichen Sympathien und Hochachtung bewahrten, ohne damit auch dessen politische Ansichten zu teilen, und die offenbar zustimmende Briefe an Mathilde Ludendorff schreiben konnten (Arnold Sommerfeld 1942 oder später) oder aber sich positiv über das Mathilde Ludendorff nahestehende Werk von Sigrid Hunke aussprechen konnten (Werner Heisenberg 1960er Jahre).

September 1925 – Einstein teilt Ludendorffs Urteil über den Leiter des Einstein-Instituts

Am 15. September 1925 schreibt Albert Einstein an Hans Ludendorff (zit. n. Einsteins Akte, S. 143; ebenso 1979, Teil 1, S. 196):
Was Herrn Freundlich betrifft, so wissen Sie ja meine Meinung. Ich habe ja ebenfalls die persönlichen Beziehungen zu ihm abgebrochen und hätte dem von Ihnen verlesenen Sündenregister noch recht hübsche „Piecen“ hinzufügen können. Er gehört zu den ganz wenigen, bei denen ich eine so schroffe Haltung für nötig erachte. Ich achte aber sein organisatorisches Verdienst und handle demgemäß, wie Sie es in anerkennenswertester Weise bei Gelegenheit seiner Ernennung auch getan haben. So dienen wir beide der Sache, wenn wir auch den Menschen und Wissenschaftler gering einschätzen. Er ist es nicht wert, dass man sich über ihn ärgert.
An die im letzten Satz ausgesprochene Devise scheint sich Einstein auch in den nächsten Jahren gehalten zu haben. Ob es Hans Ludendorff immer gelungen ist, sich an diese Einstein'sche Devise zu halten, scheint nicht ganz so sicher. Der Wissenschaftshistoriker schreibt (Einsteins Akte, S. 143):
Wenn das Verhalten von Erwin Freundlich erneut zum Gegenstand der Untersuchung gemacht wird, dann vor allem, um zu zeigen, dass Einsteins Werturteil begründet war und die folgenreiche persönliche Gegnerschaft von Hans Ludendorff und Freundlich nicht oder nicht in erster Linie aus Ludendorffs politischer Position erklärt werden kann. (…) Wie zu sehen war, hatte Einstein zu Ludendorff ein durchaus kollegiales Verhältnis, trotz gegensätzlicher politischer Positionen.
Im Grunde ist zu den politischen Positionen von Hans Ludendorff – abgesehen von seinen ganz persönlich motivierten Sympathien für seinen Bruder, die gleich noch gut erkennbar werden – einstweilen nur wenig bekannt.

Winter 1925 – Ludendorff reagiert brüsk auf den Namen Delbrück

Das im folgenden zu schildernde Erlebnis des jungen Max Delbrück (1906-1981) mit Hans Ludendorff ist wohl nur verstehbar vor dem Hintergrund der damaligen schweren menschlichen Spannungen zwischen Hans Ludendorff und Erwin Freundlich auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Dass letzterer als Forschungsassistenten den jüngsten Sohn des Historikers Hans Delbrück (1848-1929) anstellte, der in den Jahren 1920 bis 1922 als „Todfeind“ von Erich Ludendorff galt aufgrund seiner äußerst polemischen Stellungnahmen gegen diesen (insbesondere die Schrift „Ludendorffs Selbstporträt“ von 1922, eine Art Besprechung von „Meine Kriegserinnerungen“ von Erich Ludendorff), dieser Umstand scheint bei Hans Ludendorff vor allem als ein erneuter, bewusster und sehr persönlicher, beabsichtigter Affront Erwin Freundlichs ihm gegenüber angekommen zu sein. Und wer weiß, ob sich Erwin Freundlich nicht wirklich dabei „ins Fäustchen lachte“.
Jedenfalls wird auch ein Hans Ludendorff – ohne die sonstige persönliche Gegnerschaft zu Erwin Freundlich – nicht einfach einen jungen Assistenten seines Institutes derart in „Sippenhaft“ genommen haben für die Taten seines Vaters wie es aus diesen Erinnerungen von Max Delbrück herausklingt. Der nachmalige Biophysiker und Nobelpreisträger Max Delbrück berichtete also in Kalifornien an seinem Lebensabend über diese Zeit (Peter Fischer, S. 31):
„Ich war Student an der Universität von Berlin und hatte daneben einen unbezahlten Job als Forschungsassistent an einem Teleskop übernommen, das der Einstein-Stiftung gehörte und auf dem Gelände des Potsdamer Observatoriums lag. Das Teleskop, das in einem Turm lag, war von Erwin Freundlich erdacht worden. Er war ein großer Enthusiast von Einstein und der Allgemeinen Relativitätstheorie. … Freundlich hatte auch Geld organisiert, um den Einstein-Turm mit dem Teleskop bauen zu können. … Am ersten Tag meines Jobs dachte Freundlich, es sei höflich, mich dem Direktor des Observatoriums vorzustellen, .... dies war damals Professor Hans Ludendorff“, ein Bruder des Generals Erich Ludendorff (...).
Als Hans Ludendorff den Namen Delbrück hörte, zog er sofort seine Hand zurück und fragte, ob Max der Sohn des Historikers sei. Als Max dies bejahte, drehte sich Ludendorff auf dem Absatz um und verschwand hinter der zuknallenden Tür des Arbeitszimmers. Später beschuldigte er Freundlich, ihn absichtlich beleidigt zu haben, indem er den Sohn eines Mannes eingestellt habe, der seinen Bruder in einer Weise beleidigt hatte, die nicht mehr zu tolerieren sei. (…) Es dauerte mehrere Wochen, bis sich der Bruder des Generals im Observatorium beruhigte.
Sicherlich spiegelt sich in diesen Erinnerungen etwas von dem schweren Spannungsverhältnis wieder, das damals zwischen Hans Ludendorff und Erwin Freundlich bestand. Weiteres wird man aus ihm schwerlich ableiten können.

Herbst 1926 – Die neue Schwägerin Mathilde Ludendorff

Im Herbst 1926 erhielt Hans Ludendorff in Potsdam Besuch von seinem Bruder Erich Ludendorff, der sich ein zweites mal verheiratet hatte. Mathilde Ludendorff berichtet von den damals üblichen Verwandtenbesuchen nach der Hochzeit (1967, S. 82f):
Von hier aus suchten wir Professor Hans Ludendorff, den Leiter der Sternwarte in Potsdam, den jüngeren Bruder Erich Ludendorffs, auf. Auch hier war ein Fest gerichtet, und es herrschte freudige Stimmung. (...)
Als ich den feinen durchgeistigten Kopf des Astronomen sah, der das gleiche edle und gewinnende Lächeln des Feldherrn zu eigen hatte, da war dennoch ein nahes, herzliches Band rasch geschlossen, und ich merkte es an jedem Wort und Blick, dass die starke Sympathie gegenseitig war. Wie hoffte ich damals auf ein nahes und reges geschwisterliches Zusammenhalten. Ein Bruder wurde mir also auf dieser Fahrt in Potsdam geschenkt, und es wurde ein neues Band zu Erich Ludendorffs Jugend geschlungen.
Womöglich gibt es noch weitere Ausführungen zu Hans Ludendorff in den Lebenserinnerungen von Mathilde Ludendorff. Diese wären dann noch herauszusuchen. Aber in diesen Worten spiegelt sich doch schon eine große gegenseitige Hochachtung wider.

Juni 1928 – Ludendorff beschwert sich bei Einstein

Zurück zu Ludendorffs Fehden und Kleinkriegen auf dem Telegrafenberg. Die Aufstellung des Etats der Einstein-Stiftung für das Haushaltsjahr 1929 erfolgte merkwürdigerweise ohne Rücksprache mit Ludendorff. Dieser beschwerte sich verständlicherweise Ende Juni, Anfang Juli 1928 bei Albert Einstein mit einem Brief darüber (Einstein-Akte, S. 144),
dass „das unter Ihrem Vorsitz stehende Kuratorium der Einstein-Stiftung, dessen Mitglied ich bin, mit mir (nicht) Fühlung genommen hat“, als der Etatsantrag des Kuratoriums verabschiedet wurde und empfindet dies als „große Unfreundlichkeit“. „Schmerzlich ist es mir“, schreibt Ludendorff weiter, „dass Sie zu dieser Unfreundlichkeit mir gegenüber die Hand geboten haben, und es erstaunt mich das umsomehr, als Sie doch vor nicht zu langer Zeit in einem mir noch vorliegenden Briefe meine volle Sachlichkeit anerkannt und gleichzeitig Ihre Meinung über Prof. Freundlich als Menschen und als Gelehrten in nicht misszuverstehender Weise zum Ausdruck gebracht haben.“
Der Wissenschaftshistoriker hält dann weiter fest:
Da war Einstein im Unrecht, nicht Ludendorff. Einstein musste büßen für die eigene Nachlässigkeit in Leitungsfragen und für die mitverschuldeten Eigenmächtigkeiten von Erwin Freundlich. Ludendorff war im Vergleich zu Freundlich für Einstein zwar der „wesentlich ungeschicktere, aber doch … der weitaus anständigere von Beiden.“
Am 2. Juli 1928 erstattte Hans Ludendorff über diesen Vorgang auch an das Kultusministerium Bericht. Er sandte ein Schreiben (1979, Bd. 2, S. 119)
an das Kultusministerium mit der Abschrift eines Briefes von Ludendorff an Albert Einstein über die ohne seine Mitwirkung erfolgte Aufstellung des Etats der Einstein-Stiftung für das Haushaltsjahr 1929.

Januar 1929 – Einstein äußert Verständnis für Zornesausbruch Ludendorffs

Im Januar 1929 gab es eine erneute Sitzung des Kuratoriums der Einstein-Stiftung, zu der Einstein Max von Laue einlud und hinzufügte (zit. n. Hentschel, S. 138):
Offiziös versichere ich Dir, dass Du auf Deine Kosten kommen wirst; denn es wird „hoch hergehen“. Ich freue mich auch darauf. Der Mensch kann nicht nur von der Logik leben. Er braucht auch etwas für sein schwarzes Herz.
Hier glaubt man bei Einstein ein wenig Spott über Hans Ludendorff und seine Schwierigkeiten mit Erwin Freundlich herauszuhören. Arnold Berliner, der Herausgeber der Zeitschrift „Die Naturwissenschaften“, versuchte nach der Sitzung sich Einstein gegenüber für Erwin Freundlich zu verwenden (zit. n. Hentschel, S. 138):
Einstein antwortete dem Vermittelnden, der Ludendorffs cholerischen Wutausbruch auf einer Kuratoriumssitzung gegen Freundlich immerhin als „ungehörig“ und „verletzend“ bezeichnete und die Form dieser Angriffe auf Freundlich verurteilte: „Einerseits freue ich mich, dass Sie eine so kräftige moralische Ader haben. Andererseits tut es mir leid, dass Sie Ihre Gefühle an so wenig würdige Objekte verschwenden. Immerhin muss ich sagen, dass mir L[udendorff] zwar als der wesentlich ungeschicktere, aber doch als der weitaus anständigere von Beiden erscheint. Ich meinerseits halte es nicht für erspriesslich, mich irgendwie in diese Streiterei einzumischen, nehme aber Ihren Brief respektvoll zu demjenigen, was bei mir dem entspricht, was Sie Akten nennen.“
Einstein erachtet Ludendorff also als wesentlich anständiger als Freundlich, springt ihm aber dennoch nicht tatkräftig bei. Man müßte sich wohl noch tiefer in die damals verhandelten Materien einarbeiten, um zu prüfen, ob dieses Verhalten aus heutiger Sicht wirklich gebilligt werden kann oder ob sich Einstein nicht auch hier wieder Ludendorff gegenüber ins Unrecht gesetzt hat.

1929 – Ludendorff im Interview

In einem Interview, das Hans Ludendorff (1928 oder) 1929 für eine Buchveröffentlichung zu einem psychologischen Thema gab, wird deutlich, dass er sich eher als ein Sammler und Ordner von Beobachtungsdaten sah, denn als ein Neuformulierer bedeutenderer wissenschaftlicher Weiterentwicklungen und Innovationen. Ganz offen spricht er zum Beispiel aus11:
Für Methodik habe ich wenig Interesse und betrachte das als einen Mangel meiner wissenschaftlichen Persönlichkeit. Wenn bei Lösung einer mir vorliegenden wissenschaftlichen Aufgabe methodisch Neues nötig ist, so betrachte ich die Entwicklung der Methode lediglich als eine nicht zu umgehende Notwendigkeit.
Vergnügen bereite ihm eher, so führte er weiter aus, die Diskussion von neu gesammeltem und geordnetem Tatsachenmaterial und das Finden bislang unbekannter Zusammenhänge zwischen ihnen. In diesen Ausführungen spiegelt sich immerhin jene redliche Selbsterkenntnis, wie sie auf Seiten von Hans Ludendorff vorgelegen hat.

April 1931 – Einstein einmal erneut als „Friedenstaube“ auf dem Telegrafenberg

Am 9. April 1931 fuhr Albert Einstein einmal erneut als „Friedenstaube“, wie er sich bezeichnete, nach Potsdam. Denn über Einsteins Tagebucheintrag vom 8. April 1931 wird berichtet (Eisinger, 6. Kapitel, S. 118):
In the diary, he reminded himself that the following day, he would travel to the astronomical observatory in Potsdam to help calm the latest squabble between the observatory's director, Hans Ludendorff, and the physicist Erwin Freundlich. He would be joined in this by Max von Laue und Erwin Schrödinger. Einstein referred to the trio as the three „peace doves“, and their mission throws light on Einstein's academic activities in Berlin.
Einstein scheint die Schwierigkeiten seines Kollegen Hans Ludendorff auf die leichte Schulter genommen zu haben. Und das mutet nicht gerade kollegial an.

1931 – Ludendorff über die neuesten Versuch der empirischen Überprüfung der Allgemeinen Relativitätstheorie

1931 veröffentlichte Hans Ludendorff in den „Astronomischen Nachrichten“ seinen Artikel „Über die Ablenkung des Lichtes im Schwerefelde der Sonne“. In ihm geht es um die jüngste empirische Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins durch Erwin Freundlich und Mitarbeiter während der totalen Sonnenfinsternis am 9. Mai 1929:
Für die Lichtablenkung am Rande der Sonne hat sich der Wert E = 2.24 ergeben, während auf Grund der allgemeinen Relativitätstheorie der Wert E = 1.75 erwartet werden müsste.
Hans Ludendorff weist in diesem Artikel darauf hin, dass offenbar die erwartete empirische Bestätigung der Relativitätstheorie schwerer zu erreichen ist, als bis dahin gedacht.

Oktober 1933 – Ludendorff fordert aus persönlicher Animosität den Hitler-Gruß

Albert Einstein gehörte zu den ersten, die nach der Regierungsübernahme von Adolf Hitler Deutschland verließen, und die hier alle vormaligen Ämter verloren. Wie Hans Ludendorff darüber gedacht hat, ist einstweilen nicht bekannt. Das einstein-Institut auf dem Telegrafenberg wurde sehr bald danach umbenannt in „Institut für Sonnenphysik“. Erwin Freundlich behielt einstweilen noch die Leitung desselben.
Am 5. Oktober 1933 benutzte Hans Ludendorff aber die inzwischen eingeführte Pflicht aller Staatsbeamten zum Hitler-Gruß dazu, seinen langjährigen persönlichen Intimfeind Erwin Freundlich, der dieser Pflicht nicht nachkam, zu Fall zu bringen. - Ludendorff konnte sich dabei natürlich leicht bewusst sein, dass sein Bruder Erich Ludendorff und seine Schwägerin Mathilde Ludendorff solchen „Tell-Hüten“ wie dem Hitler-Gruß und anderem Partei-Gebaren und -Popanz ganz und gar ablehnend gegenüber standen, und dass sie für dieses Vorgehen des Bruders und Schwagers, von dem sie genaueres nicht erfahren haben werden, sicherlich kaum Verständnis gehabt haben. Als etwa Mathilde Ludendorff, ihre Schwester und ihre Kinder beim Staatsakt für Erich Ludendorff an der Feldherrnhalle in München vor der gesamten internationalen Presse die Beileidswünsche Adolf Hitlers entgegennahm und der gesamten Parteiprominenz, erhob niemand von Seiten der Familie den Arm zum Hitlergruß. -
Aber auch bei diesem Vorgehen gegen Erwin Freundlich wird auf Seiten von Hans Ludendorff nicht eine politische Überzeugung das treibende Motiv gewesen sein, sondern lediglich seine sehr persönliche Feindschaft gegenüber Freundlich, die zumindest auf seiner Seite viele persönliche Verletzungen mit sich gebracht hatte, denen gegenüber er sich zu rächen gesonnen war, wie er einem Kollegen gegenüber auch freimütig eingestand.

November 1933 – Ludendorff wird Leiter des „Instituts für Sonnenphysik“

Ludendorff übernahm die Position von Erwin Freundlich12:
Am 10. November 1933 machte Vahlen Ludendorff die Mitteilung: „Im Verfolg des Erlasses vom 2. Mai 1933 (...) wird die Leitung und Verwaltung des Instituts für Sonnenphysik mit sofortiger Wirkung Ihnen als Direktor des Astrophysikalischen Observatoriums übertragen. (…) Ich ersuche, hiernach sogleich das Erforderliche zu veranlassen und den Hauptobservator Prof. Dr. Freundlich …
(Zitat bislang leider nur als Google-Bücher-Ausschnitt.)

Februar 1934 – Ludendorff weiterhin mit der empirischen Überprüfung der Allgemeinen Relativitätstheorie befasst

Über die Vermutung, dass Ludendorff ein Gegner der Relativitätstheorie gewesen sei, heißt es in einer neueren Veröffentlichung (Einstein-Akte, S. 144):
Im Februar 1934, nach dem Machtantritt der Faschisten und nach dem Ausscheiden Freundlichs, wurden vom Astrophysikalischen Observatorium – dem jetzt das Institut für Sonnenphysik angeschlossen war – bei der Firma Zeiss in Jena Apparaturen zur Weiterführung der „bisherigen Untersuchungen über die Lichtablenkung im Gravitationsfeld der Sonne bei Sonnenfinsternissen“ bestellt. „Vom Einstein-Effekt“ war dann zwar nicht mehr die Rede, am Thema aber hatte sich nichts geändert. 1934 hatte sich nicht Ludendorff, sondern Freundlich von der Theorie getrennt.
Mit letzterem Satz war gemeint, dass Erwin Freundlich im Jahr 1934 nicht mehr an die Richtigkeit der Allgemeinen Relativitätstheorie glaubte, während Hans Ludendorff zur gleichen Zeit noch neue Geräte zu ihrer Überprüfung bestellte für das inzwischen zu „Institut für Sonnenphysik“ umbenannte „Einstein-Institut“.

Arbeiten über die Astronomie der Maya

In dem letzten Lebensjahrzehnt von Hans Ludendorff nahmen astronomiegeschichtliche Untersuchungen, insbesondere seine Auseinandersetzung mit den astronomischen Kenntnissen der Maya einen größeren Raum ein. In einer allgemeinen kulturgeschichtlichen Untersuchung aus dem Jahr 1969 heißt es darüber13:
No professional historian of culture is likely to understand better the intellectual frame of mind of the Maya than the astronomer Hans Ludendorff has done. It is not so much the enormous number of new facts established by scientists in the many centuries between antiquity and the 20th century which separates us from the outlook of our great scientific ancestors but the „detiorated“ expectations ruling our time.
Hans Ludendorff betonte in seinen Schriften, dass er in Auseinandersetzung mit dem Kenntnissen der Maya über Astronomie gelernt habe, nicht mehr von heutigen Erwartungen über diese Kenntnisse auszugehen, sondern sich ganz und gar auf die Quellen selbst einzulassen:
As Hans Ludendoff once pointed out, it is an unsound approach to Maya astronomy to start from preconceived convictions about what the Maya could have known and what they could not possibly have known: one should, instead, draw conclusions only from the data as given in the inscriptions and codices.
Sicherlich ein weiteres spannendes Thema, das an dieser Stelle eine breitere Darstellung verdienst hätte.

Mai 1939 – Ludendorff-Feier im Zeughaus in Berlin

Am 21. Mai 1939 wurde im Zeughaus in Berlin durch den Generalstabschef Franz Halder eine Büste Erich Ludendorffs enthüllt. In der ersten Reihe saßen Mathilde Ludendorff und ihr Schwager Hans Ludendorff. Es handelte sich um eine reine Feier der Wehrmacht, es scheinen keine höheren Parteifunktionäre anwesend gewesen zu sein. Halder wird – mit weniger Nachdruck als vormals Ludwig Beck – gerne an Erich Ludendorff gedacht haben als ein bremsendes Moment in der damaligen risikoreichen Außenpolitik Hitlers.

Abb. 2: Geh. Rat Prof. Dr. Hans Ludendorff, Generaloberst Fedor von Bock, Mathilde Ludendorff, General Franz Halder, 21.5.1939 (Quell, 16.6.1939)

26. Juni 1941 – Tod von Hans Ludendorff

In seiner „Gedächtnisrede auf Hans Ludendorff“, abgedruckt in den „Jahrbüchern der Preußischen Akademie der Wissenschaft“ sagte ein Kollege Kopff:
Vor wenigen Tagen erst, am 26. Juni 1941, ist Friedrich Wilhelm Hans Ludendorff unerwartet nach schwerer Krankheit gestorben. Die Akademie gedenkt heute seiner in aufrichtiger Trauer.

Juni 1950 – Ludendorff wird politisch als „unbelastet“ eingestuft

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch war die Spruchkammer mit Hans Ludendorff befaßt. Am 22. Juni 1950 wurde seine verwitwete Ehefrau, die Hausfrau Käthe Ludendorff, geb. Schallehn, geb. 1881, von der Spruchkammer in Urach als „unbelastet“ eingestuft mit der Begründung:
Käthe Ludendorff (...) hat lediglich der NSV und dem Reichkolonialbund angehört und ist somit politisch unbelastet. Ihr im Jahre 1941 verstorbener Ehemann Prof. Dr. Hans Ludendorff, war Direktor des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam. Er hat der NSDAP nicht angehört, sondern war nur einfaches Mitglied der NSV und des RLB. Da Tatsachen, die eine politische Belastung begründen können, nicht bekannt geworden sind, fällt der Verstorbene nicht unter die Gruppe der Hauptschuldigen oder die der Belasteten. Gegen die Gewährung der gesetzlichen Versorgungsbezüge an seine Witwe bestehen somit keine politischen Bedenken.
Damit würde sich das Bild runden von jenem Astrophysiker Hans Ludendorff, der zwei Jahrzehnte lang in wechselhaftem kollegialen Verhältnis zu Albert Einstein stand, und der noch mindestens bis 1934 die empirische Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie förderte.

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Literaturangaben im Text

1http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Ludendorff
2o.N. (wohl M. Ludendorff): Eine würdige Ludendorff-Feier am 21. 5. 1939. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, Folge 6, 16.6.1939, S. 231-234 [mit Fotografie von Hans Ludendorff]
3siehe seine diesbezügliche Schilderung in „Der Teil und das Ganze“
4Tobies, Renate: Albert Einstein und Felix Klein. In: Naturwissenschaftliche Rundschau, 47 Jg., Heft 9/1994, S. 345-352
5http://de.wikipedia.org/wiki/Tests_der_allgemeinen_Relativit%C3%A4tstheorie
6http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Freundlich
7Ludendorff, Hans: Bemerkungen über die Radialgeschwindigkeiten der Helium-Sterne. In: Astronomische Nachrichten, Band 202, Heft 5, 1915, S. 75–84, DOI: 10.1002/asna.19152020503 [= Replik auf Erwin Freundlich, 1915, s.a. Seeliger, 1916]
8http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Relativit%C3%A4tstheorie
9http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Schwarzschild
10The collected papers of Albert Einstein. The Berlin years. Correspondence, January-December 1921, Princeton University Press, 2009 (720 S.), S. 148
  1. 11Plaut, Paul: Die Psychologie der produktiven Persönlichkeit. Enke, Stuttgart 1929 [zu H. Ludendorff S. 285f, zit. n. Hentschel, S. 136f]
12Albert Einstein, Erwin Freundlich, Erich Mendelsohn: Der Einsteinturm in Potsdam - Architektur und Astrophysik. Ars-Nicolai-Gmbh, 1995 (159 S.), S. 92
13Giorgio de Santillana, Hertha von Dechend: Hamlet's Mill. An Essay investigating the Origins of human Knowledge and its transmision through Myth. David R. Godine Publisher, Jaffrey, New Hampshire (4. Aufl.) 1998, S. 61, 67 (OA. 1969, weitere Ausgabe 1977)
14http://www.deutsche-biographie.de/sfz68661.html






Literaturverzeichnis (chronologisch)

  1. Eisinger, Josef: Einstein on the Road. Prometheus Books, Amherst, New York 2011 [Die Reisetagebücher Einsteins]
  2. Schröder, Wilfried; Treder, Hans-Jürgen: Einstein und die Potsdamer Astronomen. Vorgelegt in der Klasse für Naturwissenschaften am 9. Februar 2006, in: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät 85(2006), 81-90, http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/05_schroedereinst.pdf
  3. Grundmann, Siegfried: Einsteins Akte. Einsteins Jahre in Deutschland aus der Sicht der deutschen Politik. Springer Verlag, Berlin u.a. 1998 (Google Bücher), 2004 erneut mit dem Untertitel „Wissenschaft und Politik - Einsteins Berliner Zeit“, ebenso engl. Ausgabe 2004
  4. Hermann, Armin: Einstein – Der Weltweise und sein Jahrhundert. Eine Biographie. Piper-Verlag, München 1994
  5. Tobies, Renate: Albert Einstein und Felix Klein. In: Naturwissenschaftliche Rundschau, 47 Jg., Heft 9/1994, S. 345-352
  6. Hentschel, Klaus: Der Einstein-Turm. Erwin F. Freundlich und die Relativitätstheorie – Ansätze zu einer „dichten Beschreibung“ von institutionellen, biographischen und theoriegeschichtlichen Aspekten. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg u.a. 1992 (190 S.); engl. Ausgabe: The Einstein Tower. An Intertexture of Dynamic Construction, Relativity. Stanford University Press, Stanford, California 1997 (s. Google Bücher)
  7. Schwarzschild, Karl: Gesammelte Werke. Hrsg. von Hans-Heinrich Voigt. Springer Verlag, Berlin u.a., Bd. 1 bis 3. 1992
  8. Artikel über Hans Ludendorff und die Astronomie der Maya. In: Das Altertum, Bände 28-29, Akademie-Verlag, Berlin 1982, S. 244-246
  9. Albert Einstein in Berlin 1913 – 1933. Darstellung und Dokumente, Bd. 1 und 2. Akademie der Wissenschaften der DDR, Akademie-Verlag, Berlin 1979 (Google Bücher)
  10. Spruchkammerakten des Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Sigmaringen, Bestellsignatur: Wü 13 T 2 Nr. 2660/049, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-450240 [8.4.2015]
  11. Ludendorff, Mathilde (Dr. med. v. Kemnitz): Der Siegeszug der Physik. Ein Triumph der Gotterkenntnis meiner Werke. Ludendorffs Verlag GmbH, München 1941 (263 S.) („7. und 8. Heft der 2. Schriftenreihe“)
  12. Ludendorff, Hans: Zur Frühgeschichte der Astronomie in Berlin. W. de Gruyter, Berlin 1942 (23 S.)
  13. Strömgren, Elis: Hans Ludendorff. In: Die Naturwissenschaften. 30. Jg., Heft 4, 23.1.1942, S. 5F
  14. Ludendorff, Mathilde: Ein Blick in die Werkstatt der Naturwissenschaft unserer Tage. Ludendorffs Verlag GmbH, München 1941 (73 S.) (Laufender Schriftenbezug 11, Heft 4)
  15. o.N. (wohl M. Ludendorff?): Eine würdige Ludendorff-Feier am 21. 5. 1939. In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, Folge 6, 16.6.1939, S. 231-234 [mit Fotografie von Hans Ludendorff]
  16. Ludendorff, Hans: Zur astronomischen Deutung der Maya-Inschriften. Verlag der Akademie der Wissenschaften in Kommission bei W. de Gruyter, Berlin 1936 (26 S.) [Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Physikalisch-Mathematische Klasse, Preußische Akademie der Wissenschaften Physikalisch-Mathematische Klasse]
  17. Ludendorff, Hans: Über die Ablenkung des Lichtes im Schwerefelde der Sonne. In: Astronomische Nachrichten, Volume 244, Issue 16, 1931, S. 321-330, DOI: 10.1002/asna.19312441602
  18. Bauschinger, J., H.; Ludendorff, R.; Schorr (u. a.): Astronomie und Astrophysik. Karl Siegismund Verlag / Verlag der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Berlin 1930 [Deutsche Forschung. Aus der Arbeit der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft (Deutsche Forschungsgemeinschaft). Heft 12] (84 S.)
  19. Gustav Eberhard, Walter Grotrian, Arnold Kohlschütter, Hans Ludendorff: Handbuch der Astrophysik. Grundlagen der Astrophysik. Bände 1-3 Springer, 1929, 1930 (358 S.)
  20. Plaut, Paul: Die Psychologie der produktiven Persönlichkeit. Enke, Stuttgart 1929 [zu H. Ludendorff S. 285f, zit. n. Hentschel, S. 136ff]
  21. Ludendorff, Hans: Bemerkungen über die Radialgeschwindigkeiten der Helium-Sterne. In: Astronomische Nachrichten, Band 202, Heft 5, 1915, S. 75–84, DOI: 10.1002/asna.19152020503 [= Replik auf Erwin Freundlich, 1915, s.a. Seeliger, 1916] 
  22. Ludendorff, Hans: Die Jupiter-Störungen der kleinen Planeten vom Hecuba-Typus. Inaugural-Dissertation. Berlin 1897

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